|Tim Cant

So erstellst du ein Leap-Kit mit Kontakt

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How to make a leap kit in Kontakt

Leap ist ein Feature in Kontakt 8 für spontane Live-Jams mit Samples. Im Artikel Beats bauen mit Leap – der modernen Loop-Engine haben wir uns bereits angesehen, wie du mit den in Kontakt 8 enthaltenen Leap-Kits loslegst.

Diesmal zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deine eigenen Samples importierst, eigene Kits erstellst und einzigartige neue musikalische Ideen entwickelst.

Dabei werfen wir auch einen genaueren Blick auf die Sample-Bearbeitung und Wiedergabefunktionen von Leap – so bekommst du ein noch besseres Gefühl dafür, was alles in Leap steckt.

Direkt zu den Abschnitten:

  1. Ein neues Leap-Kit anlegen
  2. Musikalische Loops hinzufügen
  3. Einzelne Tasten anpassen
  4. Einen Jam aufnehmen

Um dieses Tutorial mitzumachen, brauchst du Kontakt 8 und dieses kostenlose Sample-Pack.

Du kannst Kontakt 8 im Stand-alone-Modus oder in deiner DAW nutzen. In diesem Guide verwenden wir es in einer DAW, um einen Beat zu bauen. Ein MIDI-Controller wird empfohlen, du kannst Leap aber auch nutzen, indem du Noten direkt in deiner DAW programmierst.

Kontakt 8 entdecken

1. Ein neues Leap-Kit anlegen

Lade dir zuerst das Sample-Pack herunter. Es handelt sich um eine ZIP-Datei; ein Doppelklick darauf im Download-Ordner deines Computers entpackt die Dateien automatisch.

Der entpackte Inhalt des Sample-Packs
Der entpackte Inhalt des Sample-Packs

Lade Kontakt 8 in deiner DAW, klicke auf den Button „File“ und wähle „New Leap preset“.

Die Funktion „New Leap preset“
Die Funktion „New Leap preset“

Kontakt zeigt nun ein initialisiertes Leap-Custom-Kit an.

Das initialisierte Leap-Custom-Kit
Das initialisierte Leap-Custom-Kit

Leap verfügt über 16 Sample-Slots, die durch die Tasten am unteren Rand des Interfaces dargestellt werden. Das bedeutet, dass wir bis zu 16 Samples laden und abspielen können.

Die Tasten von Leap
Die Tasten von Leap

Du kannst Samples zu Leap hinzufügen, indem du sie auf die Tasten ziehst. Ziehe Drum_Beat_130_BPM.wav aus dem Ordner des Sample-Packs auf die erste Taste.

Ein Sample hinzufügen
Ein Sample hinzufügen

Leap nutzt die weißen Tasten von C3 bis D5 zum Triggern von Samples. Wir haben gerade ein Sample auf die erste Taste gelegt, also spielt C3 es ab. Drücke C3 auf deinem MIDI-Controller, und schon hörst du den Drum-Loop.

Leap passt deinen Loop per Warping automatisch an das Projekttempo an. Du hörst ihn also zunächst im Standardtempo von 120 BPM. Erhöhen wir das Projekttempo auf 130 BPM, um den Loop im Originaltempo zu hören.

Einstellen des Projekttempos
Einstellen des Projekttempos

Wenn du den Loop jetzt abspielst, läuft er mit 130 BPM.

Wenn du kurz das Metronom deiner DAW aktivierst, in der DAW auf Play drückst und den Loop abspielst, wirst du merken, dass das Sample sofort beim Tastendruck startet. Dadurch läuft es meist nicht perfekt im Takt mit dem Metronom.

Das lässt sich beheben, indem wir den Quantize-Parameter auf „Bar“ stellen: Nun starten die Samples genau am Anfang des nächsten Taktes, perfekt synchron zum Projekt.

Quantize-Parameter auf „Bar“ einstellen
Quantize-Parameter auf „Bar“ einstellen

Das ist besonders praktisch, wenn mehrere Loops gleichzeitig ins Spiel kommen: Sie starten exakt im selben Moment und klingen sauber auf den Punkt. Außerdem laufen die Loops so perfekt synchron zu allen bereits bestehenden Elementen in deinem DAW-Projekt.

2. Musikalische Loops hinzufügen

Fügen wir unserem Leap-Preset noch weitere Loops hinzu. Ziehe Smooth_Keys_F_min_125_BPM.wav auf die zweite Taste.

Einen musikalischen Loop hinzufügen
Einen musikalischen Loop hinzufügen

Da Leap Samples automatisch an das Projekttempo anpasst, können wir nun beide Samples synchron abspielen. Drücke in deiner DAW auf Play und halte C3 und D3 gedrückt. Zu Beginn des nächsten Takts starten beide Samples im Takt, synchron zum Projekttempo.

Dir wird auffallen, dass die Samples nur einmal durchlaufen. Stellen wir sie so ein, dass sie loopen und endlos abgespielt werden können. Jede Taste hat einen Loop-Schalter – aktiviere ihn für beide Tasten. Um die Parameter einer anderen Taste anzuzeigen, triggerst du sie einfach per MIDI oder klickst unten im Interface auf die Taste.

Loop-Modus aktivieren
Loop-Modus aktivieren

Da der Trigger Style standardmäßig auf „Hold“ gesetzt ist, laufen die Loops so lange, wie du die jeweiligen Tasten gedrückt hältst. Lässt du die Taste los, stoppt der Loop.

Fügen wir einen dritten Loop hinzu. Ziehe Bass_Line_G_min_135_BPM.wav auf die dritte Taste und aktiviere auch hier den Loop-Modus.

Eine Bassline hinzufügen
Eine Bassline hinzufügen

Jetzt können wir alle drei Loops gleichzeitig spielen, indem wir C3, D3 und E3 gedrückt halten.

Kontakt transponiert die Loops automatisch so, dass sie in derselben Tonart spielen. Unten rechts im Interface siehst du, dass der Tonality-Parameter auf C-Dur eingestellt ist.

Der Tonality-Parameter
Der Tonality-Parameter

Wenn du die Tasten anklickst, siehst du, dass Kontakt den Keys-Loop in f-Moll erkannt hat und den Bass-Loop in G ohne festgelegten Modus.

Die Tonality-Parameter des Keys-Loops
Die Tonality-Parameter des Keys-Loops

Ändern wir den Tonality-Parameter unten rechts im Interface auf f-Moll, um näher an der Originaltonhöhe des Keys-Loops zu bleiben.

Anpassen des Tonality-Parameters
Anpassen des Tonality-Parameters

Jetzt spielen der Keys-Loop und die Bassline in f-Moll.

3. Einzelne Tasten anpassen

Ziehe Funk_Guitar_G_min_120_BPM.wav auf die vierte Taste im Leap-Interface und aktiviere den Loop-Modus.

Einen Funk-Gitarren-Loop hinzufügen
Einen Funk-Gitarren-Loop hinzufügen

Dieser funky Gitarren-Loop hat ordentlich Wah-Wah-Pedal drauf und besitzt keine ganz so eindeutig erkennbare Tonhöhe wie die Keys- und Bass-Loops. Wenn du dir die Tonality-Einstellungen der Taste anschaust, siehst du, dass er als Fis (F#) erkannt wurde, obwohl das Sample mit g-Moll (G minor) benannt ist.

So klingt der Funk-Gitarren-Loop im Zusammenspiel mit der Tonality-Einstellung F#:

Ändern wir nun die Tonality-Einstellung der Taste auf G und hören uns den Unterschied an:

Tonality-Einstellung des Funk-Gitarren-Loops anpassen
Tonality-Einstellung des Funk-Gitarren-Loops anpassen

Das klingt deutlich besser – bleiben wir also bei der Tonality-Einstellung G.

Bevor wir jammen, fügen wir noch ein paar Samples hinzu. Ziehe Synth_String_G_min_115_BPM.wav auf die fünfte Taste und aktiviere den Loop-Modus.

Wie du siehst, wurde dieses Sample in G erkannt, wir müssen die Tonality-Einstellungen also nicht anpassen.

Ein Synth-String-Sample hinzufügen
Ein Synth-String-Sample hinzufügen

Ziehe jetzt String_Stab_D_min_122_BPM.wav auf die sechste Taste und aktiviere ihren Loop-Modus.

Einen String-Stab hinzufügen
Einen String-Stab hinzufügen

Lege nun Organ_C_min_140_BPM.wav auf die siebte Taste und aktiviere den Loop-Modus.

Einen Orgel-Loop hinzufügen
Einen Orgel-Loop hinzufügen

Hören wir uns an, wie all diese Loops zusammen klingen. Starte die Wiedergabe des Projekts und halte C3 – B3 gedrückt.

Alle Loops sind in der richtigen Tonart und spielen in der passenden Tonhöhe – Zeit für den Jam!

4. Einen Jam aufnehmen

Nachdem unser Kit fertig eingerichtet ist, ist die Aufnahme eines Jams denkbar einfach: Drücke in deiner DAW auf Record und halte die Tasten von C3 bis B3 nach Belieben gedrückt, um in Echtzeit ein Arrangement aufzubauen. Über die schwarzen Tasten kannst du deinen Sounds außerdem Effekte in Echtzeit hinzufügen.

Hier ist ein Beispiel für ein schnelles Arrangement, das dir zeigt, was alles möglich ist:

Falls dir ein Fehler unterläuft, du das Timing verfeinern oder Variationen ausprobieren möchtest, kannst du die MIDI-Noten wie bei jedem anderen Instrument ganz einfach nachträglich bearbeiten.

Der aufgenommene MIDI-Part
Der aufgenommene MIDI-Part

Eigene Leap-Kits bauen und losjammen

Wir haben gesehen, wie du dein eigenes Leap-Kit erstellst und damit im Handumdrehen ein ganzes Arrangement jammst. Leap ist nur eines von vielen neuen Features in Kontakt 8. Hol dir Kontakt 8, entdecke völlig neue Sound-Möglichkeiten und bring deinen Produktions-Workflow aufs nächste Level.

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