Organic House gewinnt in der Szene der elektronischen Musik immer mehr an Bedeutung. Die Mischung aus natürlichen Elementen und elektronischen Klanglandschaften ist für dieses Subgenre der House-Musik einzigartig. Genau diese Kombination aus akustischen Texturen und Groove-geladener Energie macht das Genre auf heutigen Festivals so beliebt. In diesem Artikel schauen wir uns an, was Organic House genau ausmacht, wie es sich von anderen House-Genres unterscheidet, und zeigen dir, wie du deine eigenen Organic-House-Tracks produzierst.
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Was ist Organic House?
Organic House ist ein Subgenre der House-Musik, das akustische Instrumente, Naturgeräusche und Ambient-Texturen miteinander verbindet. Es verschmilzt elektronische mit organischer Instrumentierung. Das Ergebnis klingt erdig, groovig und oft tief emotional.
Diese besondere Verschmelzung mit Instrumental-Sounds aus aller Welt erzeugt ein meditatives und zugleich euphorisches Hörerlebnis. Obwohl das Genre Einflüsse aus Deep House, Melodic House und Afro House schöpft, ist es doch weit mehr als nur die Summe seiner Teile.
Hören kannst du Organic House zum Beispiel im Set „Anjunadeep presents Earth Day 2024“ mit Tracks von Kahwe, HVMP und weiteren Künstler*innen:
Beim Hören dieses Sets lassen sich einige typische Merkmale von Organic House erkennen: Die Instrumentierung kombiniert Synthesizer und Drum-Machines mit akustischen Instrumenten wie Djembes, Bongos, Congas, Marimbas und anderen Naturklängen.
Beim Tempo bewegt sich Organic House meist um die 120 bpm – mit etwas Spielraum nach oben und unten. Tempi unter 120 bpm sorgen für entspannte Downtempo-Vibes, während bis zu 125 bpm dem Ganzen zusätzliche Energie verleihen.
Was unterscheidet Deep House von Organic House?
Deep House und Organic House zeichnen sich beide durch entspannte Vibes und gefühlvolle Sounds aus – worin genau liegt also der Unterschied?
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der klanglichen Ästhetik. Deep House setzt auf einen komplett elektronischen Sound mit synthetischen Instrumenten, während Organic House akustische Elemente und natürliche Klanglandschaften einbindet.
Entsprechend unterschiedlich fallen auch die erzeugten Atmosphären aus: Deep House wirkt klanglich oft urban, nächtlich und cluborientiert. Organic House hingegen fühlt sich „erdiger“ an – der perfekte Soundtrack für Daytime-Sets und Open-Air-Festivals.
Rhythmisch setzen beide Genres auf gleichmäßige, hypnotische Grooves. Organic House hebt sich jedoch durch den Einsatz von Live-Percussion ab und integriert oft außereuropäische Einflüsse. Diese Elemente verleihen dem elektronischen Fundament eine spürbar natürliche Note.
Beide Genres haben also ähnliche Wurzeln und teilen sich einen Teil ihrer DNA. Sie gehören definitiv zur selben „Familie“, unterscheiden sich klanglich am Ende aber deutlich.
So produzierst du Organic House
Nachdem geklärt ist, was Organic House ausmacht, werfen wir einen Blick auf einige kreative Grundlagen, damit du selbst einen Track produzieren kannst. Wir verwenden hier Ableton Live, jede andere DAW eignet sich aber genauso gut. Gehen wir die Basics durch, um einen Track zu bauen, der so klingt:
1. Tempo festlegen
Wie bereits erwähnt, fühlt sich Organic House bei etwa 120 bpm am wohlsten. Wir machen unseren Track etwas schwungvoller und stellen das Tempo auf 122 bpm ein.
2. Beat bauen und Percussion hinzufügen
Als Spielart der House-Musik braucht auch Organic House ein solides rhythmisches Fundament. Lade als Erstes eine Drum-Machine aus Battery in deine Session (du kannst eine Demoversion kostenlos ausprobieren).
Wir bauen einen klassischen, einfachen Four-to-the-Floor-Beat, der alle Elemente mit einem treibenden Groove zusammenhält.

So klingt unser einfacher Beat:
Jetzt ergänzen wir Percussion, die den Beat in die Klangwelt von Organic House überführt. Mit einer Kombination aus Shakern und Hand-Drums aus der Afrobeat Leap Expansion erwacht unser Beat allmählich zum Leben:
Halte nach Shakern und Percussion Ausschau, die deinem Beat einen natürlichen Sound verleihen.
3. Einen warmen Bass ergänzen
Wir halten unsere Bassline simpel und nutzen sie vor allem, um dem Track im Low-End mehr Wärme zu verleihen.

Wir laden das Kontakt-Factory-Preset „Bass – Monster“ und passen es leicht an, damit der Sound runder wirkt und sich auf das untere Frequenzspektrum konzentriert.

Zum Schluss fügen wir Supercharger für angenehm gesättigte Wärme und Kompression hinzu.
So klingt der Bass zusammen mit den Drums und der Percussion:
Um Phasenprobleme zu vermeiden, die deinen Mix ruinieren könnten, empfiehlt sich ein Plug-in wie „Utility“ in Ableton, um die Bassspur auf Mono zu schalten.

4. Instrumentale Layer und melodische Elemente einbauen
Jetzt wird es Zeit für akustisch klingende Instrumente im Mix, um dem Track den unverwechselbaren Organic-House-Charakter zu verleihen.
Wir beginnen mit einer repetitiven Melodielinie über das Preset „Hollow Trees“ aus Ethereal Earth. Das Preset enthält eine gelayerte, gesampelte Kalimba – ein faszinierendes traditionelles Lamellophon aus dem südlichen Afrika. Für zusätzliche Tiefe schicken wir das Signal durch eine Instanz von Replika.
Für zusätzliche melodische und textuelle Abwechslung fügen wir eine Gegenmelodie hinzu, die mit dem Preset „Subterranean Fauna“ in Hypha erstellt wurde.

Zusätzlich legen wir eine Instanz von Raum direkt auf die Spur, damit der Sound noch sphärischer und weitläufiger wirkt.

Zusammen mit den übrigen Instrumenten nimmt unser Organic-House-Track jetzt spürbar Gestalt an:
5. Das Arrangement gestalten
Das Arrangement ist ein sehr individueller Teil des Songwriting-Prozesses. Hier führst du alles so zusammen, dass deine eigene künstlerische Handschrift sichtbar wird. Für Organic House gelten dabei ein paar bewährte Grundregeln:
- Halte Intro und Outro bewusst reduziert, damit sich der Track in DJ-Sets nahtlos mixen lässt
- Führe deine Elemente nach und nach schrittweise ein
- Lass Instrumente mit dezenten Lautstärkefahrten und Effekt-Automation subtil einfließen
- Sobald alle Elemente zusammenspielen, reduziere sie wieder, um Build-up und Drop aufzubauen
- Schau dir diese Produktionstricks für Organic House an, um weitere Ideen zu sammeln

Lass deiner Kreativität beim Arrangieren freien Lauf: Du kannst dich an bewährte Songstrukturen halten oder ganz eigene Wege gehen – das bleibt komplett dir und deinen Ideen überlassen.
6. Feinschliff und Mastering
Mit dem Mastering verleihst du deinem Track den nötigen Glanz und sorgst dafür, dass er sowohl auf Streaming-Plattformen als auch im Club-Set optimal klingt. Es ist der entscheidende finale Schritt zu einem professionellen Sound.
Nutze das KI-gestützte Mastering im Assistant-Modus von Ozone 11 als idealen Ausgangspunkt für dein Master. Anschließend kannst du den Klang nach deinen Wünschen feinjustieren.

So klingt unser gemasterter Organic-House-Track:
Mach deine eigene Organic-House-Musik
Organic House bietet die Gelegenheit, moderne elektronische Musikproduktion mit Naturinstrumenten zu verbinden. Auf dieser klanglichen Basis entstehen Tracks, die gleichermaßen tanzbar wie berührend sind.
Mit dem Wissen aus diesem Artikel und den kostenlosen Tools in Komplete Start hast du alles an der Hand, um deinen eigenen Organic-House-Track zu bauen. Öffne deine DAW und leg direkt los!