Unter Looping in der Musik versteht man das Wiederholen einer musikalischen Phrase oder Passage, wodurch eine durchgehende musikalische Textur entsteht. Diese Technik kommt in den unterschiedlichsten Musikgenres zum Einsatz – von elektronischer Tanzmusik bis hin zum Live-Looping bei Solo-Performances. Dafür lässt sich eine Loop-Station, eine Digital Audio Workstation (DAW) oder sogar analoges Equipment nutzen.
In diesem Blogbeitrag erfährst du mehr über die besten Tools fürs Looping in der Musik, wie du eigene Loops erstellst und wie du sie mit Overdubs verfeinerst. Lass uns direkt einsteigen.
Direkt zu den Abschnitten:
Mach dieses Tutorial direkt mit der Software KOMPLETE KONTROL mit.
Was bedeutet Looping in der Musik?
Beim Looping in der Musik wird eine musikalische Phrase oder Passage fortlaufend wiederholt, sodass ein durchgehender Sound entsteht. Die Idee hinter dem Looping ist das Schichten mehrerer Soundebenen, wodurch Musiker*innen in Echtzeit komplexe Arrangements erschaffen können.
Denk mal drüber nach: Nahezu jede Musik basiert auf irgendeiner Form von Wiederholung. Tonhöhen und Rhythmus bilden die DNA der Musik. Weil Rhythmus im Grunde eine stetig wiederholte Einteilung von Zeit ist und Tonhöhen meist auf 12 Tönen basieren, wird Musik immer Wiederholungen enthalten – doch Looping geht noch einen Schritt weiter.
Wenn wir in der Musik von Loops sprechen, meinen wir meist aufgenommenes Audiomaterial, das sich wiederholt. Und sehr oft wird ein Loop in Echtzeit aufgenommen, wobei Start- und Endpunkt live festgelegt werden. Der Begriff stammt historisch aus den ersten Experimenten mit Tonbändern: Man schnitt ein Bandstück so zurecht, dass Anfang und Ende zusammengeklebt werden konnten, um den Sound in einer endlosen „Bandschleife“ – eben einem Loop – rotieren zu lassen.
Loop vs. Sample
Wenn du neu in der Musikproduktion bist, fragst du dich vielleicht, was der Unterschied zwischen Loops und Samples ist. Ein Loop ist eine musikalische Phrase oder Passage, die sich nahtlos wiederholt. Ein Sample hingegen ist ein Ausschnitt einer bestehenden Tonaufnahme, der in eine neue Komposition oder Produktion eingebunden wird. Oft spricht man im selben Atemzug von „Loops und Samples“ – und vielleicht wiederholst oder „loopst“ du Samples sogar in deinem eigenen Track.
Wie man Loops erstellt
Die meisten Loops in moderner Musik sind etwa 4 bis 8 Takte lang. Das gibt einer musikalischen oder rhythmischen Phrase genug Raum, um sich aufzubauen, aufzulösen und sich wiederholend anzusetzen. Um eigene Loops zu bauen, müssen wir also nur eine Idee aufnehmen, die sich alle 4 oder 8 Takte wiederholt.
Manchmal hilft es bei der Aufnahme eines neuen Loops, mit einem Loop zu starten, der bereits ein solides Fundament liefert. In diesem Beispiel möchte ich einen klassischen Electro-Track im Detroit-Stil produzieren, inspiriert von Juan Atkins, Aux 88 und Drexciya. Zum Glück bietet die MOTHER BOARD Expansion jede Menge starkes Ausgangsmaterial. Ich öffne KOMPLETE KONTROL, schnappe mir diesen Drum-Loop und ziehe ihn einfach in meine DAW.

Damit Loops in einer Produktion wirklich funktionieren, sind kleine Variationen oft entscheidend. Glücklicherweise gibt es von diesem Drum-Loop zwei Versionen – die nehme ich mir gleich beide, um für Abwechslung sorgen zu können.
Jetzt hole ich mir noch einen Bass-Loop für das Fundament. Ich habe diesen Bass-Loop gefunden und finde, er passt hervorragend. Dass das BPM-Tempo von den Drums abweicht, stört nicht, da die DAW das Tempo automatisch synchronisiert. Wichtig ist jedoch die Tonart Dis (D#), an der wir uns bei den weiteren Schritten orientieren.

So klingen unsere beiden Loops zusammen:
Anpassung und Variation von Loops
Das klingt schon gut, aber da ich bei den Drums zwei variierte Loops habe, möchte ich auch den Bass variieren. Dazu dupliziere ich den Loop einfach und nehme ein paar kleine Änderungen vor, um ihn vom Original abzuheben.
Hier sind ein paar Transpositionen und Notenschnitte, die ich vorgenommen habe – und so klingt das Ganze mit den kleinen Anpassungen.


Jetzt wollen wir weitere Loops aufnehmen – bringen wir ein paar weichere Texturen ins Spiel. Wir nehmen ein weiteres Sample aus MotherBoard und achten darauf, dass die Tonart zu unserer Bassline passt. Dieses „Leviathan D#2“ klingt vielversprechend und lässt sich wunderbar zu einem Akkord schichten. Laden wir es in KOMPLETE KONTROL.

Jetzt machen wir uns an die Aufnahme neuer Loops.
Loops aufnehmen
Nehmen wir dieses Sample und spielen damit einfach einen simplen Dis-Moll-Akkord (D# Minor). Zuerst stellen wir die Loop-Länge in unserer DAW ein – genau wie bei unserem Drum-Loop wählen wir 8 Takte.

Jetzt starten wir die Aufnahme und spielen unseren Akkord ein.

Loops mit Overdubs verbessern
Das klingt schon gut und bildet ein schönes Gegengewicht zur Bassline. Aber es könnte noch etwas spannender sein – also bringen wir per Overdub mehr Leben rein. Wir fügen noch ein paar weitere Akkorde hinzu, bleiben aber in Dis-Moll (D# Minor).

Nicht schlecht, aber das Timing sitzt noch nicht ganz. Das geht noch besser, also spiele ich es noch einmal ein. Sobald das Timing annähernd passt, sorgt die Quantisierung dafür, dass alles tight auf dem Punkt sitzt.

Jetzt gefallen mir die Akkorde, aber ich möchte noch etwas Abwechslung einbringen. Also dupliziere ich den ersten Takt und ändere in der zweiten Hälfte einige der MIDI-Noten. Da es noch etwas zu zahm wirkt, schicke ich das Ganze durch einen Arpeggiator und nehme das resultierende MIDI auf.

So sehen die MIDI-Noten jetzt aus.

Ich möchte noch einen anderen Sound ausprobieren und habe im MotherBoard-Pack einen weiteren tollen One-Shot-Sound entdeckt. Dazu gebe ich noch etwas Delay mit REPLICA XT – und so klingt das jetzt.
Die Loops zusammenfügen
Nachdem nun einige starke Parts zusammenspielen, geht es daran, sie auszubalancieren und perfekt aufeinander abzustimmen. Ich lege SUPERCHARGER XT auf den Master-Bus, um mit etwas „Glue“-Kompression das gesamte Klangbild zusammenzuhalten.

Hier ist das Ergebnis unseres Loops mit ein paar Takten Variation und ein paar feinen Effekten: Schön kantig und dreckig, mit retro-futuristischem Sci-Fi-Funk.
Mit genau den Techniken, mit denen wir diese Loops gebaut haben, lassen sich genügend Variationen kreieren, um daraus einen kompletten Track fertigzustellen. Welche Ideen hättest du noch, um das Ganze zu einem vollwertigen Song auszubauen?
Starte mit Loops in deiner Musik
Jetzt weißt du, was Loops in der Musik bedeuten, und kannst sie nutzen, um deinen ganz eigenen Sound zu formen. Entdecke die Loops und One-Shots in den KOMPLETE Expansions und erwecke deine musikalischen Ideen zum Leben. Du kannst deine Loops natürlich auch selbst aufnehmen – etwa mit MIDI-Instrumenten wie dem KOMPLETE KONTROL M32 und dem MASCHINE-Produktionssystem.
Weitere Tutorials rund ums Musikmachen findest du in unserem Leitfaden zur Musikproduktion und unserem Leitfaden für elektronische Musik.