Erschaffe surreale cineastische Soundscapes und experimentelles Sound-Design mit Erosia – einem außergewöhnlichen Sound-Design-Instrument, das dank seiner Granularsynthese-Engine und einer riesigen Library maßgeschneiderter, reibungsbasierter Klangquellen unverwechselbare Sounds erzeugt.
Erosias Library mit mehr als 250 Presets liefert dir eine riesige Auswahl an klangstarken Tools, die sich nahtlos zwischen verschiedenen Zuständen morphen lassen. Dank vielschichtigem Layering, Effekten und Modulationsmöglichkeiten für den Grain-Synth erzeugst du ein praktisch endloses Spektrum an esoterischen Klangfarben.
In diesem Walkthrough zeigen wir dir, wie du schnell ein Preset auswählst, spielst und morphst. Anschließend werfen wir einen Blick unter die Haube und schauen uns an, wie das Instrument aufgebaut ist, damit du deine eigenen experimentellen Sounds kreieren kannst.
Du kannst die Schritte dieses Tutorials direkt mit dem Sound-Design-Instrument Erosia mitmachen. Genau wie Instrumente wie Circular benötigt es Kontakt 8 oder den kostenlosen Kontakt 8 Player.
Direkt zu den Abschnitten springen:
- Was unterscheidet Erosia von anderen Granular-Synths oder Sample-Libraries?
- Erste Schritte mit Erosia
- Eigene Patches erstellen
Mach dieses Tutorial direkt mit Erosia mit.
Was unterscheidet Erosia von anderen cineastischen Instrumenten oder Sample-Libraries?
Erosia kombiniert Granularsynthese und Wavetable-Synthese mit einer riesigen Auswahl handgefertigter Klangquellen aus Aufnahmen physischer Objekte – perfekt für geheimnisvolle, vielschichtige Klangtexturen.
Das Instrument eignet sich ideal für cineastische elektronische Musik, Ambient-Soundscapes und vieles mehr.
Erste Schritte mit Erosia
Ein Preset laden und spielen
Wähle in Kontakt 8 oder Kontakt 8 Player die Erosia-Library aus und lade das Erosia-Instrument.

Sobald das Instrument geladen ist, klicke auf den Button „All Banks“ auf der linken Seite des Interfaces. Hier kannst du verschiedene Preset-Kategorien auswählen: Atmospheres, Drones, Pads, Textures und Transitions.

Wähle beispielsweise „Textures“ aus, und die Preset-Liste wird so gefiltert, dass nur noch Textur-Presets angezeigt werden. Klicke doppelt auf „Brass Strings Cymbalis“, um es zu laden.

Wenn wir diesen Sound mit der Taste C3 auf einem MIDI-Controller anspielen, hören wir eine dichte, metallische Textur.
Spielen wir den Sound noch einmal mit C3 an – diesmal bewegen wir aber währenddessen den Transform-Regler unten im Interface. Dieser ist standardmäßig dem Modwheel deines MIDI-Controllers zugewiesen, du kannst also auch dieses nutzen.

Beim Drehen des Reglers hörst du, wie der Sound nahtlos zwischen verschiedenen Zuständen morpht und eine surreale Klangreise erzeugt. Genau diese Flexibilität macht Erosia zu einem mächtigen Werkzeug für klangbasiertes Storytelling.
Wie morpht Erosia Sounds?
Erosia bietet vier Klang-Layer. Als wir das Preset anfangs ohne den Transform-Parameter abgespielt haben, war nur Layer 1 zu hören. Du kannst dir die Layer ansehen, indem du oben rechts im Interface auf den Layers-Button klickst.

Auf der Layers-Seite siehst du die vier Layer und die Parameter, mit denen sie gesteuert werden.

Als wir den Sound beim zweiten Mal mit dem Transform-Parameter gespielt haben, hat Erosia zwischen den vier Layern gewechselt. Wenn du das bei geöffneter Layers-Seite wiederholst, siehst du, wie sich auch verschiedene Parameter mitbewegen – diese Modulation verleiht dem sich verändernden Sound eine zusätzliche Dimension.
Um besser zu verstehen, wie das Ganze funktioniert, zerlegen wir am besten ein Preset – genau das machen wir als Nächstes.
Eigene Patches erstellen
1. Ein Erosia-Preset zerlegen
Wähle in der Preset-Auswahl auf der linken Seite erneut „All Banks“ und lade diesmal das Preset „Dark TV“.

Dir wird auffallen, dass bei diesem Preset nur ein einziger Layer aktiv ist, während die Layer 2, 3 und 4 ausgegraut sind. Das macht es zum perfekten Ausgangspunkt, um die Funktionsweise von Erosia zu erkunden.
Unter der Kopfzeile von Layer 1 siehst du die Bezeichnung „Grain Layer“.

Layer 1 ist immer der Grain-Layer. Das bedeutet, dass er eine Granularsynthese-Klangquelle nutzt, um Töne zu erzeugen. Wenn wir eine Note spielen, bewegt sich der horizontale Lautstärke-Fader unter der Kopfzeile. Dieser Parameter wird moduliert, was dem Preset seinen rhythmischen Charakter verleiht.
Vereinfachen wir den Sound, indem wir diese Modulation entfernen. Bewege dazu den Cursor rechts neben den horizontalen Fader – dort erscheint ein Modulationssymbol.

Dadurch werden die Modulationsquellen des Parameters eingeblendet. Halte unter macOS die Befehlstaste (Cmd) bzw. unter Windows die Strg-Taste gedrückt und klicke auf die Modulationsquelle „Combiner 1“, um sie auf 0 % zu setzen.

Dadurch verändert die Modulationsquelle die Lautstärke des Layers nicht mehr. Da die Lautstärke des Layers jedoch auf 0 % steht, hören wir beim Anspielen keinen Ton. Ziehe den Lautstärke-Fader des Layers auf 25 %, damit er wieder hörbar wird.

Wenn wir den Sound jetzt anspielen, erklingt er mit gleichbleibender Lautstärke.
Allerdings hat der Sound immer noch eine rhythmische Bewegung. Vielleicht ist dir aufgefallen, dass sich der Scan-Parameter beim Abspielen mitbewegt. Das liegt daran, dass dieser Parameter von den LFOs des Instruments moduliert wird.
Fahre mit der Maus links neben den Scan-Parameter, sodass ein Modulationssymbol erscheint. Klicke darauf und setze sowohl die Modulationsquelle LFO 1 als auch LFO 2 auf 0 %.

Wenn wir den Sound jetzt spielen, klingt er statisch.
Wenn du den Scan-Parameter nun beim Abspielen bewegst, hörst du, wie du die Textur des Sounds direkt steuern kannst.
Auf dem Sound liegt immer noch ein kräftiger Reverb – schalten wir ihn aus. Klicke dazu oben rechts im Interface auf den FX-Button.

Klicke nun im Ambience-Panel auf das Power-Symbol.

2. Ein initialisiertes Preset speichern
Wenn du deine eigenen Sounds von Grund auf neu erstellen möchtest, lohnt es sich, diesen Patch als Preset zu speichern. Näher kommen wir in Erosia einem initialisierten Patch nicht. Wähle dazu File > Save As > Instrument #1 – Erosia.

Gib der Datei den Namen „Erosia Init“. Du kannst diese Datei jederzeit über File > Load wieder laden.

3. Neue Klangquellen vorhören
Probieren wir eine andere Klangquelle aus. Klicke dazu auf die Pfeil-Buttons in der Kopfzeile des Layers, um durch die Sounds zu schalten, oder klicke auf den Namen der Klangquelle, um das Menü „Grain Layer Sound“ aufzurufen.

Hier kannst du die Klangquellen über die Filter-Tags filtern oder durch die komplette Liste auf der rechten Seite scrollen. Scrolle ganz nach unten und klicke auf „Winter Harmonics“.

Klicke erneut auf den Layers-Button, um die Layer-Parameter anzuzeigen, und bewege den Scan-Parameter, während du eine Note spielst.
Indem du verschiedene Klangquellen auswählst und den Scan-Parameter bewegst, kannst du jede Klangquelle vorhören und eine passende Basis für deinen eigenen Patch finden.
Mit den Parametern „Size“ und „Interval“ kannst du den Charakter einer Klangquelle verändern. Lass Scan auf 50 % stehen und stelle Size auf 330 ms sowie Interval auf etwa 120 ms ein.

Wie du hörst, verleihen diese Parameter dem Sound eine rhythmische Dynamik.
Modulieren wir nun die Scan-Position: Klicke auf das Modulationssymbol neben dem Parameter und stelle den Modulationsanteil für LFO 2 auf 40 % ein.

Das verleiht dem Sound eine zusätzliche Dimension von Bewegung.
4. FX hinzufügen
Geh zurück zur FX-Page und aktiviere den Ambience-Effekt wieder. Ändere nun die Impulsantwort von Cathedral zu Acoustic Body und den Size-Wert auf 150 %.

Das verleiht unserem Sound ein volleres Timbre – und mit weiteren Effekten können wir diese Textur noch weiter ausbauen.
Klicke im FX Bus-Panel oben links auf den Shape-Button.

Ändere nun den Modus von Spectral 2 zu Formant 1.

Stell den Talk-Parameter auf etwa 50 % ein und klicke dann auf seinen Modulations-Button. Wähle als zweite Modulationsquelle LFO 1 und dreh die Modulationsintensität auf 50 % auf.

LFO 1 ist derzeit so eingestellt, dass er als komplexe Modulationsquelle dient – das sorgt für einen aufregend lebendigen Sound.
Wähle nun den Color-Effekt aus und stell den Modus des rechten Effekts auf Choral – Ensemble.

Das verleiht dem Sound noch mehr Tiefe und das Gefühl, sich in einem virtuellen Raum zu befinden.
5. Einen weiteren Layer hinzufügen
Bisher nutzen wir nur einen von vier möglichen Layern – fügen wir also einen weiteren hinzu. Geh zurück zur Layers-Page, deaktiviere den ersten Layer und aktiviere den zweiten.

Klicke auf den Namen der Layer-Klangquelle, um zur Sound-Page von Layer 1 zu gelangen. Hier siehst du, dass dieser Layer – wie alle Layer außer dem Grain Layer – in zwei verschiedenen Modi genutzt werden kann: Sample und Wavetable.
Lass diesen Layer im Sample-Modus und klicke in der Liste der verfügbaren Klangquellen auf der rechten Seite auf Dry Ice Garbage Can 1.

Du wirst hören, dass dieser Layer ebenfalls von den zuvor eingerichteten Effekten beeinflusst wird, was ihm einen faszinierenden, akzentuierten Charakter verleiht.
Aktiviere den ersten Layer wieder und kehre zur Play page zurück.

6. Den Sound transformieren
Jetzt können wir mit dem Transform-Drehregler zwischen den erstellten Layern morphen – für einen wahrhaft außerweltlichen Sound.
Wenn du den Transform-Drehregler bewegst, wirst du bemerken, dass sich die vier Parameter am unteren Rand des Interfaces ebenfalls mitbewegen. Du kannst die Werte dieser Parameter für jeden Layer über die Buttons A bis D darüber festlegen – beim Bewegen des Transform-Drehreglers wird dann automatisch zwischen ihnen gemorpht.

Bring deine Musik mit Erosia auf das nächste Level
In diesem Tutorial haben wir nur an der Oberfläche dessen gekratzt, was mit Erosia möglich ist. Wie du gehört hast, lassen sich damit wahrhaft unbeschreibliche Sounds erschaffen!
Teste die leistungsstarke Granularsynthese-Engine von Erosia noch heute und erstelle deine eigenen Layer aus komplexen, sich entwickelnden und außergewöhnlichen Sounds.