Wenn wir an unser Lieblingsspiel denken, fallen uns meist zuerst die Grafik oder das Gameplay ein. Doch Sound ist für ein packendes Gaming-Erlebnis genauso wichtig. Und dabei geht es nicht nur um den Soundtrack: Von Power-up-Sounds bis zu Schüssen, vom pfeifenden Wind bis zu überzeugenden Dialogen – Sound-Design ist entscheidend, um aus einem Videospiel eine immersive Welt zu machen. All diese Sounds stammen von Sound-Designer*innen für Videospiele.
In diesem Artikel erfährst du mehr über die faszinierende Kunst und das Handwerk des Videospiel-Sound-Designs. Wir schauen uns an, was Audio-Engineers für Games eigentlich tun und welche Fähigkeiten sie dafür brauchen. Wir werfen einen Blick auf gelungene Beispiele für Videospiel-Sound-Design. Und mit Hilfe von Profi-Sound-Designer Marshall McGee zeigen wir dir, wie du selbst Sounds für Games erstellst.
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Wenn du dich für Sound-Design in Videospielen interessierst, haben wir ein kostenloses Plug-in-Bundle für dich zusammengestellt, mit dem du direkt loslegen kannst. KOMPLETE START enthält über 2.000 Sounds in Studioqualität zum kostenlosen Download. Mit 16 professionellen Synths, gesampelten Instrumenten sowie Effekten, Loops und Samples hast du alles an der Hand, um dein eigenes Sound-Design zu starten.
Was ist Sound-Design?
Sound-Design ist die Kunst, Klänge für einen ganz bestimmten Zweck zu erschaffen und zu formen. Sound-Designer*innen spielen in modernen Medien eine unverzichtbare Rolle. Sound-Design verleiht Filmen ihre immersive Wirkung – von der gewaltigsten Explosion bis zum leisesten Schritt. Es ist zudem ein zentraler Bestandteil moderner Musikproduktion und spielt auch im UX-Design von Apps bis hin zu Autos eine wichtige Rolle.
Lies unser Sound-Design 101, um mehr über die Grundlagen des Sound-Designs zu erfahren.
Sound-Design in Videospielen
Auch in der Welt der Videospiele sind Sound-Designer*innen unverzichtbar. Einfach ausgedrückt: Sie sind für jedes Geräusch im Spiel verantwortlich – abgesehen vom Soundtrack, der von Komponist*innen stammt (wobei in kleinen Indie-Games beides oft von derselben Person übernommen wird). Sound-Design für Videospiele umfasst alles: von Schüssen und Zaubersprüchen über Dialoge und dezente Untermalung bis hin zu den Pieptönen und Klicks der Menüführung. Sound-Designer*innen für Games sind echte Allrounder.
Dabei stehen sie vor ganz besonderen Herausforderungen. Wie Profi-Sound-Designerin Kat Wenske im Interview erklärt: „Games sind ein ganz eigenes Metier. Im Gegensatz zu traditionellen Medien können User bzw. Spieler*innen interagieren und das gesamte Audioerlebnis beeinflussen. Für jede*n Spieler*in klingt ein Game etwas anders. Sie haben selbst in der Hand, worauf sie ihre Aufmerksamkeit wie lange richten.“
Diese Interaktivität stellt Sound-Designer*innen vor ganz eigene Hürden – spornt aber auch zu kreativen Lösungen an. Werfen wir einen Blick auf einige gelungene Beispiele für Sound-Design in Videospielen.
Die richtige Stimmung erzeugen
Sound-Design ist entscheidend für die Atmosphäre eines Spiels, wie Wenske weiter ausführt:
„In einem 3D-First-Person-Horrorspiel bewegt sich eine neugierige Person vielleicht langsam durch Korridore, untersucht Gegenstände genau oder meidet kampflastige Zonen. Das leise Rascheln von Kakerlaken, das Ächzen eines Gebäudefundaments, das entfernte Dröhnen eines bevorstehenden Kampfes – genau hier entfalten die Feinheiten von Sound-Design und Musik ihre volle Wirkung und prägen die Atmosphäre.“
Silent Hill 2, ein Klassiker des Survival-Horror-Genres, ist bekannt für sein schlichtes, aber emotional extrem wirkungsvolles Sound-Design. Kleine Details wie das Rauschen eines Handfunkgeräts erzeugen packende Spannung und Angst. Auch Sound-Designer und Komponist Akira Yamaoka wurde für seine meisterhafte musikalische Untermalung gefeiert. Seine bedrohlichen Ambient-Texturen verschmelzen mit der Klangwelt des Spiels zu einer intensiven, verstörenden Atmosphäre.
Realismus schaffen
Um voll und ganz in ein Spiel einzutauchen, muss sich die Spielwelt glaubwürdig anfühlen. Videospiel-Sound-Design trägt dazu entscheidend bei. In Rennspielen hängt fast alles an einem Sound: dem Motor. Ein überzeugender Motorsound muss Geschwindigkeit, Power und den Adrenalinkick des Rennens transportieren. Er muss detailliert und lebensecht wirken, präzise auf Aktionen der Spielenden reagieren und die jeweilige Spielwelt widerspiegeln.
Loïc Couthier, Supervising Sound Designer bei PlayStation Europe, hat uns gezeigt, wie er den MASSIVE-Synth von Native Instruments nutzte, um die Motorsounds für die Omega Collection zu kreieren – das Remaster der legendären WipEout-Reihe. Er erklärte jeden Schritt im Detail: von der Wahl der Tonhöhe und Oszillatortypen bis hin zu Modulation und Effekten – mit einem rundum überzeugenden, adrenalingeladenen Ergebnis.
Ikonische Momente prägen
Sound-Design kann hochkomplex sein – oder verblüffend simpel.
Fans der Zelda-Reihe tragen einen Sound ganz besonders im Herzen: den „Rätsel gelöst“-Effekt. Eine kurze Melodie aus acht Tönen, die erklingt, sobald man eine der Herausforderungen im Spiel meistert.
Dieses zarte Glockenspiel signalisiert einige der lohnendsten Momente in Zelda und fängt das Gefühl von Entdeckerfreude und Verspieltheit perfekt ein. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie eng wirkungsvolles Sound-Design mit dem kulturellen Einfluss eines Games verknüpft sein kann. Und es beweist: Sound-Design muss keine Raketenwissenschaft sein. Manchmal genügen ein paar treffsicher gewählte Noten.
So designst du deine eigenen Game-Sounds
Du hast Lust bekommen, eigene Game-Sounds zu erschaffen?
Marshall McGee zeigt dir, wie es geht. In einem Video für Native Instruments demonstriert der YouTuber und Spitzen-Sound-Designer Schritt für Schritt, wie man einen überzeugenden magischen Feuerball baut.
Wie Marshall betont, brauchst du keine sündhaft teure Spezialsoftware für Game-Audio. Das absolute Basis-Setup reicht völlig aus: ein paar kostenlose Samples, grundlegende Plug-ins und eine DAW.
Legen wir los.
1. Plane deinen Sound
Zunächst schauen wir uns die Animation an, an der wir arbeiten: ein kurzer Clip eines Magiers, der spektakuläre Feuerbälle abfeuert.
Als Erstes listen wir alle Sounds auf, die der Clip benötigt. Diese lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: den Feuerball an sich und Geräuschemacher- bzw. „Foley“-Sounds wie Schritte und raschelnde Kleidung.
Diese Sounds unterteilen wir nun noch weiter. Die Animation zeigt mehrere markante Explosionen mit schnellen Schüssen dazwischen. Jedes dieser Ereignisse braucht einen eigenen Sound. Und jeder dieser Sounds kann wiederum aus mehreren Schichten bestehen, zum Beispiel: ein scharfer, druckvoller Attack; ein grollendes Explosionsgeräusch; ein zischender Höhenanteil und so weiter.
Auch die Foley-Gruppe lässt sich zerlegen – in einzelne Schritte, Schlaggeräusche und Co. Erstelle eine Liste all dieser Komponenten, um einen genauen Überblick über die benötigten Klänge zu bekommen.
2. Sammle dein Material
Mit der fertigen Soundliste im Gepäck geht es nun an die Suche nach passenden Klangquellen.
Sound-Design nutzt die unterschiedlichsten Werkzeuge – von eigenen Aufnahmen über kommerzielle Sample-Libraries bis hin zur Synthese von Grund auf. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch: Entscheidend ist allein, wie kreativ du die Tools einsetzt.
In unserem Fall verwenden wir für die meisten Feuerball- und Foley-Geräusche Samples aus Librarys. Wenn du noch keine große Sample-Library besitzt, kannst du mit lizenzfreien Sounds aus dem Internet starten oder eigene Geräusche zu Hause bzw. mit einem mobilen Rekorder aufnehmen. Anschließend ergänzen wir diese Samples mit KONTAKT-Instrumenten.
Hier kommt KINETIC METAL ins Spiel, um dem Feuerball eine magische Note zu verleihen.
Außerdem nutzen wir ACTION STRIKES für wuchtige Impact-Sounds sowie das Preset „Fire Swoosh“ in RISE & HIT für eine weitere Schicht feuriger Effekte.
3. Nimm dein Audiomaterial auf
Jetzt, da unsere Soundquellen bereitstehen, zeichnen wir erstes Audiomaterial auf.
Zuerst durchstöbern wir unsere Sample-Library und ziehen alle passenden Sounds direkt in die Timeline der DAW (die genaue Position spielt jetzt noch keine Rolle).
Ziel ist es, unterschiedliche, sich ergänzende Klänge zu sammeln – immer mit Blick auf unsere „Zutatenliste“. Wenn wir nach Feuersounds suchen, achten wir auf knackige Attacks, dumpfe Explosionen, zischende Höhen und Ähnliches. Diese vielseitige Palette an Sounds verschafft uns später jede Menge kreativen Spielraum.
Experimentiere bei den KONTAKT-Instrumenten einfach so lange herum, bis du etwas Passendes gefunden hast, und rendere es dann als Audio heraus, damit du es später schnell weiterbearbeiten kannst.
4. Arrangiere dein Audio
Nachdem wir eine solide Sammlung an Sounds zusammengetragen haben, geht es an die Anordnung auf der Timeline.
Lade den Videoclip in deine DAW und beginne damit, die Sounds passend zum Bild zu arrangieren.

Beginne mit dem unkompliziertesten Teil: den Schritt- und Stoffgeräuschen, die die Bewegungen des Magiers untermalen.
Widme dich danach der komplexeren Aufgabe: dem Feuerball.
Hier steht dir jede Menge Material zur Verfügung. Anstatt dich davon überfordern zu lassen, wie alles zusammenpassen soll, nimmst du dir einfach einen Sound nach dem anderen vor: Platziere ihn auf der Timeline und sorge dafür, dass er für sich allein funktioniert. Um das Gesamtbild kümmern wir uns im nächsten Schritt.
Achte beim Auswählen und Platzieren deiner Game-Sounds auf folgende Parameter:
- Timing: Wann setzt das Geräusch im Verhältnis zur Feuerball-Animation ein und wie lange hält es an? Sollten wir Fades am Anfang oder Ende des Audioclips anpassen, um die Bewegung des Feuerballs zu spiegeln? Welchen Teil des Sounds möchten wir nutzen? Vielleicht nur den knackigen Attack oder das zischende Ausklingen?
- Pitch: Probiere aus, Sounds nach oben zu pitchen, um den Clip zu beschleunigen und zu verkürzen. Ein Pitching nach unten dehnt den Sound dagegen. Die Tonhöhe anzupassen hilft oft dabei, das Timing zu optimieren. In unserem Fall sorgt ein Hochpitchen der Feuersounds für einen kürzeren, bissigeren Eindruck – perfekt für die schnellen Feuerbälle in der Mitte des Clips.
- Lautstärke: Wenn ein Sound im Vordergrund stehen soll, hebe die Lautstärke an. Um ein Element eher im Hintergrund zu platzieren – etwa eine längere, zischende Textur, die unsere kurzen Explosionen stützt –, regle es leiser.
- EQ: Entferne mit einem Equalizer (EQ) alle unerwünschten Frequenzen aus dem Sound und konzentriere dich nur auf die Frequenzen, die für das Bild wirklich eine Rolle spielen. Unsere zischende Textur braucht zum Beispiel keinerlei Tiefbässe – also weg damit.
5. Behalte das große Ganze im Blick
Nachdem wir jeden Sound einzeln bearbeitet haben, treten wir nun einen Schritt zurück.
Gehen wir das Material noch einmal durch: Wir hören uns alle Sounds im Zusammenspiel an und beurteilen ihre Gesamtwirkung. Welche Emotionen lösen die Klänge aus? Passen sie zu den Bewegungen, der Stimmung und der Intensität der visuellen Vorlage?
Wahrscheinlich müssen wir an dieser Stelle noch ein wenig feilen, um ein überzeugendes Gesamtergebnis zu erzielen. Vielleicht passen wir einzelne Sounds noch weiter an oder tauschen ein paar davon komplett aus.
Vielleicht nehmen wir auch noch ein paar Änderungen an den Sounds als Gruppe vor. Stimmt zum Beispiel die Frequenzbalance im gesamten Mix? Mit einem EQ können wir mumpfige Mitten absenken oder scharfe Höhen zähmen.
6. Der Feinschliff
Zum Schluss geben wir unserem Sound-Design mit etwas Mastering-Bearbeitung den finalen Schliff.
Ein wenig Reverb hilft dabei, den gesamten Clip im Raum zu platzieren und ihm lebendige Tiefe zu verleihen. Mit dem RC 48-Reverb von Native Instruments passt ein Setting im Badezimmer-Stil perfekt zum Material – und sorgt für ein direktes, intensives Gefühl.

(Hinweis: Vermeide es am besten, deinen Subbass-Anteilen Reverb hinzuzufügen. Um alles schön sauber zu halten, legst du Audio-Clips mit Subbass auf einen separaten Kanal und bearbeitest sie einzeln.)
Eine dezente Kompression mit dem Zweikanal-Kompressor VARI COMP schweißt den Sound zusammen – ein wenig Limiting sorgt anschließend für die nötige Gesamtlautstärke.

Entwirf deine eigenen Video-Game-Sounds
In diesem Artikel haben wir die faszinierende Welt des Sound-Designs für Videospiele erkundet. Wir haben uns angeschaut, was Sound-Designer*innen für Games eigentlich machen, und einige Beispiele für wirkungsvolles Sound-Design kennengelernt. Jetzt bist du an der Reihe: Starte deine eigene Sound-Design-Reise!
Damit du direkt loslegen kannst, haben wir ein kostenloses Plug-in-Bundle für Sound-Design geschnürt: KOMPLETE START steht als Gratis-Download bereit und bietet über 2.000 Sounds in Studioqualität, 16 professionelle Synths sowie gesampelte Instrumente, Effekte und Loops – damit du im Handumdrehen deine eigenen Sounds designen kannst.