Für viele Einsteiger*innen wirkt es erst einmal überwältigend, einen Song komplett zu schreiben, zu produzieren, zu mischen und zu mastern. Zum Glück wird das Ganze viel überschaubarer und machbarer, wenn du die Arbeit in einzelne, klare Schritte unterteilst.
In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir dir, wie du einen kompletten Song von Grund auf produzierst – und zwar nur mit deiner DAW und Native Instruments 360 Essentials, dem praktischen Einsteiger-Abo mit allem, was du zum Musikmachen brauchst.
Spring direkt zu den Abschnitten:
- Konzept entwickeln
- Strophe bauen
- Pre-Chorus bauen
- Chorus komponieren
- Bridge aufbauen
- Arrangement erstellen
- Mixing
- Mastering
- Eigene Songs mit 360 Essentials produzieren
Du kannst 360 Essentials kostenlos testen. Wenn du aber bereits einige Produkte von Native Instruments besitzt, kannst du auch mitmachen, sofern du Folgendes hast: Komplete Kontrol, Empire Breaks, Massive X, Battery 4, Session Guitarist Strummed Acoustic, Session Strings 2, Raum und Replika XT.
Einen Song von Anfang bis Ende produzieren
Es gibt viele Wege, ein Musikstück fertigzustellen. Ein bewährter Ansatz: Beginne mit einer Idee, einem Thema oder einer Stimmung und komponiere anschließend Akkorde, Beats, Melodien und Lyrics.
Als Nächstes wird der Song arrangiert, gefolgt von Feinjustierungen im Mix. Zum Schluss folgt das Mastering – zum Beispiel mit Tools wie Ozone 11 Elements.
Einen Song von Anfang bis Ende mischen
Ein klassischer Ablauf beim Mischen besteht darin, zuerst die Lautstärkeverhältnisse der Spuren abzustimmen, damit nichts zu laut oder zu leise ist. Anschließend kommen Effekte wie EQ, Dynamikbearbeitung, Delay und Reverb zum Einsatz, um das Beste aus jedem Element herauszuholen.
Manche Produzent*innen mischen lieber direkt während des Arrangierens statt erst danach. Viele nutzen außerdem Referenz-Tracks professioneller Produktionen, um ihren Mix klanglich zu vergleichen.
Wie kann ich meinen eigenen Song produzieren?
In Native Instruments 360 Essentials findest du alles, was du zum Produzieren deines eigenen Songs brauchst: Instrumente, Effekte sowie Tools für Mixing und Mastering. Mit diesem Tutorial machst du deinen ersten Song startklar – und holst dir die Sicherheit und Inspiration für viele weitere.
Einen Song von Anfang bis Ende erstellen
1. Konzept entwickeln
Viele Musiker*innen fangen einfach damit an, ein bisschen auf den Instrumenten herumzuspielen, die gerade greifbar sind. Wir wählen hier jedoch einen strukturierteren Ansatz.
Crossover-Country-Tracks liegen aktuell voll im Trend – lass uns also einen entspannten Mix aus Country und HipHop produzieren. Damit steht schon fest, dass sich das Tempo unseres Tracks wahrscheinlich im Bereich von 80–100 BPM bewegen sollte und wir mindestens ein Gitarren-Instrument, ein Drum-Kit und einen Bass-Sound brauchen. Session Guitarist Strummed Acoustic, Empire Breaks und Massive X sind alle in 360 Essentials enthalten. Mit ihnen legen wir das Fundament unseres Tracks und fügen weitere Elemente hinzu, sobald der Vibe des Songs klarer wird.
Lass uns loslegen: Stelle das Projekttempo auf 85 BPM ein.

2. Strophe bauen
Wir beginnen mit einer Strophe, die wir später zu einem Pre-Chorus ausbauen und zu einem Chorus weiterentwickeln.
Bauen wir zuerst ein paar Drums, damit wir ein rhythmisches Gerüst zum Komponieren haben. Lade Komplete Kontrol auf einer MIDI-Spur, wähle die Empire Breaks-Library aus und doppelklicke auf Leisure Kit, um es zu laden.

Stelle diese Spur auf -6 dB, um ausreichend Headroom für weitere Elemente im Mix zu haben.

Zuerst programmieren wir ein paar Hi-Hats. Platziere geschlossene Hi-Hats auf F#1 auf den ersten drei 16tel-Noten eines MIDI-Clips, gefolgt von einer geschlossenen Hi-Hat auf G1. In diesem Projekt nutzen wir für alles Velocity-Werte von 100. Dupliziere das Ganze nun dreimal, sodass es über einen kompletten Takt läuft.

Füge nun Rimshots auf D1 auf den Zählzeiten zwei und vier des Takts hinzu, dazu C1-Kicks auf der ersten, zweiten und sechsten 8tel-Note. So entsteht ein Kick- und Snare-Pattern, das perfekt zu den Hi-Hats passt.

Dupliziere dieses Pattern, sodass es über vier Takte läuft.

Jetzt haben wir einen Drum-Beat – lass uns etwas Musikalisches dazu kreieren. Lade auf einer neuen Spur wieder Komplete Kontrol, wähle dieses Mal die Session Guitarist Strummed Acoustic-Library aus und doppelklicke auf das Lemongrass-Preset. Stelle auch diese Spur auf -6 dB.

Programmiere einen viertaktigen Clip mit den Noten C3, A#2, A#2 und F2. Session Guitarist Strummed Acoustic spielt automatisch passende Akkorde für uns und gibt unserem Song im Handumdrehen ein musikalisches Fundament.

Das Pattern soll stoppen, sobald die MIDI-Note endet. Wähle daher den Playback-Tab und stelle den Latch Mode auf „Stop Instantly“.

Damit stehen Drum-Kit und Gitarre. Was uns für die fertige Strophe noch fehlt, ist ein Bass. Lade Massive X auf einer neuen MIDI-Spur, öffne den Browser, wähle den Bass-Tag und doppelklicke auf das Preset Essential Eight, um es zu laden. Stelle auch diese Spur auf -6 dB.

Kopiere diese Bassline, die dem Grundton der Akkorde folgt.

Und schon steht unsere Strophe! Als Nächstes bauen wir einen Pre-Chorus.
3. Pre-Chorus bauen
Unser Pre-Chorus ähnelt der Strophe sehr, bekommt aber zusätzliche Elemente, um Energie für den Chorus aufzubauen. Dupliziere die viertaktige Strophe als Basis für deinen Pre-Chorus.

Bauen wir mit Streichern etwas Spannung auf. Öffne Komplete Kontrol auf einer neuen MIDI-Spur, wähle die Session Strings 2-Library und doppelklicke auf das Sessions Strings-Preset, um es zu laden. Stelle auch diese Spur auf -6 dB.

Ändere den Modus von „Velocity Switch“ zu „Rhythm Animator“.

Im Rhythm Animator-Modus spielen die Streicher automatisch authentische Rhythmus-Pattern. So erhältst du blitzschnell einen überzeugenden akustischen Streichersound. Dupliziere den MIDI-Clip der Gitarre auf die MIDI-Spur von Session Strings 2 – die Streicher folgen dann den Grundtönen der Akkorde.

Jetzt fügen wir Elemente hinzu, die den Übergang in den Chorus unterstützen. Lade Battery 4 auf einer neuen MIDI-Spur und doppelklicke auf das 808 Multiple Kit, um es zu laden. Stelle auch diese Spur auf -6 dB.

Programmiere einen kurzen Snare-Roll auf D3 auf den letzten beiden Zählzeiten des Pre-Chorus.

Bringen wir noch einen Sound-Effekt ins Spiel: Lade Massive X auf einer neuen Spur, klicke diesmal im Browser auf den Tag „Sound Effects“ und doppelklicke auf das Preset Future Gun, um es zu laden. Stelle die Spur auf -6 dB.

Programmiere das so, dass es auf der letzten Zählzeit des Pre-Chorus abgespielt wird.

4. Chorus komponieren
Dupliziere die Strophe und den Pre-Chorus. Dieser neue Abschnitt wird unser Chorus.

Unser Chorus wird acht Takte lang sein und sich musikalisch von der Strophe unterscheiden. Deshalb erstellen wir komplett neue Gitarren-, Bass- und Streicher-Parts – lösche diese also jetzt aus dem Chorus.

Kopiere diesen Gitarren-Part (er spielt C3, D#3, G3 und F3), um einen neuen Gitarren-Part für den Chorus zu erstellen.

Kopiere diesen Bass-Part, der C2, D#2, G1 und F1 spielt.

Kopiere schließlich diesen Streicher-Part, der C3, A#3, G3 und A#3 spielt.

Dupliziere diese Clips, sodass sie über den gesamten achttaktigen Chorus laufen.

Fügen wir mit einem Lead-Synth ein weiteres Element hinzu, um der zweiten Hälfte des Chorus noch mehr Energie zu verleihen. Lade Massive X auf einer neuen MIDI-Spur, öffne den Browser und wähle den Tag „Piano / Keys“. Lade das Preset „Fancy“ per Doppelklick und stelle die Spur auf -6 dB ein.

Kopiere dieses Pattern für die letzten vier Takte des Chorus. Es spielt C4, D#4, F4, dann C4, D#4 und C4.

5. Eine Bridge bauen
Jetzt haben wir eine Strophe, einen Pre-Chorus und einen Chorus – für ein richtig packendes Arrangement fehlt aber noch eine Bridge. Dupliziere den Chorus und lösche die Gitarren-, Bass-, Streicher- und Lead-Parts.

Halten wir unsere Bridge so einfach wie möglich. So bleibt sie super flexibel – etwa, falls du gerappte statt gesungener Vocals darüberlegen möchtest. Erstelle zuerst einen achttaktigen Streicher-Part, der einfach nur C3 spielt.

Füge nun einen achttaktigen Bass-Part hinzu, der einfach nur C2 spielt.

Jetzt haben wir alle Abschnitte beisammen, die wir für ein komplettes Arrangement brauchen.
6. Ein Arrangement erstellen
Hier ist ein unkompliziertes Arrangement, an dem du dich orientieren kannst.

Dieses Arrangement beginnt mit Strophe und Pre-Chorus ohne Bassline – diese setzt erst beim ersten Chorus in Takt 9 ein.
Auf diesen ersten Chorus folgt in Takt 17 die erste richtige Strophe, danach in Takt 25 ein weiterer Chorus und in Takt 33 eine zweite vollständige Strophe.
Nach der zweiten vollständigen Strophe kommt in Takt 41 eine Bridge. Darauf folgt in Takt 49 der finale Chorus.
Natürlich kannst du den Song ganz nach deinen Vorstellungen arrangieren und ihn länger oder kürzer machen, je nachdem, wie viel Text du unterbringen willst.
Unser Song klingt schon ziemlich gut, aber verpassen wir ihm im Mix noch den nötigen Feinschliff.
7. Mixing
Beginnen wir mit der Lautstärkebalance unseres Mixes. In diesem Beispiel müssen wir nur eine Kleinigkeit anpassen: Der Bass ist ziemlich laut. Senken wir seinen Pegel also von -6 dB auf -9 dB ab.

Aktuell spielt sich vieles in der Mitte des Mixes ab – wenn wir Elemente an die Seiten bewegen, erzielen wir einen breiteren, räumlicheren Sound. Eine Möglichkeit dazu ist Reverb. Lade das Reverb-Plug-in Raum auf die Gitarrenspur und öffne das Preset Factory Presets > Medium > Big Room. Stelle den Mix-Regler auf 56 % ein.

Verleihen wir auch dem Streicher-Part etwas Räumlichkeit. Lade auf der Streicher-Spur eine weitere Instanz von Raum und wähle diesmal das Preset Factory Presets > Small > String Ambience. Das sorgt für einen dezenten Hauch von Reverb, wodurch die Streicher-Sounds organischer und natürlicher klingen.

Aktuell klingt unser Soundeffekt noch etwas trocken. Verpassen wir ihm etwas Reverb, um ihn aufzuwerten. Lade Replika XT auf die Soundeffekt-Spur und öffne das Preset Classics > Analogue Dual.

Dadurch klingt der Soundeffekt spannender und geht zugleich nahtlos in den nächsten Abschnitt über.
Jetzt klingt unser Song schon deutlich runder – und ist bereit fürs Mastering.
8. Mastering
Mit Ozone 11 Elements wird Mastering zum Kinderspiel. Lade einfach das Plug-in auf deine Master-Spur, klicke auf den großen Button „Start Listening“ und spiele den lautesten Teil des Tracks ab. In unserem Fall starten wir bei Takt 13, da hier die meisten Elemente zusammenspielen.

Bitte beachte: Ozone 11 Elements hebt die Lautstärke deines Songs an, sobald die Analyse abgeschlossen ist – dreh deine Lautsprecher also lieber etwas leiser!
Sobald Ozone 11 Elements die Analyse deines Songs abgeschlossen hat, erstellt es automatisch eine Mastering-Kette und wählt ein Ziel-Genre aus. Für diesen Mix wird Pop vorgeschlagen – das passt perfekt, wir müssen also nichts weiter ändern.

Eigene Songs produzieren mit 360 Essentials
Hier haben wir dir gezeigt, wie du mit 360 Essentials einen Song von Grund auf produzierst. Wenn du mehr über die verwendeten Instrumente und Effekte erfahren möchtest, sieh dir Komplete Kontrol, Empire Breaks, Massive X, Battery 4, Session Guitarist Strummed Acoustic, Session Strings 2, Raum und Replika XT an.