|Dean Salant

5 Moll-Akkordfolgen, die deinem Songwriting eine dunklere Seite verleihen

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minor chord progressions

Als Songwriter*in ist ein solides Verständnis der musikalischen Grundlagen unerlässlich. Eine ganz zentrale Rolle spielen dabei Akkordfolgen. Auch wenn dir das Konzept vielleicht schon vertraut ist: Um Akkordfolgen gezielt in deinen eigenen Tracks und Songs einzusetzen, lohnt es sich, ihre Funktionsweise genau zu verstehen.

Akkordfolgen sind Abfolgen von Akkorden, die bestimmten Mustern folgen. Vielleicht weißt du schon einiges über Dur-Akkordfolgen, die deiner Musik ein helles, optimistisches Feeling verleihen. Doch als vielseitige*r Komponist*in möchtest du bestimmt auch wissen, wie du Moll-Akkorde miteinander verwebst, um deinen Songs eine nachdenklichere, düsterere Note zu geben.

Schauen wir uns einige Moll-Akkordfolgen an – und wie du sie einsetzt, um die dunkleren Seiten deines Songwritings zum Klingen zu bringen.

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Was sind Moll-Akkordfolgen?

Moll-Akkordfolgen sind harmonische Sequenzen, die aus der Molltonleiter abgeleitet werden. Um sie gezielt zu komponieren und einzusetzen, schauen wir uns zunächst ihren Aufbau an.

Werfen wir einen kurzen Blick darauf, wie wir Akkorde aus der A-Moll-Tonleiter ableiten können.

Die reine (natürliche) A-Moll-Tonleiter besteht aus folgenden Tönen:

A-Moll (natürlich)
A-Moll (natürlich)

Einfache Akkorde bestehen aus drei Tönen der jeweiligen Tonleiter. Diese drei Töne nennen wir „Dreiklang“. Sie entstehen nach einem einfachen Prinzip: Nimm einen Ton der Tonleiter, überspringe den nächsten und nimm den darauffolgenden. Mit anderen Worten: ein Ton nehmen, einer Pause, nächster Ton – bis der Dreiklang komplett ist. Schauen wir uns an, wie das in der A-Moll-Tonleiter aussieht.

Beginnen wir mit der ersten Stufe der Tonleiter, dem A: Wir nehmen den ersten Ton (A), überspringen den nächsten, nehmen den übernächsten (C), überspringen wieder einen und nehmen schließlich das E. So erhalten wir A, C und E – einen Moll-Akkord.

Diesen Vorgang wiederholen wir für alle Stufen der A-Moll-Tonleiter, bis wir alle möglichen Dreiklänge beisammen haben. Zur Benennung nutzen wir römische Ziffern:

  • i: A-Moll
  • ii°: H vermindert
  • III: C-Dur
  • iv: D-Moll
  • v: E-Moll
  • VI: F-Dur
  • VII: G-Dur
Aus dem natürlichen A-Moll abgeleitete Akkorde
Aus dem natürlichen A-Moll abgeleitete Akkorde

Römische Ziffern werden bei Akkordfolgen verwendet, um anzugeben, auf welcher Stufe der Tonleiter ein Akkord basiert. Kleinbuchstaben stehen für Moll-Akkorde, Großbuchstaben für Dur-Akkorde. Das Gradzeichen „°“ zeigt an, dass der Akkord vermindert ist (er besitzt also sowohl eine kleine Terz als auch eine verminderte Quinte).

Ein „i“-Akkord ist also beispielsweise ein Moll-Akkord auf der ersten Stufe der Tonleiter, und ein „VI“-Akkord ist ein Dur-Akkord auf der sechsten Stufe. Wie du siehst, gibt es innerhalb einer Molltonleiter keineswegs nur Moll-Akkorde.

Es gibt verschiedene Arten von Molltonleitern, die sich alle für Moll-Akkordfolgen nutzen lassen. Schauen wir uns weitere Varianten an. Zu den bekanntesten zählen das melodische Moll, das harmonische Moll und die modalen Moll-Skalen.

Das melodische A-Moll hat eine erhöhte sechste und siebte Stufe:

Melodisches A-Moll
Melodisches A-Moll

Daraus ergeben sich folgende Akkorde:

  • i: A-Moll
  • ii: H-Moll
  • III+: C übermäßig
  • IV: D-Dur
  • V: E-Dur
  • vi°: F# vermindert
  • vii°: G# vermindert
Aus dem melodischen A-Moll abgeleitete Akkorde
Aus dem melodischen A-Moll abgeleitete Akkorde

Wie du siehst, führt die Erhöhung der sechsten und siebten Stufe zu ganz anderen Akkorden als im natürlichen Moll. Dazu gehört auch ein neuer Akkordtyp – der übermäßige Akkord (mit einer großen Terz und einer erhöhten beziehungsweise „übermäßigen“ Quinte).

Als Nächstes kommt das harmonische Moll, das im Grunde dem natürlichen Moll entspricht – allerdings mit einer erhöhten siebten Stufe:

Harmonisches A-Moll
Harmonisches A-Moll

Es umfasst folgende Akkorde:

  • i: A-Moll
  • ii: H-Moll
  • III+: C übermäßig
  • iv: D-Moll
  • V: E-Dur
  • VI: F-Dur
  • vii°: G# vermindert
Aus dem harmonischen A-Moll abgeleitete Akkorde
Aus dem harmonischen A-Moll abgeleitete Akkorde

Auch hier erhalten wir wieder eine neue Reihe von Akkorden. Dieses Prinzip lässt sich auf alle Moll-Modi anwenden, um weitere Akkorde für spannende Moll-Akkordfolgen zu gewinnen.

Mit dieser Akkordauswahl an der Hand ist der eigentliche Prozess denkbar einfach: Wir reihen bestimmte aus der Molltonleiter gebildete Akkorde aneinander, um eine harmonische Bewegung zu erzeugen.

5 Moll-Akkordfolgen für deine Songs

Manche Akkorde streben besonders stark zu bestimmten anderen Akkorden hin – ein Phänomen, das sich mithilfe des Quintenzirkels leicht nachvollziehen lässt. Verketten wir diese Akkorde auf unterschiedliche Weise, entstehen Akkordfolgen.

Viele Songs teilen sich dieselben Moll-Akkordfolgen. Diese bewährten Progressionen sind auch für deine eigenen Tracks Gold wert – scheu dich also nicht, sie zu nutzen. Behalte einfach im Hinterkopf: Während das Grundgerüst dieser Moll-Akkordfolgen gleich bleibt, kannst (und solltest!) du mit Tonarten, Melodien und Übergängen experimentieren, um etwas ganz Eigenes zu erschaffen.

Schauen wir uns nun einige der populärsten Moll-Akkordfolgen an – jeweils mit Songbeispielen. Beachte dabei, dass die Akkordfolge zwar dieselbe sein kann, Klangfarben und Tonarten sich jedoch unterscheiden können. Zur Veranschaulichung bleiben wir weiterhin in A-Moll.

1. i-VI-III-VII : A-Moll – F-Dur – C-Dur – G-Dur

Dies ist eine der am weitesten verbreiteten Moll-Akkordfolgen der gesamten Popmusik. Sie nutzt ausschließlich Akkorde aus der natürlichen Molltonleiter. Du findest sie in Balladen quer durch alle Genres – von HipHop über Rock bis Pop. Und ihre Beliebtheit hat einen Grund: Diese Akkordfolge trifft direkt ins emotionale Zentrum.

Zu hören ist sie zum Beispiel in „Love the Way You Lie“ von Eminem:

Genauso wie in „Numb“ von Linkin Park:

2. i-VII-VI-iv : A-Moll – G-Dur – F-Dur – D-Moll

Diese Moll-Akkordfolge ist ein spannender Weg, um die Molltonleiter abwärts zu wandern und eine stufenweise Bassline aufzubauen. Sie bringt zudem ein Überraschungsmoment mit: Nach F-Dur erwartet das Gehör vielleicht als Nächstes ein E-Moll. Stattdessen sorgt das D-Moll für eine erfrischende, unvorhersehbare Wendung.

Eine treibende Upbeat-Version davon hörst du in „Lights“ von Ellie Goulding.

Eine deutlich düsterere Variante findet sich in „Comfortably Numb“ von Pink Floyd.

3. VI-VII-i : F-Dur – G-Dur – A-Moll

Die VI-VII-i-Bewegung ist ein cleverer Schachzug unter den Moll-Akkordfolgen. Sie beginnt mit einem Dur-Akkord, wechselt zu einem weiteren Dur-Akkord, baut so spürbar Spannung auf und gipfelt schließlich in einem Moll-Akkord. Sie unterwandert die klassische IV-V-I-Dur-Kadenz und verleiht der Formel einen subtilen Twist, indem sie die parallele Moll-Tonika als finale Auflösung einsetzt.

Zu hören ist diese Abfolge in „Stay“ von Justin Bieber und The Kid LAROI sowie in „Redbone“ von Childish Gambino.

4. i-III-IV : A-Moll – C-Dur – D-Dur

Auch wenn sie vielleicht nicht ganz so verbreitet ist wie die anderen Kandidaten auf dieser Liste: Die i-III-IV-Folge ist fantastisch, um unverwechselbare harmonische Bewegung zu erzeugen. Sie zeichnet sich durch eine besondere Kombination aus Dur- und Moll-Akkorden aus (einschließlich der IV aus dem melodischen Moll) und schafft so einen spannungsreichen Kontrast zwischen Hell und Dunkel.

Du hörst sie in den Strophen von „Hurt“ von Nine Inch Nails.

Genauso wie in der ersten Hälfte jeder Phrase in „House Of The Rising Sun“ von The Animals.

5. i-VI : a-Moll – F-Dur

Die letzte Akkordfolge auf dieser Liste ist die simpelste. Gleichzeitig ist sie jedoch eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten, einen Zyklus aus Spannung und Entspannung zu erzeugen. Der Wechsel von der melancholischen „i“ zur hoffnungsvolleren „VI“ schafft ein Gefühl der Auflösung und liefert starke emotionale Kontraste.

Die Strophe von „Californication“ von den Red Hot Chili Peppers nutzt diese Akkordfolge ebenso wie „Rockstar“ von Post Malone.

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Zu wissen, wie man Moll-Akkordfolgen schreibt, ist für Komponist*innen essenziell. Es gibt uns die Möglichkeit, emotionale Passagen zu kreieren und die nachdenklicheren, melancholischeren Facetten des Songwritings hervorzubringen.

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