|Dean Salant

Grundlagen der Musiktheorie für Einsteiger*innen

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Basics of music theory

Musiktheorie wird oft mit klassischen Musiker*innen und Instrumentalist*innen in Verbindung gebracht. Daher wirkt sie auf den ersten Blick vielleicht nicht wie essenzielles Wissen für Producer*innen oder Beatmaker*innen. Doch diese Annahme kann deine Skills in der Musikproduktion massiv einschränken. Musiktheorie zu lernen gibt dir Werkzeuge an die Hand, mit denen du dein Handwerk entscheidend voranbringen kannst. Neben einem effizienten Workflow fördert das Verständnis von Musiktheorie deine Kreativität und gibt dir tiefe Einblicke in musikalische Elemente wie Samples, Drum-Beats, Akkorde und vieles mehr.

Wenn du bereit bist, dein Songwriting aufs nächste Level zu bringen, fragst du dich wahrscheinlich, wie du Musiktheorie am besten lernst. Dieser Leitfaden hilft dir beim Einstieg und weist dir den Weg, um deine Reise in die Musiktheorie zu beginnen – oder fortzusetzen. Wenn dich bestimmte Ideen hier besonders ansprechen, spring einfach vor und klicke auf die Links im Artikel, um mehr zu erfahren.

Springe zu folgenden Abschnitten:

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Was ist Musiktheorie?

Musiktheorie ist die Lehre von den Elementen und Strukturen der Musik. Sie umfasst ein breites Spektrum an Konzepten – von absoluten Grundlagen wie der Notation von Noten im Notensystem oder in der Piano-Roll bis hin zu komplexeren Konzepten wie den Beziehungen zwischen Akkorden und Tonleitern. Im Wesentlichen liefert die Musiktheorie Musiker*innen Prinzipien zur Analyse, Komposition und Performance von Musik.

Die moderne westliche Musiktheorie baut auf der musikalischen Sprache auf, die Komponist*innen in den letzten Jahrhunderten durch ihre Werke etabliert haben. Die Theorie basiert darauf, was für unsere Ohren gut klingt – und nicht umgekehrt. Das ist wichtig zu erwähnen: Musiktheorie liefert zwar Orientierung, aber es gibt keine starren Regeln, an die du dich zwingend halten musst. Dennoch hilft ein solides Verständnis der Grundlagen ungemein, wenn du deine eigene Musik komponierst.

Kann ich mir Musiktheorie selbst beibringen?

Bei einem so umfassenden Thema könnte man meinen, dass man eine Musikschule oder Hochschule besuchen muss, um es wirklich zu verstehen. Ein Musikstudium oder Diplom ist zwar eine Option für manche, aber leider nicht für alle realisierbar.

Glücklicherweise ist es absolut machbar, sich Musiktheorie im Selbststudium anzueignen. Dank unzähliger Online-Ressourcen, Bücher und Kurse ist das heute einfacher denn je. Viele dieser Angebote sind sogar kostenlos verfügbar. Fang am besten mit den Basics wie Begriffen und Definitionen an und taste dich dann schrittweise an fortgeschrittenere Themen wie Harmonielehre und Komposition heran.

Du musst kein Vermögen ausgeben, um mit Musiktheorie loszulegen. Was du wirklich brauchst, sind Neugier und etwas Disziplin. Regelmäßige Praxis, aktives Musikhören und Ausprobieren festigen das Gelernte nachhaltig.

Musiker*in lernt Musiktheorie mit einem MIDI-Keyboard-Controller im Home-Studio

Grundlagen der Musiktheorie

Lass uns direkt einsteigen und die Grundlagen der Musiktheorie erkunden. Die folgenden Themen hängen alle miteinander zusammen – das Verständnis eines Konzepts wird dir also auch bei den anderen helfen.

Bitte beachte, dass alle Informationen in diesem Artikel auf der westlichen Musiktheorie basieren. Das ist ein Ansatz, der in der populären Musik vorherrscht – es gibt jedoch noch viele weitere musikalische Systeme außerhalb dieses Rahmens.

Rhythmus

Der Begriff „Rhythmus“ umfasst alle zeitlichen Aspekte der Musik – also die Muster aus Noten und Pausen, die die Zeit strukturieren. Wichtige Themen im Bereich Rhythmus sind Beat, Tempo, Polyrhythmen und Synkopen.

Beat

In der Musikproduktion bezeichnen wir den instrumentalen Teil eines Tracks oft als „Beat“ – aus Sicht der Musiktheorie ist das jedoch etwas irreführend. Ein Beat ist die grundlegendste Zeiteinheit in der Musik. Es ist der gleichmäßige, zugrunde liegende Puls, den du spürst, wenn du einen Song hörst. Der Beat bildet das feste Gerüst zur Organisation musikalischer Ereignisse und treibt die Musik voran. Der Takt eines Songs wird durch eine Taktart bestimmt, die wie ein Bruch aussieht. Zwei gängige Taktarten sind 4/4 und 6/8.

Tempo

Das Tempo beschreibt die Geschwindigkeit eines Musikstücks. Es bestimmt das Gesamttempo eines Songs und beeinflusst maßgeblich die Stimmung. Langsame Tempi erzeugen meist eine nachdenkliche Atmosphäre, während schnellere Tempi Energie und Spannung aufbauen. Das Tempo wird in „Beats per Minute“ gemessen, kurz BPM. Höhere BPM-Werte sind typisch für energiegeladene Dance-Genres wie Drum and Bass oder Trance, während niedrigere Tempi oft in entspannten Genres wie Lo-Fi und Ambient zum Einsatz kommen.

(Hinweis: In einer DAW findest du die Regler für Tempo und Taktart meist zusammen in der Nähe der Transport-Sektion.)

Polyrhythmen

Polyrhythmen entstehen, wenn mehrere Rhythmen gleichzeitig übereinandergelegt werden. Gekonnt eingesetzt verleihen Polyrhythmen deinen Tracks zusätzliche rhythmische Tiefe. Sie sind besonders im Dubstep, Jazz und vielen nicht-westlichen Musiktraditionen verbreitet.

Beispiel für einen Polyrhythmus in einer Piano-Roll
Beispiel für einen Polyrhythmus in einer Piano-Roll

Hör dir dieses Beispiel für Polyrhythmen aus dem Sample-Pack Spotlight Collection: West Africa für Kontakt an.

Synkopen

Eine Synkope entsteht, wenn die Betonung in einer musikalischen Passage auf den Offbeat verschoben wird. Diese Technik verleiht dem Rhythmus Unvorhersehbarkeit und Groove.

Melodie in der Musik

Sicher hattest du schon mal einen Ohrwurm – einen Song, der dir im Kopf hängenbleibt und den du einfach nicht mehr loswirst. Wenn das passiert, ist meistens die Melodie dafür verantwortlich. Die Melodie eines Songs ist der Teil, den man mitsingen oder summen kann, und in der Regel das prägnanteste Element eines Tracks. Sie besteht aus einer linearen Abfolge von Tönen, die eine wiedererkennbare musikalische Phrase bildet.

Melodien zeichnen sich durch Tonhöhe, Rhythmus und Kontur aus. Sie werden auch als „Toplines“ bezeichnet und stehen in der Popmusik – meist von Vocals gesungen – im absoluten Mittelpunkt eines Tracks.

Tonhöhe

Wenn wir in der Musik darüber sprechen, wie hoch oder tief ein Ton ist, meinen wir die Tonhöhe (Pitch). Die Tonhöhe basiert auf der Grundfrequenz eines Tons. Je höher oder tiefer diese Grundfrequenz ist, desto höher oder tiefer klingt der Ton.

Jede Tonhöhe hat in der Musik einen eindeutigen Namen, basierend auf ihrer Position in der Piano-Roll. Wir bezeichnen eine Tonhöhe zunächst mit einem Notennamen (Buchstaben) und danach mit einer Zahl, die der Oktave dieses Tons entspricht. Alle Tonhöhen enthalten einen der folgenden Buchstaben:

A, B, C, D, E, F oder G.

Sowie eine Zahl von 0 bis 8.

Zu einer Tonbezeichnung kann auch ein sogenanntes Vorzeichen gehören. Die beiden wichtigsten Vorzeichen sind das Kreuz (#) und das Be (b). Ein Kreuz bedeutet, dass ein Ton einen Halbton über dem genannten Stammton liegt, und ein Be bedeutet, dass er einen Halbton darunter liegt. Ein Eb liegt also direkt unter dem Stammton E, und ein C# direkt über dem Stammton C.

Dieser tief–klingende Ton ist A#1:

Und dieser hoch–klingende Ton ist D5:

Manchmal teilen sich Vorzeichen denselben Platz auf der Tastatur bzw. in der Piano-Roll. Zum Beispiel teilen sich F# und Gb denselben Platz. Aus analytischen Gründen benennen wir sie unterschiedlich – halte dich beim Erlernen der Grundlagen aber nicht zu lange an dieser Formalie auf.

Piano-Roll-Diagramm zur Veranschaulichung von musikalischen Vorzeichen und enharmonischen Noten wie F# und Gb

Intervalle

Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei verschiedenen Tonhöhen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Intervalle zu kategorisieren. Wir bestimmen Intervalle anhand folgender Kriterien:

1. Intervallart

Damit ist die Beschaffenheit des Intervalls gemeint und wie groß der Abstand zwischen zwei Tönen ist. Es gibt fünf Intervallarten: groß, klein, rein, übermäßig und vermindert.

2. Abstand in Halbtönen

Ein Halbton ist der kleinste Tonabstand in der westlichen Musiktheorie. D und D# sind beispielsweise einen Halbtonschritt voneinander entfernt. Ein Abstand von zwei Halbtönen wird als Ganzton bezeichnet. E ist einen Ganzton von D entfernt.

3. Abstand nach Notennamen/Zahlen

Der Abstand zwischen den Notennamen bestimmt, welchen Zahlenwert wir dem Intervall zuordnen. Schauen wir uns das in der Praxis an:

Die C-Dur-Tonleiter in einer Piano-Roll
Die C-Dur-Tonleiter in einer Piano-Roll

Wir sehen, dass der Abstand zwischen C und E drei Töne beträgt (einschließlich C sind es C, D und dann E). Daher nennen wir dieses Intervall eine Terz. Dieses konkrete Beispiel ist eine große Terz, da der Abstand vier Halbtöne beträgt. Wäre das E zu einem Eb erniedrigt und drei Halbtöne entfernt, wäre es eine kleine Terz.

Mit diesen Konzepten im Hinterkopf kannst du anhand dieser Tabelle ablesen, welches Intervall zwischen zwei Tonhöhen liegt:

Tabelle zur Erklärung von Intervallbeziehungen
Tabelle zur Erklärung von Intervallbeziehungen

Werden Intervalle nacheinander gespielt, spricht man von „melodischen Intervallen“. Erklingen sie gleichzeitig, handelt es sich um „harmonische Intervalle“, aus denen Harmonie und Akkorde entstehen.

Harmonie in der Musik

Während die Melodie oft der eingängigste Teil eines Songs ist, liefert die Harmonie das essenzielle Fundament, das der Melodie ihren emotionalen Kontext verleiht. Harmonie erzeugt musikalische Spannung, wenn sie sich vom tonalen Zentrum entfernt, und löst sie auf, sobald sie wieder „nach Hause“ zurückkehrt.

Harmonie entsteht, wenn mehrere Töne gleichzeitig übereinander geschichtet werden. Harmonische Intervalle können eine einzelne Melodie verwandeln:

In eine harmonisierte Melodie:

Oder Akkorde entstehen lassen.

Akkorde in der Musik

Ein Akkord ist eine Gruppe von drei oder mehr Tönen, die gleichzeitig erklingen. Akkorde sind elementare Bausteine der Musiktheorie und spielen eine zentrale Rolle für Struktur und Charakter musikalischer Kompositionen.

Wir benennen Akkorde danach, welche Intervalle in ihnen vorkommen. Der tiefste Ton des Akkords bestimmt in der Regel den Grundton (den Buchstaben). Anschließend sind die Terz und die Quinte die entscheidenden Merkmale. Liegt (vom Grundton aus gemessen) eine große Terz vor, handelt es sich um einen Dur-Akkord. Bei einer kleinen Terz ist es ein Moll-Akkord. Dasselbe gilt für die Quinte, die bestimmt, ob der Akkord vermindert oder übermäßig ist.

Betrachten wir einen E-Dur-Akkord: Er enthält die Noten E, G# und B. Das Intervall E – G# ist eine große Terz, also handelt es sich um einen Dur-Akkord. Das Intervall E – B ist eine reine Quinte, die wir im Akkordnamen nicht extra erwähnen müssen.

Dreiklänge

Akkorde mit drei Tönen wie E-Dur nennt man Dreiklänge. Sie bestehen im Allgemeinen aus Grundton, Terz und Quinte. Diese Akkorde sind in der populären Musik allgegenwärtig. Man unterscheidet folgende Arten von Dreiklängen:

1. Dur-Dreiklänge (Grundton, große Terz, reine Quinte)

E-Dur-Dreiklang
E-Dur-Dreiklang

2. Molldreiklänge (Grundton, kleine Terz, reine Quinte)

E-Moll-Dreiklang
E-Moll-Dreiklang

3. Verminderte Dreiklänge (Grundton, kleine Terz, verminderte Quinte)

Verminderter E-Dreiklang
Verminderter E-Dreiklang

4. Übermäßige Dreiklänge (Grundton, große Terz, übermäßige Quinte)

Übermäßiger E-Dreiklang
Übermäßiger E-Dreiklang

Akkorderweiterungen

Abseits einfacher Dreiklänge können Akkorde im Grunde jeden Ton einer Tonleiter enthalten. Wenn wir einem Dreiklang weitere Töne hinzufügen, sprechen wir von „Akkorderweiterungen“ (Chord Extensions). Das kann zu wunderbaren und einzigartigen Sounds führen, die in unzähligen Genres wie Jazz, Soul und House zu hören sind.

Nehmen wir den E-Dur-Dreiklang von vorhin und fügen ein D# und ein F# hinzu. Beide Töne liegen in der E-Dur-Tonleiter, zu der du später mehr erfährst.

E-Dur 9
E-Dur 9

Jetzt heißt er E-Dur 9 (Emaj9). Er wird „9“ statt „2“ genannt, weil wir den Akkord über die erste Oktave („8“) hinaus erweitern. E-Dur 9 klingt so:

Erweiterte Akkorde verleihen deinen Kompositionen lebendige Klangfarben.

Akkordumkehrungen

Eine Umkehrung entsteht schlicht dadurch, dass du die Reihenfolge der Töne im Akkord veränderst und einen anderen Ton als den Grundton in den Bass legst. Schauen wir uns denselben E-Dur-Dreiklang von vorhin an: Er besteht aus E, G# und B. Diese Töne müssen jedoch nicht zwingend in dieser Reihenfolge gespielt werden.

Wenn wir die Terz nach unten legen und die Töne als G#, E und B spielen, nennt sich das „erste Umkehrung“ – und klingt so:

Legen wir die Quinte, also das B, an die tiefste Stelle des Akkords, spricht man von der „zweiten Umkehrung“. Das klingt dann so:

Umkehrungen sorgen für geschmeidige Stimmführungen beim Akkordwechsel innerhalb einer Akkordfolge. Zudem klingen umgekehrte Akkorde weniger stabil – perfekt, um ein wenig Spannung abzubauen, ohne direkt vollständig im tonalen Zentrum anzukommen.

Akkordfolgen

Akkorde greifen im Idealfall so ineinander, dass ein Gefühl von Spannungsaufbau und anschließender Auflösung entsteht. Wenn wir mehrere verschiedene Akkorde aneinanderreihen, sprechen wir von einer „Akkordfolge“ (oder Chord Progression).

Akkordfolgen sind ein zentraler Bestandteil des Songwritings. Die Akkordfolgen, für die du dich entscheidest, bestimmen die Stimmung und Struktur deiner Tracks. In Genres wie R&B und Pop gibt es zahlreiche typische Akkordfolgen.

Diese Akkordfolge hast du bestimmt schon mal gehört:

Das ist eine vi-IV-I-V-Verbindung – eine extrem weit verbreitete Akkordfolge in der Popmusik. Du hörst sie in Songs wie „Ghost“ von Justin Bieber:

Genauso wie in „BEBE“ von 6ix9ine und Anuel Aa:

Dieselben Akkordfolgen können in unzähligen Songs vorkommen, ohne als Plagiat zu gelten. Baue also ruhig Akkordfolgen, die dir gefallen, in deine eigenen Produktionen ein. Achte nur darauf, deine eigenen Melodien zu schreiben.

Welche Akkordfolge passt zu welchem Kontext? Und wie schreibt man überhaupt eigene Akkordfolgen? Um diese Fragen zu beantworten, lohnt sich ein Blick auf Tonarten.

Tonarten in der Musik

Damit ein Musikstück harmonisch und stimmig klingt, basiert es meist auf einer Tonart. Eine Tonart verankert einen Song in einem „tonalen Zentrum“ und dient als Orientierung dafür, welche Tonleitern wir für Akkorde und Melodien verwenden.

Eine Tonart wird durch einen Buchstaben und das Tongeschlecht (meist Dur oder Moll) benannt. Steht ein Song beispielsweise in a-Moll, basiert das Stück überwiegend auf den Tönen der a-Moll-Tonleiter: A-B-C-D-E-F-G-(A).

Diese Tonleiter prägt die Tonalität des Stücks, da die meisten Melodietöne und Akkordtöne von ihr abgeleitet sind.

Der Quintenzirkel

Der Quintenzirkel ist ein unschätzbares Hilfsmittel, um Tonarten und Tonleitern zu verstehen. Mit ihm kannst du visualisieren, aus welchen Tönen Tonleitern aufgebaut sind und wie Tonarten miteinander verwandt sind.

Quintenzirkel-Übersicht
Quintenzirkel-Übersicht

Im Uhrzeigersinn kommen mit jedem Schritt Kreuze (#) zur Tonart oder Tonleiter hinzu. Gegen den Uhrzeigersinn werden Bs (b) ergänzt.

Tonleitern in der Musik

Da Tonarten auf Tonleitern basieren, ist es wichtig zu verstehen, was eine Tonleiter eigentlich ist. Eine Tonleiter ist eine bestimmte Abfolge von Tönen – das Tonmaterial, aus dem wir Melodien und Akkorde bauen. Die gängigsten sind die Standard-Dur- und -Moll-Tonleitern, die festen Intervallformeln folgen.

Dur-Tonleitern

Die Dur-Tonleiter klingt so:

Und ist nach dieser Formel aufgebaut:

Ganzton-Ganzton-Halbton-Ganzton-Ganzton-Ganzton-Halbton.

In der Tonart F-Dur ergibt diese Formel beispielsweise folgende Tonleiter:

F-G-A-Bb-C-D-E-(F)

Eine F-Dur-Tonleiter
Eine F-Dur-Tonleiter

Moll-Tonleitern

Die Moll-Tonleiter klingt so:

Und ist nach dieser Formel aufgebaut:

Ganzton-Halbton-Ganzton-Ganzton-Halbton-Ganzton-Ganzton.

Die f-Moll-Tonleiter besteht folglich aus diesen Tönen:

F-G-Ab-B-C-Db-Eb-(F)

Eine f-Moll-Tonleiter
Eine f-Moll-Tonleiter

Wirf einen Blick auf den Quintenzirkel, um zu sehen, warum diese Tonarten Bs als Vorzeichen haben.

Modi in der Musik

Wenn du das Prinzip von Tonleitern verstanden hast, sind Modi (Kirchentonarten) gar nicht mehr so kompliziert. Modi sind eine Möglichkeit, Tonleiterformeln neu anzuwenden, um anhand veränderter Intervallverhältnisse ganz neue Klangfarben zu erzeugen. Das klingt vielleicht kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach.

Ein Modus entsteht, indem man die exakt gleichen Töne einer Tonleiter nimmt, aber auf einer anderen Stufe beginnt. Schauen wir uns dazu noch einmal unsere F-Dur-Tonleiter an:

F-G-A-Bb-C-D-E-(F)

Das ist die Standard-Dur-Tonleiter, die im Kontext der Modi auch als ionischer Modus bezeichnet wird. Nehmen wir dieselben Töne dieser Tonleiter, beginnen aber auf der zweiten Stufe (G), erhalten wir einen neuen Modus:

G-A-Bb-C-D-E-F-(G)

Dieser Modus heißt Dorisch. Es ist eine Moll-Tonleiter mit einer erhöhten sechsten Stufe (große Sexte), was ihr einen etwas helleren Charakter verleiht. Sie klingt so:

G-dorische Tonleiter
G-dorische Tonleiter

Es gibt sieben Modi der Dur-Tonleiter, jeder mit einer eigenen Formel. Modi lassen sich aber auch aus anderen Tonleitern ableiten.

Songwriting

Neben Harmonielehre, Akkorden, Tonleitern und allem, worüber wir bisher gesprochen haben, gibt es weitere Konzepte der Musiktheorie, die dein Songwriting bereichern können.

Songstruktur

Die Songstruktur ist ein zentraler Aspekt des Arrangements. Genau wie bei Akkordfolgen ist es absolut üblich, bewährte Songstrukturen zu nutzen. Baue deinen Song auf, indem du ihn in Abschnitte wie Strophen (Verses), Refrains (Choruses) und Bridges gliederst.

Die einzelnen Teile eines Songs werden oft mit Buchstaben wie „A“, „B“ und „C“ bezeichnet (nicht zu verwechseln mit Tonarten oder Notennamen). Experimentiere ruhig mit traditionellen Songstrukturen wie AABA, Strophe-Refrain (Verse-Chorus) oder ABAB.

YouTuber 12tone liefert in diesem Video eine großartige Übersicht über das Thema Songstruktur:

Timbre

Das Timbre (die Klangfarbe) ist ein weiteres zentrales Konzept im Songwriting – es beschreibt die klangliche Beschaffenheit oder Textur eines Sounds.

Die Entscheidung für ein bestimmtes Timbre ist meist die Wahl eines Instruments, da jedes Instrument individuelle klangliche und textuelle Eigenschaften mitbringt. Instrumente auszuwählen, die zur Stimmung deiner Komposition passen, ist eine wichtige Entscheidung, die maßgeblich beeinflusst, wie dein Track wahrgenommen wird. Schauen wir uns dieselbe Melodie auf zwei verschiedenen Instrumenten an, um deren unterschiedliche emotionale Wirkung zu vergleichen.

Hier ist eine einfache Melodie, gespielt auf einem Klavier:

Hier ist exakt dieselbe Melodie auf Massive X gespielt, mit Wavetable-Synthese für ein ganz anderes Timbre:

Keiner dieser beiden Ansätze ist zwingend besser als der andere – als Songwriter*in entscheidest du selbst, was stimmiger zu deiner Vision passt. Die Instrumentierung des ersten Beispiels fügt sich vielleicht mühelos in einen Pop-Song ein, während sich das zweite eher für eine elektronische Nische anbietet.

Musiktheorie lernen

Mit einem grundlegenden Verständnis für Musiktheorie gehst du deutlich gezielter an dein eigenes Songwriting und Beatmaking heran. Fundiertes theoretisches Wissen hilft dir dabei, Entscheidungen zu treffen, die auf gängiger musikalischer Praxis beruhen.

Musiktheorie zu lernen ist eine der besten Möglichkeiten, um deine Fähigkeiten als Komponist*in aufs nächste Level zu bringen. Und ja: Du kannst dir das absolut selbst beibringen! Sammle erste praktische Erfahrungen mit Musiktheorie – mit Komplete Start, einer Sammlung kostenloser Musikproduktions-Software.

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