Tiefgründig, groove-betont und voller Soul: Afro House gehört zu den spannendsten regionalen Spielarten der House-Music – dank hypnotischer Synth-Texturen, mitreißender Percussion und eingängiger Hooks.
Artists wie Black Coffee, Culoe De Song und Keinemusik erfreuen sich mit ihren Dancefloor-tauglichen Vibes und erstklassigen Produktionen enormer Beliebtheit.
In diesem Tutorial zeigen wir dir, wie du mit Native Instruments 360 Plus deinen eigenen Afro-House-Track von Grund auf produzierst. Wir führen dich durch den gesamten Afro-House-Produktionsprozess – vom Beat-Bauen und Groove-Design bis hin zu Arrangement und Mastering.
Springe direkt zu diesen Abschnitten:
- Welches BPM-Tempo sollte Afro House haben?
- Was sind die wichtigsten Elemente eines Afro-House-Tracks?
- Wie unterscheidet sich Afro House von Deep House oder Amapiano?
- Einen Afro-House-Track produzieren
Um diesem Guide zu folgen, benötigst du Kontakt 8 Player, Massive X, Battery 4, Ignition Keys, Phoenix Keys, Solid EQ, Ozone 12 Standard, Leap Afrobeats und Leap House Grooves.
All diese Plug-ins sind im Abo von Native Instruments 360 Plus enthalten – du bekommst sie also alle zu einem günstigen monatlichen Preis.
Welches BPM-Tempo sollte Afro House haben?
Afro House bewegt sich typischerweise zwischen 110 und 125 BPM – ein Tempobereich, der sich perfekt für ausdrucksstarke Vocals, organische Drum-Patterns und hypnotische Basslines eignet. Oft wird ein Bereich von 118 bis 122 BPM bevorzugt: So bekommt der Track genügend Energie und gleichzeitig ausreichend Raum für einen packenden Afro-House-Groove.
Was sind die wichtigsten Elemente eines Afro-House-Tracks?
Die wichtigsten Elemente eines Afro-House-Tracks sind die Four-on-the-Floor-Kickdrum, rhythmische Percussion, gefühlvolle Vocals und tanzbare Basslines. Hinzu kommen atmosphärische Akkorde oder Synth-Parts sowie melodische Lead-Lines.
Wie unterscheidet sich Afro House von Deep House oder Amapiano?
Afro House ist in der Regel schneller und rhythmusbetonter als Amapiano, mit einem klaren Fokus auf Percussion, synkopierten Grooves und sich wiederholenden melodischen Motiven. Oft verschmelzen dabei Deep-House-Synthese und afrikanische Rhythmus-Patterns.
Amapiano ist entspannter und songorientierter. Typisch dafür sind langsamere Tempi, Log-Drum-Basslines, luftige Arrangements und Vocals, die eine zentrale Rolle für die Identität des Tracks spielen.
Deep House setzt eher auf einen minimalistischen, atmosphärischen Sound. Statt dichter Rhythmus-Schichten dominieren oft jazzige Akkorde, weiche Basslines, Vocal-Samples und langgezogene Arrangements.
Hören wir uns nun einige Beispiele an, um diese Unterschiede zu verdeutlichen.
Hier ist zunächst ein Afro-House-Beispiel:
Und hier ist ein weiterer Track mit Afro-House-Produktion:
Hier ist zum Vergleich ein Amapiano-Track:
Und schließlich noch etwas klassischer Deep House:
Einen Afro-House-Track produzieren
1. Deep-House-Drums
Ganz gleich, welche Spielart von House du machst: Es empfiehlt sich, mit den Drums zu beginnen. Sie sind das pulsierende Herzstück des Tracks und bilden das Fundament für alle weiteren Elemente.
Stelle zuerst das Projekttempo in deiner DAW auf 122 BPM ein.
Lade auf einer MIDI-Spur Kontakt, klicke auf den Leap-Button und wähle das Leap-Kit „House Grooves“ aus. Mit einem Doppelklick auf Prophet Kit lädst du das Kit.

Leap-Kits bieten dir eine facettenreiche Sound-Palette, mit der du musikalische Ideen in Echtzeit oder wie klassische Sample-Loops einspielen kannst. Sequenziere Prophet Kit so, dass es über vier Takte C3 und G3 spielt. Auf C3 liegt die Four-on-the-Floor-Kickdrum, auf G3 treibende Shuffle-Tops. Sofern nicht anders angegeben, verwenden wir in diesem Guide für alle Noten einen Velocity-Wert von 100.

Diese Deep-House-Drums liefern uns einen soliden Beat, den wir nun mit dem typischen Afro-House-Flair anreichern können.
2. Einen Afro-House-Groove hinzufügen
Afro House setzt oft auf vielschichtige Percussion-Rhythmen, um einen lebendigen Groove zu erzeugen. Bauen wir das Ganze mit einem weiteren Leap-Kit auf: Lade auf einer neuen MIDI-Spur erneut Kontakt und wähle diesmal Afrobeats sowie das Grootberg Kit aus.

Sequenziere das Kit diesmal so, dass es vier Takte lang G3 und C4 spielt.

Dadurch kommen zwei funkige Percussion-Loops ins Spiel.
Passen wir die Lautstärken an, damit der Master-Kanal nicht übersteuert. Stelle die Spur von Prophet Kit auf -4,2 dB und den Kanal des Grootberg Kit auf -3,6 dB ein.

3. Geschmeidige Keys
Als Nächstes fügen wir geschmeidige Keys hinzu, um dem Track ein musikalisches Fundament zu geben. Auch hier kommt Kontakt zum Einsatz: Wähle Electric Keys Phoenix und das Preset Punchy Suitcase.

Stelle diese Spur auf -7,3 dB ein, damit sie sich optimal in den Gesamt-Mix einfügt.
Mit diesem Instrument bauen wir einen Single-Chord-Groove in g-Moll. Du kannst unseren Part einfach übernehmen oder dir eigene Ideen ausdenken und erweiterte g-Moll-Akkorde spielen.
Wie du siehst, variieren Timing und Anschlagstärke in unserem Part recht stark – das liegt daran, dass er live über einen MIDI-Controller eingespielt wurde. Ein natürliches Spielgefühl erzielst du am einfachsten, wenn du den Part selbst einspielst; das Einprogrammieren mit weniger Timing- und Velocity-Abweichungen funktioniert aber genauso.

So klingt das Ganze im Zusammenspiel:
4. Eine Afro-House-Bassline bauen
Nutzen wir einen Bass-Sound aus Massive X für eine druckvolle Bassline. Lade Massive X auf einer neuen MIDI-Spur und klicke auf den Browse-Button. Klicke dann auf den Character-Button und wähle den Sub-Tag, um nur Subbass-Sounds anzuzeigen. Mit einem Doppelklick auf das Preset Bump lädst du den Sound.

Stelle diese Spur auf -11,1 dB ein.
Kopiere die MIDI-Daten aus unserem Beispiel: Hier wird durchgehend G2 gespielt, bis auf die letzten beiden Noten, die auf C3 und D3 liegen.

Dieser simple Bass-Groove treibt ordentlich an und verleiht unserem Track den nötigen Dancefloor-Faktor.
5. Eine Lead-Line komponieren
Ein typisches Element von Afro-House-Produktionen ist eine eingängige Lead-Line. Erstelle eine neue MIDI-Spur mit Kontakt und lade in Ignition Keys das Preset Eclipse.

Stelle diese Spur auf -12 dB ein.
Kopiere diesen simplen Part, der die Noten G3, A2 und G2 spielt.

6. Eine packende Atmosphäre schaffen
Afro-House-Tracks klingen meist rund und organisch dicht – im Moment wirkt unser Arrangement noch etwas zu kahl. Fügen wir ein paar Elemente hinzu, die den Sound fülliger machen, für Abwechslung sorgen und den Track noch tanzbarer gestalten.
Fügen wir zunächst einen atmosphärischen Akkord hinzu, um dem Track mehr Tiefe und Intensität zu verleihen. Lade Massive X auf einer neuen MIDI-Spur und wähle im Browser das Preset Freebirds aus.

Stelle diese Spur auf -22,9 dB ein.
Kopiere den Gm9-Akkord (g-Moll 9) aus unserem Beispiel. Beachte dabei, dass wir für die Noten unterschiedliche Velocity-Werte verwendet haben. Experimentiere ruhig damit, einzelne Noten mehr oder weniger zu betonen, um dein ganz eigenes Feeling zu erzeugen.

So klingt der Akkord zusammen mit den restlichen Elementen.
Im Bassbereich matscht der Akkord den Mix etwas zu – das lässt sich aber ganz einfach mit einem Equalizer beheben. Lade Solid EQ auf die Spur und stelle den High-Pass-Filter (HPF) auf 142 Hz ein.

Fügen wir noch ein weiteres Element hinzu, um unserem Mix noch mehr Spannung zu verleihen. Lade dafür erneut Massive X auf eine neue MIDI-Spur und wähle das Preset Morphing Arp aus.

Stelle diese Spur auf -26,4 dB ein.
Spiele das Ganze auf G3 über die vollen vier Takte.

So klingt das Ganze im Kontext.
Nachdem wir eine solide Auswahl musikalischer Elemente beisammen haben, geht es ans Arrangement.
7. Arrangement
Hier ist ein Beispiel-Arrangement, das du übernehmen kannst – oder du baust dir einfach dein eigenes.

8. Einen Afro-House-Track mastern
Lass uns schnell ein Master unseres Tracks erstellen. Lade iZotope Ozone auf die Master-Spur und klicke auf den Button „Assistant View“.
Du wirst nun aufgefordert, den lautesten Teil deines Projekts abzuspielen. Starte die Wiedergabe ab Takt 25, wo alle Elemente gleichzeitig zu hören sind. Bitte beachte: Sobald Ozone 12 die Bearbeitung abgeschlossen hat, wird der Mix deutlich lauter. Drehe deine Lautsprecher oder Kopfhörer vorsorglich etwas leiser.
Ozone erstellt automatisch eine individuelle Mastering-Kette für dich. Du kannst verschiedene Targets ausprobieren, um das Klangprofil deines Masters anzupassen.

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In diesem Tutorial haben wir dir gezeigt, wie du mit Instrumenten und Effekten aus Native Instruments 360 Plus einen Afro-House-Track produzierst.
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