Basslines sind ein essenzieller Bestandteil moderner Musik: Sie verleihen Tracks das nötige Fundament und sorgen für den richtigen Groove.
Viele Musikstile setzen auf analoge oder digitale Synthesizer-Bässe, doch manche Genres klingen mit einem authentischen Akustik- oder E-Bass einfach besser. Mit Native Instruments ICON BASS erstellst du im Handumdrehen lebendige E-Bass-Parts direkt in deiner DAW. In diesem Tutorial zeigen wir dir, wie du mit ICON BASS fünf verschiedene Bassline-Styles für Pop, Rock, Funk, R&B und EDM kreierst.
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Mach direkt mit: SESSION BASSIST – ICON BASS ist ein leistungsstarkes Instrument, das dir mit vielseitigen Patterns, Effekten und Artikulationen eines legendären E-Basses den Sound professioneller Session-Bassist*innen direkt in deine DAW bringt.
Hol dir SESSION BASSIST – ICON BASS
Was ist MIDI-Bass?
MIDI-Basslines können ganz unterschiedlich klingen – und wenn du bereits Musik am Computer machst, hast du für deine Bass-Sounds wahrscheinlich schon Synths oder Sampler genutzt. SESSION BASSIST – ICON BASS ist ein hochentwickeltes, Sample-basiertes E-Bass-Instrument mit akribisch aufgenommenen Sounds, realistischen Effekt-Prozessoren und MIDI-Aufnahmen erfahrener Bassist*innen. Aus all diesen Komponenten entsteht ein virtuelles Instrument für E-Basslines, die vom Original kaum zu unterscheiden sind.
Falls dir der Begriff MIDI noch nicht vertraut ist, keine Sorge: Es handelt sich dabei schlicht um Daten, mit denen Computer und Hardware-Instrumente musikalische Sequenzen untereinander austauschen. MIDI steht für „Musical Instrument Digital Interface“. In diesem Tutorial nutzen und bearbeiten wir die vorgefertigten MIDI-Daten von ICON BASS, um eigene groovige Basslines zu bauen.
Gibt es eine MIDI-Bassgitarre?
Mit virtuellen MIDI-Instrumenten lässt sich der Sound eines Basses absolut authentisch nachbilden. Für realistische E-Basslines liefern Native Instruments SESSION BASSIST – PRIME BASS und SESSION BASSIST – ICON BASS überzeugende Ergebnisse.
MIDI-Bass-Instrumente waren nicht immer so realistisch. Einen eher simplen Sample-basierten E-Bass hörst du beispielsweise in der Titelmelodie der 90er-Jahre-Sitcom Seinfeld. Trotz der mangelnden Authentizität ist diese MIDI-Bassline längst Kult geworden.
Welche Songs haben legendäre Basslines?
Chics Disco-Hymne „Good Times“ gilt als absoluter Bassline-Klassiker, der den HipHop maßgeblich beeinflusste und das Fundament für „Rapper’s Delight“ von The Sugarhill Gang bildete.
Zu weiteren Bassline-Klassikern zählen das funkige „For the Love of Money“ von The O’Jays, Herbie Hancocks eingängiges „Bring Down the Birds,“ das kantige „Peaches“ von The Stranglers, das wuchtige „Hysteria“ von Muse und der groovige Hit „Feel Good Inc.“ von den Gorillaz.
So erstellst du realistische MIDI-Basslines
Schauen wir uns fünf verschiedene Musikstile an und wie du für jedes Genre eine überzeugende Bassline baust. Dafür nutzen wir ICON BASS.
1. Pop-Bass
Starten wir mit einer Pop-Bassline. Hier ist ein Drum-Loop-Sample mit 112 BPM und einem Four-on-the-Floor-Disco-Beat, der die ideale Basis für einen einfachen Pop-Groove bildet.

Um ICON BASS zu nutzen, öffne KONTAKT 7 und wähle Icon Bass in der Library aus. Klicke dann doppelt auf das Instrument Icon Bass, um es zu laden.

Mit den Song-Presets von ICON BASS erstellst du im Handumdrehen fertige Basslines. Suchen wir nun ein passendes Preset aus: Bewege den Mauszeiger über das aktuelle Song-Preset (1 – Dusty Slap), bis eine Lupe erscheint. Klicke darauf, um den Song-Browser zu öffnen.

Im Song-Browser lassen sich die Song-Presets nach Stilrichtung filtern. Klicke auf den Filter „Pop“, und es werden nur noch Pop-Presets angezeigt.

Du kannst Song-Presets mit einem Klick vorhören. Klicke doppelt auf „35 Motor City, 106 BPM“, um es zu laden. Keine Sorge wegen des abweichenden Tempos: Das Instrument passt das Timing der MIDI-Wiedergabe automatisch an dein Projekttempo an.

Ein Song-Preset besteht aus einem E-Bass-Sound sowie verschiedenen MIDI-Patterns, die für das authentische Feeling echter Bassist*innen sorgen. Diese Patterns kannst du über MIDI in jeder gewünschten Tonart triggern. Erstelle einen MIDI-Clip, der in den ersten drei Takten C3 spielt, gefolgt von F3 für zwei Beats und D#3 für weitere zwei Beats.

2. Rock-Bass
Als Nächstes bauen wir eine Rock-Bassline. Hier ist ein Rock-Drum-Loop mit 118 BPM, der das passende Fundament dafür liefert.

Öffne in ICON BASS wieder den Song-Browser und wähle diesmal den Rock-Filter.

Klicke doppelt auf 25 Deadnote Groove, 120 BPM, um das Preset zu laden.

Jedes Song-Preset enthält eine Auswahl verschiedener Phrases, mit denen du abwechslungsreichere Basslines gestalten kannst. Zwischen diesen Phrasen schaltest du über MIDI-Keyswitches links neben den Namen um. Aktuell ist 97 Deadnote Groove A ausgewählt. Wenn wir also eine C3-Note über die vier Takte setzen, wird durchgehend diese Phrase abgespielt.

Setze eine C1-Note für die ersten drei Takte, gefolgt von einer C#1-Note für den letzten Takt. Dadurch wird zwischen der C1-Phrase (97 Deadnote Groove A) und der C#1-Phrase (98 Deadnote Groove B) gewechselt – und die Bassline gewinnt an Dynamik.

Aktuell klingt der E-Bass noch etwas zu zahm. Machen wir ihn für unser Rock-Projekt etwas rauer: Klicke auf das Sound-Preset, um eine Liste der Werks-Presets anzuzeigen. Wähle im Bereich HIGH GAIN das Preset „Rip that Cone“ aus.

Das sorgt für einen kernigeren Sound, der den Rock-Charakter des Tracks perfekt unterstreicht.
3. Funk-Bass
Hier ist ein Funk-Beat mit 105 BPM. Fügen wir diesem Beat eine funkige Slap-Bassline hinzu.

Öffne den Song-Browser und wähle den Funk-Filter.

Klicke doppelt auf 8 Funky Thumb, 100 BPM, um das Preset zu laden.

Phrasen lassen sich per MIDI-Keyswitch anwählen – oder, wenn du nur eine einzige Phrase nutzen möchtest, direkt per Klick im Interface von ICON BASS. Klicke auf 31 Hard Slap D, um die Phrase auszuwählen.

Wenn wir jetzt C3 spielen, spielt ICON BASS die Slap-Bass-Phrase in dieser Tonart ab.
Für unseren reduzierten Groove ist das allerdings etwas zu hektisch – machen wir es also simpler. Klicke auf den Button „Phrase / One Pitch“, um auf One Pitch umzuschalten.

Wenn du nun eine Note spielst, spielt ICON BASS denselben Rhythmus wie zuvor, aber nur auf dieser einzelnen Note. Erstelle eine Sequenz mit C3, F3 und C#3 für eine musikalisch schlichte, aber stark rhythmische Bassline.

4. R&B-Bass
Bauen wir als Nächstes eine R&B-Bassline. Hier ist ein entspannter Beat mit 85 BPM.

Öffne in ICON BASS den Song Browser und wähle diesmal den RnB-Filter aus.

Doppelklicke auf „27 Locked In, 88 BPM“, um das Preset zu laden.

Programmiere das Instrument so, dass es über die gesamte viertaktige Sequenz C3 spielt.

Das klingt schon ganz gut, aber diese Kombination aus Beat und Bassline könnte noch mehr knallen, wenn wir den Bass etwas mehr nach vorne bringen.
Klicke unten im Interface von ICON BASS auf den Button „Amps & FX“, um die Amps & FX-Page zu öffnen.

Hier sehen wir, dass dieses Sound-Preset relativ simpel aufgebaut ist und nur aus einem Equalizer und einem Tape-Saturator besteht. Fügen wir etwas Distortion hinzu: Bewege den Cursor über den ersten FX-Slot, woraufhin eine Lupe erscheint. Klicke darauf, um den Amps & FX-Browser zu öffnen.

Klicke in der Distortion-Sektion auf den Distortion-Effekt, um ihn zur FX-Chain hinzuzufügen.

Das sorgt für einen sehr vollen Sound – vielleicht sogar etwas zu viel des Guten im Vergleich zum eher dezenten Klang zuvor.
Zähmen wir diesen Sound etwas, indem wir Distortion auf 2,4 %, Tone auf 1,9 % und Volume auf 33,3 % herunterregeln.

So bekommen wir genau den richtigen Hauch an Verzerrung, der für eine bessere Balance zwischen Beat und Bass sorgt.
5. EDM-Bass
Zum Schluss bauen wir eine Bassline für einen EDM-Track. Hier ist ein EDM-Drum-Beat mit 128 BPM.

Wähle im Song Browser den EDM-Filter aus.

Doppelklicke auf „3 Upslide, 100 BPM“, um das Preset zu laden.

Klicke auf die Phrase „10 Upslide B“, um sie auszuwählen.

Programmiere eine Bassline, die über die gesamte zweitaktige Sequenz C3 spielt.

Das klingt cool, aber die funkige Phrasierung am Ende der Bassline ist in Kombination mit unserem druckvollen EDM-Beat vielleicht etwas zu viel des Guten.
Vereinfachen wir die Bassline. Klicke auf das Schraubenschlüssel-Symbol, um den Pattern Inspector zu öffnen.

Ziehe den End-Wert auf 16 herunter, um die Phrase auf die Länge eines einzelnen Takts zu verkürzen.

So erhalten wir eine einfachere, hypnotischere Bassline, die im EDM-Kontext hervorragend funktioniert. Allerdings könnte sie noch etwas mehr Biss vertragen. Klicke auf das Dropdown-Menü „Sound Preset“ und wähle im Bereich „HIGH GAIN“ das Preset „High Voltage“ aus.

Wechsle nun auf die Amps & FX-Page, klicke auf den Cabinets-Effekt und drehe Volume auf 3,3 dB auf.

Das sorgt für einen kräftigeren Ton, der die Bassline perfekt ergänzt.
So erstellst du „echt“ klingende Bässe mit MIDI
Hier hast du gesehen, wie du mit SESSION BASSIST – ICON BASS deine eigenen, realistisch klingenden E-Bass-Spuren mit MIDI erstellen kannst.
Wenn du noch mehr erfahren möchtest, schau dir So schreibst du eine Bassline: 8 wichtige Schritte für deinen Song, Wie Bass funktioniert und 8 Möglichkeiten, wie sich dein Bass durchsetzt an.