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Jenseits des Rasters: Klangwelten erschaffen mit Ex.sses, Hezen und Ikävä Pii

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building sonic worlds with Ex.sses, Hezen, and Ikävä Pii

Für manche Produzent*innen ist ein Track eine Aneinanderreihung von Noten; für Ex.sses, Hezen und Ikävä Pii ist er ein lebendiges, atmendes Gebilde. Mit ihren facettenreichen Hintergründen aus bildender Kunst, professionellem Tanz und Film nutzen die drei Artists die DAW als Leinwand für klangliche Meisterwerke.

In diesem Deep Dive erzählen die Artists selbst, wie sie mit den Tools in Komplete 26 die Brücke zwischen abstrakten Texturen und unmittelbarer, körperlicher Energie schlagen.

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Wie alles begann: Von bildender Kunst bis zum Dancefloor

Wie beeinflusst der persönliche Hintergrund den Blick – und das Hören – auf ein völlig leeres Projekt? Für dieses Trio begann der Weg ins Produzieren weit weg vom traditionellen Tonstudio.

Ex.sses: „Ich komme aus der bildenden Kunst, deshalb betrachte ich das Musikmachen als künstlerische Praxis. Zu Beginn ging es mir vor allem darum, Soundscapes zu bauen, stark beeinflusst von Film- und Fernseh-Soundtracks. Meine Musik ist ganz intuitiv aus dem Gedanken heraus entstanden, wie sich ein Körper durch vorgegebene Terrains bewegt.“

Hezen: „Ich habe angefangen, Songs auf der Gitarre zu schreiben. Irgendwann wollte ich aber Beats dazu haben und habe mich dabei aufgenommen, wie ich auf Töpfe und Pfannen geschlagen habe. Wenn man neu im Produzieren ist, packt man oft viel zu viele Ideen hinein. Mit der Zeit habe ich mich selbst dazu gezwungen, die Anzahl meiner Tools zu beschränken. Meine Musik ist immer noch sehr dicht und vielschichtig, aber ich kann jetzt besser Raum für einzelne Sounds und Pausen schaffen.“

Ikävä Pii: ‟Die spürbarste Veränderung war meine Entwicklung von glitchigen Sounds hin zu organischerer Synthese und echten Aufnahmen. Digitales Chaos ist heute weniger der Ausgangspunkt, sondern eher eine dekorative Schicht. Im Kern geht es um pure Verspieltheit – und das ist das Einzige, was sich nie ändern wird.“

Wie Komplete 26 ihren Sound zusammenbringt

Wenn du eigene Klangwelten erschaffst, brauchst du Instrumente, die weit mehr können als Standard-Presets. Diese drei Artists setzen gezielt auf Tools, die von Grund auf für das Ungewöhnliche gebaut sind.

Hezen: ‟Mein Prozess lebt von glücklichen Zufällen. Ich sitze selten mit einer festen Idee am Laptop. Meistens öffne ich eher zufällig einen Synth und fange an zu experimentieren. Vor Kurzem habe ich mir zum Beispiel Absynth 6 geholt und eine Sägezahnwelle mit Distortion und Reverb gebaut – daraus ist die Hook eines neuen Songs geworden, von dem ich besessen bin.“

Ex.sses: ‟In letzter Zeit liebe ich es, mit dem Ashlight-Plug-in in Kontakt 8 bestimmte Stimmungen oder Energien aufzubauen. Durch die flexiblen Parameter kann man den Sound wirklich ganz nach den eigenen Vorstellungen formen. Absynth 6 fühlt sich ebenfalls unheimlich weitläufig an – es gibt so viel Raum für vertiefende Details wie die granulare Steuerung des Aetherizer, die diese fantastische Weite erzeugt.“

Ikävä Pii: „Das neue Massive X macht riesigen Spaß – der Animator bringt Ideen sofort ins Rollen – und FM8 ist nach wie vor eines der besten FM-Synthese-Tools überhaupt. Und weil Kreativität ohne intuitive, verlässliche Helfer nicht fließen kann: Ein großes Dankeschön an Ozone und Guitar Rig – absolute Zeitsparer in unzähligen Situationen.“

Wie diese Artists herkömmliche Workflows aufbrechen, um ihren Sound zu transformieren

Konventionelle Workflows stoßen schnell an ihre Grenzen, wenn etwas wirklich Einzigartiges entstehen soll. So brechen diese Artists mit traditionellen Herangehensweisen, um neue musikalische Wege zu gehen.

Ikävä Pii: ‟Ein Ansatz, der mich in letzter Zeit total begeistert, sind ungewöhnliche Kombinationen von Kontakt-Instrumenten. Ich liebe es, balinesische Gamelan-Percussions, einen Irish Arp und elektronische Drums mit nur einem Finger zu spielen und das Ganze durch eine abgefahrene FX-Kette zu jagen!“

Ex.sses: „Ich baue meine Presets gerne mit eigenen Field Recordings auf – Schmatz-, Leck- oder Knirschgeräusche oder Textfetzen, die ich aufgenommen habe – und schichte sie zu dichten, atmosphärischen Sounds auf.“

Hezen: „Hier setze ich ganz stark auf Techniken wie Stretching, Repitching und Resampling. Ich liebe es, mich von Artefakten überraschen zu lassen, Sound zu manipulieren und unerwartete Ergebnisse zu bekommen. Meine Stimme wird immer mein Hauptinstrument bleiben – ich nutze sie intensiv, um Texturen und Rhythmen zu erzeugen.“

Die besten Karrieretipps: Eigenwillig bleiben in einer Welt voller Regeln

Ikävä Pii: „Strebe nicht nach einer Karriere in der Kunst. Niemand hat ein Anrecht auf eine künstlerische Karriere. Deine Freude am Schaffen, pure Dringlichkeit – das sollte dich antreiben. Wenn du Kunst machen willst, zieh dein Ding durch, ohne es irgendjemandem recht machen zu wollen … sei Teil deiner Community und Szene. Bleibt eigen, Leute! Es ist wirklich das Einzige, was uns noch bleibt.“

Hezen: ‟Steck dich nicht selbst in eine bestimmte Schublade oder ein festes Genre. Wenn du Lust hast, verschiedene Richtungen zu erkunden, zensiere dich nicht selbst, nur weil du denkst, dass es bei deinem Publikum nicht ankommen könnte. Es wird immer der Ausdruck deiner ganz eigenen Stimme sein.“

Ex.sses: ‟Es ist wichtig, dem treu zu bleiben, was du emotional und klanglich ausdrücken willst. Ich glaube fest daran, dass jede Person eine eigene Klangpalette hat, die sich für sie richtig anfühlt und im eigenen Körper resoniert. Vertraue darauf, dass deine Arbeit Menschen erreicht, wenn sie aus einem echten, ehrlichen Impuls heraus entsteht.“

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