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Iglesias erklärt, wie er „Chula“ mit Traktor zum Leben erweckt

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Iglesias featured

Iglesias hat sich mit knackigem, groovigem Tech House und einem Live-Ansatz einen Namen gemacht, der seine Sets absolut unvorhersehbar macht. Seine neueste Single „Chula“ markiert sein lang erwartetes Debüt auf Solid Grooves – einem Label, das für Tracks bekannt ist, die Clubs und Festivals gleichermaßen dominieren.

Der Track entstand aus einem Live-Edit, den Iglesias in Buenos Aires getestet und später im Studio zu einer vollwertigen Produktion ausgebaut hat. Dieser Workflow – von der Bühne direkt ins Studio – prägt auch seinen Umgang mit Traktor. Mit einem individuell gemappten Traktor-Controller formt Iglesias Tracks in Echtzeit um: Er loopt, layert und samplet, um jeder Performance ihren ganz eigenen Charakter zu verleihen.

Im Interview erklärt er, wie „Chula“ entstanden ist, wie Traktor sein hybrides Live-Setup zusammenhält und welche Tools diese Flexibilität künftig noch weiter ausbauen könnten.

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Mit frei belegbaren Funktionen, die an den legendären F1 erinnern – auf den sich Iglesias im Interview bezieht –, ist der Traktor X1 perfekt auf Looping, Effekte und nahtloses Mixen ausgelegt. Das macht ihn zum idealen, anpassbaren Begleiter beim Auflegen:

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Als du „Chula“ fertiggestellt hattest, hattest du da schon Ideen, wie du den Track auf die Bühne bringen würdest?

Bei den meisten meiner Tracks, einschließlich „Chula“, habe ich beim Produzieren schon meine Club-Performances im Kopf. Nach dem ersten Ausprobieren kann sich das natürlich noch ändern, und Anpassungen passieren oft erst, nachdem ich einen Track live gespielt habe. Vielleicht möchte ich mehr Platz im Mix schaffen oder etwas einbauen, das ich während meiner hybriden Live-Show gespielt habe.

Iglesias-Set

Ich bin fest davon überzeugt: Clubtaugliche, DJ-freundliche Musik zu machen bedeutet, allen DJs die Freiheit zu lassen, dem Track ihren ganz eigenen Dreh zu verpassen. Ich halte meine Musik gerne offen und groove-fokussiert, damit DJs genug Raum haben, um zu loopen, zu layern und ganz eigene, besondere Momente zu kreieren.

Das ist genau die Musik, die ich liebe und zu der es mich hinzieht – ich liebe es einfach, beim Auflegen zu resamplen, Effekte einzusetzen und unerwartete Dinge zu tun.

„Chula“ fing eigentlich als Edit an. Ich spielte Anfang 2024 in Buenos Aires und hörte ein richtig cooles A-cappella, das ich unbedingt ausprobieren wollte. Zurück im Hotel habe ich es quantisiert, vorbereitet und während meines Sets über einen Track gelegt. Die Crowd ist völlig ausgerastet.

So wurde die Idee geboren. Viele meiner besten Ideen stammen aus Edits, die ich live teste. Danach nehme ich sie mit ins Studio, baue sie weiter aus und mache daraus eigenständige Tracks. Mit meinem Setup ist es super einfach, bei Shows spontan Ideen zu entwickeln – und der Schritt zurück ins Studio fühlt sich dadurch völlig organisch an.

Profi-Tipp von Iglesias: Wenn du von CDJs zu einem Traktor-Setup wechselst, lass es langsam angehen. Die Möglichkeiten mit Traktor sind endlos, aber du holst viel mehr heraus, wenn du dein Setup Schritt für Schritt aufbaust und dir Zeit nimmst, jede Ebene wirklich zu verstehen.

Wie helfen dir Traktor und dein Controller dabei, einen präzise produzierten Groove wie „Chula“ vor Publikum so lebendig wirken zu lassen?

Ich habe Traktor über die Jahre auf unterschiedlichste Weise genutzt, aber in letzter Zeit funktioniert meine Traktor-Hardware im Grunde wie ein Sampler. Wenn ich sie bei meinen Tracks einsetze – wie eben auch bei „Chula“ –, nutze ich sie vor allem dezent, um das zu unterstreichen, was im Track gerade passiert. Eigentlich ist der Controller dafür gedacht, Stems und Samples zu triggern, aber für mich geht es darum, die Wirkung der Tracks zu verstärken und sie genau so rüberzubringen, wie sie gedacht waren.

Iglesias voller Leidenschaft

Profi-Tipp von Iglesias: Beim Custom-Mapping entsteht die eigentliche Magie. Mappe aber nicht einfach nur um des Mappings willen. Überlege dir genau, was dich ausbremst oder deine Kreativität einschränkt – und gestalte deine Mappings so, dass sie genau diese Probleme lösen.

Kannst du etwas genauer erklären, wie dein Traktor-Controller in dein Gesamt-Setup eingebunden ist?

Ich nutze meinen Traktor-Controller nicht wirklich auf herkömmliche Art. Meiner ist komplett individuell gemappt und übernimmt eine ganze Reihe unterschiedlicher Aufgaben – bestimmte Regler steuern Traktor, andere Ableton Live. Mein Mapping ist inspiriert von der Art und Weise, wie ich früher die Soundbite Pro genutzt habe, eine Loop-Station der alten Schule.

Iglesias live

Das Teil war ziemlich sperrig. Man konnte die Loop-Länge nicht verändern, es brauchte ein eigenes Netzteil, jede Menge Kabel – und zu allem Überfluss konnte man die Startpunkte nach der Aufnahme nicht mehr verschieben. Wenn ich also einen Loop nicht ganz sauber erwischt hatte, lief er leicht aus dem Takt. Ehrlich gesagt klang das manchmal sogar cool. Aber genau diese Einschränkungen haben mich dazu gebracht, meinen F1 neu zu mappen.

Im Grunde sind die Pads für unterschiedliche Zwecke aufgeteilt. Viele davon sind dafür da, Samples direkt aus dem laufenden Track aufzunehmen, die ich dann über Traktor auf einem separaten Kanal wiedergeben kann. Mit manchen Pads kann ich den Startpunkt eines aufgenommenen Loops nach vorne oder hinten verschieben, mit anderen passe ich die Loop-Länge nachträglich an.

Die restlichen Pads triggern Parameter in Ableton Live, etwa das Einfrieren von Delays oder Reverbs.

Die oberen Fader sind als Lautstärke-Fader in Ableton gemappt. Einige davon steuern Return-Kanäle für Reverbs und Delays für das Audiosignal aus dem Model 1. Andere regeln Stem-Lautstärken direkt in Ableton. Und schließlich sind die vier oberen Drehregler für Pitch-Funktionen und ein Backup-Drum-Rack belegt – nur für den Fall, dass meine TR-8S mal ausfällt. Es ist definitiv ein sehr spezielles Setup, aber es passt perfekt zu meiner Art aufzulegen.

Profi-Tipp von Iglesias: Es ist verlockend, absolut alles zu mappen – aber zu viel des Guten stiftet schnell Verwirrung. Halte dein Mapping schlank und zielgerichtet, damit du dich voll auf deine Performance konzentrieren kannst, statt zu überlegen, welcher Button was macht.

Wie werden sich hybride Live-Sets in den nächsten Jahren deiner Meinung nach entwickeln – vor allem in den Bereichen House und Tech House?

Bisher sind noch nicht allzu viele Leute auf diesen Zug aufgesprungen – und ich glaube, das liegt schlicht am Aufwand beim Auf- und Abbau vor und nach jeder Show.

Mich persönlich stört das nicht, denn das Gesamterlebnis für die Crowd – und für mich selbst – ist das zusätzliche Equipment-Schleppen allemal wert. Ich bin schon immer mit der Technologie gegangen, sowohl in meinem hybriden Mastering-Studio als auch in meinen DJ-Sets.

Iglesias-Performance

In der Techno-Szene sieht man das schon öfter, weil es da weniger Elemente gibt als in einem Tech-House-Track. Da fällt es tatsächlich etwas leichter, live spontan Dinge entstehen zu lassen, weil die Tracks einfach mehr Raum bieten. Ich bin mir aber sicher, dass in den kommenden Jahren mehr Leute ähnliche Wege gehen werden. Schau dir nur an, wie schnell der Wechsel von Vinyl zu CDJs ging.

Profi-Tipp von Iglesias: Hab keine Angst davor, Sync zu nutzen, wenn du mehrere Decks oder Remix Decks gleichzeitig bedienst. Heute kann wirklich jede*r beatmatchen – du musst also niemandem etwas beweisen. Sync verschafft dir den Freiraum, um experimenteller mit Layering, Effekten und Live-Looping umzugehen und dich voll auf deine Kreativität zu konzentrieren.

Fazit

Iglesias bei Nacht

„Chula“ zeigt eindrucksvoll, warum Iglesias so perfekt zu Solid Grooves passt: Der Track ist perkussiv, rollt unaufhaltsam nach vorn und fügt sich nahtlos in jedes Set ein – lässt DJs aber gleichzeitig genug Freiraum, um ihm eine eigene Note zu geben.

Genau diese Haltung spiegelt sich auch in seinen hybriden Live-Shows wider. Sein Traktor-Equipment erlaubt es ihm, eigene Tracks spontan zu verbiegen, Loops aufzunehmen und die Energie in unerwartete Richtungen zu lenken. So bleibt die Performance-Ebene immer direkt mit dem Studio verknüpft – weshalb sich der Wechsel zwischen beiden Welten so mühelos anfühlt.

Mit Blick nach vorn macht sich Iglesias bereits Gedanken darüber, welche Tools Native Instruments als Nächstes entwickeln könnte, um diese Flexibilität noch weiter auszubauen. Doch schon jetzt beweisen „Chula“ und Traktor, wie sich präzise Produktion und kreative Live-Performance gegenseitig beflügeln können.

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