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Autogain

Dieses Thema im Forum "Allgemeine DJ-Themen" wurde erstellt von DjReesy, 17. Mai 2016.

  1. DjReesy

    DjReesy New Member

    Beiträge:
    20
    Hallo ihr lieben. Ich hab mal ne Frage. Kommt es bei euch auch vor, dass ihr trotz Autogain den Gain der Tracks nachregulieren müsst? Ich habe vorhin mal ein bisschen rumgetestet. Zwei unterschiedliche Lieder nebeneinander laufen lassen und immer hin und her gefaded. Hab mir das Ergebnis dann in Audacity angeschaut / angehört. Die Lieder waren trotz Autogain unterschiedlich laut. Das waren jetzt keine heftigen Unterschiede aber mich hat es gestört. mir kam es so vor als ob Traktors Autogain die Lautstärkespitzen auf die gleiche Lautstärke anhebt. Sprich, das Lied an sich kann komplett leise sein und in der Mitte Schreit der Sänger vielleicht irgendwas, so ist dieser Schrei genauso laut wie die lautesten Teile des anderen Tracks. Ich hoffe das war in etwa verständlich erklärt. Mir ist auch aufgefallen, dass Traktors Autogain anders funktioniert als bei einer anderen Dj Software.
    Mal angenommen ich hätte ein Lied welches genau 0 dB hat. In der anderen Dj Software wäre kein Headroom eingestellt, sondern alles auf 0 dB justieren. Dann würde der Gainregler sich nicht verändern. Stelle ich jedoch Headroom auf -3 dB dann würde der Gainregler -3 dB anzeigen. Die Autogainfunktion bzw Headroom stellt also das Lied selbst auf die gewünschte Lautstärke. Gut wahrscheinlich auch hier die lautesten Teile. So wie halt mp3gain auch. Hätte ich ein Lied welches von sich aus auf -3 dB ist, würde die andere Software diesen Track (Headroom ist aus, also 0 dB) um 3 dB lauter machen.

    Bei Traktor scheint es anders zu sein. Ich stelle Headroom aus aber Autogain ist an. Sprich die Tracks werden auf 0 dB geregelt. Nehmen wir mal an ein Lied würde um 1,5 dB lauter gemacht werden. Nun stelle ich Headroom auf -3 dB. Das Lied bleibt trotzdem auf 1,5 dB lauter. Genauso wenn ich Headroom auf -6 dB stelle. Der Headroom in Traktor macht also die Gesamtlautsärke einfach leiser und greift nicht direkt auf das Lied zu. Die andere Software greift direkt auf das Lied zu und somit wird natürlich die Gesamtlautstärke auch leiser.

    Ich hoffe es richtig interpretiert zu haben. Dennoch wäre ich dankbar über Antworten eurerseits, wie es bei euch ist.

    Schönen Tag
     
  2. OY3NOH

    OY3NOH Active Member

    Beiträge:
    249
    Kommt ganz auf das Mastering des Tracks an und ist normal würde ich sagen.

    Normierst du auf den maximalen Ausschlag, kommt der Effekt zum tragen den du beschreibst.
    Ich finde das aber die bessere Methode. Würde man nämlich auf den RMS normieren, könnte es DANN bei Peaks sehr sehr böse enden, wenn die mal nach oben ausreißen.
    Letzteres würde also nur gehen, wenn man auch den Limiter aktiviert.

    Methode 1 und einfach nachregeln, wenn es sein muss. Traktor nimmt einem eh so viel ab, da darf man am Gain auch mal noch bissl selbst regeln ;)

    Am besten wäre natürluch, wenn NI den User wählen lassen würde.
    Maximal Peak oder RMS (zweiteres dann aber mit Limiter, ohne ihn deaktivieren zu können. Der PA und den Gästen zuliebe)
     
  3. Dj-Goody

    Dj-Goody NI Product Owner

    Beiträge:
    2.587
    Ich verstehe nicht warum manche da immer so viel rechnen & messen müssen - ich (und viele meiner Kollegen) mache das einfach nach Gefühl... :rolleyes:
     
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  4. TomDooley0075

    TomDooley0075 NI Product Owner

    Beiträge:
    3.299
    Das ist nun mal das alte Problem der technischen Lautstärke und der "gehörten" Lautheit.

    Unser Ohr nimmt einzelne Pegelspitzen anders wahr, als einen durchgängig hohen Durschnittspegel.
    Das wird mal auch mit noch so vielen Overheadeinstellungen, Limitern und wasweißich nie so wirklich ein rundum befriedigendes und trotzdem noch musikalisches Ergebnis bekommen.
     
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  5. electro_fiend

    electro_fiend NI Product Owner

    Beiträge:
    227
    DJReesy,

    ich denke auch, der Unterschied zwischen Lautheit und Lautstärke ist dir nicht klar. Lies dir vielleicht mal im Hydrogenaudio Wiki die Einträge zu "loudness" usw. durch.
    Des Weiteren ist clipping nicht leicht an Zahlen festzumachen. Beispiel: Ich nehme einen alten Hip Hop Track von einer CD aus 1986. Dieser hat einen Spitzenpegel von -3 dBFS. Wenn ich hierauf 6 dB Gain anwende (z.B. via Amplify/Verstärken Effekt in Audacity), clippt der Track. Vermutlich ist dieses Clipping jedoch unhörbar.
    Weiterer Punkt: Wahrscheinlich sind 8-12 dB Gain erforderlich, um diesen Track für Hörer subjektiv gleich laut zu machen wie einen überkomprimierten Hip Hop Track aus 2016. Natürlich wäre es besser, zum Angleich der Lautheit der beiden Tracks den 2016er Track runterzugainen. Aber wie gesagt, ein paar dB Clipping sind bei einem Track aus '86 vermutlich nicht hörbar.

    Moderne Tracks hingegen wurden schon beim Mastern oftmals extrem geclippt bzw. komprimiert. Die resultierenden Verzerrungen sind auch hörbar, wenn ich die Tracks mit einem Gain von 0 dB abspiele. Die Verzerrungen lassen sich auch durch negativen Gain nicht beseitigen. Informationen, die zerstört wurden, sind für immer und ewig im digitalen Nirwana verschwunden.

    Die clipression moderner Tracks bedeutet vereinfacht gesagt, dass Du Tracks kaufst, die schon beim Mastering um zumeist deutlich mehr als 10 dB über digitales Full Scale angehoben wurden.
     
  6. DjReesy

    DjReesy New Member

    Beiträge:
    20
    Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Jedenfalls weiß ich jetzt, dass es auch Leute gibt die trotz Autogain ein bisschen nachregeln