|Tim Cant

Beats bauen mit Leap – der modernen Loop-Engine

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Creating beats with Leap, modern loop engine

Das neue Kontakt 8-Feature Leap hilft dir dabei, musikalische Ideen direkt im Moment festzuhalten – unberechenbar, spontan und im Handumdrehen etwas ganz Besonderes.

Leap verbindet die Power eines Looper-VSTs mit einem intuitiven Workflow zum Jammen und Erstellen von Samples in Sekundenschnelle: So eröffnen sich dir ganz neue kreative Möglichkeiten, in Echtzeit mit einer riesigen Auswahl an Sounds und Bearbeitungs-Tools zu experimentieren.

In diesem Guide erfährst du, wie du mit Leap im Handumdrehen neue Beats baust.

Springe direkt zu den Abschnitten:

Um diesem Tutorial zu folgen, brauchst du Kontakt 8, inklusive zwölf meisterhaft kuratierten Leap Expansions für unterschiedlichste Musikstile.

Du kannst Kontakt 8 als Stand-alone-Anwendung oder in deiner DAW nutzen. In diesem Guide verwenden wir Kontakt in einer DAW, um einen Beat zu bauen. Ein MIDI-Controller ist dabei praktisch, du kannst Leap aber genauso über programmierte Noten in deiner DAW ansteuern.

Leap in Kontakt entdecken

Was ist Sample-Manipulation?

Unter Sample-Manipulation versteht man das Verändern von digital aufgenommenem Audiomaterial (Samples), um neue Sounds zu erschaffen. Zu den Techniken gehören Time-Stretching, Pitch-Shifting, Reversing, Choppen, Loopen, Filtern und Layering. Produzent*innen nutzen diese Methoden häufig, um Samples an neue Tempi, Tonarten oder Stile anzupassen und sie kreativ in einzigartige Kompositionen zu verwandeln.

Wie loopt man ein Sample?

Je nachdem, welche Software du nutzt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Sample zu loopen. Die meisten Sampler und Audio-Editoren bieten einen oder mehrere Loop-Modi, mit denen du ein Sample nahtlos und endlos wiederholen kannst.

Beim Jammen mit Live-Sample-Loops setzen viele Musiker*innen auf spezielle Looper-Hardware oder -Software. Das Leap-Feature von Kontakt 8 ist genau so ein Tool – und macht das Loopen von Samples kinderleicht, egal ob du gerade erst anfängst oder schon lange produzierst.

Einen Beat mit Leap bauen

1. Ein Leap-Kit auswählen

Lade Kontakt 8 auf einer MIDI-Spur in deiner DAW. Um die verfügbaren Leap Expansions anzuzeigen, klicke unterhalb der Suchleiste auf den Leap-Button.

Der Leap-Button

Im Browser werden dir zwölf Leap Expansions angezeigt, während alle enthaltenen Kit-Presets in der Liste auf der rechten Seite des Kontakt 8-Interfaces aufgelistet sind. Ein Klick auf eine der Leap Expansions filtert die Liste, sodass nur die Kits dieser Expansion angezeigt werden. Klicke auf die Expansion R&B Licks, um die enthaltenen Kits zu sehen.

Filtern der verfügbaren Kits

Doppelklicke auf All For You Kit, um es zu laden.

Laden des All For You Kits

2. Loop-Wiedergabe

Du kannst die enthaltenen Loops jetzt über die Tasten C2 bis D4 deines MIDI-Controllers spielen. Der entsprechende Tastaturbereich wird auf der virtuellen Klaviatur am unteren Rand des Kontakt 8-Interfaces angezeigt.

Die Klaviaturansicht

Darüber siehst du die Loop-Buttons und über diesen die Perform FX-Buttons. Leap weist die Loops den weißen Tasten zu und die Perform FX den schwarzen Tasten. Du kannst also jede weiße Taste im Bereich C2 – D4 drücken, um einen Loop abzuspielen, und jede schwarze Taste in diesem Bereich, um einen Effekt anzuwenden. Alle Loops in einem Kit sind in derselben Tonart, du musst dir also keine Sorgen über disharmonische Sounds machen.

Die Loop- und FX-Buttons

Du kannst einen Loop vorhören, indem du auf den unteren Bereich eines Loop-Buttons klickst, und die Edit page aufrufen, indem du oben auf das Loop-Symbol klickst. Die Edit page lässt sich auch über den Edit-Button oben rechts im Interface öffnen.

Der Perform FX-Button

Auf der Edit page siehst du, dass der Button Tempo Sync aktiv ist. Standardmäßig ist er für alle Loops aktiviert – das bedeutet, dass sie automatisch synchron zum Projekttempo deiner DAW abgespielt werden.

Der Tempo Sync-Button

Hier sehen wir auch das Originaltempo des Loops, in diesem Fall 71 BPM. Da die Loops auf Sync stehen, können wir jedes beliebige Tempo verwenden. Stellen wir das Projekttempo in der DAW doch mal auf flotte 115 BPM ein.

Einstellen des DAW-Projekttempos auf 115 BPM

3. Drauflosjammen

Der einfachste Weg, mit Leap eine musikalische Idee zu entwickeln, ist der Quantize-Modus. Stelle Quantize auf Bar – so weiß Kontakt, dass alle getriggerten Loops synchron zum Beginn des nächsten Takts starten sollen.

Einstellen des Quantize-Modus auf Bar

Starte das Playback in deiner DAW und spiele eine beliebige Tastenkombination zwischen C2 und D4. Wichtig: Da wir Quantize auf Bar gestellt haben, starten die Loops erst mit Beginn des nächsten Takts – du hörst also nicht sofort etwas. Wenn du die Tasten jedoch gedrückt hältst, hörst du gleich, wie die getriggerten Sounds absolut synchron zueinander einsetzen.

Jetzt nehmen wir etwas auf. Klicke auf den Aufnahme-Button in deiner DAW und halte, sobald die Aufnahme läuft, C3 und D3 gedrückt. Wenn die Loops starten, halte die Tasten weiter und füge noch vor Ende des vierten Takts ein B2 hinzu.

C3 liefert uns Streicher-Synths, während D3 ein Gitarren-Lick beisteuert. Durch das Hinzufügen von B2 kommt im fünften Takt zusätzlich eine Bassline ins Spiel.

Eine kurze Jam-Session

Wie du siehst, lassen sich auf diese Weise im Handumdrehen spannende Sound-Kombinationen und Arrangement-Ideen entwickeln.

4. Musikstile kombinieren

Fügen wir ein weiteres Leap-Kit hinzu, um unserem Beat eine neue Facette zu verleihen. Erstelle eine neue MIDI-Spur in deiner DAW, lade Kontakt 8, wähle dieses Mal im Leap-Menü die Drum Breaks Expansion und lade das Dramatization Kit.

Laden des Dramatization Kits

Stelle die Quantisierung wieder auf Bar.

Einstellen des Quantize-Modus auf Bar

Dieses Kit bietet auf jeder Taste eine Variation desselben Drum-Beats. Wir wollen etwas Funkiges: Klicke also wieder auf Aufnahme in deiner DAW und halte diesmal E2 gedrückt, bis die anderen Elemente stoppen.

Triggern des Dramatization Kits mit E2

Das klingt schon richtig gut – und mit etwas Echtzeit-Effektbearbeitung machen wir es noch interessanter.

5. Perform FX hinzufügen

Mit den Perform FX von Leap können wir Effekte in Echtzeit hinzufügen. Das sind anpassbare Effekte, die du über die schwarzen Tasten zwischen C2 und D4 auf deinem MIDI-Controller aktivierst.

Nutzen wir G#2, um einen Beat Masher-Effekt einzusetzen. Klicke wieder auf Aufnahme und halte diesmal am Ende jedes Viertakt-Abschnitts G#2 gedrückt.

Triggern des Beat Masher-Effekts

Wie du hörst, wiederholt der Beat Masher das Audiomaterial des Drum-Beats – perfekt, um Fills in Echtzeit zu erzeugen.

Über den Button „Perform FX“ oben rechts im Interface können wir die Parameter des Beat Masher-Effekts anpassen.

Der Perform FX-Button

Du siehst, dass einer der Beat Masher-Effekte auf eine Length von 1/8 eingestellt ist. Ändere diesen Wert auf 1/16.

Bearbeiten der Beat Masher-Effektparameter

Bringen wir mit einer weiteren Expansion noch einen zusätzlichen Sound in unseren Beat.

6. Vocals hinzufügen und bearbeiten

Erstelle eine weitere MIDI-Spur und wähle dieses Mal das Secret Kit aus Soul Gold.

Laden des Secret Kits

Dieses Mal lassen wir Quantize des Kits auf Off stehen – so können wir die Vocals jederzeit völlig frei triggern. Die Tonart (Tonality) des Secret Kits ist auf G#-Moll eingestellt, genau wie beim All For You Kit, sodass wir hier nichts ändern müssen. Wenn du die Tonart eines Kits einmal anpassen musst, geht das ganz unkompliziert über die Tonality-Einstellung.

Die Tonality-Einstellung

Klicke wieder auf Aufnahme in deiner DAW und füge diesmal nach Belieben die Vocals auf C2 und F2 hinzu.

Vocals hinzufügen

Das klingt schon klasse – und mit gezieltem FX-Processing machen wir das Ganze noch runder. Drehe die Delay- und Reverb-Makros auf, um eine Prise Delay und Reverb hinzuzufügen.

Delay und Reverb anwenden

Jetzt Beats bauen mit Leap

In diesem Guide hast du gesehen, wie du mit Leap in Kontakt 8 schnell Beats erstellst, dich von wenigen Samples inspirieren lässt, mühelos Effekte einbindest und komplette Loops aufbaust.

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