UK Garage ist ein basslastiger Dance-Stil, inspiriert von House, R&B, Dancehall, Jungle und Drum and Bass. Mit seiner unverwechselbaren Mischung aus rhythmischen Patterns, synkopierten Beats und zerhackten Vocal-Samples hat UK Garage die Landschaft der elektronischen Musik nachhaltig geprägt.
Wenn du in die Welt der UK-Garage-Produktion eintauchen möchtest, ist dieser Blogartikel dein umfassender Leitfaden für genau jene mitreißenden Grooves und melodischen Hooks, die das Genre ausmachen. Von den rhythmischen Feinheiten bis hin zu den prägenden Einflüssen: Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du einen UK-Garage-Track baust, der so klingt:
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In diesem UK-Garage-Tutorial zeigen wir dir, wie du deinen eigenen 2-Step-Garage-Track von Grund auf produzierst – inklusive Beat-Programmierung, druckvoller Bassline und funkiger Synth-Begleitung.
Wir verwenden Native Instruments Komplete Kontrol, Battery 4, Massive und die Expansion Bumpin Flava sowie iZotope Ozone 10.
Was ist UK Garage?
UK Garage (oft auch einfach nur UKG genannt) ist ein Genre der elektronischen Tanzmusik, das Ende der 1990er-Jahre im Vereinigten Königreich entstand. Es vereint Elemente verschiedener Musikstile, darunter House, R&B, Dancehall, Jungle und Drum and Bass.
UK Garage zeichnet sich durch synkopierte Rhythmen, geshuffelte Drum-Patterns und den Einsatz zerhackter Vocal-Samples aus. Tracks dieses Stils liegen meist um die 130 BPM, basieren auf Four-to-the-Floor- oder 2-Step-Drum-Patterns und liefern fette Sub-Basslines.
Die Wurzeln von UK Garage reichen bis zum „Garage House“-Sound der 1980er-Jahre zurück – insbesondere zum legendären Nachtclub Paradise Garage, dem das Genre seinen Namen verdankt.
In den 1990er-Jahren begannen DJs in der britischen Rave-Szene, Instrumentalversionen von US-Garage-House-Tracks schneller abzuspielen – hochgepitcht in den oberen 120er-BPM-Bereich.
House-Produzent*innen aus Großbritannien fingen an, eigene Tracks in diesem „Speed Garage“-Stil zu produzieren, was ihrer Musik eine unverwechselbare, härtere Kante verlieh.
Mit der Weiterentwicklung der Speed-Garage-Szene flossen immer mehr Einflüsse aus der britischen Jungle- und Drum-and-Bass-Szene ein – vor allem charakteristische „Reese“- und „Dred“-Basslines.
Schließlich fanden auch die für Drum and Bass typischen „2-Step“-Rhythmen ihren Weg in Garage-Tracks.
Zunächst als „2-Step Garage“ und später als „UK Garage“ oder einfach „UKG“ bezeichnet, entwickelte sich dieser Broken-Beat-Stil rasend schnell zu einer der erfolgreichsten Popmusik-Strömungen im Vereinigten Königreich.
Als der kommerzielle Hype um UKG um die Jahrtausendwende seinen Höhepunkt erreichte, begann sich die Underground-Szene aufzuspalten. Die musikalische DNA von UK Garage lässt sich heute in Grime, Dubstep und Bassline House wiederfinden.
Was ist der Unterschied zwischen Garage und UK Garage?
Garage-Musik verdankt ihren Namen dem legendären New Yorker Club Paradise Garage, der zwischen 1978 und 1987 aktiv war und in dem wegweisende DJs wie Larry Levan unter anderem Disco, Post-Disco und frühen House auflegten.
UK Garage ist die transatlantische Weiterentwicklung dieses Stils: schneller, rauer und neben traditionellen Four-to-the-Floor-House-Rhythmen geprägt von R&B-Einflüssen, tiefen Sub-Basslines und synkopierten „2-Step“-Rhythmen.
Wann war UK Garage populär?
UK Garage feierte Mitte bis Ende der 90er-Jahre erste Crossover-Erfolge und war beim breiten Publikum zunächst als „Speed Garage“ bekannt. Bis zum Ende der 90er erreichte UK Garage beachtliche Mainstream-Erfolge mit zahlreichen Top-Platzierungen in den britischen Verkaufscharts.
Anfang des 21. Jahrhunderts ließ der kommerzielle Erfolg von UK Garage nach, und weite Teile des Undergrounds wandten sich den aufkommenden Genres Dubstep, Grime und Bassline House zu. Dennoch blieb die musikalische DNA von UKG in den Werken von Künstler*innen wie El-B und Burial unüberhörbar.
So produzierst du UK Garage
Ganz gleich, ob du schon lange Beats baust oder gerade erst mit der Musikproduktion anfängst: Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft dir dabei, einen authentischen, treibenden UK-Garage-Track zu kreieren.
1. Baue einen Drum-Beat
Als Erstes stellen wir das Projekttempo auf 132 BPM ein.

Wie bei den meisten Dance-Genres sind die Drums das treibende Element eines UK-Garage-Tracks. Suchen wir uns also ein passendes Drum-Kit für unseren UKG-Beat. Erstelle in deiner DAW eine MIDI-Spur und lade eine Instanz von Komplete Kontrol. Klicke auf „All Instruments“ und wähle dann Battery aus.

Klicke auf das Drop-down-Menü „All Banks“ und wähle Bumpin Flava aus der Liste aus.

Doppelklicke auf das Preset „Atonal Kit“, um es zu laden.

Als Erstes programmieren wir Kick und Snare im klassischen 2-Step-Pattern: Setze D1-Snares auf den zweiten und vierten Beat des Takts sowie C1-Kicks auf den ersten Beat und auf die zweite Hälfte des dritten Beats. Solange nicht anders angegeben, behalten wir für alle Noten einen Velocity-Wert von 100 bei.

Setze A#1-Open-Hats jeweils auf die zweite Hälfte des ersten, zweiten und vierten Beats.

Deaktiviere nun das Raster in deiner DAW („Snap-to-Grid“) und füge Hi-Hats kurz hinter der achten und zehnten Sechzehntelnote ein. Dieses leichte Nachziehen der Sechzehntelnoten sorgt für den nötigen Swing – ein entscheidendes Element für den charakteristischen House-Shuffle eines 2-Step-Garage-Tracks.

Füge nun geshuffelte G#1-Closed-Hats direkt hinter der zweiten, vierten und sechsten Sechzehntelnote hinzu. Aktiviere danach das Raster deiner DAW wieder und setze Closed-Hats auf den ersten und dritten Beat.

Dieser Rhythmus bildet das Fundament des gesamten Tracks. Noch klingt das Beat-Pattern allerdings etwas spartanisch – fügen wir also ein paar zusätzliche Percussion-Tops hinzu, um den Sound abzurunden. Senke zunächst die Spur des Atonal Kits auf -3 dB ab, um mehr Headroom im Mix für weitere Elemente zu schaffen.

Erstelle eine neue MIDI-Spur mit einer weiteren Instanz von Komplete Kontrol. Klicke diesmal auf den Button „Loops“, damit nur Loop-Samples angezeigt werden.

Klicke nun auf das Dreieck neben „All Loops“, um die Liste der verfügbaren Expansions aufzurufen.

Klicke auf Bumpin Flava, um die Expansion zu öffnen.

Klicke auf die Tags „Drums“ und „Hi-Hat“, damit nur Hi-Hat-Loops angezeigt werden.

Doppelklicke auf ClosedHH[135] Highgrade, um den Loop zu laden.

Jetzt können wir diesen Loop per MIDI abspielen, und Komplete Kontrol passt ihn per Timestretching automatisch an unser Projekttempo an.
Stell den Track auf -13,9 dB ein, um ihn mit den vorhandenen Drum-Sounds abzustimmen.

Sequenziere den Highgrade-Loop so, dass er vier Takte lang auf C3 spielt.

Dupliziere den Part des Atonal Kits, sodass er vier Takte lang spielt.

Dupliziere den Part des Atonal Kits, sodass er vier Takte lang spielt.
2. Ein passendes Vocal finden
Die meisten UK-Garage-Tracks enthalten irgendeine Art von Vocal – suchen wir also in Bumpin Flava nach einem passenden Sample, das uns musikalisch inspiriert.
Erstelle einen weiteren MIDI-Track und lade eine Instanz von Komplete Kontrol darauf.
Wähle erneut den Loops-Tab und die Expansion Bumpin Flava aus, klicke diesmal jedoch auf das Tag „Vocal“.

Doppelklicke auf „Voc[124] Am Realness“, um das Sample zu laden.

Stell diesen Track auf -4,5 dB ein.

Sequenziere das Vocal so, dass es acht Takte lang auf C3 spielt.

Dupliziere die Drum-Parts, sodass auch sie acht Takte lang laufen.

Jetzt haben wir einen achttaktigen Part mit klarem Rhythmus und einer festen Tonart (a-Moll, wie im Dateinamen des Vocal-Samples angegeben), auf dem wir den Rest unseres Tracks aufbauen können.
3. Eine Bassline komponieren
Jetzt ist es Zeit, eine Bassline zu schreiben. Erstelle einen neuen MIDI-Track und lade eine Instanz von Komplete Kontrol. Klicke auf „All Instruments“ und wähle diesmal Massive aus.

Klicke auf das Drop-down-Menü „All Banks“ und wähle Bumpin Flava aus der Liste aus.

Klicke nun auf das Tag „Bass“ und doppelklicke in den Suchergebnissen auf „Away“.

Damit erhalten wir einen vertrauten „Dred“-Bass-Sound im Jungle-Stil, wie man ihn aus Tracks wie „Ripgoove“ von Double 99 kennt – hier öffnet sich ein Tiefpassfilter und lässt den Bass klingen, als liefe er rückwärts.
Stell diesen Track auf -3 dB ein.

Kopiere die viertaktige Bassline, die wir hier verwendet haben. Sie ist simpel und besteht nur aus drei Noten, liefert uns aber ein solides Fundament zum Weiterbauen.

Loope diesen Part, sodass er über die gesamte achttaktige Sequenz läuft.

4. Weitere Synths hinzufügen
Da unsere Bassline nun steht, können wir begleitende Synths hinzufügen. Sie stammen alle aus der Auswahl an Massive-Patches in Bumpin Flava.
Füge eine weitere Instanz von Komplete Kontrol hinzu, gib diesmal „Leadin“ ins Suchfeld ein und doppelklicke auf das Preset „Leadin“, um es zu laden.

Stell diesen Track auf -3 dB ein.

Kopiere das Pattern, das wir hier verwendet haben, mit Velocity-Werten von 60. Auch für alle folgenden MIDI-Parts verwenden wir Velocity-Werte von 60.

Füge ein weiteres Komplete Kontrol hinzu und lade diesmal das Preset „Roulette Bells“.

Stell diesen Track auf -10 dB ein.

Kopiere dieses arpeggierte Pattern.

Füge ein weiteres Komplete Kontrol hinzu und lade diesmal das Preset „Roulette“.

Stell diesen Track auf -10 dB ein.

Kopiere dieses Pattern.

Für die letzte Synth-Line fügst du noch ein Komplete Kontrol hinzu und lädst das Preset „Run 2 Me“.

Stell diesen Track auf -7,6 dB ein.

Kopiere dieses Pattern.

Loope all diese Synth-Parts auf acht Takte, sodass sie über die gesamte achttaktige Sequenz laufen.

5. Weitere Vocals und FX hinzufügen
Fügen wir noch ein paar Sounds hinzu, um dem Track mehr Tiefe zu verleihen. Alle folgenden Sounds stammen aus der One-Shot-Library von Bumpin Flava.
Füge eine Instanz von Komplete Kontrol hinzu, klicke auf den Button „One-shots“ und lade das Sample „Voc Atonal“.

Stell diesen Track auf -3 dB ein.

Sequenziere es so, dass es kurz vor dem vierten Beat des vierten Takts spielt.

Füge ein weiteres Komplete Kontrol hinzu und lade diesmal das Sample „SFX Stepper 5“.

Stell diesen Track auf -3 dB ein.

Sequenziere es so, dass es auf dem dritten Beat des achten Takts spielt.

Füge schließlich ein weiteres Komplete Kontrol hinzu und lade das Sample „Zap Brawlz“.

Stell diesen Track auf -3 dB ein.

Sequenziere das eine Oktave höher (C4) auf den letzten beiden Achtelnoten des achten Takts.

Jetzt haben wir alle Elemente zusammen, die wir fürs Arrangement des Tracks brauchen.
6. Arrangiere deinen Track
Hier ist das Arrangement, das wir für diesen Track verwendet haben.

Dieses Arrangement ist ziemlich geradlinig: Nach und nach kommen neue Elemente hinzu, die auf den Drop in Takt 25 hinarbeiten.
Einen Takt vor dem Drop setzt der Beat aus, was für noch mehr Dramatik sorgt.
Beim Drop weicht der Arpeggio-Synth dem Haupt-Vocal-Sample – so entsteht ein schöner Kontrast zwischen Build-up und Drop.
Nach dem Drop werden immer wieder Elemente hinzugefügt und herausgenommen, damit es spannend bleibt – und der Track groovt einfach weiter bis zum basslosen Outro ab Takt 73.
7. Mastere deinen Track
In diesem Tutorial mischen wir den Track nicht komplett ab, aber damit er richtig gut und laut klingt, greifen wir auf den Master Assistant von Ozone zurück.
So klingt unser Track, nachdem der Master Assistant seine Arbeit getan hat.
Leg noch heute mit UK Garage los
Hier hast du gelernt, wie du von Grund auf deinen eigenen UK Garage-Track produzierst. Wenn du noch mehr wissen möchtest, schau dir unsere Guides dazu an, wie man elektronische Musik macht, wie man Musik produziert und wie man einen Dubstep-Track baut.
Praktische Instrumente, Effekte und Expansions findest du in der Expansion Bumpin Flava sowie bei Komplete Kontrol, Battery 4, Massive und iZotope Ozone 10.