Deep House ist ein Subgenre der House-Musik, das in den 80er-Jahren entstand und in den letzten Jahren immer beliebter wurde. In diesem Tutorial zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du einen kompletten Deep-House-Track produzierst – von der Auswahl der passenden Sounds und Samples über das Arrangement bis hin zum Mixing und Mastering, damit dein Track am Ende so klingt:
Egal, ob du gerade erst anfängst oder schon Erfahrung im Produzieren hast: Dieses Tutorial liefert dir alle Tools und Techniken, die du brauchst, um Deep House zu produzieren. Legen wir los!
Erfahre mehr über die Produktion von Deep House:
Was ist Deep-House-Musik?
So produzierst du einen Deep-House-Track:
Was ist Deep-House-Musik?
Ursprünglich beschrieb der Begriff den entspannten, musikalischen House-Stil von Größen wie Larry Heard und Kerri Chandler. In den 2010er-Jahren wurde „Deep House“ dann aber auch zum Synonym für synthesizerlastigen Club-House mit oft kommerziellerem Einschlag.
Typisch für das Deep-House-Genre sind kräftige Basslines, Orgel-Riffs, Synth-Licks, Vocals und House-Beats mit einer Prise Swing. Das Deep-House-Tempo liegt meist im unteren bis mittleren 120-BPM-Bereich, und die Tracks stehen gewöhnlich in einer Moll-Tonart.
In diesem Einsteiger-Guide zur Deep-House-Produktion zeigen wir dir, wie du mit KOMPLETE KONTROL, BATTERY 4, MASSIVE X und der ELASTIC THUMP-Expansion einen Deep-House-Track von Grund auf aufbaust – gemastert mit Unterstützung von iZotope Ozone 10.
So produzierst du Deep House
1. Drums
Wie in allen Subgenres der House-Musik spielen die Drums auch im Deep House die zentrale Rolle. Stelle zunächst dein Projekttempo auf 124 BPM ein.

Wir wollen ganz gezielt Sounds aus der ELASTIC THUMP-Expansion nutzen. Klicke also in KOMPLETE KONTROL links auf den Files-Tab und navigiere zu dem Pfad, an dem die Expansion auf deiner Festplatte installiert ist.

Wenn du dir nicht sicher bist, wo sich dieser Ordner auf deinem Computer befindet, öffne Native Access, gehe zur Kategorie Installed Products, wähle Elastic Thump aus und klicke auf den Tab Installation Path.

Im Sounds-Ordner findest du die Patches von ELASTIC THUMP nach Instrumenten sortiert. Öffne den Ordner Battery Kits, um eine Liste der verfügbaren Kits zu sehen. Wir nehmen ein solides, typisches House-Kit: Öffne das Asparagus Kit per Doppelklick.

Setze über zwei Takte hinweg auf jeden Beat eine Kick-Drum mit einer Velocity von 100.

Die restlichen Drums (unsere „Tops“) legen wir auf eine separate Spur, damit wir die Kick problemlos isoliert als Sidechain-Eingangsquelle nutzen können. Lade eine weitere Instanz von KOMPLETE KONTROL auf eine neue Spur und lade erneut das Asparagus Kit. Setze diesmal auf jeden geraden Beat D#1-Claps sowie genau zwischen die Beats F#1-Shaker und G#1-Open-Hats. Die Open-Hats sollten etwas leiser sein – wir haben hier eine Velocity von 83 gewählt.

Fügen wir nun noch Shaker mit etwas Swing vor dem vierten Beat des ersten Takts und nach dem dritten Beat des zweiten Takts hinzu. Verschiebe sie um etwa eine halbe Sechzehntelnote nach hinten, um dieses groovige Swing-Feeling zu erzeugen.

Stelle die Kick-Spur auf -2 dB ein, um sicherzustellen, dass genug Headroom für weitere Elemente bleibt.

2. Chords
Bauen wir als Nächstes eine Akkordfolge als musikalisches Fundament. Lade MASSIVE X auf eine neue Spur, öffne den Browser und wähle das Synth Pad-Tag aus. Lade das Preset Vintage Pro per Doppelklick.

Das ist ein weiches, analog klingendes Synth-Pad, das unseren Akkorden einen coolen Vibe verleiht. Programmiere eine zweitaktige Sequenz mit den Akkorden F-Moll und Es-Dur.

Damit sich die Beats und der Lead-Sound im Mix optimal durchsetzen, senken wir die Mitten und Höhen des Pads mit einem Tiefpassfilter bei 400 Hz ab.

Stelle die Spur nun auf -8,3 dB ein, um sie klanglich an den Beat anzupassen.

3. Bass
Lade eine weitere Instanz von MASSIVE X, wähle diesmal das Bass-Tag aus und lade das Preset D Arcelious.

Das liefert eine druckvolle, getragene Bassline im Reese-Bass-Stil. Programmiere eine zweitaktige Bassline, die dem Grundton der Akkorde folgt und im dritten Takt auf die Terz wechselt.

Stelle diese Spur auf -0,9 dB ein, um sie mit den anderen Elementen abzustimmen.

Fügen wir eine Orgel hinzu, um dem Part mehr Rhythmus zu verleihen. Wähle in einer weiteren Instanz von MASSIVE X das Organ-Tag aus und lade das Preset Organ House.

Programmiere ein rhythmischeres Pattern, das dem Grundton der Bassline folgt.

Um der Spur noch mehr Rhythmus und Atmosphäre zu verleihen, füge einen Delay-Effekt hinzu, der auf punktierte Achtelnoten synchronisiert ist.

Stelle diese Spur auf -6,6 dB ein, um sie mit den anderen Elementen abzustimmen.

4. Synths
Fügen wir weitere Synth-Elemente hinzu. Lade eine weitere Instanz von MASSIVE X, wähle diesmal das Synth Leads-Tag aus und lade das Preset Apricot Pop.

Setze direkt an den Anfang der Sequenz einen Stab, der den Grundton spielt.

Dieser Sound klingt etwas zu hell. Dreh also den Filter Frequency-Regler in MASSIVE X etwas herunter, um ihn weicher zu machen.

Füge ein Delay hinzu – diesmal wieder auf punktierte Achtelnoten eingestellt.

Stelle die Lautstärke auf -1,5 dB ein, um den Synth im Mix auszubalancieren.

Unser Mix bietet noch reichlich Platz – fügen wir also ein etwas komplexeres, aber dennoch zurückhaltendes Mitten-Element hinzu. Wähle diesmal in MASSIVE X das Tag „Synth Lead“ aus und lade das Preset „Minor Hit“.

Sequenziere diesen Dub-Techno-artigen Stab so, dass er auf dem ersten Akkord den Grundton spielt und auf dem letzten Akkord zweimal die große Sexte anschlägt. Dieser schlichte Lick ist keine hochkomplexe Melodie, aber genau durch diesen reduzierten Ansatz bleibt der lässige Deep-House-Vibe erhalten.

Füge ein Delay hinzu, diesmal synchronisiert auf Viertelnoten.

Auch dieses Patch ist etwas zu hell. Dreh also die Filter Frequency in MASSIVE X herunter, um einen weicheren Sound zu erhalten.

5. Soundeffekte
ELASTIC THUMP enthält auch einige Soundeffekt-Samples. Öffne eine weitere Instanz von KOMPLETE KONTROL und navigiere diesmal in den Ordner Samples > One Shots > SFX der Expansion. Hier kannst du dir die enthaltenen Effekt-Samples vorhören, indem du auf die jeweiligen Dateinamen klickst.
Du kannst diese Samples deinem Projekt auf eigenen Audiospuren hinzufügen, indem du sie ins Arrangement ziehst. Ziehe SFX Lifted und SFX Risenshine 11 auf jeweils eine eigene Audiospur. Stelle die Lautstärke der Spur „SFX Lifted“ auf -14 dB ein.

Platziere SFX Lifted auf dem zweiten Beat des ersten Takts, während SFX Risenshine 11 im zweiten Takt spielt.

Wende dieselben Einstellungen für ein Viertelnoten-Delay auf beide Spuren (SFX Lifted und SFX Risenshine 11) an.

6. Sidechain-Kompression
Damit sich die Kick-Drum im Mix durchsetzt, route alle Nicht-Drum-Elemente des Projekts auf eine Gruppenspur. Lege einen Kompressor-Effekt auf diese Gruppe und stelle den Eingang für die Sidechain-Kompression auf die Kick-Drum-Spur ein.

Dadurch setzt sich die Kick druckvoll im Mix durch und der Track wirkt insgesamt lauter.
7. Arrangement
Beginne das Arrangement mit den Beats und Akkorden. Füge in Takt 9 die Orgel und in Takt 17 den ersten Lead-Sound hinzu, um den Aufbau bis zum Drop zu gestalten. SFX Risenshine 11 ist alle 16 Takte zu hören und fungiert als subtiler Riser-Effekt.

Sobald der Bass einsetzt (der Drop), spielen wir auf dem darauffolgenden Beat SFX Lifted ab, um den Wechsel zu betonen. Im nächsten achttaktigen Abschnitt kommt der zweite Lead-Sound hinzu.

Nun sind alle Elemente eingeführt. Im restlichen Arrangement werden sie in verschiedenen Kombinationen eingesetzt, um für Abwechslung zu sorgen.

Hier ist das komplette Arrangement.

8. Mastering
Wir haben währenddessen schon ein grundlegendes Mixing vorgenommen. Um ein lautes Master zu erzielen, laden wir iZotope Ozone 10 Maximizer auf die Masterspur. Stelle den Threshold auf -4,5 dB, Character auf 0,00 und den Mode auf IRC IV ein, um einen druckvollen, satten Sound zu bekommen.

Und so klingt unser fertiger Deep-House-Track!
Produziere deine eigenen Deep-House-Tracks
Hier hast du gesehen, wie du von Grund auf deinen eigenen Deep-House-Track produzierst. Wenn du noch tiefer einsteigen möchtest, schau dir unsere Blogbeiträge darüber an, wie man House produziert, entdecke die besten MASSIVE-Presets für Deep House oder lies unser ultimatives Beatmaking-Tutorial.
Passende Instrumente, Effekte und Expansions findest du in den Demoversionen von BATTERY 4 und MASSIVE X, in der Expansion ELASTIC THUMP, in KOMPLETE KONTROL und in iZotope Ozone 10.