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Behind the synth: A. G. Cook über geschichtete Sägezahnwellen und die Entstehung von Super*Saw

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A.G. Cook and Super*Saw featured

Kaum ein Sound in der elektronischen Musik und im Sound-Design ist so unmittelbar wiedererkennbar wie die gelayerte Sägezahnwelle. Aus der digitalen, virtuell-analogen Revolution der 1990er-Jahre hervorgegangen, wurde die Supersaw zur treibenden Kraft von Rave-Hymnen, euphorischem Pop und brachialem Club-Sound. Heute freut sich Native Instruments, Super*Saw (ausgesprochen SuperStarSaw) vorzustellen: einen brandneuen Synthesizer, der in Zusammenarbeit mit dem visionären Künstler, Produzenten und PC-Music-Gründer A. G. Cook entwickelt wurde.

Anlässlich des Launchs haben wir uns mit A. G. Cook in den Baltic Studios in London getroffen, um über seine einzigartige Produktionsphilosophie zu sprechen – und darüber, wie er digitale Instrumente an ihre Grenzen bringt und wie Super*Saw komplexe Stacking-Workflows in einem einzigen, extrem ausdrucksstarken Instrument bündelt.

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Ein Klassiker neu definiert: Die Philosophie hinter Super*Saw

Für A. G. Cook – dessen bahnbrechende Produktionen aus einem Jahrzehnt die intensive Zusammenarbeit mit Charli XCX, Soloveröffentlichungen wie 7G und Apple sowie sein aktuelles Album Britpop umfassen – war ein eigenes Software-Instrument schon lange ein großer Traum.

„Es ist schon witzig, ein eigenes Synth-Plug-in zu haben“, meint Cook. „Das war irgendwie immer ein Ziel von mir, wenn auch lange Zeit im Hintergrund. Ich finde es immer spannend, wenn Künstler*innen eigene Tools entwickeln, die auf ihrer ganz eigenen Philosophie basieren.“

Diese Philosophie basiert darauf, etablierte musikalische Konzepte aufzugreifen und deren unentdeckte Grenzen auszuloten. Mit Super*Saw wollte Cook das digitale, hyper-gelayerte Erbe der Supersaw aus den 1990ern feiern und in etwas völlig Neues verwandeln.

„Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, auf dem Konzept der Supersaw aufzubauen, das in den 90ern entstanden ist. Beim Design von Instrumenten geht es oft darum, bestehende Dinge zu nehmen und an ihren Ecken, Kanten oder Grenzen anzusetzen. Man überlegt, was sich verbessern oder komplett auf den Kopf stellen lässt. Man führt den Stammbaum einer musikalischen Idee weiter, die schon vor langer Zeit ihren Anfang genommen hat.“

Extreme erforschen: Minimal vs. Maximal

Cooks Musik ist für ihre krassen Kontraste bekannt. Ob er Underground-Club-Tracks oder weltweite Pop-Hits produziert – sein Ansatz zeichnet sich durch ständiges klangliches Experimentieren und die Weigerung aus, in bequeme Muster zu verfallen.

A. G. Cook
A. G. Cook

„Ich finde es schwer, meinen eigenen Sound zu beschreiben, weil ich ständig versuche, ihn aufzubrechen“, sagt Cook. „Genau das macht Musik für mich interessant … viele der Experimente in meiner Musik mache ich, um mich selbst bei der Stange zu halten … um neugierig zu bleiben. Das ist gewissermaßen auch das, was ich am Musikmachen am Computer so liebe: Alles kann passieren – und zwar blitzschnell.“

Dieses Spannungsfeld zwischen Präzision und Chaos macht die Sägezahnwelle zur perfekten Leinwand. Eine einfache Sägezahnwelle ist scharf, aggressiv und reich an Obertönen. Wenn man sie jedoch layert, verwandelt sie sich in etwas Monumentales.

„Für mich ist die Supersaw eine archetypische Erfindung der 90er-Jahre: Der Übergang von analogen Synthesizern zu digitalen, virtuell-analogen Instrumenten, die plötzlich viel mehr Oszillatoren laden konnten, als es zuvor möglich war. Dadurch lässt sich etwas erzeugen, das viel fetter, seltsamer, digitaler und letztlich ravinger ist. Im Grunde geht es darum, Sägezahnwellen in ganz neue Dimensionen zu schichten.“

In Cooks gesamtem Werk lässt sich genau diese Technik wiederfinden. In seinem Track „Superstar“ verwandelt sich das Arrangement von einer zarten Klavierballade in gewaltige, verstimmte Supersaw-Schichten. Auf 7G treiben Tracks wie „Mad Max“ das Schichten von Sägezahnwellen so weit, dass sie überhaupt nicht mehr nach Akkorden klingen.

„Die Supersaws werden so fett, dass sie im Grunde zu Percussion werden“, erklärt Cook. „An dem Punkt hört man es gar nicht mehr als Akkord, sondern nur noch als einen massiven Sound-Block.“

Von zeitraubenden Notlösungen zum intuitiven Workflow

Vor der Entwicklung von Super*Saw mit Native Instruments bedeutete das Erzeugen dieser komplexen, lebendigen Texturen unglaublich mühsame DAW-Sessions. Produzent*innen mussten Spuren duplizieren, Feinstimmungen manuell automatisieren und mehrere Plug-ins aufeinander abstimmen, um die gewünschte Bewegung zu erzielen.

„Einige dieser klassischen Supersaw-Sounds im A.-G.-Cook-Stil zu bauen, war manchmal der langsamste Teil meines Arbeitsprozesses“, erklärt Cook. „Ich habe einen Track namens ‚Stargon‘, bei dem ich unzählige verschiedene Plug-ins und deren jeweilige Detune-Funktionen genutzt habe, um eine Akkordfolge zu formen … aber es war unfassbar anstrengend, die ganzen Automationen hinzubekommen und alles akribisch aufeinander abzustimmen. Ich musste ständig diese umständlichen Workarounds nutzen, und es fühlte sich nie so an, als würde ich die Synths wirklich spielen oder musikalisch mit ihnen interagieren.“

Super*Saw löst dieses Problem, indem es vielschichtige, ausdrucksstarke Parameter in einem eleganten, spielbaren Interface vereint. Durch die Beschränkung auf reine Sägezahnwellen zwingt dich das Instrument dazu, dich voll auf das kreative Potenzial des Stackings zu konzentrieren.

Die Architektur basiert auf einem dualen 8-stimmigen Sägezahn-Oszillatorsystem, das in zwei visuell klar voneinander getrennte, farbcodierte Layer unterteilt ist: Pink und Grün.

Super*Saw
Super*Saw

„Ich hatte sofort das Gefühl, dass es zwei Layer sein sollten – diese zwei Gruppen –, weil ich Sounds oft genauso aufbaue“, sagt Cook. „Es ist fast wie bei einem Comedy-Duo: Die eine Hälfte dreht völlig durch, während die andere das Ganze mit einem Grundton erdet. Da lag es auf der Hand, dass Pink und Grün sich super ergänzen und trotzdem eigenständig wirken – so entstehen zwei lebendige, kontrastreiche Farbwelten.“

Das Interface im Detail: Deinen Sound formen

Super*Saw ist auf Echtzeit-Interaktion ausgelegt. Statt auf statische Automationen zu setzen, kannst du während des Spielens mit dem 4-Corner-Morpher nahtlos zwischen verschiedenen Akkordformen, Detune-Werten und Modulationszuständen überblenden.

Im Walkthrough-Video zeigt Cook, wie er auf dem pinkfarbenen Layer von Grund auf einen Patch baut: Er fügt schrittweise Stimmen hinzu, passt Spread und Width an und stellt die Motion Control ein – einen sternförmigen Modulator, der sich auf Panorama, Lautstärke oder Tonhöhe mappen lässt.

„Das Schöne ist, dass du einen pinken Layer auf den grünen kopieren oder einfach beide per Zufallswert variieren kannst. Auf den Würfel klicken – sowas liebe ich einfach.“

A. G. Cook mit Super*Saw
A. G. Cook mit Super*Saw

Indem du eine raue Bassline auf einem Layer mit einem modulierenden Akkord-Pattern auf dem anderen kombinierst, bewegt sich Super*Saw nahtlos von kristallklaren Harmonien zu wunderbar kontrollierter Textur und Rauheit.

Das nächste Kapitel des Stacks

Für Cook ist Super*Saw nicht einfach nur ein neues Tool – es schließt einen Kreis, der seine bisherige Diskografie mit zukünftigen Produktionen verbindet.

„Dieses Plug-in ist eine Art Coda, Epilog oder Schlusskapitel für die Alben, die ich bisher als A. G. Cook veröffentlicht habe“, resümiert Cook. „Nicht nur wegen des pink-grünen Farbschemas von Britpop, sondern auch durch die klanglichen Echos aus der Soundwelt von 7G und Apple. Es fühlt sich viel spannender an, all diese Sounds auf ein Instrument herunterzubrechen, das andere auf ganz andere Weise nutzen können, anstatt einfach nur ein großes Sample-Pack daraus zu machen.“

Egal, ob du schillernde Pop-Akkorde, wuchtige Basslines oder monumentale Rave-Leads schrauben willst: Super*Saw gibt dir unmittelbare, ausdrucksstarke Kontrolle über die Power gelayerter Sägezahnwellen.

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