Du willst lernen, wie man Songtexte schreibt? Egal, ob du den nächsten großen Hit landen oder einfach deine eigene Geschichte auf authentische Weise erzählen möchtest: Songtexte zu schreiben kann ein unglaublich befreiender und kreativer Prozess sein. Wenn du noch nie zuvor einen Song geschrieben hast, kann das Texten aber auch erst einmal ganz schön einschüchternd wirken!
Als Songwriter*in mit zwölf Jahren Erfahrung habe auch ich immer noch Tage, an denen mein Kopf genauso leer ist wie das Blatt Papier vor mir. In all diesen Jahren habe ich einige nützliche Songwriting-Tipps gesammelt, die ich unbedingt mit dir teilen möchte!
In diesem Artikel gehen wir fünf Schritte durch, die dir beim Schreiben deines ersten Songs helfen – ergänzt durch meine persönlichen Tipps für Lyrics, die Hörer*innen wirklich berühren.
So schreibst du Songtexte:
- Wähle deine Story
- Sammle Ideen
- Strukturiere deinen Song
- Bring deine Lyrics zur Musik
- Feile an deinen Texten
So schreibst du Songtexte
1. Wähle deine Story
Im Grunde dreht sich beim Songwriting alles ums Storytelling. Es macht also Sinn zu wissen, welche Geschichte du erzählen willst, bevor du anfängst! Wähle zunächst ein Thema, über das du schreiben möchtest. Das kann ein persönliches Erlebnis sein, ein Gefühl oder eine Botschaft, die du deinen Hörer*innen vermitteln möchtest.
Wenn du deinen ersten Song schreibst, empfehle ich dir, eine Geschichte zu wählen, die du selbst erlebt hast. Das verleiht deinen Texten echte Authentizität. Nicht ohne Grund heißt es oft: „Schreib über das, was du kennst.“ Die meisten Hörer*innen merken sofort, ob Songtexte authentisch und ehrlich sind – oder eben nicht.
Ein Beispiel: Wenn du noch nie auf Ibiza gefeiert hast, schreibst du besser nicht darüber. Bei Mike Posner hingegen wirkt schon die erste Zeile von „I Took A Pill In Ibiza“ bemerkenswert ehrlich und verletzlich.
Die besten Songtexte sind meist emotional aufgeladen. Das hilft dem Publikum, genau das nachzufühlen, was der oder die Autor*in empfunden hat. Wenn deine Lyrics andere Menschen berühren sollen, wähle am besten ein Thema, das dir wirklich am Herzen liegt.
Um gute Lyrics zu schreiben, solltest du versuchen, mit bildhafter Sprache und Metaphern eine lebendige und fesselnde Atmosphäre zu schaffen. So kann sich dein Publikum noch besser in die beschriebenen Emotionen und Erlebnisse hineinversetzen. Versuche, mehrere Sinne anzusprechen (Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen und Riechen), um die Hörer*innen direkt in deine Welt zu holen.
Statt beispielsweise zu sagen „der Tee schmeckte nach Lavendel“, könntest du sagen: „der Lavendel verweilte auf meiner teebenetzten Zunge.“ Obwohl beide Sätze denselben Inhalt vermitteln, spricht die zweite Variante deutlich mehr Sinne an.
2. Sammle Ideen
Sobald du weißt, welche Geschichte du erzählen willst, geht es ans Brainstorming. Schreibe alle Wörter, Phrasen oder Bilder auf, die dir in den Sinn kommen. Mach dir zu diesem Zeitpunkt noch keine Gedanken über Reime oder feste Strukturen. Entscheidend ist erst einmal nur, deine Ideen aufs Papier zu bringen, damit du Material hast, mit dem du arbeiten kannst.
Denke beim Brainstormen auch an dein Publikum. Frag dich: „Für wen ist dieser Song?“ Für dich selbst? Für deine Freund*innen? Für einen Raum voller Metalheads im Moshpit?
Natürlich solltest du Wörter, Phrasen und Textstile wählen, die zu deiner Zielgruppe passen. Aber selbst eine Zeile wie „Put your hands up“ hat eine völlig andere Wirkung, je nachdem, ob du zu einer einzelnen Person sprichst oder zu tausend Leuten. Wenn du dein Publikum im Hinterkopf behältst, kannst du es viel direkter ansprechen.
Ideen können dir zu jedem Zeitpunkt des Songwriting-Prozesses kommen. Die Inspiration fließt schließlich nicht immer genau in der Sekunde, in der man sich hinsetzt, um einen Song zu schreiben! Es lohnt sich daher, kreative Einfälle auch unterwegs festhalten zu können. Egal, ob du ein echtes Notizbuch dabeihast oder Sprachmemos auf deinem Smartphone aufnimmst: Wenn du Ideen spontan festhältst, baust du dir eine wertvolle Sammlung auf, auf die du zurückgreifen kannst, sobald du dich ans Schreiben setzt.

Du musst dich dabei keineswegs nur auf deine eigenen Erfahrungen beschränken. Achte auch ganz bewusst auf die Texte in Songs, die du gerne hörst. Was genau begeistert dich daran? Ist es ein ungewöhnliches Reimschema oder die poetische Bildsprache? Vielleicht trifft auch einfach das Thema des Songs bei dir mitten ins Schwarze. Was auch immer es ist: Höre dir Lyrics analytisch an und finde heraus, wie du das, was dir gefällt, in deinen eigenen Schreibstil einfließen lassen kannst.
Zu meinen persönlichen Lieblings-Songwriter*innen, von denen ich mich gerne inspirieren lasse, gehören K.Flay, Julia Michaels, Dean Lewis und SYML.
Beim Brainstormen schadet es auch nicht, passende Musiksoftware griffbereit zu haben. Wenn du gerade erst ins Songwriting einsteigst, wirf am besten einen Blick auf KOMPLETE START. Dieses kostenlose Bundle aus Synths, gesampelten Instrumenten, Loops und weiteren Sounds liefert dir garantiert jede Menge Inspiration.
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3. Strukturiere deinen Song
Jetzt hast du eine ganze Reihe guter Ideen beisammen. Zeit, ihnen den Feinschliff zu verpassen und sie zu einem vollständigen Song mit einer passenden Songstruktur zusammenzusetzen. Denk daran: Einen Song zu strukturieren ist immer ein subjektiver Prozess. Je nach Genre und persönlichem Geschmack gibt es ganz unterschiedliche Herangehensweisen.
Die meisten Songs bestehen typischerweise aus folgenden Parts:
- Intro: Der Beginn des Songs, meist instrumental oder mit minimalen Vocals, um sofort die Aufmerksamkeit der Hörer*innen zu fesseln.
- Verse: Der Abschnitt, der die Geschichte oder Botschaft des Songs aufbaut – in der Regel mit einer einheitlichen Melodie und Akkordfolge.
- Chorus: Der Songteil mit eingängiger Melodie und Lyrics zum Mitsingen. Der Chorus enthält meist die Hauptaussage oder die Hook des Songs.
- Bridge: Ein Abschnitt, der musikalisch und textlich einen Kontrast zu Verse und Chorus bildet. Er dient oft als Übergang zwischen beiden und verleiht dem Song mehr Tiefe und Dynamik.
- Outro: Das Ende des Songs – entweder als Wiederholung des Chorus oder als ganz eigenständiges Finale.
Viele Songwriter*innen heben sich ihre besten Zeilen für den Chorus auf – schließlich soll der Refrain am besten im Ohr bleiben. Doch es ist oft eine gute Faustregel, deinen Song gleich mit etwas zu starten, das die Hörer*innen sofort packt.
Der erste Satz eines Buches ist wohl der wichtigste, denn er entscheidet darüber, ob man weiterliest oder nicht. Und da das Hauptziel beim Songwriting darin besteht, dass die Leute dranbleiben, solltest du mit einer starken ersten Zeile einsteigen. Wenn du die Aufmerksamkeit des Publikums sofort fesselst, stehen die Chancen viel besser, dass es auch den Rest deiner Geschichte hören will.
Wenn du deine verschiedenen Textideen zusammenfügst, kannst du die typischen Songabschnitte nach Belieben anordnen. Es geht vor allem darum, zu experimentieren und die Struktur zu finden, mit der deine Lyrics am besten fließen. Denk noch einmal an deine Geschichte zurück: Welcher Aufbau unterstützt deine Story am effektivsten?
4. Bring deine Lyrics zur Musik
Sobald die Struktur deines Songs im Großen und Ganzen steht, wird es Zeit, deine Texte mit Musik zu verbinden.
Wähle eine Akkordfolge für die einzelnen Abschnitte deines Songs. Es ist durchaus üblich, für Verses und Chorus dieselbe Akkordfolge zu verwenden. Die Bridge bricht dieses Schema jedoch meistens auf, um musikalische Spannung aufzubauen.
Wenn du nicht gerade Rap-Texte schreibst, sollten deine Lyrics außerdem einer starken Melodie folgen. Auch hier gilt: Experimentiere herum und finde heraus, welche Melodie am besten zu deiner Akkordfolge UND deinen Texten passt.
Akkordfolgen, Melodien und Songstruktur – all das sind zentrale Bausteine des Songwritings. Ein grundlegendes Verständnis von Musiktheorie und diesen Konzepten hilft dir natürlich enorm dabei, passende Harmonien und Melodien für deine Lyrics zu entwickeln. Wenn du ganz neu beim Songwriting bist, wirf einen Blick auf diese Einführung in die Musikkomposition.
5. Feile an deinen Texten
Sobald der erste Entwurf deiner Lyrics steht, nimm dir Zeit für den Feinschliff. Überlege, wie du Flow, Rhythmus und Struktur deines Songs noch weiter verbessern kannst. Streiche überflüssige Wörter oder Phrasen – es sei denn, sie tragen genau zu dem Rhythmus bei, den du für deine Geschichte brauchst.
Ordne, verändere und feile an deinen Zeilen, damit sie sich gut und flüssig singen lassen. Mir hilft es immer sehr, die Texte laut zu singen oder aufzusagen – so fallen holprige Formulierungen oder Stellen, die noch Arbeit brauchen, sofort auf. Arbeite so lange daran, bis du mit dem Ergebnis rundum zufrieden bist!
Und eines solltest du beim Songwriting nie vergessen: Wenn dir mal die Inspiration fehlt, nimm dir ruhig eine Pause, geh raus ins Leben und sammle neue Erfahrungen, über die es sich zu schreiben lohnt!
Bei mir verläuft das Songwriting oft in Phasen: Manchmal schreibe ich drei Songs an einem einzigen Tag – und manchmal drei Monate lang überhaupt nichts. Es hängt einfach davon ab, was gerade in meinem Leben passiert. Wenn du unbedingt neue Lyrics schreiben willst, aber nichts fließen will, ist überhaupt nichts dabei, dich erst einmal in ein kleines Abenteuer zu stürzen und neue Inspiration zu tanken.

Leg los mit deinen eigenen Songtexten
Vergiss nicht: Songwriting ist ein Prozess, der Zeit und Übung braucht. Ich schreibe seit fast 25 Jahren Songs, aber gefühlt schreibe ich erst seit den letzten zehn Jahren wirklich gute Songs.
Es ist ein Handwerk, das man schleifen, formen und pflegen muss. Doch das Ziel großartiger Lyrics sollte immer sein, deine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Hab also keine Angst davor zu experimentieren und Neues auszuprobieren – genau so bringst du deine eigene, unverwechselbare Stimme in die Welt!
Wenn du noch tiefer ins Thema einsteigen möchtest, schau dir unseren Guide zu den Grundlagen des Songwritings an. Und falls du es noch nicht getan hast: Hol dir KOMPLETE START kostenlos und sichere dir unzählige Sounds, Instrumente und jede Menge Inspiration für dein Songwriting.