Leap ist ein Feature in Kontakt 8 für spontane Live-Jams mit Samples. Im Artikel Beats bauen mit Leap – der modernen Loop-Engine haben wir uns bereits angesehen, wie du mit den in Kontakt 8 enthaltenen Leap-Kits loslegst.
Diesmal zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deine eigenen Samples importierst, eigene Kits erstellst und einzigartige neue musikalische Ideen entwickelst.
Dabei werfen wir auch einen genaueren Blick auf die Sample-Bearbeitung und Wiedergabefunktionen von Leap – so bekommst du ein noch besseres Gefühl dafür, was alles in Leap steckt.
Direkt zu den Abschnitten:
- Ein neues Leap-Kit anlegen
- Musikalische Loops hinzufügen
- Einzelne Tasten anpassen
- Einen Jam aufnehmen
Um dieses Tutorial mitzumachen, brauchst du Kontakt 8 und dieses kostenlose Sample-Pack.
Du kannst Kontakt 8 im Stand-alone-Modus oder in deiner DAW nutzen. In diesem Guide verwenden wir es in einer DAW, um einen Beat zu bauen. Ein MIDI-Controller wird empfohlen, du kannst Leap aber auch nutzen, indem du Noten direkt in deiner DAW programmierst.
1. Ein neues Leap-Kit anlegen
Lade dir zuerst das Sample-Pack herunter. Es handelt sich um eine ZIP-Datei; ein Doppelklick darauf im Download-Ordner deines Computers entpackt die Dateien automatisch.

Lade Kontakt 8 in deiner DAW, klicke auf den Button „File“ und wähle „New Leap preset“.

Kontakt zeigt nun ein initialisiertes Leap-Custom-Kit an.

Leap verfügt über 16 Sample-Slots, die durch die Tasten am unteren Rand des Interfaces dargestellt werden. Das bedeutet, dass wir bis zu 16 Samples laden und abspielen können.

Du kannst Samples zu Leap hinzufügen, indem du sie auf die Tasten ziehst. Ziehe Drum_Beat_130_BPM.wav aus dem Ordner des Sample-Packs auf die erste Taste.

Leap nutzt die weißen Tasten von C3 bis D5 zum Triggern von Samples. Wir haben gerade ein Sample auf die erste Taste gelegt, also spielt C3 es ab. Drücke C3 auf deinem MIDI-Controller, und schon hörst du den Drum-Loop.
Leap passt deinen Loop per Warping automatisch an das Projekttempo an. Du hörst ihn also zunächst im Standardtempo von 120 BPM. Erhöhen wir das Projekttempo auf 130 BPM, um den Loop im Originaltempo zu hören.

Wenn du den Loop jetzt abspielst, läuft er mit 130 BPM.
Wenn du kurz das Metronom deiner DAW aktivierst, in der DAW auf Play drückst und den Loop abspielst, wirst du merken, dass das Sample sofort beim Tastendruck startet. Dadurch läuft es meist nicht perfekt im Takt mit dem Metronom.
Das lässt sich beheben, indem wir den Quantize-Parameter auf „Bar“ stellen: Nun starten die Samples genau am Anfang des nächsten Taktes, perfekt synchron zum Projekt.

Das ist besonders praktisch, wenn mehrere Loops gleichzeitig ins Spiel kommen: Sie starten exakt im selben Moment und klingen sauber auf den Punkt. Außerdem laufen die Loops so perfekt synchron zu allen bereits bestehenden Elementen in deinem DAW-Projekt.
2. Musikalische Loops hinzufügen
Fügen wir unserem Leap-Preset noch weitere Loops hinzu. Ziehe Smooth_Keys_F_min_125_BPM.wav auf die zweite Taste.

Da Leap Samples automatisch an das Projekttempo anpasst, können wir nun beide Samples synchron abspielen. Drücke in deiner DAW auf Play und halte C3 und D3 gedrückt. Zu Beginn des nächsten Takts starten beide Samples im Takt, synchron zum Projekttempo.
Dir wird auffallen, dass die Samples nur einmal durchlaufen. Stellen wir sie so ein, dass sie loopen und endlos abgespielt werden können. Jede Taste hat einen Loop-Schalter – aktiviere ihn für beide Tasten. Um die Parameter einer anderen Taste anzuzeigen, triggerst du sie einfach per MIDI oder klickst unten im Interface auf die Taste.

Da der Trigger Style standardmäßig auf „Hold“ gesetzt ist, laufen die Loops so lange, wie du die jeweiligen Tasten gedrückt hältst. Lässt du die Taste los, stoppt der Loop.
Fügen wir einen dritten Loop hinzu. Ziehe Bass_Line_G_min_135_BPM.wav auf die dritte Taste und aktiviere auch hier den Loop-Modus.

Jetzt können wir alle drei Loops gleichzeitig spielen, indem wir C3, D3 und E3 gedrückt halten.
Kontakt transponiert die Loops automatisch so, dass sie in derselben Tonart spielen. Unten rechts im Interface siehst du, dass der Tonality-Parameter auf C-Dur eingestellt ist.

Wenn du die Tasten anklickst, siehst du, dass Kontakt den Keys-Loop in f-Moll erkannt hat und den Bass-Loop in G ohne festgelegten Modus.

Ändern wir den Tonality-Parameter unten rechts im Interface auf f-Moll, um näher an der Originaltonhöhe des Keys-Loops zu bleiben.

Jetzt spielen der Keys-Loop und die Bassline in f-Moll.
3. Einzelne Tasten anpassen
Ziehe Funk_Guitar_G_min_120_BPM.wav auf die vierte Taste im Leap-Interface und aktiviere den Loop-Modus.

Dieser funky Gitarren-Loop hat ordentlich Wah-Wah-Pedal drauf und besitzt keine ganz so eindeutig erkennbare Tonhöhe wie die Keys- und Bass-Loops. Wenn du dir die Tonality-Einstellungen der Taste anschaust, siehst du, dass er als Fis (F#) erkannt wurde, obwohl das Sample mit g-Moll (G minor) benannt ist.
So klingt der Funk-Gitarren-Loop im Zusammenspiel mit der Tonality-Einstellung F#:
Ändern wir nun die Tonality-Einstellung der Taste auf G und hören uns den Unterschied an:

Das klingt deutlich besser – bleiben wir also bei der Tonality-Einstellung G.
Bevor wir jammen, fügen wir noch ein paar Samples hinzu. Ziehe Synth_String_G_min_115_BPM.wav auf die fünfte Taste und aktiviere den Loop-Modus.
Wie du siehst, wurde dieses Sample in G erkannt, wir müssen die Tonality-Einstellungen also nicht anpassen.

Ziehe jetzt String_Stab_D_min_122_BPM.wav auf die sechste Taste und aktiviere ihren Loop-Modus.

Lege nun Organ_C_min_140_BPM.wav auf die siebte Taste und aktiviere den Loop-Modus.

Hören wir uns an, wie all diese Loops zusammen klingen. Starte die Wiedergabe des Projekts und halte C3 – B3 gedrückt.
Alle Loops sind in der richtigen Tonart und spielen in der passenden Tonhöhe – Zeit für den Jam!
4. Einen Jam aufnehmen
Nachdem unser Kit fertig eingerichtet ist, ist die Aufnahme eines Jams denkbar einfach: Drücke in deiner DAW auf Record und halte die Tasten von C3 bis B3 nach Belieben gedrückt, um in Echtzeit ein Arrangement aufzubauen. Über die schwarzen Tasten kannst du deinen Sounds außerdem Effekte in Echtzeit hinzufügen.
Hier ist ein Beispiel für ein schnelles Arrangement, das dir zeigt, was alles möglich ist:
Falls dir ein Fehler unterläuft, du das Timing verfeinern oder Variationen ausprobieren möchtest, kannst du die MIDI-Noten wie bei jedem anderen Instrument ganz einfach nachträglich bearbeiten.

Eigene Leap-Kits bauen und losjammen
Wir haben gesehen, wie du dein eigenes Leap-Kit erstellst und damit im Handumdrehen ein ganzes Arrangement jammst. Leap ist nur eines von vielen neuen Features in Kontakt 8. Hol dir Kontakt 8, entdecke völlig neue Sound-Möglichkeiten und bring deinen Produktions-Workflow aufs nächste Level.