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Mitch de Klein teilt seine Production-Habits aus 10 Jahren mit Komplete

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Mitch de Klein featured

Der niederländische Produzent Mitch de Klein hat sich kontinuierlich als feste Größe im Melodic Techno etabliert – mit Releases auf Spectrum, Armada, Steyoyoke und Filth On Acid. Seine Produktionen verbinden technische Präzision mit emotionaler Tiefe und werden von Größen wie Joris Voorn, RÜFÜS DU SOL und Eelke Kleijn supportet. Tracks wie Mankind und Embrace gehören weltweit zum festen Repertoire vieler DJ-Sets.

Mit seiner neuen Single —I Need To Know“ arbeitet Mitch erneut mit der schwedischen Sängerin Olivia Pauline zusammen. Im Mittelpunkt des Tracks steht ihre Topline, aufgenommen mit einem einfachen Mikrofon und veredelt zu einer clubtauglichen Nummer. Der Track spiegelt Mitchs Gespür für Klarheit und Atmosphäre wider – wobei die Tools aus Komplete eine entscheidende Rolle beim Sound des Mixes spielten.

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Komplete ist seit Jahren sein wichtigstes Toolkit. Entdecke das Bundle mit allen Plug-ins, über die Mitch in diesem Interview spricht – und noch vielen mehr:

Komplete entdecken

Du arbeitest jetzt seit rund zehn Jahren mit Komplete. Wie hat sich deine Beziehung zum Bundle im Laufe deiner Karriere und Sound-Entwicklung verändert?

Es ist nach all den Jahren immer noch eine richtig gute Beziehung, haha!

Als ich mir damals Komplete Ultimate 10 gekauft habe, fühlte ich mich wie ein Kind im Spielzeugladen. Mit so vielen Instrumenten und Effekten wurden plötzlich ganz neue Ideen in meiner Musik möglich. Am Anfang habe ich wirklich alles ausprobiert – auch bei jedem neuen Update –, einfach um zu sehen, was alles geht und wie es zu meinem Sound passt.

Als mein Stil klarer wurde, habe ich Komplete viel gezielter eingesetzt. Inzwischen weiß ich genau, welche Synths und Effekte mir das Gefühl und die Klarheit geben, die ich suche – also gehe ich bei weniger Plug-ins mehr in die Tiefe. Es geht nicht mehr um unzählige Optionen, sondern um eine klare Absicht. Das hilft mir, beim Produzieren viel schneller voranzukommen.

Ich nutze immer noch in jedem einzelnen Track Plug-ins von Native Instruments, obwohl ich viele andere Plug-ins besitze. Der Kern von Komplete ist stark und verlässlich – ich habe das Gefühl, das Bundle ein Leben lang nutzen zu können. Neue Versionen bringen frische Ideen und Updates, aber ich verwende auch heute noch Plug-ins aus meinem ersten Kauf vor über zehn Jahren. Das sagt eine Menge über ihre Qualität aus.

Profi-Tipp von Mitch de Klein: Versuche, jeden Tag Musik zu machen. Selbst wenn du viel zu tun hast: Zehn Minuten am Tag hinsetzen und kreativ sein können schon einen Unterschied machen. An diesen Skizzen kannst du weiterarbeiten, wenn du wieder mehr Zeit hast.

Hat sich dein Workflow mit Komplete mit der Zeit verändert, oder greifst du immer noch zu denselben Lieblings-Tools wie am Anfang?

Mein Workflow ist definitiv fokussierter geworden. Anfangs ging es vor allem um wildes Experimentieren, heute um die Erfahrung mit den Plug-ins. Ich weiß genau, nach welchem Plug-in ich für ein bestimmtes Ziel greifen muss. Das spart enorm viel Zeit und hält den kreativen Flow am Laufen.

Mitch de Klein Story

Einige meiner Tools der ersten Stunde leisten immer noch die Hauptarbeit, vor allem bei den Effekten. Ich nutze weiterhin Supercharger GT für Sättigung und Charakter, und kreative Reverbs wie Raum sowie Replika XT sind perfekt, um Tiefe und Raum zu schaffen. Molekular ist ebenfalls genial, wenn ich experimentellere Texturen brauche.

Mitch de Klein Molekular

Die größte Veränderung gab es bei meiner Nutzung von Kontakt.

Für mein Hauptprojekt im Melodic Techno weiß ich genau, welche Libraries ich für bestimmte, echt klingende Instrumente öffnen muss. Noch wichtiger wurde das aber für mein Nebenprojekt Todd & Klein, das sich zwischen Neoklassik und Ambient bewegt.

Dafür waren die Kontakt-Libraries einfach Gold wert. Viele unserer Tracks entstanden mit den Piano-Sounds aus The Gentleman und The Maverick, die beide schon in meinem ersten Komplete-Bundle enthalten waren. Wenn du einen akustischen Sound mit echtem Charakter brauchst, sind die Kontakt-Libraries kaum zu schlagen.

Profi-Tipp von Mitch de Klein: Ein paar Referenz-Tracks sind beim Mixing unverzichtbar. Sie helfen dir herauszufinden, wo deinem Track vielleicht noch etwas fehlt. Such dir passende Tracks aus und vergleiche so lange, bis du diesem professionellen Sound sehr nah kommst.

Welche Rolle spielte Komplete bei der Ausgestaltung von —I Need To Know“? Gab es bestimmte Instrumente oder Effekte, die dir geholfen haben, die emotionale Stimmung genau zu treffen?

Mitch de Klein Raum

Komplete war unverzichtbar für den emotionalen Kern von —I Need To Know“. Mein Lieblings-Reverb, Raum, ist auf jedem Projekt zu finden, und dieser Track war keine Ausnahme. Er klingt aufgeräumt und natürlich und lässt sich extrem einfach einstellen – so kann ich schnell arbeiten und im Flow bleiben. Er hat den Vocals eine tolle Weite verliehen. Um Bass, Vocals und dem Haupt-Synth zusätzlichen Charakter und etwas Schmutz zu verleihen, habe ich Supercharger GT verwendet. Er sorgt für eine schöne Röhrenwärme, durch die sich Elemente präsenter anfühlen, ohne scharf zu wirken.

Ein Trick bei diesem Track war, ein paar einzigartige Ear-Candy-Elemente zu bauen: Ich habe den Haupt-Synth durch Molekular in Reaktor geroutet und einfach drauflos aufgenommen, während ich durch verschiedene Presets gescrollt bin. So entstand ein langes Audiofile voller schräger, interessanter Sounds, die ich zerschneiden und dezent im Mix verteilen konnte. Das peppt den Track richtig auf und verleiht ihm zusätzliche Tiefe und Details.

Mitch de Klein Session Strings

Außerdem habe ich Session Strings Pro 2 genutzt, um die Pads zu layern. Durch die hohe Aufnahmequalität der Streicher brauchten sie kaum Bearbeitung und verliehen dem Song sofort eine melancholische, cineastische Note – perfekt für die emotionale Stimmung des Tracks.

Und schließlich muss ich Replika XT hervorheben: ein fantastisches Plug-in für kreative Delay-Effekte. Bei —I Need To Know“ habe ich das Apollo-Preset aus dem Special FX-Ordner auf einem Pad-Sound eingesetzt. Indem ich den Mix-Pegel automatisiert habe, entstand ein riesiges, raumgreifendes Hallmeer, das den Track regelrecht öffnet und ihm eine gewaltige, atmosphärische Tiefe verleiht.

Profi-Tipp von Mitch de Klein: Bestimmte Tools können deinen Workflow enorm beschleunigen. Speichere häufig genutzte Einstellungen und erstelle dir ein Template. So kannst du dich voll aufs Produzieren konzentrieren, wenn die Inspiration zuschlägt.

Wenn du um Vocals wie die von Olivia Pauline herum produzierst: Wie helfen dir die Instrumente und Effekte aus Komplete dabei, den richtigen Raum und die passende Balance zu finden?

Den richtigen Raum für Vocals zu schaffen, ist reine Formsache der Balance – und Native Instruments hat die passenden Tools, um das punktgenau umzusetzen.

Mitch de Klein Set

Mein erster Schritt ist immer, die Vocals aufzuräumen, bevor Effekte draufkommen. Ich habe ein bisschen EQing mit Neutron gemacht, um überflüssiges Rumpeln im Low-End loszuwerden und sanft die Frequenzen anzuheben, in denen die Vocals am klarsten wirken.

Als Nächstes kam Supercharger GT für Charakter ins Spiel. Ich fand eine großartige Einstellung für Olivias Vocals: den Character-Regler voll aufdrehen und auf —Bright“ stellen. Das boostet die Mitten- und Höhenpräsenz auf sehr angenehme Art, sodass sich die Gesangsspur im Mix durchsetzt, ohne scharf zu wirken. Außerdem habe ich etwas Sättigung hinzugefügt (etwa 2,8 im Mild-Modus), um ihr mehr Textur und Wärme zu verleihen.

Mitch de Klein Supercharger

Um dieses weite Gefühl zu erzeugen, habe ich schließlich eine Kombination aus Delay und Reverb genutzt. Mein Standard-Reverb ist Raum, und bei diesem Track stand der Mix auf 27 % mit einem Decay von 4,8 Sekunden. Das ist normalerweise ein ziemlich langes Decay, aber bei diesem Track brauchte die Gesangsspur genau dieses weite, offene Gefühl, um die Emotion zu transportieren. Die Kombination aus cleanen Vocals mit gezieltem Charakter und Kompression sowie einer langen, räumlichen Reverb-Fahne verleiht den Vocals ihren perfekten Platz im Mix.

Profi-Tipp von Mitch de Klein: Musikmachen sollte vor allem Spaß machen. Setz dich nicht zu sehr unter Druck. Meiner Meinung nach killt das die Kreativität. Trau dich, Neues auszuprobieren und Fehler zu machen. Wenn etwas nicht funktioniert, kannst du es jederzeit wieder löschen.

Glaubst du, dass ein langfristig genutztes Toolkit wie Komplete dir dabei geholfen hat, eine konsistentere klangliche Identität aufzubauen?

Ja, auf jeden Fall. Dieselben Tools aus Komplete über lange Zeit zu nutzen, sorgt für einen einheitlichen Sound. Ich greife oft zu denselben Synths, Effekten und Effektketten – und das zieht sich wie ein roter Faden durch meine Tracks.

Ein Signature-Sound entsteht nicht durch einen einzigen Trick. Er setzt sich aus vielen kleinen Gewohnheiten zusammen: genau der eine Reverb für die richtige Stimmung, derselbe Kompressor mit etwas Biss oder ein vertrauter Filtersweep. Aus all diesen kleinen Entscheidungen entsteht meiner Meinung nach ein unverwechselbarer Sound.

Diese Beständigkeit macht es Hörer*innen leichter, Musik von Künstler*innen wiederzuerkennen – egal ob bei Elektronik-Produzent*innen, einer Rockband oder Singer-Songwriter*innen. Alle haben ihre eigenen kleinen Gewohnheiten, die in ihrer Gesamtheit eine klangliche Identität formen.

Profi-Tipp von Mitch de Klein: Setze dir Limits. Wenn du dich in bestimmten Bereichen einschränkst (Zeit, Spurenanzahl, Anzahl der Drittanbieter-Plug-ins), musst du beim Musikmachen automatisch fokussierter arbeiten.

Was ist der größte Fehler, den Nachwuchsproduzent*innen machen, wenn sie sich das erste Mal in so riesige Bundles stürzen?

Der größte Fehler ist, sich in den unzähligen Möglichkeiten zu verlieren und nie wirklich in die Tiefe zu gehen. Ein großes Bundle ist fantastisch, aber wenn ständig alles neu ist, baut man keine echten Skills auf.

Mein Rat lautet: Such dir ein kleines Setup aus – einen Bass-Synth, einen Lead-Synth, einen Pad-Synth und ein paar Effekte – und lerne sie in- und auswendig. Erstelle deine eigenen Presets und ein paar feste Effektketten, damit du schnell arbeiten und den Vibe festhalten kannst, wenn die Inspiration fließt.

Nimm dir die Zeit zu verstehen, wie jedes Tool funktioniert: was die Hüllkurven machen, wie Filter den Klang verändern, und finde heraus, welche Einstellungen dir am besten gefallen. Wenn das sitzt, triffst du jede Entscheidung schneller und musikalischer. Du verbringst weniger Zeit mit Suchen und Scrollen und mehr Zeit damit, gezielt Tracks zu schreiben und fertigzustellen.

Lass dir gleichzeitig Raum zum Experimentieren. Öffne ab und zu ein Instrument oder einen Effekt, den du länger nicht benutzt hast, und mach ein kurzes 30-minütiges Experiment. Ohne Druck, reine Neugier. Dieses kleine bisschen gezieltes Entdecken hält die Kreativität frisch, ohne deinen Workflow auszubremsen.

Profi-Tipp von Mitch de Klein: Keep it simple. Die Leute hören am Ende nur die wichtigsten Elemente in deinem Track. Baue deinen Song um diese Elemente herum auf und sorge dafür, dass sie so gut wie möglich klingen. Das macht es viel einfacher, den Track anschließend mit weiteren Sounds abzurunden.

Fazit

Mitch de Kleins —I Need To Know“ zeigt eindrucksvoll, wie sich Komplete nahtlos und präzise in seinen Produktions-Workflow einfügt. Raum, Supercharger GT, Replika XT und Molekular gaben den Vocals von Olivia Pauline genau den Raum und die Präsenz, die sie brauchten, und prägten gleichzeitig die melodische Atmosphäre des Tracks.

Das Interview zeigt einen Produzenten, der bei seinen Tools auf Beständigkeit setzt und sich gleichzeitig Raum für Experimente lässt. Mit Kontakt-Libraries, kreativen Effekten und eingespielten Routinen gelingt Mitch die Balance zwischen emotionaler Intention und technischer Klarheit.

Während sein Katalog auf renommierten Labels stetig wächst, zeigt I Need To Know, wie zentral Komplete für seinen sich entwickelnden Sound bleibt – von kollaborativen Vocal-Projekten bis hin zu seinen melodischen, cluborientierten Produktionen.

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