Future Funk ist ein Nischen-Genre der elektronischen Musik, das Anfang der 2010er-Jahre entstand und stark von Vintage-Funk und -Disco inspiriert ist. Viele Future-Funk-Tracks basieren auf Samples alter Funk-, Disco- und City-Pop-Songs, die zerschnitten und neu gepitcht werden, um frische musikalische Ideen zu entwickeln – ganz ähnlich wie eine schnellere Uptempo-Version von Vaporwave.
In diesem Tutorial schauen wir uns einige Beispiele für Future Funk an und tauchen tiefer in das Genre ein. Danach zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deinen eigenen Future-Funk-Track produzierst, der so klingt:
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In diesem Tutorial nutzen wir Battery 4, Komplete Kontrol, Kontakt 7 und Massive X von Native Instruments zusammen mit der Expansion Electric Vice und iZotope Ozone 11, um einen Future-Funk-Track von Grund auf neu zu erstellen.
Was ist Future Funk?
Future Funk ist ein lebendiges Genre, das Elemente aus Funk, Disco und elektronischer Musik verbindet und so einen nostalgischen, aber modernen Sound kreiert. Typischerweise werden dabei Retro-Tracks aus den 70er- und 80er-Jahren gesamplet und neu interpretiert – mit treibenden Rhythmen, funkigen Basslines und gechoppten Vocals.
Future Funk hat sich mittlerweile zu einem eigenständigen Genre entwickelt, in dem Artists komplett eigene Original-Tracks komponieren. Zu den bekanntesten Vertreter*innen des Genres gehören unter anderem Yung Bae, Macross 82-99, Desired, マクロスMACROSS 82-99, Saint Pepsi (heute Skylar Spence) und Flamingosis.
So produzierst du einen Future-Funk-Track
Future Funk verbindet Nostalgie mit Innovation: Du greifst auf vertraute Retro-Sounds zurück und verleihst ihnen mit modernen Beats frische Energie. Schauen wir uns an, wie du einen Future-Funk-Track von Grund auf produzierst.
1. Bau einen Drum-Beat
Wir starten mit einem Projekttempo von 120 BPM – in vielen DAWs ist das bereits das Standardtempo.

Für den Drum-Beat nutzen wir Komplete Kontrol. Lade Komplete Kontrol auf einer MIDI-Spur und gib „ball blaser“ in das Suchfeld ein. Mach einen Doppelklick auf das Kit, das in den Suchergebnissen darunter angezeigt wird.

Zuerst programmieren wir eine Kick-Drum auf einer eigenen Spur, damit wir sie später als Sidechain-Trigger nutzen können. Setze auf jeden Beat des Takts eine Kick auf C1. Sofern nicht anders angegeben, verwenden wir in diesem Tutorial für alle Noten einen Velocity-Wert von 100.

Erstelle nun eine weitere MIDI-Spur, lade Komplete Kontrol darauf und wähle wieder das Ball Blaser Kit. Programmiere diesmal Snares auf D1 auf dem zweiten und vierten Beat des Takts sowie geschlossene Hi-Hats auf A1 zwischen den Beats.

Loope nun beide MIDI-Clips über vier Takte.

2. Erstelle eine Akkordfolge
Für unsere Akkordfolge nutzen wir ein Piano-Patch. Lade Kontakt 7 auf einer neuen MIDI-Spur, öffne in der Kontakt Factory Library den Ordner „Orchestral“ > „6- Keyboard Instruments“ und lade per Doppelklick das Patch „Concert Grand“.

Stelle diese Spur auf -9 dB ein, um die Lautstärke an die anderen Elemente anzupassen.

Übernimm die hier gezeigte Akkordfolge. Sie setzt auf jazzige Akkorde für das typische City-Pop-Feeling: konkret D#sus2, F-Moll, F-Moll-7 und F7#5.

3. Füge eine Bassline hinzu
Erstelle eine neue MIDI-Spur und lade eine Instanz von Massive X darauf. Öffne den Browser und gib „bassic“ in das Suchfeld ein. Lade das Preset „Bassic“ per Doppelklick.

Stelle diese Spur auf -9,8 dB ein, um sie an die anderen Elemente anzugleichen.

Übernimm die Bassline aus unserem Beispiel mit den Noten A#1, D#1, G#1 und A1.

4. Programmiere eine Lead-Melodie
Auch für die Lead-Melodie greifen wir zu Massive X. Erstelle eine neue Instrumentenspur, lade Massive X und suche diesmal im Browser nach „analogica“. Lade das Preset „Analogica“ per Doppelklick.

Stelle diese Spur auf -15,1 dB ein, um sie mit den restlichen Spuren abzustimmen.

Übernimm die hier gezeigte Lead-Melodie mit den Noten A#2, G#2 und A2.

Für einen volleren Sound layern wir diesen Part mit einem weiteren Patch. Erstelle eine neue MIDI-Spur mit einer Instanz von Massive X und lade erneut das Patch „Bassic“. Kopiere den MIDI-Clip der Lead-Spur von der Analogica-Spur herüber und stelle die Lautstärke der neuen Bassic-Spur auf -3,6 dB ein.

5. Füge Streicher hinzu
Mit ein paar Streicher-Parts bringen wir nun organischere Klangfarben ins Spiel. Lade zunächst Kontakt 7 auf einer neuen MIDI-Spur und öffne den Ordner „Orchestral“ > „VSL Strings“. Lade per Doppelklick das Preset „String Ensemble“.

Stelle die Artikulation des Instruments auf Staccato.

Stelle diese Spur auf -7,9 dB ein, um sie an die anderen Elemente anzugleichen.

Übernimm das hier gezeigte, über drei Oktaven geschichtete Pattern, das eine Call-and-Response-Dynamik mit den Piano-Akkorden erzeugt.

Fügen wir nun einen weiteren Streicher-Part hinzu, mit dem wir später das Arrangement dichter gestalten können. Lade ein weiteres Kontakt 7 auf einer MIDI-Spur und wähle erneut das Preset „String Ensemble“. Diesmal belassen wir die Artikulation auf Sustain.

Stelle diese Spur auf -13,4 dB ein, um die Lautstärke auszubalancieren.

Kopiere das hier gezeigte Pattern, bei dem die Streicher wieder über drei Oktaven geschichtet werden, um einen volleren Sound zu erzielen.

6. Noch mehr Funk mit Gitarre
Wir haben jetzt einen recht vollen Mix, aber bringen wir mit einem funky Gitarrenpart noch etwas mehr rhythmische und harmonische Abwechslung hinein. Lade auf einer neuen MIDI-Spur eine weitere Instanz von Kontakt 7, öffne in der Kontakt Factory Library den Ordner „Band > Bass“ und doppelklicke auf das Instrument „Funk Bass“, um es zu laden.

Stelle diese Spur auf -8,9 dB ein.

Wir spielen diesen Sound in einer relativ hohen Oktave, um einen Mitten-Ton zu erhalten, der unserer Synth-Bassline nicht in die Quere kommt. Kopiere das hier gezeigte MIDI-Pattern, das der Lead-Melodie folgt, aber zusätzliche Noten für harmonische Abwechslung enthält.

7. Übergangseffekte hinzufügen
Damit unser Arrangement richtig rund klingt, fügen wir noch ein paar Sound-Effekte hinzu. Erstelle eine weitere MIDI-Spur, lade eine Instanz von Massive X und wähle diesmal das Preset „Super Swell“.

Stelle diese Spur auf -6 dB ein.

Programmiere die Sequenz so, dass auf dem dritten Beat des Takts ein A#3 gespielt wird.

Lade nun eine Instanz von Komplete Kontrol auf eine neue MIDI-Spur und klicke auf den Button „One-shots“, damit nur One-Shot-Samples angezeigt werden.

Gib nun „Crash Fiesty“ in das Textsuchfeld ein.

Ziehe das Crash Fiesty-One-Shot auf eine Audiospur und platziere es auf dem ersten Beat des ersten Takts.

Stelle diese Spur auf -13,2 dB ein.

8. Sidechain-Kompression einsetzen
Um einen mächtigen, pumpenden Sound zu erzielen, steuern wir alle Elemente außer den Drums per Sidechain über die Kick-Drum an. Lege Keys, Bass, Leads, Streicher, Gitarre und Effekte auf eine Gruppenspur – eine Technik, die als Sidechain-Kompression bekannt ist.

Füge der Gruppenspur nun einen Kompressor-Effekt hinzu und stelle den Sidechain-Eingang auf die Kick-Drum-Spur ein. Wir verwenden hier einen Threshold von -9 dB.

9. Deinen Track arrangieren
Hier ist das Arrangement, das wir verwendet haben.

Dieses Arrangement beginnt mit dem Beat und baut alle vier Takte schrittweise neue Elemente auf, bis in Takt 17 Bass und Staccato-Streicher einsetzen und einen Drop erzeugen.
In Takt 25 erreicht der Track seinen Höhepunkt, wenn die gehaltenen Streicher einsetzen. Danach werden Elemente nach und nach zurückgenommen, um bis zum Ende des Tracks für eine spannende Entwicklung zu sorgen.
10. Deinen Track mastern
Lade iZotope Ozone 11 auf die Master-Spur und klicke auf den Button „Assistant View“.

Ozone 11 fordert dich auf, den lautesten Teil des Tracks abzuspielen. Spiele den Track ab Takt 25 ab, und das Plug-in erstellt eine individuelle Mastering-Kette für dein Projekt. Ändere das Target auf „EDM“, um einen druckvolleren, fetteren Sound zu erzielen, der perfekt zu Future Funk passt.

Und so klingt unser gemasterter Future-Funk-Track.
Mach deinen eigenen Future Funk
Hier hast du gesehen, wie du deinen eigenen Future-Funk-Track von Grund auf produzierst. Wenn du mehr erfahren möchtest, schau dir unsere Guides zu Future Bass, wichtigen Drum-Patterns, MIDI-Basslines und Future-Funk-Talkbox-Vocals an.
Passende Instrumente, Effekte und Expansions findest du mit der Electric Vice-Expansion sowie Battery 4, Komplete Start, Kontakt 7, Massive X und iZotope Ozone 11.