|Kevin McHugh

4 Dur-Akkordfolgen, die du kennen solltest

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4 Major Chord Progressions

Wenn du einen Track schreibst oder produzierst, spielt die Akkordfolge beim Songwriting meist eine entscheidende Rolle. Und die Wahl deiner Akkorde hat einen gewaltigen Einfluss auf Stimmung, Energie und Struktur deines Songs. Hier dreht sich alles um die beliebtesten und energiegeladensten Akkorde überhaupt: Dur-Akkorde.

Wir schauen uns an, was Dur-Akkorde eigentlich sind, wie bekannte Dur-Akkordfolgen in der Popmusik Millionen von Hörer*innen begeistert haben und wie du sie in deinen eigenen Songs einsetzt.

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  1. I-V-IV-V
  2. IV-iii-vi-V
  3. I-V-vi-ii-IV-I-V
  4. I-V-vi-IV

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Was sind Dur-Akkorde?

Akkorde bestehen aus mindestens drei Tönen, die gleichzeitig gespielt werden. Wenn wir von Dur-Akkorden sprechen, meinen wir Akkorde, die aus den Tönen einer Dur-Tonleiter aufgebaut sind. Meistens besteht ein Akkord aus dem ersten, dritten und fünften Ton dieser Tonleiter. Ein Dur-Akkord basiert also auf Tönen im Verhältnis zu dem Ton, der ihm seinen Namen gibt – dem Grundton. Ein C-Dur-Akkord basiert beispielsweise auf dem Ton C sowie den Tönen auf der dritten und fünften Stufe der C-Dur-Tonleiter. Ein G-Dur-Akkord basiert entsprechend auf dem Ton G und den dazugehörigen Stufen der G-Dur-Tonleiter.

Du merkst vielleicht schon, dass es eine enge Verbindung zwischen den Tönen einer Tonleiter und den Tönen eines Akkords gibt – und genau so ist es. Tatsächlich geht das noch weiter: Die Akkorde einer Akkordfolge basieren fast immer auf den Tönen einer bestimmten Tonleiter. Wenn wir von der „Tonart“ eines Songs sprechen, meinen wir die Töne, die sowohl in der Melodie ALS AUCH in den Akkorden vorkommen. Ein Song in C-Dur nutzt also eine Akkordfolge in C-Dur – oder Akkorde, die sich aus den Tönen der C-Dur-Tonleiter zusammensetzen.

Wir haben gesehen, was ein Dur-Akkord ist – und wie Akkorde durch die Töne einer „Tonart“ bestimmt werden. Schauen wir uns nun an, welche Akkorde in eine Dur-Tonart passen. Das Spannende daran: Jede Dur-Tonart enthält auch Akkorde, die eigentlich Moll-Akkorde sind. Das mag verwirrend klingen: Wenn eine Tonart auf einer Dur-Tonleiter basiert, müsste dann nicht alles darin auch Dur sein? Nicht ganz. Da ein Akkord aus den Tönen der jeweiligen Tonleiter aufgebaut wird und dem Schema Grundton-Terz-Quinte folgt, entstehen dabei Kombinationen, die Moll-Akkorde sind, sich aber perfekt in eine Dur-Akkordfolge einfügen. Anhand unserer folgenden Beispiele wird das gleich noch klarer.

Schauen wir uns einige grundlegende Dur-Akkordfolgen an, die du selbst nutzen kannst – und wie sie in bekannten Hits klingen, die du garantiert kennst.

1. I-V-IV-V

Suzanne Vega ist eine enorm erfolgreiche Songwriterin, und einige ihrer Songs dienten als Basis für gefeierte Dance-Tracks. Ihr größter Charthit ist „Luka“ – ein Song, der eine sehr ernste, traurige Thematik auf faszinierende Weise mit den leichten, verspielten Akkorden von Fis-Dur (F#) kombiniert.

Vega setzt hier meisterhaft auf Melodie: Die Schlichtheit der Melodieführung wird von den stabilsten Akkorden der Fis-Dur-Tonleiter getragen. Auf den Grundakkord bzw. die Tonika (I) auf Fis folgt die fünfte Stufe (V) mit einem Cis-Akkord (mit einer leichten Variation als Sus4-Akkord) und anschließend das H (B), die vierte Stufe (IV), ebenfalls als Sus-Variation.

So sehen diese Akkorde in der Piano-Roll unserer DAW aus. Und so klingen sie, wenn sie durchgespielt werden. Sobald die Melodie einsetzt, wird sofort klar, wie die Akkordfolge das musikalische Fundament bildet und alles zusammenhält.

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I-V-IV-V-Akkordfolge in MIDI

Mit diesen Akkorden können wir ein großartiges Patch in Band spielen – einem Instrument, das in Komplete Start enthalten und für alle komplett kostenlos ist. Hier ist das Patch in Band:

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VST-Patch in Band aus Komplete Start

Erinnerst du dich an die Erwähnung oben, dass ein Song in einer Dur-Tonart auch Akkorde enthalten kann, die gar kein Dur sind? Dieser Song ist ein hervorragendes Beispiel dafür.

Im Refrain hören wir einen Dis-Moll-Akkord (vi) anstelle des Grundakkords der ursprünglichen Progression. Das ist eine fantastische Methode, um dem Chorus Abwechslung und dem gesamten Arrangement Spannung zu verleihen. Der Refrain folgt also der Folge vi-V-vi-V-IV-V-IV-V. Das Fehlen des Grundakkords und die emotionale Spannung des Moll-Akkords lassen den Song am Ende wunderbar zum Grundakkord zurückkehren, der die Strophe und die Hauptmelodie erdet.

2. IV-iii-vi-V

Daft Punk – Digital Love

Keine Frage: Daft Punk sind berühmt für ihr ganzes Arsenal an absoluten Club-Bängern. Und auch wenn viele ihrer größten Hits auf Samples basieren, heißt das keineswegs, dass sie ihre Akkorde dem Zufall überlassen. Vor allem, wenn Daft Punk eine optimistische, eingängige Pop-Stimmung erzeugen wollen, setzen sie gezielt auf Dur-Akkordfolgen. Hören wir uns dazu „Digital Love“ aus ihrem Album Discovery an.

Die Hauptprogression federt lebendig voran und setzt auf helle, treibende Akkorde, um die optimistische Energie des Tracks aufrechtzuerhalten. Interessanterweise löst sie sich nie zum Grundakkord bzw. zur Tonika auf. Die Tonika ist der Akkord, der auf dem Grundton der Tonart basiert – in diesem Fall A-Dur. Bei den meisten Akkordfolgen ist die Tonika der Ankerpunkt für alles. Sie sorgt für Auflösung und lässt die Folge wieder von vorn beginnen. In diesem Song erreichen wir diese Auflösung jedoch nie, was für ein anhaltendes Gefühl von Vorfreude und Sehnsucht sorgt. Wir starten die Folge auf der IV. Stufe (D-Dur), wandern dann zu den Moll-Akkorden der Tonart – der dritten Stufe mit Cis-Moll (c#min) und der sechsten mit Fis-Moll (f#min) – und landen schließlich auf dem Dur-Akkord E.

Hier siehst du, wie diese Akkorde in der DAW aussehen, und ein Soundbeispiel, wie sie in Analog Dreams klingen – das ebenfalls komplett kostenlos in Komplete Start enthalten ist.

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IV-iii-vi-V-Akkordfolge in MIDI
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Analog Dreams in Komplete Start

Im Refrain bleiben die Akkorde im Wesentlichen dieselben – lediglich das Timing variiert leicht, und der letzte V-Akkord fällt weg.

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IV-iii-vi-Refrain-Akkordfolge in MIDI

3. I-V-vi-iii-IV-I-V

Das Großartige an Akkordfolgen: Sie sind oft so wandlungsfähig, dass sie in jedem Genre funktionieren. Eine Progression, die auf den richtigen Zutaten aufbaut, lässt sich genreübergreifend einsetzen und klingt auf den verschiedensten Instrumenten gut. Bestes Beispiel: „Basket Case“ von Green Day.

Der Song steht in Es-Dur und beginnt daher mit dem klassischen Ankerpunkt: der Tonika, basierend auf dem Grundton Es. Von dort springt er zum nächststabilsten Akkord der Tonart – der V. Stufe bzw. dem fünften Akkord der Tonleiterfolge, B (Bb). Weiter geht es zu C-Moll auf der sechsten Stufe (vi), zum dritten Akkord (iii) G-Moll, dann zu As-Dur auf der vierten Stufe (IV), zurück zur Tonika (I) und schließlich für zwei Takte auf die fünfte Stufe (V) B. Diese Bewegung von der Tonika zur Quinte bzw. Dominante, über weniger stabile Akkorde und zurück zur Tonika ist ein absolut bewährtes Mittel, um einen Song in ständiger Vorwärtsbewegung zu halten.

So klingen diese Akkorde mit einer anderen Instrumentierung und einem leicht abgewandelten Pattern. In Band aus Komplete Start können wir beispielsweise einen knackigen, gitarrenartigen Sound erzeugen.

Und hier wird die Verbindung zu Green Days Version deutlich, sobald wir diese Akkorde mit der Melodie kombinieren. So sieht die MIDI-Spur in unserer DAW aus, zusammen mit dem Patch, das wir in Band verwenden.

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I-V-vi-iii-IV-I-V-Akkordfolge in MIDI
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Crunchy Guitar in Band aus Komplete Start

Auch hier zeigt sich: Die Akkorde entfalten ihre volle Wirkung erst im Zusammenspiel mit der Melodie. Hör dir im ersten Takt zunächst nur die reinen Akkorde an – und lausche dann, wie die Melodie darüber einsetzt.

4. I-V-vi-IV

Es gibt beliebte Akkordfolgen – und dann gibt es DIE eine Akkordfolge. Wie dieses Video von Axis of Awesome eindrucksvoll zeigt, bildet eine ganz bestimmte Akkordfolge das Fundament unzähliger Welthits, an der man einfach nicht vorbeikommt. Diese Progression vereint alles, was eine geniale Akkordfolge braucht: Harmoniewechsel, Spannung und Auflösung sowie eine Vertrautheit, durch die sich ein Song schon beim ersten Hören wie ein alter Bekannter anfühlt.

Probieren wir diese Progression in C-Dur aus und hören, wie sie klingt. So sieht die MIDI-Spur in unserer DAW aus, die wir hier mit Hybrid Keys spielen – einem weiteren großartigen Instrument aus dem kostenlosen Komplete Start-Bundle.

I-V-vi-IV-Akkordfolge in MIDI
I-V-vi-IV-Akkordfolge in MIDI
4 Dur-Akkordfolgen 9
Hybrid Keys in Komplete Start

Hören wir uns nun an, wie diese Progression mit Hybrid Keys aus Komplete Start klingt.

Das fühlt sich direkt wie der Anfang eines grandiosen Pop-Hits an! Probier mal aus, ob dir spontan eine Melodie dazu einfällt. Du musst dafür nicht einmal Tonleitern pauken – lass dich einfach von deiner Intuition leiten …

Das Schöne an dieser Folge ist, dass sie selbst bei einer veränderten Reihenfolge extrem gut funktioniert. Nahezu jede Variante dieser Progression erzeugt sofort Vertrautheit und harmonische Auflösung. Eine Dur-Tonart sorgt dabei für einen hellen, optimistischen Grundton, lässt aber dennoch Raum für geheimnisvolle Momente und Spannung – bis sie sich wieder in pure Positivität auflöst.

Setze Dur-Akkorde in deinen eigenen Tracks ein

Wir haben gesehen, wie Dur-Akkorde hinter den Akkordfolgen unzähliger Lieblingssongs stecken und wie diese grundlegenden Progressionen jede Menge kreativer Ideen transportieren und in den verschiedensten Genres funktionieren. Probiere sie doch gleich in deinem nächsten Projekt aus und leg direkt mit den kostenlosen Instrumenten aus Komplete Start los.

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