Synthwave entstand in den 2000er-Jahren und überführt typische Elemente synthiebasierter 80er-Jahre-Musik in einen neuen Style – mit treibenden Drum-Machine-Beats, pulsierenden Synth-Rhythmen und atmosphärischen Produktionen. Das Spektrum des Genres reicht von langsam und düster-gothisch bis hin zu schnell und poppig und eröffnet dadurch eine riesige musikalische Bandbreite.
In diesem Synthwave-Guide für Einsteiger*innen zeigen wir dir, wie du ein packendes Drum-Pattern programmierst, das den Vibe des Genres perfekt einfängt. Danach erfährst du, wie du unterschiedlichste Synth-Sounds einbindest – von Bässen über Leads bis hin zu Streichern –, um einen nostalgischen Synthwave-Track zu produzieren. Das kann dann so klingen:
Direkt zu den Abschnitten:
- Was ist Synthwave-Musik?
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So machst du einen Synthwave-Track
- Ein Drum-Pattern erstellen
- Einen treibenden Synth-Sound sequenzieren
- Eine Bassline schreiben
- Einen Synth-Sweep modulieren
- Einen Synth für den Rhythmus nutzen
- Einen luftigen Synth-Sound sequenzieren
- Synth-Streicher einsetzen
- Atmosphäre erzeugen
- Ein Drum-Fill einbauen
- Sidechain-Kompression nutzen
- Deinen Track arrangieren
- Deinen Track mastern
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Was ist Synthwave-Musik?
Die Wurzeln von Synthwave liegen in der French-House-Szene der 2000er-Jahre: Artists wie Kavinsky und College hoben die 80er-Einflüsse des Genres mit Tracks wie „Testarossa Autodrive“ und „Teenage Color“ auf das nächste Level.
Dieser Sound inspirierte auch Acts außerhalb der House-Szene wie M83 oder The Midnight und brachte ein neues, synth-zentriertes Genre hervor, das nicht an die relativ engen Tempolimits und DJ-freundlichen Arrangement-Vorgaben von House gebunden war.
Dank populärer Werke mit starkem Synthwave-Einschlag wie Drive und Stranger Things ist das Genre längst fest im Mainstream-Zeitgeist verankert.
Wie nennt man die 80er-Jahre-Ästhetik?
Die beliebte, von den 80er-Jahren inspirierte audiovisuelle Ästhetik der Gegenwart wird als Synthwave bezeichnet und verbindet Einflüsse aus 80er-Jahre-Filmen, Videospielen und Synth-Pop.
Warum ist Synthwave so beliebt?
Man könnte sagen, dass der anhaltende Erfolg von Synthwave auf unserer unerschöpflichen Faszination für die 80er-Nostalgie beruht. Schon 1997 ließen sich die Adam-Sandler-Komödie „The Wedding Singer“ und Electro-Revival-Tracks wie „Space Invaders Are Smoking Grass“ von I-f stark von dem damals erst kurz zurückliegenden Jahrzehnt inspirieren.
Seitdem ist die 80er-Nostalgie allgegenwärtig – auch in der House-Musik, die in den 2000er-Jahren ununterbrochen typische 80er-Elemente aufgriff.
Der Soundtrack zu „Grand Theft Audio: Vice City“ aus dem Jahr 2002 brachte den 80er-Sound einer neuen Generation näher. Kulturelle Meilensteine wie „Drive“ (2011) und „Stranger Things“ (2016) festigten das Jahrzehnt endgültig als fast schon mythische Ära voller Zauber und Authentizität. Wenn du zu den Millennials oder zur Gen Z gehörst, kannst du dich vielleicht gar nicht an eine Zeit erinnern, in der die 80er-Nostalgie nicht zu den prägenden Kultureinflüssen zählte – und genau das erklärt wohl zu einem großen Teil die ungebrochene Beliebtheit von Synthwave.
So produzierst du einen Synthwave-Track
In diesem Tutorial zur Synthwave-Produktion nutzen wir die Neon Drive-Expansion von Native Instruments zusammen mit Komplete Kontrol, Battery 4, Massive, Super 8 und Monark sowie iZotope Ozone 10, um einen epischen Synthwave-Track von Grund auf zu bauen.
1. Ein Drum-Pattern erstellen
Stellen wir das Projekttempo zunächst auf entspannte 100 BPM ein.

Lade Komplete Kontrol auf eine Instrumentenspur und navigiere im Browser dorthin, wo die Neon Drive-Expansion installiert ist.

Wenn du dir nicht sicher bist, wo Neon Drive installiert ist, öffne Native Access, klicke auf Neon Drive und wähle rechts den Reiter „Installation Path“, um den Speicherort der Dateien zu sehen.

Öffne den Ordner „Sounds > Battery Kits“ und lade das Preset „Waiting Game Kit“ per Doppelklick.

Erstelle einen eintaktigen MIDI-Clip und programmiere C1-Kicks auf jeden Beat sowie D1-Snares auf den zweiten und vierten Beat. Sofern nicht anders angegeben, nutzen wir in diesem Tutorial für alle Noten einen Velocity-Wert von 100.

Füge nun G#1-Hi-Hats auf 16tel-Noten mit einer Velocity von 74 hinzu. Entferne die Hi-Hats auf dem zweiten und vierten Beat, damit die Snares genug Raum zum Atmen haben.

Als letzten Feinschliff setzt du eine weitere Hi-Hat mit einer Velocity von 39 auf die letzte 32stel-Note vor dem dritten Beat. Das verleiht dem Ganzen einen dezenten Hauch Funk als Kontrapunkt zum ansonsten straighten Rhythmus.

Um mehr Headroom für weitere Elemente zu schaffen, senkst du die Lautstärke dieser Spur auf -6 dB ab.

2. Einen treibenden Synth-Sound sequenzieren
Zu einem echten Synthwave-Track gehören natürlich fette, sägezahnbasierte Synth-Sounds. Lade eine weitere Instanz von Komplete Kontrol auf eine neue Instrumentenspur – in Neon Drive öffnest du diesmal den Ordner „Sounds > Massive Sounds“. Lade das Preset „Signature“ per Doppelklick.

Programmiere eine treibende Rhythmuslinie auf 16tel-Noten mit den Tönen F1, C2, G#1, A#1 und C2.

Entferne die Noten auf dem ersten Beat jedes Takts. So kommen die dort platzierten Kicks und Snares deutlich besser zur Geltung.

Passe die Lautstärke an die Drum-Spur an, indem du sie auf -6 dB einstellst.

3. Eine Bassline schreiben
Lade Super 8 auf eine neue Instrumentenspur. Öffne den Preset-Browser, klicke auf das Tag „Bass“ und wähle dann das Preset „Circuits“ aus.

Die Bassline folgt dem treibenden Synth-Part, spielt jedoch auf jeder zweiten Achtelnote – so entsteht eine schöne Synkope zur Kick-Drum.

Stelle auch diese Spur auf -6 dB ein, damit sie zu den anderen Elementen passt.

4. Moduliere einen Synth-Sweep
Verleihen wir unseren treibenden Synths und Bass-Synths mit einem epischen Sweep noch mehr Druck. Lade Komplete Kontrol auf einer neuen Instrumentenspur und öffne diesmal das Preset Open Highway aus dem Ordner Sounds > Massive Sounds von Neon Drive.

Dieser Part folgt der treibenden Synth-Linie in vereinfachter Form.

Füge etwas Delay und Reverb hinzu, um den Sound in einen virtuellen Raum zu setzen.

Stelle diese Spur auf -1 dB ein, um sie mit den anderen abzustimmen.

5. Nutze einen Synth für den Rhythmus
In den Bässen und Mitten unseres Mixes passiert schon eine ganze Menge – widmen wir uns als Nächstes den Höhen. Lade Reaktor 6 auf einer neuen Instrumentenspur und öffne Monark über den Player-Tab. Klicke auf die Patch-Liste und wähle das Preset Classic > Neon Delay.

Dieser Patch ist ziemlich laut – senke ihn also direkt auf -11 dB ab, um ihn an die anderen Elemente anzupassen.

Kopiere das hier verwendete 16tel-Noten-Pattern, das zwischen F3, F4 und D#3 wechselt.

Füge einen Hochpassfilter und etwas Reverb hinzu, um dem Sound etwas Wucht zu nehmen und ihn perfekt in den Mix einzubetten.

6. Sequenziere einen Bläser-Synth
Fügen wir einen weiteren Sound für die Höhen hinzu. Lade auf einer neuen Instrumentenspur Reaktor und erneut Monark, wähle diesmal jedoch das Instrument Classic > Clarinet.

Auch dieser Patch ist ziemlich laut – stelle ihn daher auf -15 dB ein.

Programmiere ein Ostinato mit 16tel-Noten auf F3, D#4, C4, F4 und G#3 ein, wie in der Abbildung zu sehen.

Füge auch hier einen Hochpassfilter und Reverb hinzu, damit sich der Sound optimal in den Mix einfügt.

7. Setze Synth-Strings ein
Die meisten bisherigen Sounds waren stark rhythmisch geprägt. Ergänzen wir deshalb einen lang gezogenen Legato-Synth-String-Sound, um klangliche Abwechslung in den Track zu bringen.
Lade auf einer neuen Instrumentenspur Komplete Kontrol und wähle diesmal das Preset Shadows aus dem Ordner Sounds > Massive Sounds von Neon Drive.

Sequenziere diesen Part so, dass er getragene C5- und F4-Noten spielt.

Stelle die Spur auf -4 dB ein, um sie mit den anderen Elementen abzustimmen.

8. Schaffe Atmosphäre
Fügen wir noch ein letztes Synth-Element hinzu, um unser Arrangement noch spannender zu gestalten. Erstelle eine weitere Instrumentenspur, lade Komplete Kontrol darauf und öffne aus dem Ordner Sounds > Massive Sounds von Neon Drive das Preset Westway.

Stelle diese Spur auf -12 dB ein, um sie an die anderen Spuren des Tracks anzugleichen.

Sequenziere eine Note, die über vier Takte hinweg ein F2 spielt.

Das verleiht dem Ganzen eine subtile rhythmische Textur.
9. Verwende ein Drum-Fill
Ein Drum-Fill sorgt dafür, dass das Arrangement im Fluss bleibt. Erstelle eine neue Instrumentenspur und lade erneut Komplete Kontrol. Öffne diesmal den Ordner Samples > Drums > Tom von Neon Drive und ziehe Tom Digitalo 1 und Tom Digitalo 2 auf eine Audiospur.

Stelle die Audiospur auf -14 dB ein.

Spiele Tom Digitalo 1 als 16tel auf dem vorletzten Beat und Tom Digitalo 2 als 16tel auf dem letzten Beat.

Öffne nun den Ordner Samples > Drums > Cymbal und ziehe Crash Digital auf den ersten Beat einer neuen Audiospur.

Stelle diese Spur auf -16,5 dB ein.

10. Nutze Sidechain-Kompression
Die Beats sollen sich druckvoll im Mix durchsetzen – fasse daher alle Spuren außer den Beats in einer Gruppe zusammen.

Füge der Gruppenspur einen Kompressor hinzu und route die Drum-Spur auf seinen Sidechain-Eingang. Wir verwenden hier eine Threshold-Einstellung von -22 dB.

11. Arragiere deinen Track
Für das Arrangement beginnen wir mit den Beats- und Atmos-Spuren. Der Rhythmus-Synth setzt in Takt 5 ein, der Sweep-Synth in Takt 9 und der Bläser-Synth in Takt 13.
In Takt 17 kommen die Drive- und Bass-Synths ins Spiel, bevor die Strings in Takt 25 für zusätzliche Dynamik sorgen.
In Takt 33 setzen die Bläser- und String-Spuren aus, gefolgt vom Sweep in Takt 41.
Hier ist das gesamte Arrangement:

12. Mastere deinen Synthwave-Track
Damit unser Track laut und satt klingt, setzen wir auf den iZotope Ozone 10 Maximizer. Lade ihn auf deine Master-Spur und senke den Threshold auf -7 dB ab.

Starte noch heute mit Synthwave
Jetzt weißt du, wie du deinen eigenen Synthwave-Track von Grund auf produzierst. Wenn du mehr erfahren willst, wirf einen Blick in unsere Guides zur Musikproduktion, zum Beatmaking und zur Produktion eines Dubstep-Tracks.
Für passende Instrumente, Effekte und Expansions wirf unbedingt einen Blick auf die Expansion Neon Drive sowie Komplete 14, Battery 4, Massive, Super 8, Monark und iZotope Ozone 10.