Der kanadische Producer Cloverdale hat sein Projekt Channel 303 als Konzeptalbum und Live-Performance-Reihe konzipiert – mit Hardware-getriebener Produktion, DIY-Visuals und einer dunkleren Club-Ästhetik. Die Single „Nobody“, die zusammen mit dem ebenfalls aus Ottawa stammenden Return of the Jaded entstanden ist, lässt UK-Garage-Swing mit basslastiger House-Energie verschmelzen.
Ozone war entscheidend dafür, „Nobody“ startklar für den Release zu machen. Vom nötigen Raum für die Percussion, um sich gegen den Bass durchzusetzen, bis hin zum präzisen Abstimmen der Sub-Frequenzen: Cloverdale nutzte die Module von Ozone, um einen Track zu finalisieren, der auf Underground-Dancefloors genauso funktioniert wie auf großen Soundsystemen.
Wir haben mit Cloverdale über die Tools in iZotope Ozone gesprochen, die „Nobody“ geprägt haben, wie er Channel 303 einen einheitlichen Sound verliehen hat und warum Mastering in Echtzeit zu einem festen Bestandteil seines Workflows geworden ist.
Spring zu diesen Abschnitten:
- Die Garage-Energie von „Nobody“ mit Ozone formen
- Entscheiden, was raw bleibt und was verfeinert wird
- Balance zwischen UKG-Swing und Bass-House-Energie
- Die Rolle von Ozone beim DIY-Mastering
- Einheitlicher Sound für Channel 303
- Die wichtigste Ozone-Anpassung bei „Nobody“
Wie hat Ozone geholfen, die Garage-Energie von „Nobody“ startklar zu machen?
Bei „Nobody“ kam es vor allem darauf an, die Balance zwischen einem leichten, geshuffelten Groove und einer Bassline mit ordentlich Gewicht zu finden. Der Reese-Bass neigte von Natur aus dazu, den Mix zu dominieren, aber wir wollten nicht, dass die Drums wie ein nachträglicher Gedanke wirken.

Und genau da war Ozone die Rettung.

Mit dem Impact-Modul konnten wir genau die richtige Dosis Transienten-Punch hinzufügen, damit sich die Percussion klar durchsetzt, während der Maximizer alles bei konkurrenzfähiger Lautheit zusammenhielt, ohne den Groove plattzumachen. Was mir besonders gefallen hat: Wir konnten den leichten, tanzbaren Swing und die Bewegung der UKG-Elemente bewahren und gleichzeitig sicherstellen, dass das Low-End diesen markerschütternden Druck liefert, den man auf großen Anlagen erwartet.
Als wir fertig waren, hatte der Track sowohl Underground- als auch Mainstream-Flair – genau da wollten wir hin.

Wie balancierst du rohe Hardware-Performance und den Feinschliff mit Ozone?
Wenn ich live auftrete, geht es definitiv etwas rauer zu. Aber wenn es darum geht, auf der Aufnahme alles perfekt auf den Punkt zu bringen, ist Ozone immer mit dabei. Neben dem Standard-EQing, Limiting und der Dynamikbearbeitung ist der Imager von Ozone seit über einem Jahrzehnt ein unverzichtbarer Bestandteil meines Toolkits.
Es gibt in Sachen Sound, Benutzeroberfläche, Metering und Anpassungsmöglichkeiten einfach kein besseres Imaging-Tool. Bei „Nobody“ war es uns zum Beispiel wichtig, dem Bass im Low-End etwas Stereobreite zu geben, während der tiefste Subbereich strikt mono bleiben sollte. Mit dem Imager konnten wir bei 200 Hz etwas Breite beibehalten, ohne sie bei 60 Hz zu haben.

Dazu kommt, dass ich auch das Modul Low End Focus in Ozone liebe. Das perfekte Zusammenspiel von Kick und Bass in House und Techno hinzubekommen, erfordert oft eine Menge Ausprobieren.
Low End Focus ist mein Lieblingstool für den Feinschliff, um sicherzustellen, dass die Subbässe genau richtig drücken – nicht zu viel, nicht zu wenig. Es geht einfach darum, genau das richtige Maß an Punch im Groove zu treffen.
Wie hat Ozone die UKG- und House-Einflüsse bei „Nobody“ ausbalanciert?
Wir haben dem Ganzen definitiv ordentlich Glanz verpasst und uns einem Genre genähert, das sich traditionell vielleicht etwas organischer und wärmer anfühlt.

Wir haben den Master Assistant von Ozone genutzt, um die Module Clarity und Stabilizer einzustellen – damit der Track keine störenden Resonanzfrequenzen aufweist und alle Elemente genug Raum zum Atmen haben. Der Track bewegte sich ohnehin im Spannungsfeld zweier Welten: Einerseits der geshuffelte Garage-Swing, der ihn locker und menschlich wirken lässt, und andererseits diese moderne, basslastige House-Energie, bei der es vor allem um Präzision und Power geht.
iZotope Ozone war entscheidend dafür, diese Gratwanderung zwischen Transparenz, Dynamik, sattem Punch und lautem Bass zu meistern.
Wie findest du die Balance zwischen Ozone und der Zusammenarbeit mit Mastering-Engineers?
Ich arbeite mit anderen Engineers, wenn ich weiß, dass sie meine Vision voll verstehen – meistens vertraue ich aber lieber meinen eigenen Mastern. Normalerweise produziere ich bereits mit aktiver Mastering-Kette. Das ist vielleicht unkonventionell, aber ich liebe es, in Echtzeit zu hören, wie das fertige Produkt klingen wird. Wenn etwas zu scharf wirkt oder die Kick nicht richtig sitzt, merke ich das sofort und kann direkt nachjustieren.

So kann ich Probleme sofort erkennen und beheben, und am Ende fühlt sich der Track oft direkt release-ready an. Das erlaubt mir, ihn direkt an Freund*innen zu schicken oder ihn vielleicht noch am selben Abend im DJ-Set zu spielen.
Ozone war das erste Mastering-Tool, das ich vor über zehn Jahren gelernt habe, und es war für mich schon immer am einfachsten zu verstehen und am schnellsten zu bedienen. Damit verbringst du weniger Zeit mit dem Mastering und hast mehr Zeit, einfach Musik zu produzieren.
Wie hat Ozone geholfen, Channel 303 einen einheitlichen Sound zu geben?
Tatsächlich habe ich das komplette Album Channel 303 in einer einzigen durchgehenden Session gemastert. Da die Platte wie ein Mix von vorn bis hinten durchläuft, sollten alle Tracks dieselbe klangliche Handschrift tragen.
Ozone war dafür unverzichtbar. Vom Bus-Processing bis zum finalen Limiting konnte ich mit seinen Tools alles so formen, dass „Nobody“, „Trinity Bellwoods“ und „Hear You Calling“ wie aus einem Guss wirken. Es hat eine Menge Automation und Detailarbeit gekostet, aber Ozone hat alles perfekt zusammengeschweißt.
Welche zentrale Ozone-Einstellung hat den Mix von „Nobody“ zusammengehalten?
Am Ende gibt es einfach kein wichtigeres Modul als den Maximizer.
Mit dem Modus „IRC 4 – Modern“ haben wir diesen professionellen Feinschliff und die Lautheit erreicht, ohne das Low-End zu opfern oder Verzerrungen einzuführen. Der Subbereich blieb sauber und druckvoll – und genau darauf kommt es bei so einem Track an.

Zusätzlich haben wir eine dezente Upward-Kompression eingesetzt, um die Breakdowns zu betonen, sowie Transient Shaping, damit die Hi-Hats und Höhen-Percussion selbst bei hoher Lautstärke knackig und definiert bleiben. Diese Kombination hat das Ganze wirklich perfekt zusammengefügt. Es ging nicht um eine einzige dramatische Veränderung, sondern um diese kleinen, präzisen Eingriffe, die den Mix lebendig, dynamisch und bereit für jedes Soundsystem machen.
Fazit
Bei „Nobody“ setzten Cloverdale und Return of the Jaded auf Ozone, um einer rohen, hybriden Produktion den letzten Schliff für den Release zu verpassen. Von der Balance zwischen Bass-Fundament und Garage-Swing bis hin zum Einsatz von Imager, Low End Focus und Maximizer: iZotope Ozone gab ihnen die Werkzeuge an die Hand, um jedes Element zu verfeinern, ohne an Energie einzubüßen.

Für Channel 303 als Gesamtkunstwerk sorgte Ozone für den nötigen Zusammenhalt, damit die Platte sowohl als Album als auch als Live-Set funktioniert. Die Möglichkeit, mehrere Tracks nahtlos in einem Rutsch zu mastern, erlaubte es Cloverdale, eine einheitliche klangliche Identität für das Projekt zu definieren. Während Cloverdale das Universum rund um Channel 303 weiter ausbaut, bleibt Ozone ein zentraler Baustein seines Schaffens – für Tracks, die mutig, druckvoll und auf maximale Wirkung im Club ausgelegt sind.