|Dean Salant

5 Rock-Akkordfolgen für mehr Energie in deinem Songwriting

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rock chord progressions

Kaum ein Musikgenre strotzt so sehr vor roher Energie wie Rock. Die emotionale Wucht dieser Musik ist einfach unverkennbar. Das Herzstück des kraftvollen, hymnischen Rocksounds bilden Akkordfolgen, die das Fundament für die unverwechselbare Atmosphäre des Genres legen. Rock-Akkordfolgen können deiner Musik eine ganz besondere Energie verleihen – ganz gleich, ob als einfache, aber effektive Powerchord-Bewegung oder als gefühlvolle Balladen-Sequenz.

Egal, ob du in der Garage Gitarre spielst, Rockmusik samplest oder MIDI-Gitarren in Kontakt einspielst: Diese 5 Rock-Akkordfolgen solltest du kennen.

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Welche Akkorde werden in der Rockmusik verwendet?

Wenn du dich mit den Grundlagen der Musiktheorie schon etwas auskennst, weißt du sicher über Dur- und Moll-Akkorde Bescheid. Frischen wir das Wissen kurz auf, damit wir typische Rock-Akkordfolgen ganz einfach nachbauen können.

Um Grundakkorde zu bilden, bedienen wir uns an Tonleitern: Wir wählen drei Töne aus und formen daraus einen sogenannten „Dreiklang“. Ein Dreiklang entsteht, indem man einen Ton nimmt, den nächsten überspringt und den darauffolgenden verwendet. Mit anderen Worten: Wir nutzen jeden zweiten Ton einer Tonleiter.

In der Tonart C-Dur haben wir zum Beispiel folgende Töne:

C-Dur-Tonleiter in einer Piano-Roll
C-Dur-Tonleiter in einer Piano-Roll

Wählen wir einen Ton aus und überspringen den nächsten – und wiederholen das, bis der Dreiklang steht. Fangen wir mit dem ersten Ton (C) an, überspringen den nächsten Ton (D) und nehmen den danach (E). Wiederholen wir das, überspringen wir das F und nehmen das G. Damit erhalten wir C (die erste Stufe), E (die dritte Stufe) und G (die fünfte Stufe) – einen C-Dur-Dreiklang.

Wenden wir dieses Prinzip auf jeden Ton der Tonleiter an, erhalten wir folgende Akkorde:

  • I: C-Dur
  • ii: D-Moll
  • iii: E-Moll
  • IV: F-Dur
  • V: G-Dur
  • vi: A-Moll
  • vii°: B vermindert
Aus der C-Dur-Tonleiter abgeleitete Akkorde
Aus der C-Dur-Tonleiter abgeleitete Akkorde

In der Musiktheorie werden Akkorde häufig mit römischen Ziffern bezeichnet (Stufenschrift). Dadurch lassen sich dieselben Prinzipien ganz leicht auf verschiedene Tonarten übertragen. Ein I-Akkord in C-Dur ist beispielsweise C-Dur. Ein I-Akkord in D-Dur ist jedoch D-Dur. Noch ein Schritt weiter: Ein V-Akkord in C-Dur ist G-Dur, während ein V-Akkord in D-Dur A-Dur ist. Das Verschieben derselben relativen Tonhöhen in eine andere Tonart nennt man „Transposition“.

All diese Akkordtypen kommen in der Rockmusik zum Einsatz. Es gibt in Rock-Akkordfolgen aber noch einen weiteren, einfacheren Akkordtyp: den sogenannten „Powerchord“.

Powerchords ähneln Dreiklängen, bestehen aber nur aus zwei Tönen: dem Grundton (der ersten Stufe) und der Quinte (der fünften Stufe). Wir können aus jedem Dreiklang einen Powerchord machen, indem wir die Terz (die dritte Stufe) weglassen. Wenn wir von C-Dur (C, E, G) das E – also die Terz – entfernen, bleibt ein C-Powerchord übrig. Powerchords werden deshalb manchmal auch als „5er“-Akkorde bezeichnet, wie etwa „C5“.

Um den Unterschied zwischen einem Dreiklang und einem Powerchord zu hören, vergleichen wir beide direkt miteinander. Hier ist ein C-Dur-Akkord:

Und hier ist ein C5- bzw. C-Powerchord:

Wie wirkt sich das Fehlen der Terz nun darauf aus, wie wir diesen Akkord wahrnehmen?

Die Rockmusik bedient sich vieler Konzepte aus dem Blues, wo häufig eine uneindeutige Terz vorkommt, die zwischen Dur- und Moll-Varianten changiert. Wenn wir Akkorde ganz ohne Terz spielen, klingen sie tonal neutral und gleichzeitig ungemein kraftvoll („powerful“). Solche Akkorde sind zu einem prägenden Markenzeichen des Rock geworden und tragen maßgeblich zur unverwechselbaren harmonischen Identität des Genres bei.

Was ist die beste Akkordfolge für Rockmusik?

Rock ist ein Sammelbegriff für unzählige Subgenres. Was in einem Stil funktioniert, passt in einem anderen vielleicht überhaupt nicht – Indie-Rock-Akkordfolgen lassen sich schließlich nur bedingt auf Metal oder New Wave übertragen und umgekehrt.

Dennoch gibt es einige typische Rock-Akkordfolgen, die sich in verschiedensten Kontexten bewährt haben. Es gibt zwar nicht die eine „beste“ Akkordfolge für Rockmusik, wohl aber eine Handvoll Progressionen, die dir über das gesamte Spektrum der Subgenres hinweg begegnen.

5 Rock-Akkordfolgen für dein Songwriting

Mit diesem Grundwissen über Akkorde werfen wir nun einen Blick auf einige der markantesten Akkordfolgen der Rockmusik. Du kannst für deine eigenen Songs sowohl die Dreiklang-Versionen dieser Akkorde als auch deren Powerchord-Pendants nutzen. Unsere Beispiele stehen jeweils in den Tonarten C-Dur oder A-Moll.

1. vi-IV-I-V: A-Moll – F-Dur – C-Dur – G-Dur

Diese Abfolge ist in fast allen Genres der Popmusik beliebt – Rock eingeschlossen.

Die Dynamik dieser Akkordfolge ist sofort spürbar: Durch den Spannungsaufbau und die anschließende Auflösung entsteht eine mitreißende emotionale Wirkung. Eine extrem vielseitige Progression, die von ruhigen Balladen bis hin zu energiegeladenen Hymnen überall funktioniert.

Zu hören ist sie unter anderem in „Numb“ von Linkin Park:

2. I-III-IV-iv: C-Dur – E-Dur – F-Dur – F-Moll

Die I-III-IV-vi ist im Rock-Kontext eine einzigartig dynamische Akkordfolge. Das Zusammenspiel von Dur- und Moll-Akkorden macht diese Progression so faszinierend.

Der ständige Wechsel der Tonalität bei jedem Akkord und das Entleihen von Akkorden aus parallelen Tonarten verleihen dieser eigentlich einfachen Bewegung Tiefe und Dimension. Da die Wirkung dieser Progression stark von der Terz der jeweiligen Akkorde lebt, empfiehlt es sich hier, auf Powerchords zu verzichten.

„Creep“ von Radiohead basiert genau auf dieser Akkordfolge:

3. i-III-VII-i: A-Moll – C-Dur – G-Dur – A-Moll

Eine weitere gefühlvolle und dramatische Akkordfolge ist die i-III-VII-i.

Der Stimmungswechsel vom dunklen Klang des Moll-Grundakkords hin zu den helleren Dur-Akkorden verleiht dieser Progression ihren unverwechselbaren Sound.

„Bring Me To Life“ von Evanescence nutzt genau diese Sequenz:

4. I-V-IV-V: C-Dur – G-Dur – F-Dur – G-Dur

Dies ist eine absolute Vorzeige-Dur-Akkordfolge des Genres. Sie bildet das Fundament unzähliger Rock-Hits quer durch alle Subgenres und Generationen.

Gerade ihre Einfachheit zeichnet diese Sequenz aus. Durch die geradlinige Struktur ist sie ein Favorit bei Songwriter*innen, die eingängige Hooks und mitreißende Melodien schreiben.

Hör sie dir in Aktion an – in „All The Small Things“ von blink-182:

5. I-bVII-iii-I: C-Dur – Bb-Dur – E-Moll – C-Dur

Durch den Einsatz des bVII-Akkords hat diese Progression eine ganz besondere Durchschlagskraft.

Auch diese Akkordfolge wechselt auf subtile und spannende Weise zwischen hellen und dunklen Akkorden – so entsteht eine dynamische Sequenz, die sich extrem vielseitig einsetzen lässt.

„Gold On The Ceiling“ von The Black Keys setzt diese Akkordfolge wirkungsvoll in Szene:

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