|Tim Cant

7 Drum-Pattern, die alle Produzent*innen kennen sollten

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Drum-Beats sind das Rückgrat praktisch jedes modernen Musikstils. Zu verstehen, wie man grundlegende Drum-Patterns und verschiedene Beat-Typen programmiert, gehört daher zum unverzichtbaren Handwerkszeug für Producer*innen und Beatmaker*innen aller Art. In diesem Guide für grundlegende Drum-Patterns zeigen wir dir, wie du die sieben wichtigsten Beat-Typen erstellst, die jede*r Produzent*in kennen sollte – mit Drum-Patterns für Funk, Rock, Jazz, HipHop, House, Trap und Drum 'n' Bass.

Direkt zu den Abschnitten:

Für diese Beats verwenden wir Sounds aus NI 360 Essentials und Komplete: Studio Drummer, Battery 4 und 24K Drums.

Studio Drummer und 24K Drums sind Kontakt-Instrumente und können sowohl mit der Vollversion von Kontakt 8 als auch mit dem kostenlosen Kontakt 8 Player genutzt werden.

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Wie baut man verschiedene Drum-Patterns?

Verschiedene Arten von Drum-Patterns entstehen, indem du die einzelnen Drum-Hits an unterschiedlichen Positionen setzt. Disco-Patterns zeichnen sich zum Beispiel typischerweise durch Kick-Drums auf jeder Viertelnote des Takts aus, während Jazz-Drums eher sporadisch gesetzte Kicks und Snares nutzen.

Oftmals ist ein Musikgenre auch mit einem ganz bestimmten Drum-Sound verknüpft: In Techno hörst du beispielsweise meist synthetische Drums, während in der Rockmusik akustische Drum-Kits dominieren.

Ein weiterer wichtiger Faktor für das Feeling eines Drum-Patterns ist das Tempo. House-Drum-Patterns bewegen sich beispielsweise meist um die 120 BPM, während Drum 'n' Bass eher bei etwa 170 BPM liegt.

7 Drum-Patterns, die jede*r Produzent*in kennen sollte

Schauen wir uns nun die beliebtesten Drum-Patterns an, die dir in den unterschiedlichsten Genres begegnen.

1. Funk-Drum-Pattern

Funk ist der extrem groovige Sound der 70er-Jahre – und obwohl er die unterschiedlichsten Tempi abdeckt, bleibt er dank seiner mitreißenden Rhythmen immer tanzbar.

Um einen Funk-Beat zu bauen, nutzen wir Studio Drummer. Wähle das Instrument in der Kontakt-Library aus und lade per Doppelklick das Kit Session Funk.

Das Kit Session Funk

Stelle das Projekttempo in deiner DAW auf 100 BPM ein. Setze zunächst Snares auf den zweiten und vierten Beat sowie Kicks auf die erste, zweite und sechste Achtelnote. Wenn nicht anders angegeben, nutzen wir in diesem Tutorial für alles einen Velocity-Wert von 100.

Kicks und Snares

Füge als Nächstes geschlossene Hi-Hats auf diesen Achtelnoten hinzu, und auf der letzten Achtelnote eine offene Hi-Hat.

Geschlossene und offene Hi-Hats

Damit haben wir einen grundlegenden Drum-Beat – aber es fehlt noch der authentische Funk-Groove. Bislang läuft alles absolut „straight“. Um etwas Schwung hineinzubringen, brauchen wir ein paar geshuffelte Sechzehntelnoten: Setze geschlossene Pedal-Hats kurz hinter 1.2.4 und 1.3.2. Dieser Swing macht den Beat erst so richtig tanzbar.

Geshuffelte Sechzehntel-Hi-Hats

Legen wir unter diese Hi-Hats noch ein paar Snares mit demselben Timing. Diese Snares sollen leiser sein als die Hauptschläge – reduziere ihre Velocity also auf etwa 75. Solche „Ghost-Snares“ verstärken das Funk-Feeling enorm und verleihen dem Beat den perfekten Groove zum Mitnicken.

Ghost-Snares mit reduzierter Velocity

2. Rock-Drum-Pattern

Rock-Drums gibt es in vielen Facetten. Für dieses Beispiel orientieren wir uns am klassischen Hardrock der 70er-Jahre – mit mächtigem Sound und treibendem Rhythmus.

Auch für diesen Beat nutzen wir Studio Drummer, diesmal mit dem Kit Session Hard Rock und einem Projekttempo von 80 BPM.

Das Kit Session Hard Rock

Wir beginnen mit Snares auf dem zweiten und vierten Beat des Takts sowie Kicks auf dem ersten und dritten Beat.

Rock-Kicks und -Snares

Füge dann geschlossene Hi-Hats auf den Achtelnoten hinzu.

Geschlossene Hi-Hats auf Achtelnoten

Damit der Part noch besser groovt, fügen wir eine Variation der zweiten Kick hinzu: Setze auf die Sechzehntelnote nach der zweiten Kick eine weitere Kick und senke ihre Velocity auf 76 ab. So wirkt der Beat weniger hölzern und bekommt mehr Bewegung.

Eine zusätzliche, leisere Kick hinzufügen

Eine zusätzliche, leisere Kick hinzufügen

Ein wesentlicher Bestandteil des epischen Sounds des 70er-Jahre-Hardrocks ist eine wuchtige, räumliche Snare. Das erreichst du, indem du auf den Mixer-Tab klickst und das Room-Mikrofon aufdrehst.

Das Room-Mikrofon aufdrehen

3. Jazz-Drum-Pattern

Jazz-Drums verzichten meist auf die starren Groove-Strukturen von Funk und Rock. Ihr freierer Ansatz erlaubt ein deutlich ausdrucksstärkeres und verspielteres Drumming. Zudem stehen hier vielmehr die Becken im Mittelpunkt als Kicks und Snares.

Für einen Jazz-Beat nutzen wir das Kit Session Jazz in Studio Drummer bei einem Projekttempo von 137 BPM.

Das Kit Session Jazz

Wir setzen über zwei Takte hinweg Ride-Becken auf die Viertelnoten und Pedal-Hats auf den zweiten und vierten Beat jedes Takts.

Rides und Pedal-Hats

Anschließend ergänzen wir Rides auf der letzten Achteltriole jedes zweiten Beats. Diese sollten leiser sein als die Hauptschläge – stelle ihre Velocity deshalb auf 81 ein.

Triolen-Rides

So entsteht ein grundlegender, geswingter Jazz-Groove – und genau dieses Element treibt den Rhythmus an, nicht Kick und Snare. Natürlich kommen Kicks und Snares auch vor, allerdings eher als Akzente statt als tragendes Element. Fügen wir Snares auf den letzten Achteltriolen des ersten Beats jedes Takts sowie eine direkt auf dem dritten Beat des zweiten Takts hinzu. Auch diese sollten relativ leise sein – wähle hier eine Velocity von 80.

Snare-Akzente

Setzen wir nun noch Kicks auf die letzte Achteltriole des vierten Beats im ersten Takt und auf den zweiten Beat im zweiten Takt. Auch diese sollten eher dezent bleiben, nimm also eine Velocity von 73.

Kick-Akzente

4. HipHop-Drum-Pattern

Stark vom Funk geprägt, setzt der Golden-Age-HipHop meist auf wuchtige, gesampelte Drum-Hits mit groovigem, geshuffeltem Programming.

Um einen HipHop-Beat zu bauen, verwenden wir das Show Out Kit aus 24K Drums bei einem Projekttempo von 87 BPM.

Das Show Out Kit

Setze zunächst für einen Takt Closed Hi-Hats auf Achtelnoten.

Achtelnoten-Hats

Füge dann Snares auf dem zweiten und vierten Beat sowie Kicks auf der ersten und sechsten Achtelnote hinzu.

Kicks und Snares

Jetzt bringen wir Swing ins Spiel: Schalte das Raster (Snap-to-Grid) in deiner DAW aus und setze eine geswingte Kick auf die letzte Sechzehntelnote des ersten Beats. Stelle die Velocity dieser Note auf 71 herunter, damit sie leiser wird. Genau diese Note verleiht dem Beat ein federndes HipHop-Feeling.

Geswingte 16tel-Kick

Als eintaktiger Loop wiederholt sich das Ganze etwas zu schnell. Dupliziere den Takt deshalb und setze eine geswingte Snare auf die allerletzte Sechzehntelnote der zweitaktigen Sequenz. Stelle ihre Velocity auf 64 ein.

MIDI-Drum-Pattern in einer DAW mit einer geswingten 16tel-Snare am Ende eines zweitaktigen HipHop-Beats.

Das ist natürlich nur eine von vielen HipHop-Varianten – lies hier weiter, wenn du mehr über Lo-Fi-HipHop-Drums erfahren möchtest.

5. House-Drum-Pattern

House entstand aus der Disco-Bewegung und war eines der ersten rein elektronischen Musikgenres überhaupt. Den treibenden Four-to-the-Floor-Kicks stehen funkige, geswingte Hats gegenüber, die dem Ganzen einen unwiderstehlichen Groove verleihen.

Für unseren House-Beat nutzen wir das Disco Neu Kit aus Battery 4 bei einem Projekttempo von 123 BPM.

Battery 4-Oberfläche mit dem Disco Neu Kit zum Programmieren eines House-Drum-Patterns.

Setze Kick-Drums auf jede Zählzeit des Taktes für das solide Four-to-the-Floor-Fundament, ergänzt durch Claps auf dem zweiten und vierten Beat.

House-Kicks und -Claps

Lege Closed Hi-Hats auf die Achtelnoten und setze vor dem dritten Beat eine geswingte Sechzehntel-Hat. Wähle dafür eine Velocity von 86.

Achtelnoten-Hats mit reduzierter Velocity

Platziere Open Hi-Hats auf den Offbeat-Achteln zwischen den Schlägen – der absolute Klassiker für den typisch treibenden, synkopierten House-Akzent.

Synkopierte Open Hats

Zum Schluss fügst du am Taktende noch eine geswingte Sechzehntel-Snare für die Extraportion Funk ein. Verwende auch hier eine Velocity von 86.

Geswingte 16tel-Snare

6. Trap-Drum-Pattern

Trap hat sich zum De-facto-Sound des modernen HipHop entwickelt und setzt auf knackige Drum-Sounds im Stil der legendären Roland TR-808 – für präzise, synthetische Beats mit wuchtigen Bässen.

Wir nutzen das 808 Multiple Kit in Battery 4 und stellen das Projekttempo auf 130 BPM ein.

Das 808 Multiple Kit

Setze zunächst über zwei Takte hinweg Closed Hi-Hats auf Achtelnoten, ergänzt durch Claps auf der dritten Zählzeit jedes Taktes.

Hats und Claps

Füge nun Kicks auf dem ersten und vierten Beat des ersten Takts sowie auf dem zweiten Beat des zweiten Takts hinzu.

Kicks hinzufügen

Setze auf die letzten beiden Achtelnoten des zweiten Takts jeweils eine Snare.

Snare-Akzente

Ein beliebter Kniff im Trap sind Hat-Rolls als Akzente: Stelle das Raster deines MIDI-Editors auf Zweiunddreißigstelnoten ein und ersetze die vierte Closed Hi-Hat jedes Taktes durch einen Roll aus drei 32stel-Noten.

32stel-Hat-Rolls

Damit der Roll geschmeidiger und fließender klingt, regelst du die Velocity der mittleren Noten leicht auf etwa 94 herunter.

Hats mit reduzierter Velocity

7. Drum-’n’-Bass-Drum-Pattern

Hervorgegangen aus dem Breakbeat-basierten Jungle der 90er-Jahre, dreht sich bei Drum ’n’ Bass alles um rasante, funkige elektronische Beats.

Für dieses Drum-’n’-Bass-Pattern laden wir das 2 Funk Kit in Battery 4, das jede Menge druckvolle Kicks und Snares mitbringt, bei einem Projekttempo von 174 BPM.

Das 2 Funk Kit

Viele Drum-’n’-Bass-Tracks basieren auf einem 2-Step-Rhythmus mit Snares auf dem zweiten und vierten Beat des Taktes sowie Kicks auf der ersten und sechsten Achtelnote.

Ein 2-Step-Rhythmus

Als Nächstes fügst du Closed Hi-Hats auf Achtelnoten hinzu.

Hats auf Achtelnoten

Ohne Swing klingt dieser Beat noch ziemlich steif und mechanisch. Schalte also das Raster wieder aus und ergänze leicht geswingte Sechzehntel-Hats auf der achten und zehnten Sechzehntelnote. Halte ihre Lautstärke relativ gering, damit sie nur eine subtile Prise Swing beisteuern, ohne den treibenden Rhythmus von Kick und Snare zu überdecken. Ein Velocity-Wert von 76 funktioniert hier bestens.

Geswingte 16tel-Hats

Ran an die Drum-Pattern

In dieser Anleitung haben wir dir gezeigt, wie du sieben der beliebtesten Drum-Pattern baust, die jede*r Producer*in kennen sollte – mit Instrumenten aus NI 360 Essentials und Komplete.

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