|Angus Finlayson

Sci-Fi-Sounds mit Conflux erstellen

Teilen Link kopiert
Creating sci-fi sounds with Conflux

Sci-Fi-Sounds zu schrauben macht einfach Spaß: Von Laser-Schüssen über dröhnende Raumschiff-Soundeffekte bis hin zu kosmischen Pads, düsteren Drones und abstrakten Texturen – die Zukunft inspiriert einige der spannendsten Sounds der modernen Musik. Und du musst nicht am nächsten Dune-Film mitarbeiten, um dabei zu sein: Sci-Fi-Soundeffekte stecken heute in den unterschiedlichsten Produktionen, von Indie-Games über avantgardistische Club-Tracks bis hin zu Popmusik.

Doch Sounds zu erschaffen, die es so noch nie gab, ist gar nicht so einfach. Für gute Sci-Fi-Sounds braucht es Fantasie, technisches Know-how – und die richtigen Tools. Hier kommt Conflux ins Spiel. Dieses innovative Kontakt-Instrument ist wie geschaffen für packende Sci-Fi-Sounds: Mit Conflux kannst du organische Klänge nahtlos mit kraftvoller Wavetable-Synthese verschmelzen, umfangreiche Modulationsoptionen nutzen und eine ganze Palette an Effekten einsetzen. Das perfekte Werkzeug für futuristisches, überirdisches Sound-Design.

In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du mit Conflux beeindruckende Sci-Fi-Soundeffekte erstellst. Außerdem führen wir dich durch die wichtigsten Features dieses neuen Hybrid-Instruments für Kontakt 8.

Spring direkt zu:

Mach dieses Tutorial direkt in Kontakt 8 mit.

Kontakt 8 holen

Welche Instrumente erzeugen Sci-Fi-Sounds?

Mit etwas Fantasie lässt sich im Grunde jedes elektronische Instrument für Sci-Fi-Sounds nutzen – doch manche eignen sich dafür deutlich besser als andere. Um wirklich überzeugende Sci-Fi-Effekte zu kreieren, brauchst du ein Instrument mit vielseitigen Möglichkeiten zur Klangformung. Kraftvolle Synthese-Features, flexible Modulationsoptionen und spektakuläre Effekte sind hier Pflicht. Und genau das bietet Conflux.

Wie erstellt man Sci-Fi-Sounds?

Um überzeugende Sci-Fi-Sounds zu designen, solltest du mit einer klaren klanglichen Vision starten: Entwirfst du Laser-Effekte für eine epische Raumschlacht, komponierst du einen atmosphärischen Soundtrack für ein Sci-Fi-Game oder baust du abstrakte Texturen, die deinem nächsten elektronischen Track das gewisse Etwas verleihen?

Wähle als Nächstes einen Synth, Sampler oder ein anderes elektronisches Instrument, das genau die Features mitbringt, die du für diese Vision brauchst.

In den folgenden Beispielen führen wir dich Schritt für Schritt durch diesen Prozess – anhand von vier verschiedenen Sci-Fi-Sounds, von kosmischen Musikelementen bis hin zu futuristischen Foley-Effekten.

Für unsere Sci-Fi-Sounds haben wir Conflux verwendet. Conflux bringt eine Fülle an Features mit, die es perfekt für diese Aufgabe machen: Eine leistungsstarke Wavetable-Synth-Engine – inklusive der begehrten Wavetables des legendären PPG wave – liefert das perfekte Fundament für stimmungsvolle Sci-Fi-Texturen.

Umfangreiche Modulationsoptionen machen es leicht, Klänge radikal zu verformen und zu modulieren – besonders dank der Optionen für Frequenz-, Puls- und Ringmodulation.

Und schließlich sorgt eine breite Auswahl professioneller Native Instruments-Effekte dafür, dass du kosmische Delays, hallende Weltraum-Reverbs und andere futuristische Klangwelten im Handumdrehen am Start hast.

Wie entstehen Weltraum-Sounds?

Weltraum-Soundeffekte entstehen durch die geschickte Kombination aus Synthese, Sampling, cleverer Modulation und kraftvollen Audioeffekten. Ein bisschen Fantasie schadet dabei natürlich auch nicht. Im Folgenden zeigen wir dir, wie du vier futuristische Sounds erstellst: ein kosmisches Pad, einen Laser-Schuss, das schrille Alarmsignal eines evakuierten Raumschiffs und eine FX-Textur, die an die endlose Weite des Weltraums erinnert.

Sci-Fi-Sounds mit Conflux erstellen

1. Kosmisches Pad

Hier erfährst du, wie du mit Conflux einen kosmischen Pad-Sound baust – perfekt für die Untermalung epischer Weltraumszenen.

Um mit dem Sound-Design in Conflux zu beginnen, wechsle zum Edit-Tab. Hier spielt sich das meiste ab.

Ein kosmisches Pad mit Conflux erstellen
Ein kosmisches Pad mit Conflux erstellen

Beginnen wir damit, die Klangfarbe des Pads im Source-Modul zu formen.

Source ist der Ausgangspunkt für jeden Sound in Conflux. Das Modul bietet zwei Sound-Layer: einen leistungsstarken Wavetable-Synth und eine vielseitige Sample-Ebene. Ihre Kombination sorgt für dichte, unverwechselbare Klangfarben. Zusammen mit der Wavetable-Modulation und dem zusätzlichen Audio Mod-Modul sind den klanglichen Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt.

Es stehen vier Wavetable-Menüs zur Auswahl, erkennbar an den vier blauen Punkten. Jedes Menü enthält eine breite Palette an Wavetables – von unverzichtbaren Synthese-Klassikern bis hin zu herrlich abgedrehten Kuriositäten.

Wir suchen nach einer komplexen Wavetable, die sich deutlich verändert, sobald wir die Wavetable-Position modulieren. Die vielsagend benannte Wavetable „Yonder“ ist genau das Richtige.

Jetzt bringen wir mit dem Audio Mod-Modul noch etwas Würze in die Klangfarbe. Dieses Modul ist das Herzstück von Conflux: Mit den neuen Synthese-Möglichkeiten von Kontakt 8 kannst du den Wavetable-Oszillator in Conflux per Frequenz-, Puls- und Ringmodulation weiter formen. Wir haben etwas FM-Synthese hinzugefügt, um dem Sound mehr Biss zu verleihen.

Audio Mod-Modul in Conflux
Audio Mod-Modul in Conflux

Als Nächstes kombinieren wir unseren Synth-Sound mit einem Sample. Conflux bietet vier Sample-Menüs (über die violetten Punkte erreichbar), darunter Streicher, Klaviere und abstrakte Sound-Design-Texturen.

Wir mischen unseren Synth mit einem Gesangs-Sample, um dem Pad einen unheimlichen, fast schon menschlichen Charakter zu verleihen. Synthetische und menschliche Klänge miteinander zu verschmelzen – darin glänzt Conflux ganz besonders.

Die Vocal-Samples findest du im dritten Sample-Menü (gekennzeichnet durch drei Punkte). Wir haben uns für das Sample „SingSang“ entschieden.

Jetzt bringen wir Bewegung ins Spiel: Conflux bietet umfangreiche Modulations-Tools, die deinen Sounds Dynamik und Energie einhauchen.

Eine Modulation weist du zu, indem du auf einen der Vier-Wege-Pfeile klickst – wie hier für LFO 1.

Parameter mit LFO modulieren
Parameter mit LFO modulieren

Sobald du daraufgeklickt hast, werden modulierbare Parameter orange hervorgehoben. Ziehe am orangen Symbol nach oben oder unten, um den Modulationshub einzustellen. Hier haben wir LFO 1 den Parametern Wavetable Position und Audio Mod Tuning zugewiesen. Die modulierten Parameter sind mit durchgezogenen orangen Linien markiert.

Wavetable-Position und Audio Mod Tuning mit LFO modulieren
Wavetable-Position und Audio Mod Tuning mit LFO modulieren

Zum Schluss verpassen wir unserem kosmischen Pad noch den letzten Feinschliff.

Ein Hochpassfilter mit aufgedrehter Resonanz verleiht dem Sound einen dünnen, überirdischen Klangcharakter.

Über die vielseitige Effektsektion von Conflux können wir dem Sound zusätzlich Charakter verleihen – die Auswahl reicht von Klassikern wie Kompression und Chorus bis hin zu radikalen Klangformern.

Die extremeren Effektmodule sind fürs Sci-Fi-Sound-Design besonders nützlich: etwa Radio (für verrauschte Störgeräusche) oder das RAUM-Reverb im Cosmic-Modus. Außerdem haben wir noch ein schwebendes Phasing hinzugefügt.

Kosmische Effekte in Conflux hinzufügen
Kosmische Effekte in Conflux hinzufügen

2. Laser-Schuss

Als Nächstes bauen wir mit Conflux einen durchsetzungsfähigen Laser-Effekt – perfekt für eine Weltraumschlacht.

In diesem Fall spielt die Klangquelle keine allzu große Rolle – entscheidend ist, wie wir sie modulieren. Eine gleichmäßige Mischung aus einer synthetischen und einer akustischen Quelle liefert uns eine schöne, füllige Basis.

Mit der Amplituden-Hüllkurve formen wir ein knackiges, druckvolles Profil: kurzer Attack, mittlerer Decay, kein Sustain.

Die Amplituden-Hüllkurve formen
Die Amplituden-Hüllkurve formen

Das Geheimnis hinter einem zappenden Laser-Sound ist Tonhöhenmodulation. Conflux bietet dafür eine Modulations-Hüllkurve, mit der sich genau dieser Effekt perfekt einstellen lässt.

Wir weisen diese Hüllkurve der Tonhöhe von Wavetable und Sample zu, sodass sie bei jedem Tastenanschlag blitzschnell nach unten fällt. Im Screenshot ist die Hüllkurven-Modulation mit orangen Linien markiert.

Tonhöhe mit Modulations-Hüllkurve modulieren
Tonhöhe mit Modulations-Hüllkurve modulieren

Jetzt fehlt noch das gewisse Etwas fürs Sound-Design: Dafür nutzen wir den „Random“-Eingang am unteren Rand des Interfaces.

Dieser erzeugt bei jedem Tastenanschlag einen Zufallswert. Wir können ihn verschiedenen Parametern zuweisen, damit sie bei jeder Note unvorhersehbar springen – und unserem Laser-Effekt eine Portion Chaos verleihen.

Wir haben den Random-Eingang den Reglern für Pitch, Wavetable Position und Asym im Source-Modul zugewiesen. Dadurch klingt jeder Laser-Schuss klanglich ein klein wenig anders.

Parameter mit dem Random-Eingang modulieren
Parameter mit dem Random-Eingang modulieren

Fehlen nur noch die Effekte: Kompression für mehr Punch, das Digitize-Modul für zusätzlichen Biss sowie Delay und Gated Reverb (aus dem Space-Modul), damit unser Laser klingt, als würde er durch die engen Gänge eines Raumschiffs hallen.

Hier ist unser fertiger Laser-Soundeffekt.

3. Raumschiff-Alarmsirene

Als Nächstes erstellen wir mit Conflux Soundeffekte für eine Raumschiff-Havarie: Ein schrilles, dringliches Alarmsignal, das die bevorstehende Evakuierung ankündigt.

Die Möglichkeit, in Conflux Synthese und Samples übereinanderzulegen, ist hier besonders praktisch: Damit erschaffen wir einen durchdringenden Klang mit Tiefe und Charakter.

Alarmsignal-Effekt mit Conflux erstellen
Alarmsignal-Effekt mit Conflux erstellen

Wählen wir zuerst eine Wavetable aus. Im Fundus von Conflux findest du unter anderem die originalen Wavetables des PPG wave. Dieser legendäre Synthesizer-Klassiker ist für seinen satten Sound berühmt – und in Conflux kannst du ihn direkt erkunden.

Die PPG-Wavetables befinden sich im vierten Menü (mit vier Punkten gekennzeichnet). „Robotic“ liefert genau das, was wir suchen: einen vollen synthetischen Sound, der beim Drehen des Wavetable-Position-Reglers zwischen schrillen und gedämpften Klangfarben wechselt.

Für noch mehr Tiefe haben wir ihn mit einem leicht verstimmten Streicher-Sample gelayert.

PPG-Wavetables mit Samples kombinieren
PPG-Wavetables mit Samples kombinieren

Jetzt verwandeln wir diesen Dauerton in ein heulendes Alarmsignal. Dafür nutzen wir das Animator-Modul: Animator ist ein vielseitiger Modulator, mit dem du Modulationssequenzen programmieren und verschiedenen Parametern in Conflux zuweisen kannst.

Für unser Alarmsignal wollen wir ein einfaches Auf-und-ab-Muster haben, also haben wir genau dieses Pattern in die Animator-Oberfläche eingezeichnet.

Mit Animator Sounds in Bewegung bringen
Mit Animator Sounds in Bewegung bringen
Mit Macro einen Alarmsignal-Effekt erstellen
Mit Macro einen Alarmsignal-Effekt erstellen

Hier ist unser Raumschiff-Soundeffekt.

4. Unheimliche FX

Zum Abschluss erstellen wir mit Conflux noch einen unheimlichen Weltraum-Soundeffekt.

Dazu nutzen wir ausschließlich die Wavetable-Klangquelle mit einer einfachen Sinus-Rechteck-Wavetable – diesmal ganz ohne Sample-Layer. Klangliche Bewegung bringen wir hinein, indem wir Wavetable-Position und Ringmodulations-Anteil über einen LFO modulieren.

Hier siehst du, wie LFO 1 den Parametern Wavetable Position und Audio Mod Tune zugewiesen ist (markiert durch orange Linien).

Klangliche Vielfalt mit Audio Mod erzeugen
Klangliche Vielfalt mit Audio Mod erzeugen

Unser FX-Sound soll nicht auf einer Tonhöhe verharren, sondern zufällig durch den Raum wandern. Deshalb haben wir den LFO auch der Wavetable-Tonhöhe zugewiesen.

Um den Sound noch instabiler klingen zu lassen, moduliert LFO 2 – ebenfalls mit einer Random-Wellenform – die Frequenz von LFO 1.

Jetzt noch ein paar Effekte: Phat sorgt für kernige Verzerrung, der Phaser verstärkt die geheimnisvolle Stimmung und Shimmer (mit etwas Detune) katapultiert den Sound geradewegs in die Weiten des Alls. Über das Space-Modul haben wir außerdem reichlich Reverb hinzugefügt.

Spacige Effekte mit Conflux
Spacige Effekte mit Conflux

Hier ist unser Space-Sound-Effekt: kalt und unheimlich.

Mit Conflux eigene Sci-Fi-Sounds erstellen

In diesem Artikel haben wir dir gezeigt, wie du Sci-Fi-Sounds mit Conflux erstellst – dem wegweisenden neuen Hybrid-Instrument für Kontakt 8. Dank kraftvoller Wavetable-Synthese, atmosphärischem Sampling, smarter Modulation und vielem mehr eignet sich das Instrument perfekt für futuristisches Sound-Design.

Jetzt bist du dran: Nutze Conflux für deine eigenen Sci-Fi-Sound-Projekte. Conflux ist in Kontakt 8 enthalten, dem Branchenstandard unter den Sampling-Plattformen von Native Instruments.

Hol dir Kontakt 8

Passende Produkte