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Was sind Pads in der Musikproduktion? Ein Guide für atmosphärische Soundscapes

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What are pads in music production? A guide to creating lush soundscapes

Der Begriff „Pads“ kann für alle, die neu in der Musikproduktion sind, ganz schön verwirrend sein – schließlich bezeichnet er kein bestimmtes akustisches Instrument wie eine Gitarre oder eine Glocke, und er ist auch nicht lautmalerisch wie ein Growl oder ein „Wub“. Was genau sind also Pads in der Musik?

In diesem Leitfaden erklären wir, was Pads sind, zeigen dir ein paar Beispiele für Pads in bekannten Tracks und wie du aus einer Kombination aus Synthese und Sample-basierten Sounds deinen eigenen Pad-Sound erstellst – und ihn anschließend in einen atmosphärischen DnB-Beat einbettest.

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Für dieses Tutorial verwenden wir den Synthesizer Massive X von Native Instruments, das Kontakt-Instrument Hypha (das mit Kontakt 8 und dem kostenlosen Kontakt 8 Player kompatibel ist), den Phaser Phasis, das Reverb Raum, das Delay Replika XT, die Expansion Rolling Tides und Komplete Kontrol.

Hol dir Massive X

Was sind Pads in der Musik?

In der Musik bezeichnet ein Pad einen Klang, der meist als lang anhaltende Hintergrundtextur dient. Pads sind häufig weich und sanft, können aber genauso gut lebendig, moduliert oder hell klingen. Ein berühmtes Beispiel für den intensiven Einsatz von Pads ist „Blade Runner Blues“ aus Vangelis’ Soundtrack zum Sci-Fi-Klassiker Blade Runner.

Das Stück basiert vor allem auf einem Synth-Pad, das einen vollen, jazzigen Akkord spielt und so eine dichte, schwebende Textur erzeugt. Doch nicht alle Pads stammen aus einem Synthesizer: Hier ist dasselbe Stück in einer überwiegend akustischen Version, bei der ein Streicher-Pad das Synth-Pad ersetzt.

Ein aktuelleres Beispiel mit markanten Synth-Pads ist „Blinding Lights“ von The Weeknd.

Neben Synthesizern und Streichern sind auch Samples eine beliebte Basis für Pads. Ein großartiges Beispiel für Sample-basierte Pads ist Photeks „T’Reanon“, bei dem Soundmodule aus den 90ern für die atmosphärischen Klangfarben sorgen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Synth und einem Pad?

Pads lassen sich mit Synthesizern erstellen – aber natürlich sind nicht alle Synth-Sounds Pads. Typischerweise zeichnen sich Pads durch lange Attack- und Release-Zeiten der Hüllkurve aus, blenden also sanft ein und aus. Zudem nutzen sie häufig Filtermodulationen oder Modulationseffekte, die den Sound in ständiger Bewegung halten. Bauen wir nun einen eigenen Pad-Sound, um genau zu verstehen, was ein gutes Pad ausmacht.

So erstellst du Pads

1. Erstelle eine sanfte Amplitudenhüllkurve

Lade zuerst Massive X auf eine MIDI-Spur in deinem Projekt. Schau dir unten links auf der Benutzeroberfläche die Amplitudenhüllkurve des Initial-Patches an. Die Regler A (Attack) und R (Release) sind recht niedrig eingestellt – das sorgt für kurze Ein- und Ausschwingzeiten und einen perkussiven, knackigen Sound.

Die Amplitudenhüllkurve
Die Amplitudenhüllkurve

So klingt das, wenn wir eine einzelne Note spielen.

Dreh die Regler für Attack und Release auf etwa 2 Sekunden auf, um einen weicheren Klang zu erzielen.

Längere Attack- und Release-Zeiten
Längere Attack- und Release-Zeiten

So klingt das, wenn wir eine einzelne Note spielen.

Pads werden meist genutzt, um Akkorde zu spielen. Bevor wir das tun, drehen wir den Master-Volume-Regler von Massive X etwas herunter, damit der Patch beim Spielen mehrerer Noten nicht übersteuert.

Master-Volume-Pegel reduzieren
Master-Volume-Pegel reduzieren

Spielen wir nun einen vollen Fm9-Akkord (F-Moll 9), bestehend aus den Noten F2, G#2, C3, D#3 und G3 über eine Dauer von drei Takten.

Ein F-Moll-9-Akkord
Ein F-Moll-9-Akkord

Das ist das einfachste Synth-Pad, das wir bauen können – allerdings klingt es noch etwas statisch. Schauen wir uns als Nächstes an, wie wir mehr Bewegung hineinbringen.

2. Nutze Filtermodulation

Nutzen wir einen Filter, um den Sound abzurunden. Drehe im Filter-Panel den Freq-Regler (Frequency) auf etwa 400 Hz herunter. Das nimmt die Höhen aus dem Signal und macht den Sound deutlich weicher.

Filterfrequenz absenken
Filterfrequenz absenken

Das Ganze ist allerdings noch statisch und klingt nicht sonderlich spannend. Bringen wir Dynamik ins Spiel, indem wir die Filter-Cutoff-Frequenz über eine Hüllkurve modulieren. Ziehe das Fadenkreuz-Symbol für die Modulationszuweisung über E2 auf den ersten Slot unter dem Freq-Regler (dieser erscheint, sobald du auf das Fadenkreuz klickst und gedrückt hältst). So weiß Massive X, dass Hüllkurve 2 (Envelope 2) die Frequenz modulieren soll.

Envelope 2 der Filterfrequenz zuweisen
Envelope 2 der Filterfrequenz zuweisen

Klicke nun auf den E2-Slot unter dem Freq-Regler und ziehe nach oben, um die Modulationsintensität zu erhöhen.

Modulationsintensität erhöhen
Modulationsintensität erhöhen

Drehe jetzt Attack, Decay und Release von Envelope 2 auf jeweils etwa 3 Sekunden hoch. Dadurch verläuft die Filterbewegung deutlich sanfter und der Klang gewinnt spürbar an Tiefe.

Attack, Decay und Release von Envelope 2 erhöhen
Attack, Decay und Release von Envelope 2 erhöhen

3. Füge Effekte hinzu

Noch fühlt sich unser Patch etwas statisch an und klingt recht trocken. Beides lässt sich mit den integrierten Effekten von Massive X beheben. Klicke im Bereich Stereo Effects auf der rechten Seite der Benutzeroberfläche auf das Menü X und wähle Phaser aus der Liste der verfügbaren Effekte.

Phaser-Effekt hinzufügen
Phaser-Effekt hinzufügen

Die Standardeinstellungen dieses Effekts sind für unseren Sound etwas zu intensiv – zähmen wir ihn also ein wenig. Stelle den FB-Pegel (Feedback) auf 45 % und die Rate auf etwa 0,2 Hz ein.

Phaser-Effekt anpassen
Phaser-Effekt anpassen

Das verleiht dem Sound eine zusätzliche Bewegungsebene. Kümmern wir uns jetzt um das trockene Signal: Wähle für den Effekt-Slot Y das Stereo Delay aus.

Stereo Delay-Effekt hinzufügen
Stereo Delay-Effekt hinzufügen

Das klingt schon mit den Standardeinstellungen großartig. Gehen wir also direkt weiter und fügen einen weiteren Effekt hinzu: Wähle für den Effekt-Slot Z das Reverb aus.

Reverb-Effekt hinzufügen
Reverb-Effekt hinzufügen

Um den Hall deutlicher hörbar zu machen, drehen wir den Size-Regler auf 100 % auf.

Reverb-Effekt anpassen
Reverb-Effekt anpassen

Damit haben wir bereits einen vielschichtigen Synth-Pad-Sound. Als Nächstes fügen wir ein Sample-basiertes Element hinzu, um ihm noch etwas mehr Charakter zu verleihen.

4. Ergänze ein Sample-basiertes Element

Mit Hypha, einem Sample-basierten Instrument, verleihen wir unserem Pad eine organische Note. Lade Kontakt 8 oder Kontakt 8 Player auf eine neue MIDI-Spur und gib „Coral Reef“ in das Suchfeld ein. Mit einem Doppelklick auf das Preset „Coral Reef“ lädst du es.

Hyphas Preset „Coral Reef“ laden
Hyphas Preset „Coral Reef“ laden

Programmiere das Preset so, dass es zusammen mit dem Synth-Pad auf der Note F2 spielt.

Das Preset Coral Reef sequenzieren
Das Preset Coral Reef sequenzieren

Das verleiht unserem Pad mehr Lebendigkeit, doch der Coral Reef-Sound bringt viel Low-End mit, wodurch er etwas matschig klingt. Klicke auf das +-Symbol über dem Cutoff-Regler und ändere den Filtertyp auf Highpass.

Filtertyp ändern
Filtertyp ändern

Stell den Cutoff-Regler nun auf etwa 130 Hz ein.

Filter-Cutoff anpassen
Filter-Cutoff anpassen

Sorgen wir mit ein paar Effekten dafür, dass das Coral Reef-Preset weniger trocken klingt – ähnlich wie vorhin beim Massive X-Synth-Part. Füge zuerst Phasis hinzu. Klicke auf den Patch-Namen und lade das Preset Keys + Guitars  > Modern Classic.

Das Modern Classic-Preset
Das Modern Classic-Preset

Füge nun Replika XT hinzu und lade das Preset Classics > Stereoflex.

Das Stereoflex-Preset
Das Stereoflex-Preset

Füge schließlich Raum hinzu und lade das Preset Medium > Empty Vault.

Das Empty Vault-Preset
Das Empty Vault-Preset

So klingt das bearbeitete Coral Reef-Preset im Zusammenspiel mit dem Massive X-Layer.

5. Setze das Pad in einem elektronischen Kontext ein

Fügen wir jetzt einen atmosphärischen DnB-Breakbeat und eine Bassline hinzu. Stell dein Projekt auf 174 BPM ein.

Projekt auf 174 BPM einstellen
Projekt auf 174 BPM einstellen

Öffne Komplete Kontrol auf einer neuen MIDI-Spur, klicke dann auf den Loops-Button und gib „Break“ in das Textsuchfeld ein. Mach einen Doppelklick auf den Loop Break[174] Intelligence 1, um ihn zu laden.

Der Loop Break[174] Intelligence 1
Der Loop Break[174] Intelligence 1

Sequenziere ihn so, dass er vier Takte lang auf C3 spielt.

Break-Loop sequenzieren
Break-Loop sequenzieren
Das Essential Eight-Preset
Das Essential Eight-Preset

Kopiere die Bassline, die wir hier verwendet haben – sie spielt die Noten F2, D#2, D#3 und A#2.

Die Bassline
Die Bassline

Regle alle Spuren auf -6 dB herunter, um Clipping auf dem Master zu vermeiden.

Setze Pads ab sofort in deiner Musik ein

Hier haben wir gesehen, wie du mit Synthese von Grund auf dein eigenes Pad erstellst, seinen Klang mit sample-basierten Instrumenten verfeinerst und ihn als Fundament für einen atmosphärischen DnB-Beat nutzt – mit Massive X, Hypha, Phasis, Raum, Replika XT, Komplete Kontrol und der Rolling Tides-Expansion.

Wenn du noch mehr erfahren möchtest, sieh dir unseren Guide zum Einsatz von Synth-Pads für Texturen sowie unseren Leitfaden zur Musikproduktion an. Komplete Start,

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