Trance ist ein Genre der elektronischen Tanzmusik, das es seit drei Jahrzehnten gibt und das von Fans elektronischer Musik auf der ganzen Welt geliebt wird. Mit eingängigen Melodien, treibenden Rhythmen und sphärischen Klangwelten ist Trance zu einer festen Größe in der elektronischen Musikszene geworden.
Wir zeigen dir, was Trance ausmacht und wie du die Grundlagen des Trance-Produzierens meisterst – inklusive der wichtigsten Elemente, Software und Tools (darunter eine kostenlose Sample-Library mit Trance-Vocal-Loops) sowie Tipps und Tricks für deine ersten eigenen Trance-Tracks.
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Mach bei diesem Tutorial direkt mit – mit dem neuen Play Series-Instrument UTOPIA.
Was ist Trance?
Trance ist ein EDM-Genre, das in den frühen 1990er-Jahren entstand, als europäische Musikproduzent*innen und DJs begannen, verstärkt elektronische Synthesizer und experimentelle Sounds in ihre Musik einzubinden. Trance wird oft als Mischung aus Techno und House beschrieben und erlangte weltweite Bekanntheit dank Acts wie Armin van Buuren und Tiësto.
Trance zeichnet sich durch eine repetitive und melodische Struktur aus – mit typischer „Four-on-the-Floor“-Kick, extrem langen Build-ups, atmosphärischen Klangtexturen und Synths sowie einem Tempo zwischen etwa 125 und 150 BPM.
Das beliebte Genre hat im Laufe der Zeit verschiedene Subgenres und Styles hervorgebracht, darunter Progressive Trance, Vocal Trance und Psytrance.
Hier erfährst du, wie du Trance produzierst, und nimmst dabei jede Menge Tipps und Tricks für die Musikproduktion mit. Ich nutze dafür das neue KONTAKT Play Series-Instrument UTOPIA. Die UTOPIA-Library steckt voller atmosphärischer Synths, knackiger Bässe und tiefer Pads – perfekt für die Produktion von Trance-Tracks.

Außerdem habe ich eine lizenzfreie Sample-Library mit Trance-Vocal-Loops zusammengestellt, die du herunterladen kannst, um deine eigenen Trance-Tracks zu produzieren.
Kostenlose Trance-Vocal-Loops herunterladen
Wie man einen Trance-Track produziert
Wenn es um das Produzieren von Trance geht (oder eigentlich jedes EDM-Genre), gibt es verschiedene Herangehensweisen beim Komponieren und Arrangieren. Da Trance größtenteils aus loopbaren Riffs besteht, eignet sich meiner Erfahrung nach der Ansatz „erst komponieren, dann arrangieren“ am besten: Du erstellst und sammelst zuerst alle Elemente, die du verwenden möchtest (Drum-Loops, Synth-Melodien, Basslines, Vocals usw.), und arrangierst sie anschließend zum fertigen Track.
Ich gebe dir Tipps und Tricks für die typischen Instrumente in einem Trance-Track an die Hand und zeige dir danach, wie du die verschiedenen Elemente zu einem klassischen Trance-Arrangement zusammenfügst. Bevor wir uns die Details anschauen, hör dir unten am besten schon mal den fertigen Track an – damit du weißt, worauf wir hinarbeiten.
1. Tonart und BPM wählen
Die meiste Trance-Musik steht in Moll, was der Komposition oft noch mehr emotionale Tiefe verleiht. Kick-Drum und Bassline sollen in diesem Track im Sub-Bereich richtig Druck machen, deshalb habe ich mich für die Tonart Fis-Moll (F#m) entschieden.
PROFI-TIPP: Da der tiefste Ton, den die meisten Lautsprecher wiedergeben können, ein C ist, sorgt eine etwas höhere Tonart auf der Tonleiter dafür, dass Kick und Bass direkt in den Magen treffen.
Da sich das Tempo bei Trance meistens zwischen 130 und 150 BPM bewegt, habe ich mich für die goldene Mitte entschieden und das Tempo in meiner DAW auf 140 BPM eingestellt.
2. Einen Beat bauen
Obwohl viele Elemente in einem Trance-Track für Vorwärtsdrang sorgen, ist die Percussion-Sektion die treibende Kraft schlechthin. Wir fangen mit der Kick an, brauchen aber auch ein paar einfache Top-Percussion-Pattern (Hi-Hats, Claps und Cymbals) sowie ein paar „Riser/Falls“ für den finalen Mix. Los geht’s!
Kick
Für diesen Track habe ich mich für ein Kick-Sample namens „Kick Imola 2“ aus dem LUCID MISSION Expansion Pack entschieden und es im Four-on-the-Floor-Stil arrangiert (die Kick spielt also auf jeder Zählzeit des Taktes). Hör mal rein:
Hats
Ich habe meine Hi-Hat-Loops mit einem BATTERY 4-Kit namens „Drop Kit“ gebaut (das auch im LUCID MISSION Expansion Pack enthalten ist). Für mein Haupt-Hi-Hat-Pattern habe ich außerdem ein wenig Reverb hinzugefügt – und zwar mit dem Neoverb-Reverb-Plug-in von iZotope. Das verleiht den Hats etwas „Luft“ und sorgt für einen atmosphärischeren Effekt. Hier ist der von mir erstellte Haupt-Hi-Hat-Loop zusammen mit der Kick-Drum:
Claps
Obwohl Snares und Claps im Trance nicht immer zu hören sind, habe ich mich für einen Clap-Loop aus demselben „Drop Kit“-BATTERY 4-Kit entschieden. Ich habe ein passendes Clap-Sample gefunden und es einfach gekürzt, um ihm einen knackigen, präzisen Sound zu verleihen.

Danach habe ich einen Loop gebaut, bei dem die Clap genau auf der zweiten und vierten Zählzeit des Taktes liegt – mit einem kurzen, triolischen Akzent am Ende. Hör mal rein, wie es zusammen mit der Kick-Drum klingt:
Weitere Percussion
Bei der Top-Percussion kommt es darauf an, verschiedene Pattern und Texturen zu erstellen, mit denen du arbeiten kannst. Das hilft ungemein dabei, Spannung und Momentum aufzubauen, sobald es ans Arrangieren geht. Hier ist ein Beispiel für Top-Percussion-Loops aus demselben BATTERY 4-Kit, zusammen mit der Kick-Drum abgespielt. Achte besonders auf das Reverse-Cymbal-Sample – es sorgt im fertigen Trance-Track für eine starke Vorwärtsbewegung.
3. Eine Bassline schreiben
Ein typisches Merkmal von Trance sind kürzere Bassnoten auf dem Off-Beat. So kommen sie der Kick-Drum nicht in die Quere, liefern aber zwischen den Kicks jede Menge Druck im Low-End. Der hohle Sound des Presets „Off the Beat“ aus der UTOPIA-Library hat mir besonders gut gefallen, also habe ich damit diesen Riff gebaut.
Fast zwischen jeder Kick liegt eine Bassnote. Ein paar habe ich jedoch ganz bewusst weggelassen, um etwas mehr „Bounce“ zu erzeugen. Hier ist ein Screenshot der MIDI-Noten, damit du genau siehst, was da passiert:

Für Build-ups und Breakdowns solltest du dir außerdem ein paar atmosphärische Bass-Elemente bereitlegen. Für den folgenden Loop habe ich das UTOPIA-Bass-Preset „Dreams and Dramas“ genutzt, weil es bereits jede Menge Textur und Delays mitbringt. Es füllt die tiefen Frequenzen wunderbar aus und hat gleichzeitig einen großartigen Raumklang.
4. Die Synths gestalten
Deine Synth-Auswahl ist entscheidend für den Sound deines Trance-Tracks. Eine Vielfalt an Synth-Elementen mit unterschiedlichen Klangfarben hilft dir dabei, mehrere Synth-Loops zu layern und so ein dichtes, atmosphärisches Bett aus schwebenden Sounds zu bauen. Erstelle also einige Synth-Loops, die knackiger oder dumpfer sind, manche breiter oder schmaler, andere trockener oder mit mehr Hall.
Hier sind ein paar Beispiele für Synth-Riffs, die ich erstellt habe, um sie im Verlauf des Tracks zu layern. Dafür habe ich einfach verschiedene Presets aus der UTOPIA-Library verwendet. Wenn du noch tiefer eintauchen und an den Presets schrauben möchtest, um deine ganz eigenen Sounds zu kreieren, geht das natürlich jederzeit (wie bei der gesamten KONTAKT Play Series). Da mir die Presets in diesem neuen Instrument aber auf Anhieb gefallen haben, habe ich die meisten so belassen. Hör dir diese Synth-Riffs mal an:
Eines solltest du nicht vergessen: Die gesamte KONTAKT Play Series ist fürs Spielen gemacht! Bei jedem Preset ist das Modwheel verschiedenen Parametern in KONTAKT zugewiesen, sodass du ganz einfach spannende Soundveränderungen erzeugen kannst. Dreh einfach am Modwheel deines MIDI-Controllers (oder direkt in der KONTAKT-Benutzeroberfläche), während du die einzelnen Synthlines aufnimmst – und du wirst hören, wie viele facettenreiche Klangtexturen in der UTOPIA-Library stecken.

Hier ist zum Beispiel eine Synthline, die ich mit dem Preset „Wide Range“ erstellt habe – ganz ohne Bewegung des Modwheels:
Das klingt schon ziemlich gut, aber wenn ich es aufnehme und dabei das Modwheel „spiele“, fängt es erst so richtig an zu funkeln.
Ein bisschen Bewegung am Modwheel haucht den Sounds in jeder KONTAKT Play Series-Library echtes Leben ein.
Übrigens: Falls du kein*e erfahrene*r Pianist*in bist (ich bin es definitiv nicht), fällt es dir vielleicht leichter, zuerst deine Synth-Linie aufzunehmen und die Modwheel-Modulation erst danach einzuspielen oder einzuzeichnen. Ich mache das eigentlich fast lieber so, weil ich die Modulation so ganz präzise anpassen kann, bis der Sound genau meinen Vorstellungen entspricht. Hier ist ein Screenshot der MIDI-Noten samt Modwheel-Daten:

5. Vocals erstellen
Auch wenn viel Trance-Musik rein instrumental ist, setzen doch etliche Trance-Tracks auf Vocals. Historisch gesehen greift Trance besonders gern auf gehauchte, sphärische Frauenstimmen zurück. Doch mit der Weiterentwicklung des Genres über die Jahre hört man mittlerweile auch immer mehr männliche Vocals.
Damit dir der Einstieg noch leichter fällt, habe ich diese kostenlose Sample-Library mit Trance-Vocal-Loops für dich zusammengestellt – komplett lizenzfrei für deine eigenen Produktionen. Nutze diese melodischen und perkussiven Vocal-Loops nach Herzenslust, um dich für deine eigenen Tracks inspirieren zu lassen. Du musst mich nirgends namentlich erwähnen, aber wenn du daraus etwas Cooles bastelst, schick mir gern den Link über mein Instagram (@arthurkody), damit ich reinhören kann!
Hier sind ein paar Hörbeispiele der Vocal-Loops:
Egal, ob du meine Vocals nutzt, die von anderen nimmst oder selbst einsingst: Du solltest dafür sorgen, dass die Vocals jede Menge Raum bekommen. Das gelingt dir mit Reverb-Plug-ins wie RAUM (meine erste Wahl, wenn gigantischer, raumfüllender Hall gefragt ist).

Mit Effekt-Plug-ins wie VocalSynth 2 von iZotope kannst du außerdem schon aus simplen Vocal-Phrasen extrem dichte, facettenreiche Texturen zaubern.

6. Riser und Falls auswählen
In der EDM ist ein „Riser“ oder „Uplifter“ meist ein atonaler Sound, der stetig lauter wird. Ein „Fall“ oder „Downlifter“ ist genau das Gegenteil (er wird leiser). Hier ist ein Beispiel für einen Uplifter, den ich aus dem LUCID MISSION Expansion-Pack geholt habe:
Ein paar solcher Sounds parat zu haben, erleichtert die Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten deines Tracks ungemein, weil sie perfekt dazu dienen, musikalische Spannung auf- und wieder abzubauen.
7. Deinen Trance-Track arrangieren
Nachdem du dir die Mühe gemacht hast, all diese Bausteine zu bauen, geht es jetzt ans Arrangieren! Hier sind einige Dinge, die du beachten solltest, wenn du beginnst, deine verschiedenen Instrumentenspuren zu arrangieren und zu layern:
Trance-Songstruktur
Die typische Trance-Struktur besteht aus mehreren langen Builds und mindestens einem instrumentalen „Breakdown“, in dem die Percussion vorübergehend komplett herausgenommen wird, bevor sie sich wieder langsam aufbaut. Um einen kontinuierlichen Spannungsaufbau durch den gesamten Track zu erzeugen, führst du neue Elemente am besten langsam ein – oft eins nach dem anderen –, damit du die Hörer*innen nicht mit zu vielen neuen Sounds auf einmal überforderst.
Und obwohl es in einem Trance-Track normalerweise mindestens zwei Builds gibt, hat Trance selten den klassischen „Drop“, bei dem die Energie schlagartig ihr Maximum erreicht. Stattdessen gehen die meisten Trance-Produzent*innen nach dem Höhepunkt eines Builds eher in den instrumentalen Breakdown über.
Vergiss das Ziel nicht
Das Ziel von Trance ist es, die Hörer*innen in eine Art Trance zu versetzen. Sorge also für ein stetiges Auf und Ab zwischen deinen verschiedenen Parts. Nutze über den gesamten Song hinweg unterschiedliche Kombinationen derselben Loops, damit sich beim Hören ein vertrautes Gefühl einstellt. Bei Trance geht es im Grunde darum, die Hörer*innen niemals zu überraschen. Wenn sich also ein Übergang in deinem Arrangement abrupt oder störend anfühlt, feile so lange daran, bis ein fließender Übergang von einem Part zum nächsten entsteht.
8. Deinen Track mastern
Sobald du mit deinem Arrangement zufrieden bist und alle Elemente perfekt ineinandergreifen, geht es an die Mastering-Kette. Ich nutze in letzter Zeit eigentlich nur noch Ozone 10 von iZotope als All-in-one-Mastering-Tool. Ich weiß nicht, ob bei iZotope fleißige Zauber-Elfen eingezogen sind oder ob das Entwicklungsteam in letzter Zeit bewusstseinserweiternde Substanzen getestet hat – aber die Ergebnisse des Master Assistant grenzen schlichtweg an Zauberei.

Deinen finalen Mix durch Ozone 10 zu schicken, bringt meist schon hervorragende Ergebnisse. Sollte dennoch etwas Feinschliff nötig sein, kannst du mit den Reglern für Maximizer oder Width ganz unkompliziert die Gesamtlautstärke und Stereobreite deines Mixes anheben.
Hier ist das fertige Master des neu entstandenen Trance-Tracks mit dem passenden Namen „UTOPIA“:
Jetzt eigene Trance-Tracks produzieren
Ich hoffe, dieser Artikel hat dir ein paar gute Einblicke gegeben, wie man Trance produziert – und dass du schon in den Startlöchern stehst, um den nächsten Trance-Hit zu basteln!
Falls du dir das UTOPIA Play Series-Instrument noch nicht geholt hast, schau es dir unten unbedingt an. Es steckt voller großartiger Sounds für Trance und macht einfach riesigen Spaß beim Spielen – Inspiration garantiert!
Probier auch unbedingt die kostenlose Vocal-Library aus, die ich zum Download bereitgestellt habe. Sie enthält 29 melodische und perkussive Loops, mit denen du deine Trance-Tracks verfeinern kannst – natürlich komplett lizenzfrei.
Und wenn dir dieses Tutorial gefallen hat, erfahre, wie man Trap-Beats baut, wie man Future Bass produziert, und entdecke noch mehr EDM-Software und VSTs für den unverwechselbaren Trance-Sound.