|Tim Cant

Was ist Amapiano? Geschichte und wie du es produzierst

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amapian music feature

Neben Afrobeats erobert gerade eine weitere House-Sensation die Welt – aber was genau ist Amapiano? Langsamere Tempi, groovige Percussion-Ensembles und unverwechselbare Basslines machen Amapiano perfekt für den Dancefloor genauso wie für entspanntere Settings. Seit seinen Anfängen in Südafrika vor wenigen Jahren hat sich Amapiano rasant zu einem landesweiten und schließlich globalen Phänomen entwickelt – vorangetrieben von Artists wie Kabza De Small und DJ Maphorisa, die das Genre in den Mainstream brachten.

In diesem Guide zum entspannten Musikstil schauen wir uns an, was Amapiano bedeutet, woher das Genre stammt und mit welchen Instrumenten es produziert wird.

Direkt zu den Abschnitten springen:

In diesem Tutorial zur Amapiano-Produktion nutzen wir Komplete Kontrol, Global Shake, Massive X, Electric Keys – Diamond von Native Instruments und iZotope Ozone 11 – alle enthalten in Komplete, dem unverzichtbaren Musikproduktions-Bundle mit allem, was du brauchst, um die Musik zu machen, die dir am Herzen liegt.

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Was ist Amapiano?

Amapiano ist ein elektronisches, mit Deep House verwandtes Genre aus Südafrika. Der Name stammt vom Zulu-Wort für „die Klaviere“. Beeinflusst vom klassischen südafrikanischen Kwaito-House und dem Deep House der 90er-Jahre zeichnet sich Amapiano durch groovende, percussionlastige Beats um die 110 BPM, samtige E-Pianos, Streicher und Synth-Akkorde aus. Zu den markantesten Elementen des Genres gehören die satten, runden Basslines im analogen Stil.

Das Genre entstand in den 2010er-Jahren in den Townships von Pretoria und Johannesburg aus den lokalen House-Szenen. Zunächst verbreitete es sich über File-Sharing-Apps und eine engagierte DJ-Kultur an der Basis, bevor seine Popularität um 2019 förmlich explodierte.

Amapiano umfasst vielfältige Subgenres, die den Sound mal mehr in Richtung HipHop, mal in poppige oder EDM-geprägte Gefilde lenken.

Amapiano produzieren: Schritt für Schritt

1. Drum-Beat erstellen

Beginnen wir unsere Produktion damit, das Projekttempo auf 114 BPM einzustellen.

Projekttempo einstellen

Mit Sounds aus der Global Shake-Expansion lässt sich ein Amapiano-Beat im Handumdrehen bauen. Lade Komplete Kontrol auf einer MIDI-Spur, klicke auf den Loop-Button und wähle die Global Shake-Expansion aus, um die enthaltenen Loops in der Liste rechts anzuzeigen. Mit einem Doppelklick auf Drums[100] Awave 1 lädst du den Loop.

Drum-Loop laden

Dieser funky Percussion-Loop liefert das Fundament für einen Groove, auf dem unser Track aufbauen kann. Sequenziere den Loop so, dass er vier Takte lang auf C4 getriggert wird. Wenn nicht anders angegeben, nutzen wir in dieser Anleitung durchgehend einen Velocity-Wert von 100.

Drum-Loop sequenzieren

Stelle diese Spur auf -6 dB ein, damit wir im Mix genug Headroom für weitere Elemente haben.

Drum-Loop leiser stellen

Als Nächstes fügen wir eine Kick-Drum hinzu, die den Beat stützt. Lade auf einer neuen MIDI-Spur eine weitere Instanz von Komplete Kontrol. Klicke diesmal auf One-shot, wähle Global Shake und lade mit einem Doppelklick den Sound Kick Eightfour 1.

Kick-Drum-Sample laden

Sequenziere den Sound so, dass er über vier Takte hinweg auf jedem Beat spielt.

Kick-Drum-Sample sequenzieren

Stelle diese Spur ebenfalls auf -6 dB ein, um sie mit dem Drum-Loop abzustimmen.

Kick-Drum-Sample im Mix anpassen

Zum Abschluss unseres Drum-Beats fügen wir noch Shaker hinzu. Erstelle eine weitere MIDI-Spur, wähle in Komplete Kontrol diesmal Loop sowie Global Shake aus und lade Shaker[100] Global 13 per Doppelklick.

Shaker-Loop laden

Sequenziere auch diesen Loop so, dass er vier Takte lang auf C3 spielt.

Shaker-Loop sequenzieren

Stelle auch diese Spur auf -6 dB ein.

Shaker-Loop im Mix anpassen

2. Akkorde komponieren

Da das rhythmische Fundament für unseren Track nun steht, widmen wir uns der Akkordfolge. Lade auf einer neuen MIDI-Spur Komplete Kontrol, wähle diesmal Electric Keys – Diamond und lade das Preset „60’s Suitcase Tremolo“.

E-Piano-Sound laden

Stelle diese Spur auf -3 dB ein, um die Lautstärke an die anderen Elemente anzupassen.

E-Piano-Sound im Mix anpassen

Kopiere die Akkordfolge, die wir hier verwendet haben: Fmin7, C#maj7, G#maj7 und Gmin7. Verwende für diesen Sound einen Velocity-Wert von 55 – so erhält er eine samtige Klangfarbe, die perfekt zu Amapiano passt.

E-Piano-Sound sequenzieren

Bringen wir etwas Abwechslung in die Akkordfolge: Füge am Ende des ersten Akkords einen G#maj7 ein, am Ende des zweiten Akkords einen Fmin7 und am Ende des dritten Akkords einen weiteren G#maj7.

Akkordfolge ausschmücken

Layern wir das E-Piano mit einem Pad für eine vollere Klangfarbe. Füge auf einer neuen MIDI-Spur Massive X hinzu. Klicke auf den Preset-Namen, um den Browser zu öffnen, wähle das Tag „Synth Pad“, um die Suchergebnisse zu filtern, und lade per Doppelklick das Preset „Deep Blue“.

Pad-Preset laden

Stelle diese Spur auf -13,5 dB ein, um sie an die anderen Elemente anzupassen.

Pad-Preset im Mix anpassen

Dupliziere nun den MIDI-Clip der E-Piano-Spur auf diese Spur, damit sie dieselbe Akkordfolge spielt.

E-Piano-MIDI duplizieren

3. Bassline bauen

Lade Massive X auf einer neuen MIDI-Spur. Wähle diesmal im Browser das Tag „Bass“ und lade das Preset „Beach Walker“ per Doppelklick.

Bass-Sound laden

Dieser Sound hat für unseren Track etwas zu viele Mitten und Höhen – drehe daher den Freq-Regler (Frequenz) im Filter-Panel auf etwa 20 Hz herunter.

Filter-Cutoff-Frequenz anpassen

Stelle diese Spur auf -6 dB ein.

Bass-Sound im Mix anpassen

Kopiere die Bassline, die wir hier verwendet haben – sie orientiert sich an den Grundtönen der Akkorde.

Bass-Sound sequenzieren

4. Lead-Line hinzufügen

Als letztes Element erstellen wir einen Lead-Sound. Füge auf einer neuen Spur Massive X hinzu, wähle diesmal im Browser das Tag „Mallet Instruments“ und lade das Preset „Organic Log“.

Lead-Sound laden

Stelle diese Spur auf -6 dB ein.

Lead-Sound im Mix anpassen

Kopiere den hier verwendeten MIDI-Part oder erstelle deine eigene Lead-Line.

Lead-Sound sequenzieren

Jetzt haben wir alle Elemente für unseren Track beisammen – bauen wir nun das Arrangement.

5. Das Arrangement

Kopiere das Arrangement, das wir hier gebaut haben: Es beginnt mit einem reinen Drum-Intro und fügt alle vier oder acht Takte schrittweise neue Elemente hinzu oder nimmt welche heraus, um für Spannung zu sorgen.

Das Arrangement

6. Mastering

Nutzen wir den Mastering Assistant von iZotope Ozone 11, um schnell ein Master zu erstellen. Lade

Ozone 11 auf den Master-Bus und klicke auf den Button „Assistant View“.

Plug-in-Bedienoberfläche von iZotope Ozone 11 in der Assistant View

Ozone 11 fordert dich auf, die lauteste Stelle deines Mixes abzuspielen. Starte die Wiedergabe also ab Takt 21, wo alle musikalischen Elemente gleichzeitig erklingen. Das Plug-in analysiert das Eingangssignal automatisch und erstellt eine individuelle Mastering-Kette. Dadurch wird der Pegel des Tracks deutlich angehoben – achte also darauf, dass deine Lautsprecher oder Kopfhörer nicht zu laut eingestellt sind.

Die individuelle Mastering-Kette

Wähle als Mastering-Target „Pop“, um einen noch präsenteren Sound zu erzielen.

Auswahl des Pop-Targets

Leg direkt mit Amapiano los

In diesem Tutorial haben wir dir gezeigt, wie du mit Instrumenten aus Komplete einen Amapiano-Track von Grund auf produzierst.

Jetzt hast du ein Gefühl für das Genre bekommen: Öffne deine DAW und fang noch heute an, deine eigene Amapiano-Musik zu machen.

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