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Sound-Design 101: So machst du eigene Sounds

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Sound-Design ist die Kunst, Klang gezielt nach deinen Vorstellungen zu formen. Ob du nun den perfekten Bass-Synth für einen House-Track schraubst oder die Geräuschkulisse einer fremden Welt für einen Film erschaffst: Die Einsatzmöglichkeiten sind grenzenlos. Sound-Designer*innen arbeiten in der Musikproduktion, für Film und Fernsehen, im Gaming, im UX-Design und in vielen weiteren Bereichen.

In der Regel beginnt der Sound-Design-Prozess damit, herauszufinden, welche Sounds für ein bestimmtes Projekt gebraucht werden. Sound-Designer*innen kreieren entweder Klänge, die sie im Kopf haben, oder bauen Sounds nach, von denen sie sich inspirieren lassen. Ganz gleich welcher Ansatz: Jede*r Sound-Designer*in sollte die Grundbausteine von Klang und die Tools zu deren Bearbeitung verstehen. Im Folgenden schauen wir uns den Workflow an, mit dem du Sounds von Grund auf neu erstellst, und zeigen dir anhand von Beispielen, was Sound-Designer*innen in verschiedenen Branchen machen.

Schau dir das Video unten zu den Grundlagen des Sound-Designs an, um mehr zu erfahren. 

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So baust du einen Sound

Am Anfang jedes Sounds steht das Verständnis der Elemente, aus denen er zusammengesetzt ist. Sobald du diese Bestandteile kennst, geht es um die Tools, mit denen du sie formen kannst. Wenn du einen Sound dekonstruierst, gehst du so vor:

  • Die passenden Sound-Design-Tools wählen
  • Die Klangfarbe identifizieren
  • Die Lautstärkehüllkurve formen
  • Modulation hinzufügen
  • Effekte einsetzen

1. Wähle das richtige Sound-Design-Tool

Eine der ersten Fragen, die du dir stellen solltest, lautet: „Welche Audioquelle brauche ich für diesen Sound?“ Wurde er mit einem Synthesizer, einem Sampler, einem echten Instrument oder per Field-Recording erzeugt? Es lohnt sich, die verschiedenen Facetten des Sound-Designs kennenzulernen – so entwickelst du ein Gespür dafür, was die einzelnen Tools leisten und welches davon am besten zu deiner Aufgabe passt. Hier sind einige typische Audioquellen, auf die Sound-Designer*innen setzen:

Sampler

Beim Sampling wird ein Teil einer Audioaufnahme entnommen und als eigenständiges Instrument oder als Sound in einer neuen Aufnahme wiederverwendet. Mit Samplern kannst du beliebige Audiodateien laden und nach Belieben bearbeiten. Du kannst zum Beispiel das Geräusch einer Waschmaschine aufnehmen, in einen Sampler ziehen und als Instrument in deinem Track spielen. Oder du nimmst Regengeräusche auf und setzt sie in einem Podcast ein, um die Atmosphäre zu verdichten. Du musst deine Sounds aber nicht zwingend selbst aufnehmen: Für schnellere Ergebnisse kannst du Sample-Packs online kaufen oder kostenlose Plattformen wie freesound.org nutzen. Es gibt Samples für so gut wie alles: Regen, Vögel, Trümmer, Explosionen sowie echte Instrumente wie Klaviere, Streicher und Drums.

Synthesizer

Ein weiterer Weg zur Sound-Erstellung führt über Synthesizer. Synthesizer eignen sich perfekt, um elektronische Klänge von Grund auf zu erzeugen. Anstatt wie Sampler auf echte Audioaufnahmen zurückzugreifen, arbeiten Synthesizer mit Oszillatoren, die elektrische Audiosignale generieren. Diese Wellenformen kannst du kombinieren und verändern, um genau die gewünschte Klangfarbe zu formen. Es gibt verschiedene Syntheseformen, mit denen du dich vertraut machen solltest:

Field-Recordings

Field-Recordings sind Audioaufnahmen, die außerhalb des Tonstudios entstehen. Du kannst dich einfach mit portablen Mikrofonen (z. B. Mikrofone von Zoom oder 3Dio) auf den Weg machen und alles aufnehmen, was du für dein Sound-Design gebrauchen kannst.

2. Die Klangfarbe identifizieren

Nachdem du dein Tool gewählt hast, geht es an die passende(n) Wellenform(en), die du auf dem Weg zum gewünschten Klang bearbeitest. Welcher Sound dient als Ausgangspunkt? Wähle am besten etwas, dessen Klangfarbe (tonale Charakteristik) dem gewünschten Ergebnis bereits ähnelt. Sobald du deine Wellenform hast, schraubst und formst du so lange daran, bis alles passt.

Klangfarben synthetischer Sounds erkennen

Wenn du einen Synth-Sound nachbauen möchtest, solltest du die Klangfarben der grundlegenden Wellenformen kennen: Sinus, Rechteck, Sägezahn und Dreieck. Jede Wellenform klingt vollkommen eigenständig. Wenn du ihre Eigenheiten erst einmal im Ohr hast, erkennst du sie sofort beim Hören.

Übersicht der Oszillator-Wellenformen

Klangfarben komplexer Sounds analysieren

Wie würdest du vorgehen, um eine komplexe Wellenform nachzubauen – etwa das Geräusch einer Portal Gun? Solche Sounds bestehen aus mehreren Schichten (Layers), und du musst für jeden Layer den klanglich passenden Baustein finden. Im Grunde setzt du ein Puzzle zusammen: „Welcher Sound liefert mir das Knistern, das ich brauche? Was sorgt für Fundament und Druck?“

Hier sind verschiedene Ansätze, um die Klangfarbe eines komplexen Sounds zu dekonstruieren. Diese Übungen helfen dir dabei, die Wellenformen zu identifizieren, die du für dein Sound-Design brauchst.

  • Lass den Sound im Loop laufen und schreibe alle Wörter auf, die dir spontan in den Sinn kommen. Das kann alles Mögliche sein – Hauptsache, es beschreibt für dich das Gehörte. Bei einer Portal Gun hörst du vielleicht eine weiche Kick-Drum, einen Flammenwerfer, einen Laser und das Hochfahren eines Computers.
  • Wo hat jedes Element seinen Platz?
    • Finde den Layer für Attack oder die Transiente des Sounds. Das ist der initiale Anschlag – hier könntest du zum Beispiel die weiche Kick-Drum und den Laser einsetzen.
    • Finde den haltenden Layer (Sustain), der den tonalen Kern ausmacht. Dieser Layer bildet den eigentlichen Körper des Sounds. Dafür nimmst du vielleicht das Hochfahr-Geräusch des Computers als primäre Klangfarbe deiner Portal Gun.
    • Finde den Layer für das Ausklingen (Release) des Sounds. Wie verklingt der Sound in die Stille? Für die Ausklingphase (Tail) deiner Portal Gun eignet sich vielleicht ein Flammenwerfer mit Tremolo-Effekt, dessen Lautstärke du bis zur Stille automatisierst.
  • Wenn du den Sound noch genauer unter die Lupe nehmen willst, analysiere die verschiedenen Frequenzbänder der Wellenform. Wie viel Energie steckt in den Bässen, Mitten und Höhen? Isoliere bestimmte Frequenzbereiche mit einem EQ, um ein klares Gefühl dafür zu bekommen, wie du den Sound am besten aufbaust.
Frequenzspektrum-Übersicht

3. Die Lautstärkehüllkurve formen

Im nächsten Schritt formst du die Lautstärkehüllkurve deines Sounds. Die Hüllkurve beschreibt, wie sich die Lautstärke einer Klangwelle über die Zeit verändert. Baut sich der Sound langsam auf oder setzt er unmittelbar ein? Wie lange hält er an? Bricht er abrupt ab oder blendet er sanft aus? Die Hüllkurve eines Sounds wird über vier Parameter definiert: Attack, Decay, Sustain und Release.

  • Attack: Die Attack-Zeit beschreibt die Dauer, die ein Sound braucht, um vom Start bis zu seinem maximalen Pegel anzuschwellen.
  • Decay: Die Decay-Zeit bestimmt, wie lange der Sound braucht, um vom Spitzenpegel auf den Sustain-Pegel abzufallen.
  • Sustain: Der Sustain-Pegel ist die Lautstärke, die der Sound hält, solange eine Taste gedrückt bleibt. Hinweis: Sustain bezeichnet einen Pegel, während Attack, Decay und Release Zeitspannen beschreiben.
  • Release: Die Release-Zeit gibt an, wie lange der Ton nach dem Loslassen einer Taste braucht, um vom Sustain-Pegel vollständig zu verstummen.

Sound-Designer*innen formen die Lautstärkehüllkurve über die integrierte ADSR-Hüllkurve (Attack, Decay, Sustain, Release) eines Synthesizers oder Samplers oder durch die Lautstärkeautomation in einer DAW. Wenn du dir also einen Sound vorstellst oder nachbauen willst, höre zuerst darauf, wie sich seine Lautstärke über die Zeit verändert, und passe die ADSR-Hüllkurve an das an, was du hörst.

ADSR-Hüllkurven-Diagramm

4. Modulation einsetzen

Klang ist kein statisches Phänomen – er bewegt und entwickelt sich. Im Sound-Design bezeichnet der Begriff Modulation die zeitliche Veränderung einer oder mehrerer Eigenschaften einer Wellenform. Modulation verleiht deinem Sound Bewegung und Tiefe. Wenn du einen Sound nachbaust, solltest du genau auf solche Modulationen achten und sie entsprechend nachbilden. Zu den typischen Parametern, die moduliert werden, gehören:

  • Tonhöhe (Pitch)
  • Lautstärke (Amplitude)
  • Frequenzanteile

Sobald du die Elemente isoliert hast, die sich über die Zeit verändern, achte darauf, wie sie sich verändern. Geschieht es einmalig, kontinuierlich oder zufällig? Du kannst einen Sound verändern, indem du an einem Drehregler oder Fader drehst, der Parameter wie Tonhöhe, Filter-Cutoff oder andere Werte steuert. Das geht von Hand – oder du weist einen Modulator zu, der diesen Regler automatisch für dich bewegt.

Je nachdem, wie sich dein Sound über die Zeit verändern soll, stehen dir verschiedene Modulationsquellen zur Verfügung:

  • LFO: Ein LFO (Low-Frequency Oscillator) ist ideal, wenn du einen Parameter wiederkehrend und vorhersehbar modulieren möchtest. Ein LFO moduliert einen Parameter kontinuierlich. Du weist den LFO einfach dem gewünschten Parameter zu und legst Folgendes fest: die Modulationsgeschwindigkeit (Rate), die Wellenform für die Art der Bewegung und die Stärke (Amount) für die Intensität der Modulation.
    • ADSR-Hüllkurven: Hüllkurven sind perfekt, wenn eine Veränderung nach dem Tastenanschlag nur einmal durchlaufen werden soll. Die Hüllkurve steuert einen Regler exakt entlang der von dir eingestellten Werte für Attack, Decay, Sustain und Release.
  • DAW-Automationsspur: Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Automationsspur in deiner DAW anzulegen. Genau wie LFOs und ADSR-Hüllkurven moduliert auch die Automationsspur einen Parameter deiner Wahl – mit dem Unterschied, dass du den Verlauf der Modulationskurve selbst zeichnest.

5. Audioeffekte hinzufügen

Audioeffekte sind hardware- oder softwarebasierte Prozessoren, mit denen ein Audiosignal bearbeitet wird. Der gezielte Einsatz von Audioeffekten erfordert etwas Erfahrung: Du musst lernen, Signalketten aufzubauen und zu verstehen, wie jeder einzelne Effekt deinen Sound formt – nur so weißt du, welcher Effekt dich an dein Klangziel bringt. Einer der Haupteinsatzzwecke von Effekten ist die Nachbildung psychoakustischer Phänomene. Wenn du zum Beispiel die Illusion von Raum und Tiefe erzeugen willst, setzt du Reverb und Echo ein. Wenn du den typischen Telefon-Vocal-Sound nachbauen möchtest, greifst du zu einem Hochpassfilter und etwas Saturation. Zu den wichtigsten Effekttypen gehören:

  • Modulationseffekte: Chorus, Tremolo, Phaser und Auto-Pan
  • Zeitbasierte Effekte: Delay, Reverb und Echo
  • Dynamikeffekte: Kompression und Distortion
  • Filter: Tiefpassfilter, Hochpassfilter und Bandpassfilter

Was machen Sound-Designer*innen?

Sound-Designer*innen kreieren, bearbeiten und sammeln Sounds für Musik, Film, Apps, Videospiele und andere interaktive Medien. Zu ihren Aufgaben gehören Recording, Mixing, Sampling, das Erstellen von Effektketten, Sound-Editing und mitunter auch das Komponieren von Underscores.

Die Kunst des Sound-Designs zu erlernen, erweitert deine kreativen Möglichkeiten und bereitet dich auf verschiedenste Projekte vor. Schauen wir uns an, welche Rollen Sound-Designer*innen in den unterschiedlichen Branchen einnehmen.

Sound-Design im Film

Über das Sound-Design erschaffen Filmschaffende die klangliche Welt eines Films. Es spielt eine entscheidende Rolle für ein immersives Erlebnis, das die Erwartungen des Publikums lenkt und die Atmosphäre der Szenerie zum Leben erweckt. Zu den wichtigsten Komponenten des Sound-Designs im Film gehören die Erstellung von Soundeffekten, Mixing, Foley, Dialogschnitt und Musik.

Beispiele

  • Das Star Wars-Lichtschwert: eine Kombination aus dem Summen eines alten Filmprojektors und dem Surren eines Mikrofons, das das Feedback einer alten Röhrenfernseher-Bildröhre einfing.
  • Kampfszenen: das Knacken von Walnüssen für brechende Knochen oder das Schlagen auf Fleischstücke, um das Geräusch von Faustschlägen nachzubilden.

Eine kurze Geschichte des Sound-Designs im Film

Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Technik rasant weiter und Hollywood begann, die Unterhaltungsbranche zu dominieren. Das Publikum konnte zum ersten Mal gewaltige, traumhafte Landschaften und spektakuläre visuelle Effekte auf der Leinwand erleben – begleitet von Soundtracks, die ihnen an Größe und Brillanz in nichts nachstehen durften. Traditionelle Atmosphäreneffekte, Foley und andere Elemente des Sound-Designs wurden aus dem Radio in die aufstrebende Film- und Fernsehbranche übernommen und erreichten völlig neue Dimensionen, da Bild und Ton zu einem nie dagewesenen, alle Sinne ansprechenden Gesamterlebnis verschmolzen.

Filmschaffende ließen sich von den frischen Klängen und radikalen, Grenzen sprengenden Ideen inspirieren, die in den 60er- und 70er-Jahren aus den Musikstudios kamen. Viele Meilensteine des Kinos werden bis heute für ihren innovativen und wirkungsvollen Einsatz von Sound-Design gefeiert. In Star Wars (1977) entsteht ein Großteil der Atmosphäre und Faszination der Weltraumwelten durch das, was wir hören. Der Film führte als erster dröhnende Subbass-Frequenzen ein, die man heute aus keinem Kino-Actionfilm mehr wegzudenken vermag. Das unverwechselbare Summen der Lichtschwerter entstand durch Zufall, als ein Sound-Designer mit einem aktiven Mikrofon an einem alten Fernseher vorbeiging und das statische Rauschen einfing. Chewbaccas liebenswertes Knurren war eine Mischung aus echten Aufnahmen von Walrossen und anderen Tieren. Darth Vaders berüchtigtes Atemgeräusch wurde von einem Tauchgerät inspiriert. Hinzu kommen all die Explosionen, Laser, Raumschiffantriebe und andere futuristische Sounds. Ohne diese Sound-Design-Elemente bliebe nur ein halber Film übrig – denn die halbe Geschichte wird über den Sound erzählt.

Apocalypse Now, das Vietnamkriegs-Epos von 1979, beginnt mit einem Palmenwald, der in Flammen aufgeht, während im Vordergrund Hubschrauber vorbeifliegen. Das typische Knattern der Rotorblätter wurde in Wirklichkeit auf einem Synthesizer eingespielt, was von Beginn an eine unheimliche, traumartige Atmosphäre schafft. Der Film war der erste, der Surround-Sound im Kino einsetzte, und die eindringliche Bewegung der Hubschrauber durch den dreidimensionalen Raum über sechs Audiokanäle und Lautsprecherpositionen hinweg demonstrierte eindrucksvoll, was Mixing leisten kann. Als „The End“ von The Doors ein packendes Crescendo erreicht, überblendet das Bild des brennenden Waldes mit einem Deckenventilator im Hotelzimmer des Protagonisten. Auch die synthetischen Hubschraubergeräusche und das Surren des Ventilators gehen ineinander über – und spiegeln so die subjektive Perspektive der Hauptfigur, ihre Kriegserinnerungen und ihr Trauma wider. Es ist ein meisterhaftes Beispiel für auditives Storytelling, das Sound-Designer Walter Murch in diesem Jahr sogar den Oscar für den besten Ton einbrachte. Tatsächlich war es Murch, der den Begriff Sound-Designer als Berufsbezeichnung in der Branche etablierte – mit speziellem Fokus auf kreatives Sound-Design in der Postproduktion.

Es gibt unzählige herausragende Beispiele für Sound-Design im Film. Zu den neueren gehören etwa die markerschütternden Drones in Inception und anderen Christopher-Nolan-Blockbustern oder das mechanische Surren morphender Maschinen in Transformers, das beinahe an eine Dubstep-Bassline erinnert. Das sind ikonische Filmsounds, die einen wesentlichen Anteil am Erlebnis und Erfolg dieser Klassiker haben. Sie zeigen deutlich, wie eng Soundeffekte und Filmmusik miteinander verwoben sind und wie fließend die Grenze zwischen musikalischen und nicht-musikalischen Klängen verläuft. Technologische Fortschritte der letzten Jahrzehnte haben diese Disziplinen noch näher zusammengebracht: Heute stehen Kreativen selbst im einfachen Homestudio-Setup enorme Rechenleistung und endlose klangliche Möglichkeiten offen. Software-Sampler wie KONTAKT und BATTERY bieten fantastische Plattformen, um Field-Recordings zu importieren und zu bearbeiten oder auf riesige Libraries mit gesampelten Sounds zuzugreifen – von Percussion über Orchester bis hin zu elektronischen Klängen aus anderen Sphären.

Sound-Design in der Musik

In der Musikproduktion werden Sounds oft gezielt eingesetzt, um Gesangstexte zu unterstreichen, Spannung im Arrangement aufzubauen, Instrumente aufzuwerten oder eine Klangwelt zu erschaffen, die die Fantasie der Hörer*innen anregt. Sound-Design in der Musik kann Mixing, Mastering, Synthese, Sampling und experimentelle Aufnahmetechniken umfassen.

Beispiele

  • Übergangseffekte in elektronischer Musik: Genres wie EDM nutzen eine Kombination aus Mixing-Techniken und Synthesizern, um Pitch-Riser und Noise-Sweeps zu erzeugen, die die Spannung vor dem Drop aufbauen.
  • Roboterhafte Vocaleffekte: Vocoder, extreme Pitch-Correction-Einstellungen, Chorus-, Reverb- und Delay-Effekte kommen zum Einsatz, um futuristische Vocals zu kreieren, die aus der modernen Popmusik nicht mehr wegzudenken sind.

Sound-Design in Videospielen

Sound-Design in Videospielen kombiniert Techniken aus Film, UX und Musik. Sound-Designer*innen gestalten dabei sowohl Klicksounds für Menüs als auch den Klang kompletter digitaler Welten, die erst durch Audio lebendig werden.

Sound-Design im Bereich UX

UX („User Experience“) beschreibt das Nutzungserlebnis bei der Interaktion mit einem Produkt oder einer Dienstleistung. Bei der Gestaltung dieser Interaktion geht es vor allem darum, Reibungsverluste, Verwirrung und Frustration zu minimieren. Sound-Design im UX-Bereich ist unverzichtbar, denn es hilft dabei:

  • Feedback zu Aktionen oder Systemzuständen zu geben
  • visuelle Elemente zu verstärken
  • Aufmerksamkeit auf wichtige Informationen zu lenken
  • die Markenidentität zu schärfen

Beispiele

  • Jaguar I-PACE: Da Elektromotoren nahezu lautlos arbeiten, stellen sie ein Sicherheitsrisiko für Fußgänger*innen dar, die sich auf ihr Gehör verlassen, um herannahende Fahrzeuge wahrzunehmen. Zudem fehlt vielen Fahrer*innen das akustische Feedback beim Tritt aufs Gaspedal. Um dieses Problem zu lösen, arbeitete Jaguar mit Sound-Designer Richard Devine zusammen und entwickelte das Start-Stopp-Geräusch der Motoren, die akustischen Warnsysteme und dynamische Fahrgeräusche von Grund auf neu.

Starte mit deinem eigenen Sound-Design

Auch wenn Sound-Design auf den ersten Blick komplex wirken mag: Im Grunde geht es nur darum, die Grundelemente von Klang zu verstehen und die passenden Tools zu beherrschen. Wir hoffen, dieser Leitfaden hat dir einen guten Überblick darüber gegeben, wie du deine eigene Sound-Design-Praxis startest und in welchen Bereichen du diese Skills einsetzen kannst. Hol dir am besten direkt den Gratis-Download von KOMPLETE START – dort findest du jede Menge Samples, Synthesizer und Loops für den perfekten Einstieg.

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