Reggaeton ist heute einer der beliebtesten Dance-Styles weltweit – eine Mischung aus Einflüssen karibischer Dancehall-Musik, Latin Music, HipHop und R&B. Von seinen Underground-Wurzeln in Puerto Rico bis zu seinem heutigen Status als eine der wichtigsten Strömungen der Popmusik ist Reggaeton seinen Roots immer treu geblieben: tanzbare Rhythmen, große Hooks und erstklassige Produktionen.
In dieser Einsteiger*innen-Anleitung zum Produzieren eines Reggaeton-Tracks zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du ein komplettes Reggaeton-Arrangement von Grund auf aufbaust – inklusive Beats, Bass, Akkorden, Leads und FX. Das Ganze könnte dann so klingen:
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Mach direkt mit: In diesem Tutorial nutzen wir BATTERY 4, MASSIVE, MASSIVE X, KOMPLETE KONTROL, die CARIBBEAN CURRENT-Expansion und iZotope Ozone 10.
Was ist Reggaeton?
Reggaeton ist eine Spielart der Dance Music, die karibische Dancehall-Beats mit Latin- und HipHop-Einflüssen verbindet. Seine Wurzeln reichen zurück bis in die Underground-Szenen von Panama und Puerto Rico in den späten 80er- und frühen 90er-Jahren. Vor allem rhythmisch ist das Genre stark von „Dem Bow“ der Dancehall-Ikone Shabba Ranks inspiriert.
1997 veröffentlichte der puerto-ricanische Reggaeton-Pionier DJ Nelson sein Mixtape „The Flow“. Darauf finden sich Tracks wie Alberto Stylees „Vengo Acabando“, die bereits alle Hauptelemente des modernen Reggaeton mitbringen: den „Dem Bow“-Rhythmus, eine überwiegend synthetische Produktion und jede Menge eingängige Hooks.
In den frühen 2000er-Jahren schaffte Reggaeton den Sprung in den lateinamerikanischen, karibischen und US-amerikanischen Mainstream, angeführt von Künstler*innen wie Daddy Yankee, die riesige kommerzielle Erfolge feierten.
In jüngerer Zeit haben Acts wie Bad Bunny Reggaeton auf ein völlig neues Popularitätslevel gehoben und das Genre zu einem der weltweit erfolgreichsten Musikstile der Gegenwart gemacht.
In diesem Einsteiger*innen-Guide zeigen wir dir, wie du einen Reggaeton-Track mit treibenden Beats, wuchtigem Bass und mitreißenden Melodien produzierst.
Reggaeton-Beats produzieren: So geht’s
1. Mit den Drums beginnen
Stelle das Tempo deines Reggaeton-Projekts auf 90 BPM ein.

Suchen wir uns zunächst ein paar inspirierende Sounds für den Einstieg. Lade KOMPLETE KONTROL, klicke links in der Bedienoberfläche auf den Reiter „Files“ und navigiere zu dem Ort auf deiner Festplatte, an dem die Expansion CARIBBEAN CURRENT installiert ist.

Falls du nicht sicher bist, wo der Ordner liegt: Öffne Native Access, wechsle zur Kategorie „Installed Products“, wähle Caribbean Current aus und klicke auf den Tab „Installation Path“.

Öffne den Ordner „Sounds > Battery Kits“ und lade das Capo Kotta Kit per Doppelklick.

Die Drums in Reggaeton-Tracks konzentrieren sich meist auf Kick und Snare. Für unseren Rhythmus nutzen wir „Kick CapoKotta 2“ und „Snare CapoKotta 1“. Setze die Kick auf C#1 auf die ersten beiden Beats des Takts und die Snares auf D1 auf die letzte Sechzehntelnote des ersten Beats sowie die dritte Sechzehntelnote des zweiten Beats. Die Velocity liegt jeweils bei 100.

Dupliziere dieses Pattern nun, um auch die zweite Hälfte des Takts zu füllen.

Dupliziere diesen Takt, sodass du zwei Takte Beats hast.

Dieser klassische „Dem Bow“-Rhythmus bildet das Fundament für deinen Track – damit können wir uns direkt den musikalischen Elementen widmen.
2. Eine Akkordfolge hinzufügen
Suchen wir uns einen passenden Sound für die Akkordfolge. Lade MASSIVE X auf einer neuen Instrumentenspur und stelle den Pegel auf -3 dB ein.

Klicke im Browser von MASSIVE X auf den Tag „Synth Pad“ und lade das Preset „Vintage Pro“ per Doppelklick.

Programmiere eine Akkordfolge mit G#-Dur, c-Moll in der zweiten Umkehrung und A#-Dur in der zweiten Umkehrung mit einer Velocity von 127.

Damit das Pad etwas dezenter klingt, senken wir die Filter-Cutoff-Frequenz auf etwa 100 Hz ab.

3. Eine Bassline bauen
Lade KOMPLETE KONTROL auf einer neuen Instrumentenspur und stelle die Lautstärke der Spur auf -11,7 dB ein.

Öffne im CARIBBEAN CURRENT-Ordner den Ordner „Sounds > MASSIVE Sounds“ und lade das Preset „Ninjaman“ per Doppelklick.

Hierbei handelt es sich um einen satten, sinusbasierten Sub-Bass, der unseren Akkorden das nötige Fundament verleiht. Programmiere eine Bassline mit einer Velocity von 100, die den Grundtönen der Akkorde folgt.

4. Eine Melodie kreieren
Bevor wir die Hauptmelodie komponieren, fügen wir einen rhythmischen Sound in den Mitten hinzu, der dem Track mehr Groove verleiht.
Lade KOMPLETE KONTROL auf einer neuen Spur und stelle den Pegel auf -7,6 dB ein.

Lade im Ordner „Massive Sounds“ von CARIBBEAN CURRENT das Preset „Gemstar“.

Spiele diesen Sound synchron zur Snare, mit einer Melodie, die die melodische Bewegung der Akkordfolge ergänzt – bei einer Velocity von 80.

Jetzt kommt die Hauptmelodie: Öffne auf einer neuen Instrumentenspur eine Instanz von MASSIVE X. Wähle im Browser des Instruments den Tag „Synth Lead“ und lade das Preset „Dirty Dancer“.

Stelle die Spur auf -4 dB ein.

Für diesen Part nutzen wir dieselbe melodische Bewegung wie beim Rhythmus-Sound, ergänzt durch eine kleine harmonische Verzierung am Ende. Alle Noten haben eine Velocity von 100.

Fügen wir nun ein weiteres Riff hinzu: Lade eine weitere Instanz von MASSIVE X auf einer neuen Instrumentenspur, wähle den Tag „Synth Lead“ und lade das Preset „Island Life“.

Stelle diese Spur auf -3 dB ein.

Dieser Part folgt der Melodie und fügt für mehr Ausdruck zusätzliche harmonische Noten mit variierender Velocity hinzu. Die lauteren Noten haben eine Velocity von 80, die leiseren von 57.

5. Sound-FX hinzufügen
Beim Arrangieren eines Tracks ist es oft nützlich, ein paar Sound-FX einzusetzen, um Übergänge zwischen verschiedenen Songabschnitten zu gestalten.
Füge auf einer neuen Instrumentenspur KOMPLETE KONTROL hinzu und lade diesmal das Preset „Tunnel Muff“ aus dem Ordner „Sounds > Massive Sounds“ von CARIBBEAN CURRENT.

Stelle diese Spur auf -12 dB ein.

Programmiere diesen Sound so, dass auf dem dritten Beat des letzten Takts eine C3-Note mit einer Velocity von 100 gespielt wird.

6. Strophe und Bridge komponieren
Bisher haben wir einen zweitaktigen Loop gebaut, den wir für unseren Chorus verwenden können. Erstellen wir nun eine kleine Variation davon für eine Strophe. Kopiere den bestehenden zweitaktigen Loop und lösche das zweite Riff sowie die FX.

Ändere in der neuen Version des Loops den zweiten Akkord, sodass als nächster Akkord C-Dur erklingt.

Passe den Bass so an, dass er eine vereinfachte Version der Bassline mit nur zwei Noten spielt.

Ändere die Rhythmuslinie so, dass sie diese vereinfachte Version spielt.

Passe die Lead-Linie so an, dass sie diese vereinfachte Version der Melodie spielt.

Bauen wir nun einen Pre-Chorus, der lediglich eine kleine Variation der Strophe ist.
Kopiere die Strophe und passe die Lead-Linie diesmal so an:

Kopiere für eine Bridge den Pre-Chorus und lösche die Chords- und Lead-Spuren.

Jetzt haben wir Chorus, Strophe, Pre-Chorus und Bridge beisammen. Nun können wir das Ganze arrangieren.

7. Den Track arrangieren
Beginnen wir unser Arrangement mit den Drums sowie den Strophen-Versionen von Chords und Rhythmus. Das Ganze läuft über acht Takte.

Danach folgt der Chorus für acht Takte und anschließend noch einmal für acht Takte – diesmal mit dem hinzugefügten zweiten Riff.

Dann geht es für acht Takte zurück zur Strophe, gefolgt vom Pre-Chorus für acht Takte.

Als Nächstes geht es direkt wieder in acht Takte Chorus inklusive des zweiten Riffs. Darauf folgt die Bridge für acht Takte.

Das Outro des Tracks besteht aus der Strophe, gefolgt vom Pre-Chorus ohne Bassline.

Hier ist das gesamte Arrangement:

8. Den Track mastern
Jetzt, wo das Arrangement steht, wenden wir ein einfaches Mastering an, damit unser Track lauter und voller klingt. Mit dem Master Assistant von Ozone 10 erhältst du nach einem kurzen Hördurchlauf und ein paar individuellen Anpassungen ein großartig klingendes Master.
So klingt unser Reggaeton-Track gemastert.
Produziere noch heute deine eigenen Reggaeton-Beats
In diesem Tutorial haben wir gezeigt, wie du deinen eigenen Reggaeton-Track von Grund auf produzieren kannst. Wenn du noch mehr erfahren möchtest, schau dir Beat-making 101: How to make a beat und Reggaetón and beyond: A conversation with three Latin music greats an.
Wenn du nach nützlichen Instrumenten, Effekten und Expansions suchst, probiere unbedingt die Testversionen von BATTERY 4, MASSIVE und MASSIVE X, KOMPLETE KONTROL, CARIBBEAN CURRENT und iZotope Ozone 10 aus.