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KOMPLETE R 5: Event-Verarbeitung (Optimierungsmöglichkeit?)

Discussion in 'REAKTOR' started by Firedragon, 21/3/06.

Thread Status:
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  1. Firedragon

    Firedragon NI Product Owner

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    55
    Also das grundlegende Konzept der Event-Verarbeitung leuchtet mir ja ein (glaub ich). Aber irgendwo zeigt es doch eine Schwäche, z.B. bei Add-Modulen. Habe ich mehrere Werte an den Eingängen eines Add-Moduls die zum gleichen Zeitpunkt entstehen (durch Veränderung oder Initialisierung), so werden diese leider nicht gleichzeitig miteinander verrechnet, sondern nach und nach (je nachdem wann sie eben in die Struktur eingefügt wurden). Wäre es nicht sinnvoller wenn ein solches Modul sobald ein Signal am Eingang ankommt sämtliche Eingänge auf ihren aktuellen Wert hin prüft? Ich weiß nicht so recht, irgendwo ist mir dieses System „Tiefe vor Breite“ nicht so ganz sympathisch. Zumindest würde ich es vielleicht dahingehend optimieren, dass sobald ein derartiges Modul ins Spiel kommt alle dahinführenden Stränge auf Aktivität gecheckt werden. Ich bin ja wahrlich kein Fachmann, aber ich will jetzt einfach mal glauben, dass durch das jetzige System hier und dort immer mal wieder mehr oder weniger unerwünschte Fehlrechnungen zustande kommen...
     
  2. magneton

    magneton NI Product Owner

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    658
    teils, teils. die eventverarbeitung muss man wohl so hinnehmen wie sie ist, da sie mit der darunterliegenden programmstruktur eng verknüpft ist. jedenfalls ist es für komplexere (logik-) schaltungen ganz gut so wie es ist, da bestimmte events eben nur ausgelöst werden sollen, wenn an einem eingang etwas ankommt. sollte ständig etwas abgefragt werden, kann man sich behelfen indem man z.b. einen LFO so umbiegt, dass er nur eine konstante (1) ausgibt (der LFO sendet events mit der eingestellten controlrate; also nicht nur wenn ein wert sich ändert, das nur nebenbei), und das mit einem weiteren event multipliziert. ("constant" an "A to E" geht auch).
     
  3. Firedragon

    Firedragon NI Product Owner

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    55
    Diese Funktion leuchtet mir auch voll und ganz ein. Aber ein Math-Modul sollte doch irgendwo Werte die zur gleichen Zeit entstehen auch direkt in die Rechnung einbeziehen, oder (vielleicht spielt mir mein logischen Verständnis auch nur einen Streich)? Derzeit ist das scheinbar nicht der Fall, so wird z.B. direkt nach der Initialisierung der Wert der zuerst eingefügten Quelle einfach durch das Modul durchgeschleift (bzw. alleine Verrechnet, alle anderen Werte stehen zu diesem Zeitpunkt noch auf Null), erst danach folgt die Berücksichtigung des nächstes Modulsignals usw. Bis jetzt hab ich das nur bei Add-Modulen getestet, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Div-Module da bspw. schon gelegentlich sensibel reagieren...

    Ich schätze es wird rechnerisch schon aufwändiger sein, wenn ein Math-Modul erst die Aktivität der anderen anliegenden Stränge prüft, aber mich würde an dieser Stelle interessieren in wie weit das Relevanz hinsichtlich der Qualität besitzt! Das Prinzip „Tiefe vor Breite“ könnte man ja beibehalten, nur ist es in qualitativer Hinsicht vielleicht besser wenn ein Math-Modul stets einen Knotenpunkt darstellt. Ich würde mich gerne mal von einem NI-Fachmann aufklären lassen.
     
  4. herw

    herw NI Product Owner

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    6.421
    Deshalb benutze ich bei sensiblen Berechnungen lieber EventCoreCells oder AudioCoreCells. Dort ist der Begriff Gleichzeitigkeit selbstverständlich und eindeutig geregelt.
    ciao herw
     
  5. magneton

    magneton NI Product Owner

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    658
    das muss ich in der tat mir nochmals genauer anschauen. die reihenfolge in der man module einfügt, darf natürlich bei der berechnung keine rolle spielen.
    aber vielleicht ist das der sanfte druck von NI damit wir alle in CORE arbeiten (und dann KORE kaufen. man kann sich ja schonmal die aus der namensgleichheit resultierenden verwirrungen ausmalen, aber das nur nebenbei).
     
  6. herw

    herw NI Product Owner

    Messages:
    6.421
    Das ist aber doch schon lange bekannt; daher muss man, wenn es neben der Reihenfolge der Berechnungen auch auf die Anzahl der übermittelten "Zwischenrechnungen" ankommt (wenn das Ergebnis zum Beipiel gleichzeitig als Trigger dienen soll), konsequent die Value-Module auf primary-Ebene einsetzen.
    Aber wieso sollte man dann auf das Anwenden der Core-Ebene verzichten? Das ist doch ein großer Fortschritt und die Strukturierung ist so, wie man denkt. Ich bin auf diese einfache Art und Weise nach und nach auch in die AudioCore-Ebene eingestiegen.
    Mittlerweile strebe ich es an, die Primary-Ebene möglichst nur noch für die Panelelemente zu benutzen, d.h für die Ein- und Ausgabe.
    ciao herw
     
  7. Firedragon

    Firedragon NI Product Owner

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    55
    Aja fein. Hab mir mal den Abschnit 3 aus der Core-Anleitung zu Leibe geführt. Das klingt doch schon bedeutend besser. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich mich vor der Einarbeitung ins neue Core gescheut habe (somit hatte ich also auch noch keinen Plan über das Format. Hätte ich den Abschnitt schon früher gelesen, hätte sich dieser Thread in gewisser Hinsicht erübrigt), aber nachdem ich jetzt einen etwas tieferen Einblick besitze werde ich mich wohl auch auf die Core-Ebene umbesinnen.

    Hat Reaktors Primary-Ebene so überhaupt noch Sinn? Könnte mir vorstellen, dass auf diese in zukünftigen Versionen ganz verzichtet wird.

    greetz

    P.s. bin auch bald stolzer besitzer des buches "the computer music tutorial". Habs eben bestellt ^^
     
  8. herw

    herw NI Product Owner

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    6.421
    Naja eben als Schnittstelle zum Panel (Display, Knobs, Fader etc.)
    ciao herw
     
  9. Firedragon

    Firedragon NI Product Owner

    Messages:
    55
    Jo, aber das könnte man doch bestimmt auch easy in die Core-Ebene übertragen. Für was zwei unterschiedliche Systeme?
     
  10. magneton

    magneton NI Product Owner

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    658
    nun, mir nicht in dieser konsequenz, aber vielleicht habe ich das nie bemerkt weil ich

    genau das getan habe ;-)

    da hast Du mich falsch verstanden. ich meinte nicht das verzichten auf die core-ebene, sondern das sanfte drängen dahin. natürlich ist es in core eleganter und effizienter.
     
  11. herw

    herw NI Product Owner

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    6.421
    naja eleganter? Für die meisten REAKTOR "Nur"-User (also downloader und hoffende, dass irgend jemand das ultimative passende Wunsch-ensemble geschaffen hat) ist core sehr abschreckend. Obwohl ich nun schon seit vier Jahren zur REAKTOR-Gemeinde gehöre, muss ich mich immer wieder in alles tief hineindenken (was allerdings Spaß macht).
    Für Enthusiasten ist core ein Segen, für Anfänger ein Fluch.
    Das Problem, das ich bei den vielen Neueinsteigern entdecke ist, dass sie zwar die unglaublichen Möglichkeiten von REAKTOR erahnen oder auch an vielen schönen Ensembles erkennen, aber einfach nicht den Dreh finden selbst kreativ an die Sache heranzugehen. D.h. zwar mit einem Do.It.Yourself.-My.First. - Synthie beginnen, dann aber der Phantasie keinen freien Lauf lassen, sprich z.B.
    • warum kann man eigentlich nicht die Resonanz beim Filter ganz aufdrehen?
    • warum sollte ich eigentlich nicht? und was passiert?
    • wieso pfeift das Filter plötzlich?
    • warum höre ich immer denselben Ton - könnte man eigentlich nicht das Pfeifen stimmen?
    • aha es geht : ein Synthesizer spielt auch Töne nur mit einem Filter!
    • also los!
    ciao herw
     
  12. magneton

    magneton NI Product Owner

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    658
    ... mit Deiner auflistung beschreibst Du aber treffend meine ersten KORG MS-20 erfahrungen...
     
  13. herw

    herw NI Product Owner

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    6.421
    warum "aber"? genau das fehlt vielen usern: der Mut einfach etwas auszuprobieren; die Ideen, daraus etwas musikalisch Verwertbares zu machen, kommen dann von alleine.

    Nutzt Du Deinen MS-20 noch?

    ciao herw
     
  14. herw

    herw NI Product Owner

    Messages:
    6.421
    ich habe gerade ganz schwere Post bekommen:
    Christoph Reuter: Die auditive Diskrimination von Orchesterstimmen, Europäische Hochschulschriften XXXVI/162
    Christoph Reuter: Der Einschwingvorgang nichtperkussiver Musikinstrumente, Europäische Hochschulschriften XXXVI/148
    und ganz schwer:
    Perspectives in Mathematical and Computational Music Theory

    Bisher dachte ich immer die Mathematik der Musiktheorie fängt bei Pythagoras an und geht zu den trigonometrischen unnd exponentiellen Funktionen und hört bei den Fourier-Reihen auf??? Weit gefehlt - alles harmlos! absolut schwer!

    Der erste Titel erscheint mir spontan sehr interessant zu sein. Dort werden Einschwingvorgänge verschiedener Musikinstrumente sehr detailliert behandelt, kein einfaches ADSR, sondern richtige Messkurven für die wichtigsten Obertöne. Hat mich spontan auf die Idee gebracht, ein additives Ensemble zu kreieren mit zeichenbaren Hüllkurven für alle (mehrere) Obertöne. Das ließe sich ja relativ einfach realisieren. Als Experimentierensemble wäre das interessant. Wenn man dann gute Einstellungen gefunden oder erfunden hat, könnte man spezielle Ensemble für ganz spezielle emulierte Instrumente herstellen.

    Der zweite Titel behandelt die Frage, wieso man trotz der Überlagerung von Frequenzbereichen unterschiedliche Instrumente in einem Orchester identifizieren kann.

    Der dritte Titel ist absolut abgehoben. So tief gehende Mathematik hätte ich von Musikwissenschaftlern nicht erwartet (Galois-Theorie, Klassifizierung von Gruppen). Da müsste ich erst mal wieder eine Mathevorlesung besuchen, um das zu verstehen.

    ciao herw

    PS: ich habe die Bücher nicht gekauft, sondern durch einen persönlichen Kontakt zu einem netten Dozenten geschenkt bekommen.
     
  15. Firedragon

    Firedragon NI Product Owner

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    55
    ...

    Ja ja, diese Hochschulen bunkern sich immer alles ^^ Das durfte ich auch schon feststellen als ich mich näher mit der Sprachwissenschaft beschäftigen wollte. Alle übers Internet gefundenen Schriften verwiesen, was den Standort anging, irgendwo immer auf irgendwelche Hochschulen. Die Auflagen waren mehr als nur gering, ja einiges davon war sogar Handgeschrieben glaube ich... Je tiefer man Eintaucht, desto weniger Markt gibt es eben und somit wird es im dunklen Kämmerchen gebunkert, weil plumb übers Internet will man seine enthusiastischen Studien ja nicht einfach raus hauen! Verständlich irgendwo...

    Was Sounds angeht steh ich ja mehr auf Synthetisches (was auch so klingt), allerdings kann man doch einiges aus den realen Prinzipien ziehen. Aber ich glaub derartiges geht mir zur Zeit dann doch schon etwas zu sehr ins Detail. Da konzentrier ich mich doch lieber auf das Optimieren der ein oder anderen Filterschaltung. Aber dir, viel Spaß mit dem Stoff und vergiss das Ausruhen zwischendurch nicht ;)
     
  16. herw

    herw NI Product Owner

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    6.421
    Re: ...

    ja da hast du Recht. Im Moment ist aber REAKTOR mein Ausgleich. Ich programmiere viel mit dem MODULAR (neue Snaps etc.) Übrigens habe ich das Knallen beim Snapwechsel in MM1 und MM2 eliminieren können. Ich werde demnächst mal für beide ein update hochladen.
    MM1 werde ich wohl mit einem weiteren Oszillator austatten und eventuell mit einem zweiten Filter. Dafür fällt das Rechenmodul heraus und einige Module werden etwas schmaler gestaltet. Das Design von MM2 soll nicht übernommen werden, damit es ein MODULAR mit nur geringen CPU-Ansprüchen bleibt. Die Gesamtgröße soll also bleiben.
    ciao herw
     
  17. Firedragon

    Firedragon NI Product Owner

    Messages:
    55
    Re: ...

    Ich habe abgelassen von modularen Synths. Sie sind zwar (relativ) flexibel was das Signalrouting angeht aber das Handling und die Übersicht sind nach meinem Geschmack nicht vertretbar. Reaktor an sich ist für mich das Modularsystem! ;)
    Wie du selbst schon gesagt hast, den meisten fehlt der Mut zum experimentieren... und Modularsynths sind mir zu unflexibel, zu unbedienbar und zu unübersichtlich für diese Zwecke ^^ ;)
     
  18. herw

    herw NI Product Owner

    Messages:
    6.421
    Re: ...

    vielleicht; man muss in der Tat verliebt sein ins Strippenziehen. Natürlich ist mir klar, dass ein größeres System nur noch für absolute Freaks interessant ist. Aus guten Patches kann man ja im Nachhinein Spezialensembles gestalten. Das war auch eine der ursprünglichen Intentionen (abgesehen natürlich von der prinzipiellen gestalterischen Herausforderung als solche).
    Irgendwann werde ich auch mal wieder kleinere Ensemble konstruieren. Im Moment fasziniert mich die Grenze von REAKTOR und meinem Compie. Andererseits muss man sagen, dass durch die Verwendung sich überlappender Patches (also mehrere prinzipiell unterschiedliche Signalerzeugungen und Signalwege) man mit einem speziellen Ensemble kaum erreichen kann. Wenn man die neuesten Entwicklungen in der User-Library sieht (nicht MARX 3), dann fällt auf, dass die interessanten Klänge von vorgefertigten WaveTables kommen. Das ist zwar klanglich interessant aber an sich keine schöpferische Tat, wenn man einmal solche WaveTables hat. Das spannende ist ja gerade (für mich) solche Klänge synthetisch zu erzeugen.
    Andereseits schafft ja einem KORE oder ein anderer Host die Möglichkeit, mehrere Ensemble übereinander zu schichten.

    ciao herw
     
  19. Firedragon

    Firedragon NI Product Owner

    Messages:
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    Re: ...

    Ja das war anfangs auch irgendwo eine meiner Ideen. Aber je mehr ich mich mit der Materie auseinander setzte, desto weniger schmeckte mir die Sache. Klar ich hab es etwas überspitz dargestellt und der Voreilige hat sich womöglich überrumpeln lassen, aber im Prinzip ist ja auch ein Modularsynth ein Spezialist.

    Was das ausschließliche Benutzen von vorgefertigten unpersönlichen Wavetabels angeht ist das auch nicht meine Sache, ich will verstehen wie ein Sound funktioniert (das wird man niemals wirklich als reiner Preset user). Wenn ich mich mit dem Wavetabel und seinen Eigenarten auseinandergesetzt habe, dann nutz ich es gerne, allerdings vielmehr als es dann nur zu be-nutzen, versuch ich seine mir wohlbekömmlichen Eigenschaften in meine Vorstellungen zu integrieren...
     
  20. magneton

    magneton NI Product Owner

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    658
    nun, das "aber" war mehr aus sprechmelodischen gründen eingefügt denn als einschränkung zu verstehen ;-)

    den mut haben welche, andere nicht. kann man nicht ändern. war immer so und wird auch so bleiben. ist sicherlich auch gut so. yin und yang. die bewahrer und die entdecker.

    freilich. hängt am MS-50 und wird immer in betrieb genommen wenn ich wirklich keine lust mehr habe einen rechner (welchen auch immer) einzuschalten um zu musizieren.
     
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