|Sara Simms

Wichtige Sound-Design-Techniken mit kostenlosen Instrumenten und Tools

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Sound-Design ist die Kunst, neue und einzigartige Sounds für Musikproduktionen zu kreieren. Das gelingt mit verschiedenen Techniken und Tools – darunter kostenlose Kontakt-Instrumente, kostenlose Kontakt-Libraries und kostenlose Sound-Design-Plug-ins. In diesem Guide erfährst du, wie du mit Sound-Design durchstartest: Mit granularer Manipulation, Modulation und Effektketten baust du eigene, originelle Sounds. Am Ende dieses Artikels erstellst du inspirierende Sounds, die im Ohr bleiben und deinen Tracks Textur, Tiefe und Bewegung verleihen.

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Kostenlose Sound-Design-Tools

Zugang zu hochwertigen, kostenlosen Sound-Design-Tools ist für Producer*innen aller Erfahrungsstufen unverzichtbar. Komplete Start ist ein kostenloses Bundle mit Sounds, Instrumenten und Effekten von Native Instruments. Es bietet Einsteiger*innen den perfekten Start ins Musikmachen mit einer professionellen Auswahl an Tools – inklusive des legendären Kontakt Player. Diese Kollektion ist der ideale Einstieg in Musikproduktion und Sound-Design und vermittelt dir einen Vorgeschmack auf eine noch viel größere Auswahl kreativer Tools – vollkommen kostenlos.

Sobald du Komplete Start heruntergeladen hast, erhältst du Zugriff auf noch mehr kostenlose Instrumente und Tools fürs Sound-Design.

1. Granulare Manipulation

Granularsynthese ist eine Sound-Design-Technik, bei der ein Audio-Sample in winzige Segmente zerlegt wird – sogenannte „Grains“. Damit kannst du vertraute Sounds in völlig neue Klanglandschaften und Effekte verwandeln. Mit dieser Methode machst du beispielsweise aus einer einzelnen Klaviernote eines kostenlosen Kontakt-Instruments einen satten Pad-Sound.

So erstellst du mit granularer Manipulation ein Pad aus einer Klaviernote:

Lade dir zuerst Kontakt Player herunter (Bestandteil von Komplete Start) sowie ein kostenloses Kontakt Player-Klavierinstrument wie das Heavyocity FOUNDATIONS Piano.

In dieser Demo nutze ich Steinway Grand von Pianobook, das mit der Vollversion von Kontakt funktioniert. Du kannst dieselben Sounds aber auch mit ähnlichen kostenlosen Kontakt Player-Libraries erstellen.

Steinway Grand

Nimm eine einzelne Klaviernote mit einem deutlich hörbaren Decay auf (oder wähle eine aus) und bounce diese Note als separate Audiodatei.

Piano-Sample

Suche dir ein Segment innerhalb des Decays des Klaviers und loope es. Öffne die Audiodatei im Sampler oder Audio-Editor deiner DAW (wie z. B. Simpler von Ableton). Finde einen kurzen Abschnitt im Decay der Note mit einem gleichmäßigen Ton. Um Knackser und Clicks zu vermeiden, achte darauf, dass Start- und Endpunkt des Loops an Nulldurchgängen liegen. Schneide das Audio auf dieses Segment zu, aktiviere den Loop und bounce es als neue Audiodatei heraus.

Sample in Simpler

Stretche den Loop zu einem Pad. Aktiviere Time-Stretching (wie die Warp-Funktion in Ableton), um den Loop zu verlängern, ohne seine Tonhöhe zu verändern. Halte die Shift-Taste gedrückt und ziehe das Sample nach rechts, um es zu dehnen.

Warp

Als Nächstes fügen wir Effekte hinzu. Verwende zunächst Reverb- und Delay-Plug-ins, um dem Sound Tiefe zu verleihen. Stelle das Decay deines Reverbs auf einen hohen Wert ein, etwa 7,82 s. Spiele das Sample ab und drücke auf Freeze.

Atmos Verb

Erstelle eine neue Audiospur in Ableton und nimm das Piano-Sample zusammen mit dem Reverb auf. Stelle dazu „Audio From“ auf die Spur mit Klavier und Reverb und setze das Monitoring auf „In“.

Re-Recording des gestretchten Pianos

Füge anschließend weiteren Hall hinzu, um einen sphärischen Pad-Sound zu erzeugen. Probiere es zum Beispiel mit Raum (kostenloser Download in Komplete Start) und dem Preset „Valentine Backwards“ – oder wähle dein Lieblings-Preset, um den Sound zu verfeinern.

Du kannst auch Delay hinzufügen, um mehr Bewegung reinzubringen. Nutze dafür entweder das bordeigene Delay deiner DAW oder Replika (ein weiteres kostenloses Effekt-Plug-in in Komplete Start). Im folgenden Beispiel kommt das Replika-Preset „Soft Clouds“ zum Einsatz. Optional kannst du das gestretchte Audio-Sample rückwärts abspielen lassen (Reverse) oder es duplizieren und umkehren, um dem Pad zusätzliche Layer und Texturen zu verleihen.

Raum Replika

Du kannst den Sound noch weiter formen, indem du Filter, Modulationseffekte und weitere Bearbeitungsschritte einsetzt.

2. Mit Modulation Bewegung erzeugen

Mit Modulation verleihst du deinen Sounds mehr Bewegung und Textur. Eine hervorragende Methode dafür ist der Einsatz von Niederfrequenzoszillatoren (LFOs) in Kontakt Player, um einen Filter zu modulieren. Diese Technik funktioniert besonders gut mit dem Heavyocity Foundations Synth Bass – einer kostenlosen Kontakt-Library mit Macro-Reglern, die sich internen LFOs von Kontakt zuweisen lassen.

Befolge diese Schritte, um den Foundations Synth Bass mit einem LFO zu modulieren:

Lade das Instrument. Lade Kontakt Player auf eine MIDI-Spur in deiner DAW und öffne Heavyocity Foundations Synth Bass. Erstelle eine viertaktige MIDI-Note, um einen durchgehenden Bass-Sound zu erzeugen.

Foundations Synth Bass
Bass-Note

Füge einen Filter hinzu. Öffne den Instrument-Edit-Modus, indem du in Kontakt Player auf das Schraubenschlüssel-Symbol klickst. Klicke im Bereich „Group Insert FX“ auf „Add FX“ und wähle einen Tiefpassfilter wie den SV LP2 Filter.

Add FX

Füge einen LFO hinzu. Klicke in der Mod-Sektion auf „Add Modulator“ und wähle unter „LFOs“ die Option „Sine“ aus.

LFOs Sine

Scrolle ganz nach unten zur Modulation-Sektion und öffne sie mit einem Klick auf den Pfeil nach unten. Der Frequency-Parameter regelt die Frequenz des LFO-Ausgangssignals in Hz. Drehe am Freq-Regler, um zu hören, wie sich das LFO-Signal verändert. Wenn du auf „Hz“ klickst, lässt sich die Geschwindigkeit des LFOs zum Host-Tempo deiner DAW synchronisieren. Probiere verschiedene Einstellungen aus, bis du die passende LFO-Modulation für deinen Bass-Sound gefunden hast.

Modulation

Gut zu wissen: Der Filter-Cutoff des Foundations Synth Bass ist auf CC #01 geroutet, also auf das Modulationsrad eines MIDI-Controllers. Wenn du einen MIDI-Controller hast, probiere das Modulationsrad einfach mal aus und höre, wie es den Bass-Sound verändert.

Filter-Cutoff

Passe den LFO weiter an, indem du Einstellungen in der Modulation-Sektion vornimmst. Hier kannst du die ADSR-Hüllkurve (Attack, Decay, Sustain und Release) des Filters sowie das Fade-In einstellen.

Mod- und Modulation-Sektion

Die Gesamtintensität der LFO-Modulation auf den Sound stellst du in der Mod-Sektion ein (oberhalb der Modulation-Sektion). Neben der LFO-Zuweisung befindet sich ein horizontaler Fader. Klicke auf den „Invert“-Button neben dem Fader, um die Modulationsrichtung umzukehren.

3. Effektketten

Effektketten sind ein mächtiges Werkzeug, um durch das Kombinieren mehrerer Plug-ins einzigartige Sounds zu erschaffen. Mit den kostenlosen Plug-ins aus Komplete Start kannst du individuelle Chains für ganz bestimmte Klangresultate bauen – wie etwa eine einfache Delay-Effektkette für Synth-Lines.

Hier sind ein paar Sound-Design-Tipps für eine einfache Delay-Effektkette für Synth-Lines:

Starte mit einem Synth-Audio-Sample oder erstelle ein einfaches, sich wiederholendes Synth-MIDI-Pattern. Um dein eigenes Synth-Pattern zu bauen, lade Komplete Player auf eine MIDI-Spur und wähle einen Synth-Sound aus einer Kontakt-Library wie Factory Selection 2 oder Analog Dreams – beide sind in Komplete Start enthalten.

Im folgenden Beispiel kommt ein analoges Synth-Sample zum Einsatz.

Synth-Sample

Baue die Delay-Kette auf, indem du mit Replika beginnst, einem kostenlosen Delay-Plug-in aus Komplete Start. Belasse Replika auf dem INIT-Patch. Erstelle ein längeres Delay, indem du die Delay-Zeit auf ⅛ und das Feedback auf 39 % einstellst. Dieses lange Delay verleiht deinem Sound ordentlich Vibe.

Replika

Baue die Effektkette weiter aus, indem du Raum hinzufügst, ein kostenloses kreatives Reverb-Plug-in. Erzeuge einen relativ trockenen Reverb-Sound, indem du das Pre-Delay auf 0,23 ms, Decay auf 1,2 Sekunden und Mix auf 20 % einstellst. Setze Tone auf Airy (oder Grounded, falls dir das besser gefällt).

Raum

Hier ist ein weiterer Effekt, den du in der Kette ausprobieren kannst: Um dem Sound einen anderen Charakter zu verleihen, variiere die Effektkette und füge ganz am Anfang – vor Replika oder Raum – Guitar Rig 7 Player ein. In diesem Beispiel setzen wir vor die Delay- und Reverb-Plug-ins einen Chorus oder einen Modulationseffekt, um den Sound etwas aufzubrechen. Wähle auf der linken Seite von Guitar Rig 7 unter FX Type zunächst Modulation und dann Chorus aus. Zwei Chorus-Presets harmonieren besonders gut mit Replika und Raum: das erste ist Underwater und das zweite Dream Lounge.

Underwater

Schalte den Reverb in diesen Presets aus, da sich Raum ja bereits in der Effektkette befindet.

Dream Lounge

Die kreativen Möglichkeiten mit Effektketten sind praktisch endlos. Wenn du in eine etwas andere Richtung gehen und deinem Sound mehr Vintage-Charakter verleihen möchtest, deaktiviere oder entferne Guitar Rig 7 Pro und hänge hinter Replika und Raum Vinyl an, ein kostenloses Lo-Fi-Plug-in. Wähle in Vinyl eine Ära deiner Wahl aus (jedes Jahrzehnt hat einen leicht unterschiedlichen Sound) und drehe Dust herunter, damit das zusätzliche Rauschen dezenter bleibt. Für den Synth-Sound in den Beispielen hat das 1960s-Preset hervorragend funktioniert, wobei Dust auf etwa 23 % heruntergeregelt wurde.

Vinyl

Experimentiere mit der Reihenfolge der Effekte in deinen Effektketten. Beim Kombinieren empfiehlt es sich, ein klares Ziel vor Augen zu haben und nicht zu viele Effekte zu verwenden. Jeder hinzugefügte Effekt sollte einen klaren Zweck erfüllen und den Sound gezielt formen. Du kannst die Effektkette speichern, indem du alle Effekte markierst und in deiner DAW gruppierst. In Ableton lassen sich diese Effektketten in der User Library ablegen, damit du bei zukünftigen Projekten direkt wieder darauf zugreifen kannst.

Starte dein Sound-Design mit Komplete Start

Jetzt hast du nützliche Sound-Design-Tipps mit kostenlosen Kontakt-Instrumenten und Gratis-Plug-ins an der Hand – Zeit, diese Techniken in die Praxis umzusetzen! Hol dir Kontakt Player und lade kostenlose Kontakt-Libraries herunter.

Mit diesen Tipps gestaltest du im Handumdrehen einzigartige Sounds für deine Produktionen, die durch Bewegung und lebendige Klangfarben hervorstechen. Das Beste daran: Das Ausprobieren kostet dich keinen Cent, denn Kontakt Player und alle in diesem Blogartikel erwähnten Tools sind komplett kostenlos!

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