Obwohl ihre Wurzeln in klassischer Band-Musik wie Funk und Disco liegen, setzen elektronische Genres wie House und Trance meist fast ausschließlich auf Synths. Ein traditionelleres Element wie ein Gitarren-Part setzt dazu einen reizvollen Kontrast und verleiht deinen Tracks noch mehr emotionale Tiefe.
Session Guitarist: Electric Neon Essentials ist ein Kontakt-Instrument, mit dem du eingängige Gitarren-Hooks für deine elektronischen Produktionen direkt in deiner DAW erstellst – ganz ohne Gitarrenkenntnisse.
In diesem Walkthrough zeigen wir dir, wie du ein emotionales Gitarren-Breakdown für einen House-Track baust, das so klingen kann:
Direkt zu den Abschnitten:
- Wie bringe ich E-Gitarren in House-Tracks unter?
- Wie erstelle ich strahlende Lead-Melodien für Dance-Tracks?
- House produzieren mit Session Guitarist: Electric Neon Essentials
Um mitzumachen, benötigst du Session Guitarist: Electric Neon Essentials (kompatibel mit Kontakt 8 und dem kostenlosen Kontakt 8 Player), die House Grooves Leap Expansion sowie Massive X.
Session Guitarist: Electric Neon Essentials entdecken
Wie bringe ich E-Gitarren in House-Tracks unter?
Klassischerweise hat man Gitarren-Parts in der elektronischen Musikproduktion entweder mit einer echten Gitarre aufgenommen oder auf sample-basierten Instrumenten wie einer Workstation eingespielt.
Um eine echte Gitarre aufzunehmen, musst du sie entweder selbst beherrschen oder jemanden zur Hand haben, der oder die spielen kann. Sample-basierte Instrumente sind zwar praktischer, klingen aber schnell steril oder künstlich.
Session Guitarist: Electric Neon Essentials bietet hier einen hybriden Ansatz: Akribisch aufgenommene Samples und intelligente MIDI-Daten greifen ineinander und sorgen für einen verblüffend authentischen Sound – ideal, um Gitarren-Hooks direkt in deiner DAW zu basteln.
Wie erstelle ich strahlende Lead-Melodien für Dance-Tracks?
Der gängigste Weg zu strahlenden Lead-Melodien in der Dance-Music führt über Synthesizer. Sie sind flexibel einsetzbar, erzeugen unzählige Klangfarben und bieten Produzierenden eine enorme Sound-Palette.
Gleichzeitig bringen physische Instrumente lebendige Texturen und ausdrucksstarke Performances mit – es lohnt sich also, unterschiedliche Klangquellen zu kombinieren.
Mit Session Guitarist: Electric Neon Essentials kannst du dank der umfangreichen Sound-Library ganz leicht Melodien erstellen – perfekt für Leads ebenso wie für Akkordfolgen und Rhythmus-Parts.
House produzieren mit Session Guitarist: Electric Neon Essentials
1. Track-Idee mit MIDI-Drag-and-Drop starten
Fangen wir ganz von vorne an und stellen das Projekttempo auf flotte 128 BPM ein.

Füge Kontakt auf einer MIDI-Spur hinzu, wähle das Instrument Electric Neon Essentials aus und doppelklicke auf das Preset Main Stage, um es zu laden.


Je nach DAW erscheint eventuell eine Abfrage, ob Tempo- und Taktart-Daten importiert werden sollen. Das ist in diesem Fall nicht nötig – wähle einfach „Nein“.

Sobald die MIDI-Noten auf der MIDI-Spur liegen, können wir die Akkorde abspielen und hören, was Electric Neon Essentials am besten kann: einen erstklassigen Gitarren-Part zaubern.
2. Mehr Abwechslung durch Pattern-Wechsel
Electric Neon Essentials braucht also nur ein paar MIDI-Akkorde und generiert daraus automatisch authentische Strumming-Pattern. Über Keyswitches – dargestellt durch die roten Tasten auf der linken Seite des virtuellen Keyboards – lässt sich das Strumming-Pattern im Handumdrehen umschalten.

Ein Druck auf eine dieser Tasten wechselt zu einem von bis zu acht Pattern, die du über die Pattern-Slots in der Mitte der Bedienoberfläche auswählst.

Wechseln wir nun vom ersten Pattern zu einem anderen. Beim MIDI-Export aus Electric Neon Essentials wurde bereits eine Keyswitch-Note mit exportiert: das tiefe C1.

Dupliziere den MIDI-Clip und ändere den Keyswitch in der ersten Version des Clips von C1 auf D1.

Wenn wir die Clips nun abspielen, hören wir im ersten Clip das eine Pattern und im zweiten ein anderes.
3. Sounds veredeln durch MIDI-Layering
Da uns die MIDI-Akkorde unseres Gitarren-Parts bereits vorliegen, können wir ganz einfach einen Synth dazulegen, um die musikalische Idee weiter auszubauen. Lade Massive X auf einer neuen MIDI-Spur, klicke auf den Preset-Namen, um den Browser zu öffnen, und doppelklicke auf das Preset Harmonium Error.

Stelle die Spur auf -5 dB ein, damit sie sich gut mit dem Gitarren-Part mischt.

Kopiere den zweiten MIDI-Clip von der Gitarrenspur auf die Synth-Spur.

Bevor wir den Part abspielen, löschen wir noch die Keyswitch-MIDI-Note – für den Synth-Part wird sie schließlich nicht gebraucht.

Da der Synth erst beim zweiten MIDI-Clip einsetzt, fällt sein Einstieg genau mit dem Pattern-Wechsel zusammen – das verleiht dem neuen Abschnitt noch mehr Nachdruck.
4. Performance-Einstellungen für besseren Groove anpassen
Schauen wir uns an, wie wir mit den Performance-Reglern von Electric Neon Essentials dafür sorgen, dass sich die Gitarren-Parts optimal in das Gesamt-Arrangement einfügen.
Bringen wir zuerst etwas Rhythmus ins Spiel: Erstelle eine neue MIDI-Spur, lade Kontakt und klicke diesmal auf den Leap-Button. Wähle House Grooves aus und doppelklicke auf das Calamata Kit, um es zu laden.

Dupliziere die MIDI-Clips der Synth- und Gitarrenspuren und füge auf der Drum-Spur einen passenden MIDI-Clip hinzu.

Triggere das Calamata Kit über den gesamten viertaktigen Clip hinweg mit den Noten D3, E3 und G3 an. Dadurch werden House-Hi-Hat- und Clap-Loops ausgelöst.

Gitarre und House-Loops klingen zusammen schon ganz gut, aber das Zusammenspiel lässt sich noch optimieren.
Klicke in Electric Neon Essentials unten rechts auf den Reiter „Playback“ und drehe im Performance-Panel den Feel-Regler auf 100 % auf.

Dieses leicht versetzte Offbeat-Feeling lässt die Gitarre deutlich besser mit den übrigen Elementen – insbesondere den House-Loops – harmonieren.
5. Musikalische Ideen mit Melody-Presets entwickeln
Neben Strumming-Pattern bietet Session Guitarist: Electric Neon Essentials auch Melody-Presets, mit denen du eigene Melodielinien einspielen kannst. Jedes Preset bringt eine passende Melody-Version mit: Erstelle also eine neue MIDI-Spur und lade das Preset Main Stage (Melody) in Kontakt.

Stelle die Spur auf -8 dB ein.

Bauen wir nun ein einfaches Lick, das dem gestrummten Part zusätzliche Emotion verleiht. Dieser Part wird mit Velocity-Werten von 127 gespielt und enthält ein C#4 auf dem ersten Beat des ersten Takts sowie weitere C#4- und D#4-Noten auf den letzten beiden Achtelnoten des Clips.

Dupliziere diesen Clip für den restlichen Verlauf des Tracks und lösche die erste Note im Arrangement, damit der Part erst beim Wechsel des Strumming-Patterns einsetzt.

Und da haben wir es: ein emotionaler House-Breakdown, der förmlich nach einem passend funky Drop verlangt.
Gitarren für deine Dance-Tracks: Jetzt loslegen
In diesem Tutorial hast du gesehen, wie du mit Session Guitarist: Electric Neon Essentials professionelle Gitarrenparts für Dance-Musik erstellst – ganz ohne virtuose Fähigkeiten an den Saiten. Egal, ob du eine subtile rhythmische Ebene oder eine packende melodische Hook hinzufügen willst: Mit diesen Tools schlägst du mühelos die Brücke zwischen organischem Spielgefühl und elektronischer Präzision. Scheu dich nicht davor, mit verschiedenen Pattern und Effekten zu experimentieren – manchmal reicht schon ein einzelner verzerrter Akkord, um deinem Track das gewisse Etwas zu verleihen.