|Sara Simms

French House erklärt: So produzierst du einen funky Upbeat-Track

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French house music explained

French House ist ein weltbekanntes Genre, das in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren populär wurde. Es basiert auf Disco-, Funk- und Vokal-Samples, kombiniert mit treibenden Drum-Grooves und kreativem Sound-Design. Durch Studio-Techniken wie Flanging, Phasing, Chorus und clevere Edits konnten Produzent*innen aus kurzen Loops komplette Tracks bauen.

Bekannt für seine mitreißenden Rhythmen, hat French House die Szene der elektronischen Musik nachhaltig geprägt.

In diesem Tutorial erfährst du, wie du French House mit Samples aus Expansions, Instrumenten und Sounds aus Komplete, Effekt-Plug-ins von Native Instruments und iZotope Ozone produzierst.

Direkt zu den Abschnitten:

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Was ist French House?

French House ist ein Subgenre der House-Musik, das in den 1990er-Jahren in Frankreich entstand. Charakteristisch dafür sind gefilterte Disco-Samples, eingängige Melodien und ein markanter, druckvoller Produktionsstil.

Typischerweise bauen French House-Produzent*innen ihre Tracks um ein zentrales Sample herum auf.

Zu den bekanntesten French House-Acts gehören Daft Punk, Fred Falke, Alan Braxe, Modjo, Louis La Roche und viele mehr.

Heute entwickelt sich French House stetig weiter und verbindet klassische Disco- und Funk-Einflüsse mit modernen elektronischen Elementen und zeitgemäßen Produktionstechniken.

Heutige French House-Artists wie DJ Snake, Tchami und Malaa binden Einflüsse aus Genres wie Future House und Bass House ein – und halten so den lebendigen Spirit des Genres wach.

So produzierst du einen funky French House-Track

1. Finde ein Sample

Starte deinen Track, indem du nach einem Disco- oder Funk-Sample suchst, das dir als Main-Loop dient. Wenn du French House mit starkem Funk-Einschlag machen möchtest, sind Amplified Funk, Midnight Sunset oder eine der anderen Funk- und Soul-Expansions die perfekte Anlaufstelle.

Wenn du Expansions von Native Instruments nutzt, stöbere am besten durch die Construction Loops nach einem zwei- bis viertaktigen Sample. Sobald du fündig geworden bist, lade das Sample auf eine Audio-Spur in deiner DAW. Hilfreich ist es auch, die Tonart des Samples herauszufinden – bei vielen Samples steht sie direkt im Dateinamen.

Sample in Ableton Live geladen
Sample in Ableton Live geladen

2. Kick hinzufügen

Erstelle eine neue MIDI-Spur und lade Battery 4 darauf. Für die Drums nutzen wir die Timeless Glow-Expansion. Klicke auf den Tab „Kits“ und gib „Timeless Glow“ ein. Jetzt werden alle Kits dieser Expansion angezeigt. Wähle das Drum-Kit „Discoguy“. Erstelle ein leeres, viertaktiges MIDI-Pattern und programmiere auf jedem Beat (1, 1.2, 1.3, 1.4 usw.) eine Kick-Drum auf der MIDI-Note C#1.

Timeless Glow-Expansion geladen
Timeless Glow-Expansion geladen

Statt mehrere Instanzen von Battery 4 zu öffnen, nutze Battery-Funktion, Drum-Samples auf separate Audio-Kanäle zu routen. So kannst du jeden Drum-Sound individuell bearbeiten und abmischen. Klicke mit der rechten Maustaste auf die Kick-Drum und wähle Output > Direct Out > Stereo 1 / 2. Mache einen Rechtsklick auf die Snare und wähle Output > Direct Out > Stereo 3 / 4. Wiederhole diese Schritte und weise die Clap Stereo 5 / 6 sowie die Closed Hi-Hat 1 Discoguy 1 Stereo 7 / 8 zu.

Kick-Ausgang in Battery zuweisen
Kick-Ausgang in Battery zuweisen
Snare-Ausgang in Battery zuweisen
Snare-Ausgang in Battery zuweisen

Erstelle vier Audio-Spuren. Wechsle in Ableton Live (oder deiner bevorzugten DAW) in die Session-Ansicht. Wähle auf der ersten neuen Audio-Spur (Audio-Spur 2) als Audioquelle Battery aus. Im zweiten Dropdown-Menü wählst du Stereo 3 / 4 und stellst den Monitor auf „In“. Wiederhole dieselben Schritte, um Audio-Spur 3 Battery St 5 / 6 und Audio-Spur 4 Stereo 7 / 8 zuzuweisen.

Snare-Ausgang in Battery zuweisen
Snare-Ausgang in Battery zuweisen

3. Snare und Clap hinzufügen

Programmiere auf derselben MIDI-Spur in Ableton eine Snare auf den Offbeats (Beats 1.2, 1.4, 2.2, 2.4 usw.) auf der MIDI-Note D1. Setze auf der MIDI-Note D#1 eine Clap mit demselben Rhythmus wie die Snare.

MIDI-Pattern für Snare und Clap
MIDI-Pattern für Snare und Clap

4. Closed Hi-Hat programmieren

Füge mit „closed HH Discoguy 1“ eine Closed Hi-Hat hinzu. Setze die MIDI-Note G#1 auf den Beats 1.1.3, 1.2.3, 1.3.3 und 1.4.3 ins MIDI-Pattern und führe dieses Pattern über vier Takte fort. Um den Hi-Hats etwas Swing zu verleihen, markiere alle G#1-Noten und verschiebe sie minimal nach vorn, weg vom Raster. Das sorgt für ein lebendiges, menschliches Feeling im Hi-Hat-Pattern.

Hi-Hat-Pattern
Hi-Hat-Pattern

5. Top-Loop hinzufügen

Ergänze deinen Track um einen Top-Loop aus den Construction- oder Percussion-Loops der Expansions. Suche dir am besten einen Loop, der hauptsächlich aus Percussion besteht, da wir bereits eine Kick-Drum im Rhythmus haben.

Top-Loop
Top-Loop

6. Snare bearbeiten

Nutze den Return-Track in deiner DAW und belege ihn mit einem Delay. Du kannst dafür ein Delay wie Replika oder das bordeigene Delay deiner DAW verwenden. Schicke Snare und Clap über den Send-Bus auf das Delay und stelle Dry/Wet am Delay auf 100 %. Experimentiere mit den Parametern des Delays, bis Snare und Clap optimal im Mix mit dem Loop sitzen.

Delay für Snare und Clap über Sends hinzufügen
Delay für Snare und Clap über Sends hinzufügen

7. Bassline hinzufügen

Füge deinem Track eine Bassline hinzu – entweder mit einem Sample in derselben Tonart wie deine Main-Hook oder indem du deine eigene Bassline per MIDI einspielst. Wenn du für deine Main-Hook ein Sample aus einer der Expansions verwendet hast, erstelle ein MIDI-Pattern und komponiere eine passende Bassline dazu. Möglicherweise findest du auch direkt in den Battery-Kits der Expansions eine Bassline in der passenden Tonart – in der Timeless Glow-Expansion stecken zum Beispiel einige hervorragende Bass-Samples.

Bass-Sample hinzufügen
Bass-Sample hinzufügen

8. Ein kurzes Arrangement erstellen

Erstelle ein einfaches Arrangement, indem du einen 16-taktigen Loop aus den Elementen deines Tracks aufbaust. Der erste Teil ist das Intro: Mute in den ersten acht Takten Snare, Clap, Closed Hi-Hat und die Main-Hook. Nur Kick, Top-Loop und Bass laufen hier.

In den Takten 9 – 17 nimmst du Snare, Clap und Closed Hi-Hat dazu. Nennen wir die folgenden acht Takte (17–25) den Aufbau-Part: Hier spielen alle Elemente gemeinsam. Die Takte 25–33 bilden den Breakdown – reduziere das Geschehen also wieder auf Kick, Top-Loop und Main-Hook. Von Takt 33 bis 49 folgt schließlich der Drop, in dem alle Spuren mit voller Energie laufen.

Beschrifte die Abschnitte deines Tracks, indem du eine neue MIDI-Spur mit leeren, acht oder 16 Takte langen MIDI-Clips anlegst und die Abschnitte passend benennst.

Arrangement erstellen
Arrangement erstellen

9. Die Main-Hook bearbeiten

Verleih der Main-Hook einen schwebenden Phasing-Sound mit Phasis aus der Mod Pack Effects Series. Experimentiere mit den Presets und wähle eines aus, das gut zur Hook deines French-House-Tracks passt. Füge einen EQ hinzu und schneide die Bässe unterhalb von 300 Hz ab.

Phasis hinzufügen
Phasis hinzufügen

Automatisiere den Mix-Regler von Phasis, indem du den Automation-Modus aktivierst (in Ableton unter Ansicht/Automationsmodus oder über den Button oben rechts). Setze den Mix-Wert im Breakdown zuerst niedrig an und fahre ihn im Verlauf des Breakdowns nach oben.

Experimentiere ruhig ein wenig und versuche, Phasis auch auf dem Top-Loop zu automatisieren – das sorgt für eine Extraportion kreative Dynamik. Du kannst außerdem weitere Effekte wie einen Sidechain-Kompressor auf die Main-Hook, den Top-Loop oder gleich auf beide legen.

Phasis während des Breakdowns automatisieren
Phasis während des Breakdowns automatisieren
Phasis-Automation auf dem Top-Loop
Phasis-Automation auf dem Top-Loop

10. Den Track filtern

Fasse alle Spuren in einer Gruppe zusammen und füge ein Filter hinzu. Automatisiere das Filter, um deinem Track den typisch gefilterten French-House-Sound zu verpassen. Aktiviere den Automation-Modus und stelle die Filterfrequenz für den Einstieg auf etwa 75 Hz ein.

Drehe die Frequenz schrittweise auf und halte sie während des Breakdowns auf einem konstanten Pegel bei etwa 5 oder 6 kHz. Sobald der Drop einsetzt, stellst du die Filterfrequenz auf 19,9 kHz oder schaltest das Filter komplett aus.

Filter-Automation
Filter-Automation

Geh noch einen Schritt weiter und automatisiere einen EQ. Lade einen EQ auf die Spurgruppe und setze zu Beginn des Tracks einen Hochpassfilter bei etwa 90 oder 100 Hz an. Schalte den EQ im Drop-Teil des Tracks ab (oder ziehe die Automation auf null herunter), damit der Drop noch druckvoller reinkickt.

EQ-Automation
EQ-Automation

11. Deinen French-House-Track mastern

Wenn es ans Mastering geht, kannst du deinen Track mit Ozone 11 mastern. Lade Ozone 11 auf deine Master-Spur und klicke auf den Button für den Master Assistant. Spiele deinen Track ab – Ozone analysiert das Audiomaterial und mastert deinen Track automatisch. Danach öffnet sich die Assistant View-Oberfläche mit praktischen Makro-Reglern zum Feintunen.

Ozone 11
Ozone 11

Jetzt French House produzieren

Jetzt weißt du, wie man French House produziert – Zeit für deinen eigenen groovigen, tanzbaren Track! Schau dir am besten gleich die Expansions von Native Instruments an: Amplified Funk, Midnight Sunset oder eine der vielen Funk and Soul Expansions sind perfekte Quellen für erstklassige Samples.

Für Drums solltest du dir unbedingt die House-Expansions ansehen. Hol dir Komplete und/oder das Mod Pack sowie Ozone 11 – und schon hast du alles am Start, um authentische, French-House-inspirierte Tracks zu bauen!

Wenn du noch mehr über das Produzieren elektronischer Musik erfahren willst, wirf einen Blick in unsere Guides: Hier erfährst du, wie du generell Musik produzieren kannst, wie du elektronische Musik machst, wie man House-Tracks produziert und was eigentlich EDM ausmacht.

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