Ursprünglich ein Underground-Subgenre des HipHop aus den US-Südstaaten, hat sich Trap zur weltweit dominierenden Form des HipHop entwickelt – mit Größen wie Drake, Nicki Minaj und Bad Bunny. Trap hat einen kompromisslosen, synthetischen Charakter mit ganz eigenem Vibe. Doch was genau macht einen Trap-Beat aus und wie kannst du selbst welche bauen?
In dieser Einsteiger-Anleitung zum Produzieren von Trap-Beats schauen wir uns die typischen Elemente von Trap an, stellen dir passende Instrumente für die richtigen Sounds vor und zeigen dir, wie du sie arrangierst und bearbeitest, um mit Beat-Making-Software einen basslastigen Trap-Loop zu bauen.
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Was ist ein Trap-Beat?
Zu den typischen Elementen eines Trap-Beats gehören ein Halftime-Drum-Pattern, ein tiefer 808-Bass, Hi-Hat-Rolls und -Triolen sowie ein Tempo zwischen 130 und 200 BPM. Musikalisch setzt Trap auf eine minimalistische Begleitung von Drums und Bass, bei der ein oder zwei Melodien das musikalische Rückgrat bilden. Je weniger Elemente im Track sind, desto lauter und druckvoller klingt jedes einzelne im Mix. Abgesehen von den Vocals sind die musikalischen Elemente im Trap meist synthetisch und melodisch gehalten – mit einer Stimmung, die von entspannt über düster und aggressiv bis hin zu psychedelisch reicht.
Hören wir uns die typische Trap-Beat-Struktur anhand einiger bekannter Tracks der letzten Jahre an.
Hör dir zunächst die Drum-Elemente an. Alle diese Trap-Beispiele nutzen Roland TR-808-Drum-Sounds – ein Instrument, das aus dem Genre schlicht nicht wegzudenken ist. Typisch sind schnelle Hi-Hat-Patterns, oft mit schnellen Rolls, dazu knackige Claps und Snares sowie wuchtige, obertonreiche, gepitchte Bass-Drums als Basslines. Wenn du mit Trap vertraut bist, wirst du diese Elemente sofort wiedererkennen.
Beim Tempo gibt es viel Spielraum, wobei Kicks, Snares und die Bassline im Vergleich zu den rasanten Hats eher langsam spielen. Anders als im „Golden Age“-HipHop werden diese Beats in der Regel straight quantisiert – ganz ohne Swing.
Im Trap-Genre fällt die Begleitung zu Drums und Bass meist recht sparsam aus. Genau dieser reduzierte Aufbau und das präzise Programming sorgen dafür, dass Trap überall druckvoll und mächtig klingt – vom Smartphone-Lautsprecher bis zur Club-Anlage.
Abgesehen von Vocals sind die musikalischen Elemente in solchen Tracks meist synthetisch. Trap entsteht fast immer „in the box“, also komplett softwarebasiert am Computer. Der Vibe reicht von entspannt bis finster und psychedelisch – in diesen Beispielen jedenfalls mit einer eher laid-back und geschmeidigen Ästhetik.
Typische Instrumente im Trap
Die wichtigsten Instrumente in so gut wie jedem Trap-Track sind das 808-Drum-Kit und der 808-Bass. Für Akkorde und Melodien greifen Producer*innen meist zu Pads, Klavier und Synths, experimentieren aber auch mit Elementen aus anderen Genres wie E-Gitarren, Blasinstrumenten und mehr.
Bei der Wahl deiner virtuellen Instrumente hilft alles, was von vornherein hochwertig und inspirierend klingt, um schnell in den passenden Vibe zu kommen. Viele Trap-Producer*innen arbeiten gern zügig. Deshalb nutzen wir 40’S VERY OWN KEYS für Sounds, die wie maßgeschneidert dafür sind. Das Instrument läuft in KONTAKT 7 und dem kostenlosen KONTAKT PLAYER.
808-Drum-Sounds sind natürlich Pflicht – und BATTERY 4 liefert sie direkt mit dem 808 Multiple Kit.
Für eine mächtig drückende, gepitchte 808-Bass-Drum ist MASSIVE X eine exzellente Wahl – das Preset Essential Eight passt perfekt dazu.
Wir verwenden in diesem Beat nicht viele Sounds, aber jeder einzelne muss sitzen. Mit den richtigen Effekten holen wir das Maximum heraus: Gezielt eingesetzt heben CRUSH PACK, MOD PACK und RAUM unsere Sounds aufs nächste Level.
Für ein schnelles Premastering unseres Beats nutzen wir das Maximizer-Modul von iZotope Ozone 10.
So baust du einen Trap-Beat
1. Trap-Drum-Pattern erstellen
Wie bereits erwähnt liegt das ideale Tempo für einen Trap-Beat zwischen 130 und 200 BPM. Stell dein Projekttempo auf 140 BPM ein, lade BATTERY 4 auf eine MIDI-Spur und wähle links in der Library des Instruments das 808 Multiple Kit aus.

Wir beginnen mit einem zweitaktigen Drum-Pattern. Setze dafür zwei Takte lang Closed-Hats in Achtelnoten auf G#2.

Füge dann in beiden Takten auf der dritten Zählzeit Claps auf D#2 hinzu.

Setze jetzt Kicks auf die erste, achte und zehnte Achtelnote.

So klingt der Beat bis hierhin:
Damit steht das Grundgerüst unseres Trap-Beats. Ein paar Feinjustierungen braucht es allerdings noch, damit er richtig zündet.
Achte zunächst darauf, dass Claps und Snares kurz und knackig klingen. Klicke in BATTERY auf das Pad „Clap 808 2“, um den Clap-Sound auszuwählen. Drehe dann im Volume-Envelope-Bereich das Sustain komplett herunter und stelle das Decay auf ca. 280 ms ein. Das sorgt für einen strafferen Sound, der sich viel besser in die übrigen Elemente einfügt.

Dem Drum-Part fehlen jetzt noch ein paar Hat-Rolls in 32stel-Noten. Stelle das Raster deiner DAW auf 32stel-Noten ein und verwandle die letzten beiden Closed-Hats in Rolls aus jeweils drei 32stel-Noten.

Damit die Rolls natürlicher und flüssiger klingen, senkst du die Velocity der mittleren Noten nach Geschmack etwas ab.

Jetzt erweitern wir die zweitaktige Sequenz auf vier Takte: Dupliziere die bisherigen MIDI-Noten und ersetze die Hat-Rolls am Ende wieder durch gerade Achtelnoten. Setze auf diese Noten zusätzlich E2-Snares – so entsteht ein dezentes, kurzes Snare-Fill am Ende der vier Takte.

Verpassen wir dem Sound mit etwas Sättigung noch mehr Biss: Lade DIRT aus dem CRUSH PACK als Insert-Effekt auf die BATTERY 4-Spur und wähle das Preset „Drums > Drumset Injector“ aus.

Nachdem der Drum-Part jetzt voll und knackig klingt, können wir die melodischen Elemente angehen.
2. Melodische Elemente hinzufügen
Als Nächstes fügen wir das erste musikalische Element hinzu, das die Stimmung für den restlichen Track vorgibt. 40’S VERY OWN KEYS ist dafür perfekt geeignet. Öffne das Instrument in KONTAKT 7 oder dem kostenlosen KONTAKT PLAYER und lade das Standard-Patch von 40s VERY OWN KEYS.

Ein Klick auf den Pfeil nach unten neben dem Patch-Namen zeigt dir alle Patches nach Kategorien sortiert an. Die Kategorie „Sequence“ ist ein idealer Startpunkt, da diese Patches bereits vorgefertigte musikalische Sequenzen enthalten. So hast du im Handumdrehen eine musikalische Idee skizziert. Lade das Preset „Fry Skulls Seq“.

Spiele dieses Preset über die gesamten vier Takte auf C2 ein.

Dieser Sound hat etwas Delay und Filterung drauf. Reduzieren wir beides, um ihn klarer hören zu können: Drehe dazu die Makros „Delay“ und „40“ unten im Interface ganz nach links.

Das klingt deutlich präsenter und liefert uns direkt eine musikalische Basis. Allerdings ist der Sound im Vergleich zum Beat noch eine Spur zu laut – dreh den Kanal also auf -4,5 dB herunter.

Fügen wir jetzt einen Modulationseffekt hinzu, um dem Sound noch mehr Bewegung zu verleihen. Lade FLAIR aus dem MOD PACK und wähle das Preset „Flanger > All You Need“. So bekommt die Sequenz einen samtig-weichen Stereoklang.

3. Einen 808-Bass hinzufügen
Jetzt, wo die musikalische Idee steht, kommt das Herzstück des Tracks: eine wummernde 808-Bassline. Lade MASSIVE X auf eine Spur, öffne den Preset-Browser, wähle das Bass-Tag und lade das Preset „Essential Eight“.

Ein wuchtiger, gestimmter 808-Sound, der sofort einsatzbereit ist – nur noch etwas zu laut. Stell die MASSIVE X-Spur auf -4,5 dB ein.

Programmiere eine einfache Bassline mit den Noten C2 und G2.

Halte die Bassline simpel und achte darauf, wie sie mit den Drums zusammenspielt – das sorgt für den nötigen Vorwärtsdrang, nach dem wir suchen.
4. Eine Gegenmelodie erstellen
Das Preset „Fry Skulls Seq“ liefert uns die Hauptmelodie, aber im Mix ist noch reichlich Platz für eine Gegenmelodie, die dem Beat mehr Tiefe verleiht. Lade eine weitere Instanz von 40’S VERY OWN KEYS auf eine neue Spur und wähle diesmal das Preset „Pad > 80 Echo’s“.

Programmiere einen Part, der Grundton und Oktave sowie Quinte und kleine Septime spielt.

Dieser Sound nutzt einen Delay-Effekt auf punktierten Achteln (1/8 dotted) – mit unserer Sequenz wirkt das etwas unruhig. Öffne das FX-Panel und stelle den Time-Parameter des Replika-Effekts stattdessen auf Viertelnoten (1/4). Das klingt aufgeräumter und sorgt für ein interessantes Wechselspiel zwischen bearbeiteten und unbearbeiteten Noten.

Da wir nicht allzu viele Elemente im Arrangement haben, können wir dem Sound mit etwas Reverb mehr Charakter verleihen. Lade RAUM auf die „80 Echo’s“-Spur und wähle das Preset „Creative > Guitar Reverse“. Das gibt dem Sound eine sphärische Hallfahne und eine geheimnisvolle Note.

Um diesen Track mit den restlichen Elementen abzustimmen, stellst du ihn auf -4 dB ein.

5. Deinen Beat mastern
Jetzt haben wir einen 4-Bar-Loop, der rund, druckvoll und satt klingt und jede Menge Atmosphäre mitbringt. Natürlich soll er auch laut sein – gönnen wir ihm zum Abschluss also noch ein schnelles Mastering. Lade den Ozone 10 Maximizer auf deinen Master-Kanal und wähle das Preset „Fast and Edgy“.

Zieh den Threshold so weit herunter, bis der Sound ordentlich laut ist, ohne hörbar zu verzerren. Ein Threshold von -6 dB sorgt für einen soliden Lautstärkepegel.

Und so klingt unser gemasterter Beat.
Leg los mit deinen eigenen Trap-Beats
Wir haben die typischen Elemente von Trap-Beats analysiert, passende Instrumente und Effekte zusammengestellt und Schritt für Schritt einen eigenen Beat gebaut, gemischt und gemastert.
Wenn du noch mehr über das Thema erfahren möchtest, schau dir unseren umfassenden Guide Beats selber machen an.
Außerdem haben wir uns mit Lex Luger zusammengetan, um einen cineastischen Trap-Beat zu bauen.
Und wenn du noch tiefer einsteigen willst, findest du hier einige kostenlose KONTAKT-Libraries für deine Beats.
Auf der Suche nach passenden Instrumenten und Effekten? Wirf unbedingt einen Blick auf BATTERY 4, MASSIVE X, 40’S VERY OWN KEYS, KONTAKT 7, das CRUSH PACK, das MOD PACK, RAUM und iZotope Ozone 10.