Der Klang der menschlichen Stimme gehört zu den emotionalsten und atmosphärischsten Ausdrucksformen überhaupt – und Chöre spielen überall eine Rolle, von religiösen Zeremonien bis hin zu epischen Film-Scores.
Hier kommt der Jacob Collier Audience Choir: ein beeindruckendes, kostenloses Instrument des preisgekrönten Multi-Instrumentalisten und Mitglieds des Native Instrument Artist Board Jacob Collier. Entstanden aus Publikumsaufnahmen von Jacobs Djesse-Welttournee (Djesse Vol. 4 ist ab sofort erhältlich!), fängt dieses Instrument die emotionale Wucht eines riesigen Chors ein und lässt dich diesen Sound auf spannende Weise formen.
Zum Glück musst du kein musiktheoretisches Genie sein, um mit diesem mächtigen Tool fantastische Musik zu machen. In diesem Tutorial zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du damit einen monumentalen Beat baust – oder jede andere Art von chorgestützter Musik, die dir vorschwebt.
Springe direkt zu diesen Abschnitten:
- Was ist der Audience Choir?
- Wofür ist Jacob Collier bekannt?
- Dirigiere deinen eigenen Publikumschor im Beat:
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Hol dir Jacob Collier Audience Choir
Was ist der Audience Choir?
Bei seinen Live-Auftritten dirigiert Jacob Collier oft das Publikum, um Harmonien oder Percussion-Parts zu singen. Audience Choir ist ein kostenloses Kontakt-Instrument, das aus Aufnahmen dieser Publikumschöre aus aller Welt entstanden ist – ein einzigartiges Instrument voller Emotion und Atmosphäre.
Wofür ist Jacob Collier bekannt?
Jacob Collier erlangte durch seine YouTube-Videos weltweite Bekanntheit, in denen er sein musikalisches Talent mit Coverversionen und eigenen Kompositionen unter Beweis stellte. Berühmt wurde er vor allem durch seine markanten Reharmonisierungen und kreativen Interpretationen bekannter Songs.

Neben seinen YouTube-Videos ist Jacob für seine innovativen Live-Shows und wegweisenden Alben „In My Room“ sowie „Djesse“ (Volumes 1–4) bekannt.
Dirigiere deinen eigenen Publikumschor im Beat
Schauen wir uns an, wie du mit Jacob Collier Audience Choir einen Beat baust. Wenn du vorab mehr über das Instrument erfahren möchtest, wirf einen Blick auf unser Walkthrough-Video weiter unten.
1. Einen Drum-Part komponieren
Beginnen wir mit einem Drum-Rhythmus als Fundament für unseren Beat. Stelle das Projekttempo in deiner DAW auf 90 BPM ein.

Füge nun eine MIDI-Spur zu deinem Projekt hinzu, wähle in Kontakt 7 oder dem Kontakt 7 Player den Jacob Collier Audience Choir in der Library aus und doppelklicke auf das Instrument Jacob Collier Audience Choir, um es zu laden.

Du wirst bemerken, dass die virtuelle Klaviatur des Instruments drei farbige Bereiche hat: gelb, orange und blau. Der gelbe Bereich steht für perkussive Sounds, der orangefarbene für Dreiklänge und der blaue für Einzeltöne. Wir beginnen mit den perkussiven Sounds im gelben Bereich.

Erstelle einen eintaktigen MIDI-Clip und übernimm das hier gezeigte Pattern mit Stomps auf C0 und Claps auf C#0. Hinweis: Wir verwenden in diesem Tutorial durchgehend einen Velocity-Wert von 100.

Dieses Pattern im HipHop-Stil bildet das Fundament unseres Beats. Loope den MIDI-Clip und ziehe ihn so auf, dass er über vier Takte läuft.

2. Eine Akkordfolge erstellen
Jetzt steht der Drum-Part – Zeit für eine Akkordfolge. Lege eine weitere MIDI-Spur an und lade erneut Kontakt 7 samt dem Jacob Collier Audience Choir-Instrument.

Diesmal nutzen wir die Einzeltöne für unsere Akkordfolge. Das Audience Choir-Instrument greift uns dabei unter die Arme: Aktiviere einfach den Modus Chord Generator oben links auf der Bedienoberfläche des Instruments.

Wenn du nun eine einzelne Note spielst, verwandelt der Chord Generator sie in einen Akkord. Da der Chord Generator auf die Tonart C-Dur eingestellt ist, erzeugt er Akkorde in C-Dur. Übernimm das hier gezeigte MIDI-Pattern mit den Noten G2, E3, D#3 und C4.

So entsteht eine Akkordfolge aus G-Dur, e-Moll, Dis-Dur und C-Dur.
Stelle die Lautstärke dieser Spur auf -6 dB ein, um sie mit den perkussiven Sounds abzustimmen.

3. Eine Bassline schreiben
Wenn es um den Subbass geht, reicht kaum ein Sound an die Wucht einer Bassdrum im 808-Stil heran. Entscheidend ist, eine 808 zu wählen, die zu den bisherigen Elementen passt. Genau dafür nutzen wir das Preset „Mafia Eight“ aus Massive X. Lege eine neue MIDI-Spur an, lade Massive X, suche im Browser nach „mafia eight“ und doppelklicke auf das Preset, um es zu laden.

Stelle auch diese Spur auf -6 dB ein, damit sie sich gut in den Mix einfügt.

Kopiere die viertaktige Bassline, die wir hier verwendet haben: Sie spielt die Noten G2, D#2, F2 und C2.

4. Trap-Hats sequenzieren
Als Nächstes bringen wir mit den Hi-Hats etwas rhythmische Bewegung in die Höhen. Lade Battery 4 auf eine neue MIDI-Spur und wähle das Preset 808 Detailed Kit aus.

Stelle diese Spur auf -6 dB ein.

Sequenziere Closed Hi-Hats auf E4 in Achtelnoten über zwei Takte – mit 1/32-Triolen-Rolls auf der letzten Achtelnote des ersten Takts und am Ende des zweiten Takts wie in der Abbildung gezeigt.

Loope die zwei Takte auf vier Takte. So klingen die Hats zusammen mit den restlichen Elementen.
5. Einen Rhythmus-Synth hinzufügen
Fügen wir nun einen einfachen rhythmischen Synth-Part hinzu. Lege eine neue MIDI-Spur mit Massive X an und lade im Browser das Preset Crush Star.

Stelle diese Spur auf -3 dB ein.

Kopiere das hier gezeigte Pattern, das auf G2 und anschließend auf G3 spielt.

6. Übergangs-FX bauen
Damit das Arrangement richtig rund klingt, bauen wir noch ein paar Übergangs-FX ein. Erstelle eine neue MIDI-Spur und lade Komplete Kontrol darauf. Klicke auf den One-Shot-Button und suche nach „impact detour“. Klicke doppelt auf den One-Shot „Impact Detour“, um ihn zu laden.

Stelle die Spur auf -6 dB ein.

Programmiere den One-Shot so, dass er auf der ersten Zählzeit des ersten Taktes die Note C3 spielt.

Erstelle nun eine weitere MIDI-Spur. Lade erneut Komplete Kontrol, diesmal aber den One-Shot „Riser Viima“.

Stelle die Spur auf -12 dB ein.

Stelle den Envelope Type auf ADSR um. Dadurch wird der One-Shot nur so lange abgespielt, wie er einen MIDI-On-Befehl empfängt, anstatt automatisch komplett durchzulaufen.

Setze den One-Shot für die letzten beiden Takte der viertaktigen Sequenz auf die Note C3.

7. Baue ein Arrangement
Jetzt bauen wir ein Arrangement für unseren Beat. Übernimm einfach das Arrangement aus unserem Beispiel.

Bringen wir mit etwas Vocal-Modulation noch mehr Leben ins Arrangement. Mit Audience Choir kannst du über ein XY-Pad in Echtzeit zwischen verschiedenen Vokalklängen morphen. Übernimm die Automation der X- und Y-Parameter aus unserem Beispiel: Von Takt 13 bis 17 wandert der Sound von „Mm“ zu „Oo“, von Takt 17 bis 21 runter zu „Ee“ und von Takt 21 bis 25 schließlich rüber zu „Aa“.

Danach soll der Beat in ein Crescendo übergehen. Dupliziere den Chor-Part für die Takte 25–29 und 29–33 eine Oktave nach oben – das sorgt für einen gewaltigen Sound.

So klingt das fertige Arrangement:

8. Mastere deinen Beat
Zeit fürs Mastering: Lade iZotope Ozone 11 auf die Master-Spur und klicke auf den Button „Assistant View“.

Ozone 11 fordert dich nun auf, die lauteste Stelle deines Mixes abzuspielen. Starte die Wiedergabe ab Takt 25 – das Plug-in erstellt dann eine maßgeschneiderte Mastering-Signalkette für dein Projekt.

Jetzt mit Jacob Collier Audience Choir loslegen
In diesem Tutorial hast du gesehen, wie du mit Jacob Collier Audience Choir einen majestätischen Beat baust. Wenn du noch tiefer einsteigen willst, schau dir unsere Guides zu den Themen Musikproduktion, Vocal-Layering, kostenlose Vocal-Samples und Filmmusik mit Vocals an.