Drum and Bass ist ein temporeicher Dance-Music-Stil, der in den frühen 90er-Jahren aus der britischen Hardcore-Rave-Szene hervorging – voller Energie und Intensität, die das Genre bis heute prägen. In diesem Guide erfährst du, was Drum and Bass ausmacht, wo seine Wurzeln liegen und wie du Schritt für Schritt deinen eigenen Drum and Bass-Track produzierst – mit einigen der besten Production-Tools auf dem Markt. Lerne, wie du komplexe Drum-Pattern, tiefe, druckvolle Basslines und legendäre DnB-Sounds schraubst, die zum Beispiel so klingen können:
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- Was ist Drum and Bass?
- Was macht Drum and Bass aus?
- Zählt Drum and Bass zu EDM?
- Drum and Bass produzieren: Schritt für Schritt
In diesem Walkthrough nutzen wir Native Instruments Komplete Kontrol, Battery 4, Massive, Massive X, Monark, Raum und Replika XT sowie die Rolling Tides-Expansion und iZotope Ozone, um einen kompletten Drum and Bass-Track von Grund auf zu produzieren.
Was ist Drum and Bass?
Drum and Bass (oft als D&B oder DnB abgekürzt) ist ein Genre der elektronischen Musik, das Anfang der 1990er-Jahre in Großbritannien entstand. Früher Drum and Bass, auch bekannt als Jungle, basierte vor allem auf beschleunigten Breakbeats, wuchtigen Basslines und atmosphärischen Samples.
Im Laufe der Zeit setzten Produzent*innen neben oder anstelle traditioneller Jungle-Breaks zunehmend auf programmierte One-Shot-Drums und bauten vermehrt Synthesizer-Elemente ein.
Auch im 21. Jahrhundert entwickelte sich Drum and Bass kontinuierlich weiter und brachte neue Subgenres hervor. Zu den beliebtesten Stilen gehören heute der druckvolle Jump-Up, der technisch anspruchsvolle Neurofunk und der vom Soul beeinflusste Liquid Funk.
Was macht Drum and Bass aus?
Drum and Bass ist ein dynamisches Genre der elektronischen Musik, das sich vor allem durch sein hohes Tempo auszeichnet – typischerweise zwischen 160 und 170 BPM. Charakteristisch sind beschleunigte Funk- und HipHop-Breakbeats, wobei moderne Tracks genauso oft auf synthetische One-Shot-Drum-Sounds setzen – entweder als Ergänzung oder als kompletter Ersatz für klassische Breaks.
Die musikalischen Einflüsse von Drum and Bass sind enorm vielseitig und reichen von Funk, Soul, Jazz, Reggae und Dub über Techno und Hardcore-Rave bis hin zu Metal und HipHop.
Zählt Drum and Bass zu EDM?
Drum and Bass ist zweifellos eine Form von „Electronic Dance Music“. Allerdings haftet dem Begriff „EDM“ im heutigen Sprachgebrauch oft der Ruf an, rein synthetisch, übertrieben aggressiv und vor allem kommerziell ausgerichtet zu sein.
Während das auf einige härtere Subgenres zutreffen mag, gibt es im Drum and Bass unzählige tiefgründige, atmosphärische und filigrane Richtungen – darunter Atmospheric Drum and Bass, Autonomic DnB oder Liquid Funk.
Drum and Bass produzieren: Schritt für Schritt
Nachdem wir geklärt haben, was Drum and Bass ausmacht, geht es jetzt an die Praxis: Schauen wir uns an, wie du deinen eigenen Drum and Bass-Track baust.
1. Einen Drum-Beat bauen
Stelle als Erstes das Projekttempo in deiner DAW auf 174 BPM ein.

Lade Komplete Kontrol auf einer neuen MIDI-Spur und klicke auf den Loops-Button.

Gib im Suchfeld „jazzysouls“ ein. Wenn du die Rolling Tides-Expansion installiert hast, taucht Break[174] JazzySouls in den Suchergebnissen auf. Lade den Loop per Doppelklick.

Programmiere diesen Loop so, dass er über vier Takte lang die Note C3 spielt.

Dieser Breakbeat-Loop liefert sofort das klassische Jungle-Feeling. Für einen zeitgemäßen Drum and Bass-Sound wollen wir ihn aber noch mit ein paar druckvollen One-Shots verstärken.
Bevor wir die One-Shots hinzufügen, regeln wir die JazzySouls-Spur auf -6 dB herunter, um im Mix genug Headroom für weitere Elemente zu behalten.

Erstelle eine weitere Komplete Kontrol-Spur und suche diesmal nach Aluemeri. Lade das Aluemeri Kit per Doppelklick.

Stelle auch diese Spur auf -6 dB ein.

Jetzt programmieren wir mit diesem Kit einen Drum-Beat, der unseren Drums ordentlich Punch verleiht. Setze dazu zuerst auf dem zweiten und vierten Beat des Takts jeweils eine D1-Snare. In diesem Tutorial verwenden wir für alle Noten einen Velocity-Wert von 100.

Füge nun auf der ersten und sechsten Achtelnote jeweils eine C1-Kick hinzu.

Setze als Nächstes auf jede Achtelnote einen G1-Shuffle.

Dupliziere diesen Takt auf insgesamt vier Takte und setze auf der letzten Achtelnote eine D#1-Snare.

Im Zusammenspiel harmonieren das Aluemri Kit und der JazzySoul-Breakbeat perfekt: Die Sounds fügen sich im Mix ideal zusammen und das programmierte Pattern greift den Groove des Breaks nahtlos auf.
2. Eine musikalische Idee entwickeln
Jetzt brauchen wir einen Sound, der als musikalisches Fundament für den Track dient. Erstelle eine weitere Komplete Kontrol-Spur und klicke auf das kleine Dreieck neben „All Instruments“.

Klicke im Bereich „Synthesizers“ auf Massive.

Klicke nun auf „All Banks“ und wähle Rolling Tides aus der Liste aus.

Du kannst die verschiedenen Presets einfach anklicken und durchhören. Das Ausprobieren unterschiedlicher Sounds ist ideal, um Inspiration für passende Melodien oder Harmonien über den Drums zu finden. Für diesen Track nutzen wir das Preset „Seven Teen“ – klicke es an, um es zu laden.

Stelle diese Spur auf -7,6 dB ein.

Übertrage nun die hier gezeigten MIDI-Noten.

Die LFO-Modulation in diesem Preset funktioniert in diesem Kontext nicht besonders gut – passen wir sie also etwas an. Klicke auf den Button „6 LFO“, um die LFO-Parameter aufzurufen.


Dünnen wir diesen Sound ein wenig aus, um im Mix mehr Platz für die entscheidenden Elemente Beats und Bass zu schaffen. Füge zuerst ein Filter im High-Pass-Modus mit einer Cutoff-Frequenz von 200 Hz hinzu.

Füge hinter dem Filter Raum hinzu und wähle das Preset Factory Presets > Creative > Cosmic Paranoia aus. Regle den Mix-Wert auf 20 % herunter.

3. Eine Bassline schreiben
Nutzen wir das mächtige Massive X für etwas Bassline-Inspiration. Lade das Instrument auf einen neuen MIDI-Track, klicke auf den Patch-Namen, um den Browser zu öffnen, und klicke auf den Bass-Tag. Mit einem Doppelklick auf das Butterherz-Preset lädst du es.

Stelle diesen Track auf -13,7 dB ein.

Kopiere die zweitaktige Bassline-MIDI, die wir hier verwendet haben, und loope sie auf vier Takte.

Musikalisch funktioniert das alles schon sehr gut, aber dem Butterherz-Bass-Patch fehlt noch das druckvolle, lang anhaltende Low-End, das einem Drum-and-Bass-Track sein echtes Gewicht verleiht. Das lässt sich beheben, indem wir ihn mit einem Sinus-Sub-Sound layern.
Bevor wir das tun, filtern wir das Low-End des Butterherz-Patches mit einem auf 250 Hz eingestellten High-Pass-Filter heraus.

Erstelle nun einen weiteren MIDI-Track mit Komplete Kontrol und suche diesmal nach „touchdown“. Lade das Touchdown-Preset per Doppelklick.

Stelle diesen Track auf -6 dB ein.

Dupliziere die MIDI-Daten vom Butterherz-Track auf diesen Track. Die Kombination aus druckvollem Sub-Bass und dem knackigen, hochpassgefilterten Butterherz-Synth ergibt einen vielschichtigen Bass-Sound, der zugleich definiert und wuchtig ist.

4. Weitere Synths hinzufügen
Arbeiten wir diese musikalische Idee mit weiteren Synth-Parts aus. Erstelle einen neuen MIDI-Track, lade Komplete Kontrol und klicke auf den Button „One-Shots“.

Gib „forsby“ in das Suchfeld ein und lade den One-Shot „Chord Cm Forsby“ per Doppelklick.

Stelle diesen Track auf -5,3 dB ein.

Kopiere die hier gezeigten MIDI-Noten.

Dieser simple Part aus zwei Noten verleiht dem Track zusätzliche Energie, klingt aber noch etwas trocken. Lade Replika XT auf die Spur und wähle das Preset Classics > Classic Ping Pong aus.

Bringen wir einen weiteren Synth-Sound ins Spiel. Erstelle einen weiteren MIDI-Track mit einer Instanz von Komplete Kontrol und klicke erneut auf den One-Shots-Button. Suche diesmal nach „lumi“ und doppelklicke auf das Preset „Pluck C Lumi“, um es zu laden.

Stelle diesen Track auf -6,4 dB ein.

Kopiere die hier gezeigten MIDI-Noten.

Auch dieser Sound sorgt für zusätzliche Energie und baut die Atmosphäre des Tracks weiter aus.
5. FX, Fills und Atmosphären-Sounds erstellen
Damit stehen die Hauptelemente unseres Tracks. Bevor wir ans Arrangement gehen, fügen wir aber noch ein paar Sounds hinzu, die den Vibe abrunden und für einen noch spannenderen Aufbau sorgen.
Dupliziere die viertaktige Skizze auf 16 Takte.

Erstelle einen weiteren MIDI-Track mit Komplete Kontrol, wähle One-Shots und suche nach „crash generator“. Lade dann den One-Shot „Crash Generator“.

Stelle diesen Track auf -7 dB ein.

Platziere diesen One-Shot so im Sequenzer, dass er zu Beginn der 16-Takt-Sequenz einsetzt.

Erstelle einen weiteren Track und lade diesmal den One-Shot „DrumFill Forsby“.

Stelle diesen Track auf -10,5 dB ein.

Platziere das Sample auf der sechsten Achtelnote des letzten Taktes.

Füge einen weiteren Track hinzu und lade den One-Shot „Voc Hakaniemi“.

Stelle diesen Track auf -7,4 dB ein.

Platziere dieses Sample so, dass es jeweils auf dem zweiten Beat des fünften und dreizehnten Taktes spielt.

Lade auf einem weiteren Track den One-Shot „Voc Napz“.

Stelle diesen Track auf -8 dB ein.

Sequenziere dieses Sample so, dass es auf dem ersten Beat des achten und sechzehnten Takts spielt.

Fügen wir nun einen Streicher-Sound für mehr Spannung hinzu, den wir während eines Breakdowns nutzen können. Lade auf einem neuen Track den One-Shot String F Intelligence MSV.

Stelle diesen Track auf -17,8 dB ein.

Sequenziere diesen Sound so, dass er alle zwei Takte spielt.

Füge dem Track eine Instanz von Raum hinzu und wähle Factory Presets > Large > Arcadia Dream Hall.

Zu guter Letzt fügen wir noch einen Riser für fließende Übergänge zwischen den Track-Abschnitten hinzu. Lade auf einem neuen Track den One-Shot Riser Aquarian.

Stelle diesen Track auf -2,5 dB ein.

Sequenziere ihn so, dass er zu Beginn von Takt 13 einsetzt.

Jetzt haben wir alles zusammen, um ein überzeugendes Arrangement zu bauen.
6. Arrangiere deinen Track
Hier ist ein mögliches Arrangement für diesen Track.

Wir beginnen mit einem DJ-freundlichen Intro, das sich zu einem Breakdown in Takt 33 aufbaut und den LFO-Lead einführt. Beats und Bass setzen dann bei Takt 49 ein, wobei in jedem 16-Takt-Abschnitt weitere musikalische Elemente hinzukommen. In Takt 97 setzt der LFO-Lead aus und der Track läuft langsam in das basslose Outro ab Takt 113 aus.
7. Mastere deinen Track
Mastering verleiht deinem Song einen lauten, klaren und professionellen Sound. Das geht zum Beispiel mit Ozone, das in Komplete 14 enthalten ist. Lade Ozone auf den Master-Track und klicke auf den Button für den Assistant View.

Ozone fordert dich auf, den lautesten Teil des Tracks abzuspielen. Starte die Wiedergabe ab Takt 81 – das Plug-in erstellt daraufhin eine maßgeschneiderte Mastering-Signalkette für dein Projekt. Diese Kette kannst du dir ansehen und bearbeiten, indem du zurück in den Detailed View wechselst.

Leg los mit Drum and Bass
Wir haben gesehen, wie du deinen eigenen Drum-and-Bass-Track von Grund auf mit treibenden Beats und wuchtigen Basslines aufbaust. Wenn du noch mehr über Musikproduktion erfahren möchtest, wirf einen Blick in unsere ausführlichen Guides wie Musikproduktion für Einsteiger*innen, elektronische Musik und Drum-Patterns.
Auf der Suche nach passenden Instrumenten, Effekten und Expansions solltest du dir unbedingt die neue Rolling Tides-Expansion sowie Komplete Start, Battery 4, Massive, Massive X, Monark, Raum, Replika XT und iZotope Ozone ansehen.