Wenn du gerade erst mit dem Musikmachen anfängst und nach kostenloser Musiksoftware suchst, ist Komplete Start der ideale Einstieg. Alles, was du brauchst, ist eine DAW – und Komplete Start von Native Instruments liefert dir alle Beats, Loops, Instrumenten-Sounds und Effekte, die du brauchst, um großartige Musik zu machen.
In diesem Guide zeigen wir dir, wie du mit der kostenlosen Software NI Komplete Start Musik machst – inklusive des neuen Massive X Player und Kontakts neuen Tools Leap, Chords und Patterns.
In diesem Tutorial bauen wir einen emotionalen Ambient-Jungle-Track – der perfekte Weg, um die makellosen Synth-Sounds des Massive X Player und die riesige Auswahl an Drum-Beats und Instrumenten-Presets in Kontakt zu präsentieren.
Direkt zum Thema:
- Ist Komplete Start komplett kostenlos?
- Was ist in Komplete Start enthalten?
- Einen Song mit Komplete Start produzieren
- Jetzt kostenlos Musik machen mit Komplete Start
Um diesem Walkthrough zu folgen, brauchst du den Massive X Player, Kontakt 8 Player, Leap Acoustic Drums, Kontakt Factory Selection 2, Hypha, Ethereal Earth, Analog Dreams, Raum und den iZotope Ozone EQ – all das ist in Komplete Start enthalten.
Ist Komplete Start komplett kostenlos?
Komplete Start ist komplett kostenlos. Es dient als Einstieg in die Welt der branchenführenden virtuellen Instrumente und Effekte von Native Instruments und bietet dir eine breite Auswahl an Sounds und Processing-Tools für deine ersten Schritte.
Was ist in Komplete Start enthalten?
Komplete Start enthält eine Fülle an Instrument-Plug-ins: Massive X Player mit der Bass Music Essentials-Expansion, Kontakt 8 Player mit den Leap-Expansions Lo-fi Vibes und Acoustic Drums sowie die Instrumente Analog Dreams, Hypha, Ethereal Earth, Jacob Collier Audience Choir, Irish Harp, Yangqin und Factory Select 2.
Zu den Effekten gehören Raum, Guitar Rig 7 Player, iZotope Trash Lite, Supercharger und Replika sowie iZotope Vinyl, Ozone Imager und Ozone EQ.
Einen Song mit Komplete Start produzieren
Schauen wir uns an, wie du mit Komplete Start kostenlos Musik machst.
1. Start mit einem Drum-Beat
Stellen wir zuerst das Projekttempo auf 160 BPM ein.

Projekttempo auf 160 BPM einstellen
Wir beginnen mit einem Drum-Beat als Fundament für unseren Track. Lade Kontakt auf eine MIDI-Spur, klicke dann auf Leap und wähle Acoustic Drums aus. Leap ist ein Sample-basiertes Live-Performance-Tool für spontanes Jammen in Kontakt.
Doppelklicke rechts in der Liste der Leap-Presets auf Funk E Kit, um es zu laden.

Dieses Kit bietet dir eine Auswahl an Drum-Loops. Sequenziere die Note D4 so, dass sie vier Takte lang auf jedem Takt beginnt. Für dieses Tutorial verwenden wir durchgehend Velocity-Werte von 100, sofern nicht anders angegeben.

Bauen wir den Drum-Beat mit einem weiteren Layer aus. Füge eine weitere MIDI-Spur hinzu und lade dieses Mal das Angst Kit aus der Leap-Expansion Acoustic Drums.

Sequenziere diesmal drei Takte G3, gefolgt von einem Takt A3.

Unsere Beats beißen sich etwas im Low-End – Zeit für einen Equalizer. Lege den iZotope Ozone EQ auf die Spur des Angst Kit. Bewege den Mauszeiger über die EQ-Kurve und klicke bei etwa 2 kHz auf das Plus-Symbol.

Klicke im Info-Panel des EQ-Bands auf „Bell“ und wähle stattdessen die Kurvenform „High-Pass > Flat“.

Doppelklicke jetzt auf den Slope-Parameter und stelle ihn auf 6 dB ein.

Wenn wir das Low-End des Angst Kit herausfiltern, klingt das Ganze gleich viel aufgeräumter.
Als Nächstes fügen wir einen Snare-Sound hinzu, um den Beat noch druckvoller zu machen. Lade Kontakt auf eine neue Spur. Wähle dieses Mal die Kontakt-Library und stelle die Bank auf „Vintage“. Doppelklicke auf das Preset Drum Machines – 606, um es zu laden.

Die Snare der 606 liegt auf D2. Sequenziere sie so, dass sie auf dem zweiten und vierten Beat jedes Takts spielt.

Das gibt der Snare mehr Durchsetzungskraft – und schon haben wir einen treibenden Beat, der bereit für musikalische Elemente ist.
2. Akkorde erstellen
Nutzen wir Kontakts Chords-Tool, um eine Akkordfolge zu erstellen.
Kontakts Tools Chords und Phrases sind besonders einsteigerfreundlich und helfen dir dabei, Akkordfolgen und Instrumental-Parts schnell und unkompliziert zu erstellen.
Lade Kontakt auf eine neue MIDI-Spur und wähle dieses Mal das Instrument Piano Uno. Doppelklicke auf das Preset Piano Uno, um es zu laden.

Wähle nun im linken Bereich „Tools“ und dort das Chords-Tool aus. Doppelklicke auf das Preset Chill, um es zu laden.

Damit stehen dir sieben vordefinierte Akkorde zur Verfügung. Du kannst sie über die MIDI-Noten C bis B spielen. Sequenzieren wir nun eine gefühlvolle, achttaktige Akkordfolge.

Duplizieren wir unseren viertaktigen Beat, damit er über die gesamte achttaktige Akkordfolge läuft.

Den Beat duplizieren
So klingen Beat und Akkorde zusammen:
Klingt schon cool – aber noch besser wäre ein Synth-Sound aus dem Massive X Player anstelle des schlichten Presets Piano Uno. Zum Glück geht genau das!
Mit dem Chords-Tool kannst du jeden Akkord per Drag-and-Drop auf eine MIDI-Spur ziehen. Genau das nutzen wir, um einen MIDI-Clip zu erstellen, mit dem sich jedes beliebige Instrument ansteuern lässt. Ziehe das erste Pad auf eine neue MIDI-Spur – dadurch entsteht ein neuer MIDI-Clip.

Ziehe nun den fünften, dritten und vierten Akkord heraus, um den ersten Teil der Akkordfolge aufzubauen.

Ziehe jetzt noch den ersten, fünften, siebten und sechsten Akkord per Drag-and-Drop herüber, um die Akkordfolge zu vervollständigen.

Lade auf diese MIDI-Spur eine Instanz des Massive X Player und doppelklicke auf das Preset Gaelic Chimes, um es zu laden.

So erhält unsere Akkordfolge einen viel atmosphärischeren Charakter – perfekt für unseren Track.
Das hat super funktioniert! Die Spur mit Piano Uno und dem Chords-Tool können wir jetzt löschen – sie wird nicht mehr gebraucht.

Hören wir uns den Beat und die Akkordfolge mit Gaelic Chimes zusammen an.
Die Akkorde übertönen den Beat im Mix etwas – drehen wir sie auf -9 dB herunter.

Jetzt, wo die Akkordfolge steht, kümmern wir uns um die Bassline.
3. Eine Bassline bauen
Füge eine weitere MIDI-Spur mit einer Instanz des Massive X Player hinzu und lade diesmal das Preset Rounded Boy.

Stelle diese Spur auf -10,3 dB ein.

Kopiere die viertaktige Bassline, die wir hier verwendet haben, und loope sie, sodass sie über die gesamte achttaktige Akkordfolge läuft.

Einfach, aber wirkungsvoll. Machen wir uns als Nächstes an eine Lead-Line.
4. Eine Lead-Line komponieren
Für unsere Lead-Line nehmen wir ein anderes Instrument. Lade auf einer neuen MIDI-Spur Kontakt und wähle das Instrument Hypha aus. Klicke doppelt auf das Preset Applied Chemistry.

Kopiere diese Lead-Line, die über acht Takte läuft.

Dieses Preset hat bereits einen integrierten Reverb – aber da wir mit Raum einen extrem mächtigen Reverb im Toolkit haben, nutzen wir doch lieber diesen. Klicke zuerst in Kontakt auf den FX-Button, um Hyphas FX-Page zu öffnen.

Klicke nun auf den Power-Button des Convolution-Effekts, um ihn zu deaktivieren.

Jetzt klingt das Preset deutlich trockener.
Füge nun hinter Kontakt den Reverb Raum ein und wähle das Preset Large > Disintegration.

Dadurch erhält das Preset Applied Chemistry eine riesige, dichte Hallfahne.
Stelle diese Spur auf -5,3 dB ein.

Hören wir uns das Ganze einmal zusammen an.
Nachdem die Lead-Line steht, bauen wir nun eine Gegenmelodie.
5. Eine Gegenmelodie erstellen
Erstelle eine neue MIDI-Spur mit einer Instanz von Kontakt, wähle diesmal das Instrument Ethereal Earth und das Preset Airy Bells.

Kopiere das viertaktige Pattern, das wir hier verwendet haben: Nutze eine Velocity von 100 für die hohen G#5-Noten und 62 für die übrigen Noten. Loope diesen Part, sodass er über die vollen acht Takte läuft.

Drehe den Echo-Regler von Airy Bells ganz auf 0 herunter.

Füge nun Raum hinzu und wähle das Preset Large > Dreamy Synth.

Dadurch klingt das Preset Airy Bells deutlich atmosphärischer.
Stelle diese Spur auf -18,3 dB ein.

Hören wir uns das Ganze jetzt im Kontext an.
Wir haben hier schon ein starkes Zusammenspiel verschiedener Elemente – aber um mehr Material für unser Arrangement zu haben, fügen wir noch ein paar Sounds hinzu.
6. Einen Rhythmus-Synth erstellen
Füge eine weitere MIDI-Spur mit Kontakt hinzu und wähle diesmal das Instrument Analog Dreams. Klicke doppelt auf das Preset Grass Brain, um es zu laden.

Wir nutzen Kontakts Patterns-Tool, um diesen Sound zu spielen, was ihm automatisch einen rhythmischen Charakter verleiht. Klicke links im Menü auf den Tools-Button und wähle das Patterns-Tool aus.

Klicke doppelt auf das Preset Pillars, um es zu laden.

Sequenziere einen F#-Moll-Akkord, der über die gesamten acht Takte läuft.

Das Preset des Patterns-Tools spielt den Sound rhythmisch ab.
Füge Raum auf der Spur hinzu und wähle das Preset Medium > Guitar Rehearsal. Das verleiht unserem Sound-Design eine schöne räumliche Tiefe.

Stelle diese Spur jetzt auf -11,8 dB ein.

Hören wir uns diesen Sound zusammen mit den anderen Elementen an.
7. Einen Stab hinzufügen
Füge eine MIDI-Spur hinzu und lade diesmal Massive X Player. Wähle aus der Preset-Liste Beyond The Corner.

Sequenziere den Part so, dass am Anfang des ersten und fünften Takts F#2-Stabs erklingen sowie am Ende des Clips ein A2 und B2.

Wenn du das Interface des Instruments bei der Wiedergabe geöffnet lässt, wirst du sehen, dass die Modulationsquelle Animator alle Macros am unteren Bildschirmrand steuert.

Passen wir diese Modulation ein wenig an. Klicke zuerst auf die Modulationsform in der Mitte links, um die Bewegung der Modulationsquelle zu verändern.

Das sorgt für eine einfachere Bewegung und einen ruhigeren Sound. Schalte außerdem die Reverb-Level-Modulation aus, indem du auf den orangefarbenen Button über dem Macro klickst und das Macro ganz herunterdrehst.

Verleihen wir dem Ganzen noch einen passenden Reverb mit Raum. Füge Raum auf der Spur hinzu und wähle das Preset Large > Cosmic Keys.

Stelle die Spur nun auf -6 dB ein, um sie mit den anderen Elementen abzustimmen.

So klingt dieser Part im Kontext.
Jetzt haben wir reichlich Elemente beisammen – arrangieren wir also unseren Track.
8. Den Track arrangieren
Kopiere das Arrangement, das wir hier verwendet haben.

Es beginnt mit dem rhythmischen Synth und fügt nach und nach Elemente hinzu, bis Drums und Bass in Takt 25 droppen.
Kurz davor setzen die Beats aus, und ein kurzer Teaser des Stabs leitet gekonnt in den Drop über.

Im weiteren Verlauf des Arrangements kommen alle acht Takte neue Elemente hinzu oder fallen weg, damit es spannend bleibt.
Kostenlos Songs produzieren mit Komplete Start
In diesem Tutorial haben wir dir gezeigt, wie du mit nur wenigen der leistungsstarken Instrumente und Effekte aus Komplete Start kostenlos deine eigene Musik machst.