Das Patterns-Tool ist ein neues Feature in Kontakt, das die einfache Bedienung eines Arpeggiators mit der enormen Flexibilität eines Sequencers verbindet – so wird es noch einfacher, spannende neue Rhythmen und musikalische Sequenzen zu erstellen.
In diesem Guide zu Pattern in Kontakt zeigen wir dir, wie du das Patterns-Tool zu Instrumenten hinzufügst, Pattern bearbeitest und neue rhythmische Pattern erstellst. So kannst du im Handumdrehen packende Sequenzen bauen – ganz egal, welches Musikgenre du produzierst.
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- Was ist das Patterns-Tool in Kontakt und was kann es?
- So nutzt du Patterns in Kontakt:
- Patterns-Tool in der Praxis: Einen Trance-Arp bauen
Um diesem Tutorial zu folgen, kannst du Kontakt 8 oder den kostenlosen Kontakt 8 Player nutzen, der im Bundle Komplete Start enthalten ist. In diesem Guide verwenden wir Analog Dreams aus Komplete Start, um unsere erstellten Pattern abzuspielen.
Was ist das Patterns-Tool in Kontakt und was kann es?
Patterns ist ein polyphoner Step-Sequencer und Arpeggiator, der sich entwickelnde Melodien und Rhythmen erzeugt. Es enthält mehr als 40 einzigartige Pattern-Presets, die für Dynamik und frische Ideen sorgen – ideal für den Beatbau in Kontakt.
Das Hinzufügen des Patterns-Tools ist kinderleicht: Ziehe es einfach per Drag-and-drop auf ein Instrument in Kontakt. Sobald du dann eine Note auf dem Instrument spielst, triggert diese den Pattern-Sequencer – so kannst du mühelos komplexe rhythmische, melodische oder harmonische Ideen spielen.
Wie öffne ich das Patterns-Tool in Kontakt?
Du findest das Patterns-Tool im Tools-Tab, von wo aus du es auf jedes beliebige Kontakt-Instrument ziehen kannst. In diesem Guide zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie das geht.
So nutzt du das Patterns-Tool in Kontakt
1. Das Patterns-Tool hinzufügen
Öffne zunächst deine DAW und lade eine Instanz von Kontakt 8 oder Kontakt 8 Player auf eine MIDI-Spur. Klicke in Kontakt auf die Analog Dreams-Library und doppelklicke anschließend in der Preset-Liste auf „New World“, um das Preset zu laden.

Jetzt fügen wir das Patterns-Tool hinzu. Klicke links im Side Pane auf den Tab „Tools“, damit die verfügbaren Tools angezeigt werden. Klicke auf das Patterns-Tool, um die Liste der verfügbaren Pattern aufzurufen.

Du kannst jedes Pattern in der Liste vorhören, indem du daraufklickst. Fangen wir mit einem einfachen Pattern an: Doppelklicke auf „Arp Up“, um es zu laden.

Wenn du nun monophon spielst, hörst du aufsteigende Oktaven – genau wie bei einem Arpeggiator.
Dieses Pattern wird auch im Bedienfeld des Patterns-Tools dargestellt: Die horizontale Achse steht für die Zeit, die vertikale für die Oktave.

Bitte beachte: Wenn du polyphon spielst (also mehrere Noten gleichzeitig), triggert das Patterns-Tool die von dir gespielten Noten, anstatt nur Oktaven abzuspielen.
Wenn wir beispielsweise ein C3 und ein G3 spielen, erhalten wir als Ausgabe C3, G3, C4, G4.
Spielen wir C3, E3 und G3, erhalten wir als Ausgabe C3, E3, G3 und C4.
Spielen wir C3, E3, G3 und B3, erhalten wir C3, E3, G3 und B3.
In Kombination mit komplexeren Pattern lassen sich auf diese Weise im Handumdrehen vielschichtige musikalische Ideen umsetzen.
2. Die Parameter des Patterns-Tools anpassen
Genau wie bei einem Arpeggiator können wir Rate und Duration der Noten verändern, um ein anderes Spielgefühl zu erzeugen. Stellen wir beispielsweise die Rate auf 1/16 und die Duration auf 50 %, um einen schnelleren, kompakteren Sound zu bekommen.

Über die Pfeiltasten kannst du die Abspielrichtung steuern. Zur Auswahl stehen die Modi Forward, Backwards, Ping-Pong und Shuffle. Probieren wir den Shuffle-Modus aus.

In diesem Modus wird das Pattern nach dem Zufallsprinzip abgespielt.
Kehren wir zur Vorwärtswiedergabe zurück und fügen etwas Swing hinzu, indem wir den Swing-Drehregler auf 100 % drehen.

Dadurch wird das Timing jeder zweiten Note leicht verschoben, was dem Pattern einen lebendigen Push-and-Pull-Groove verleiht.
Mit dem Velocity-Drehregler steuerst du die Anschlagstärke (Velocity) der MIDI-Ausgabe des Patterns-Tools; der Pfeil über dem Regler bietet weitere Optionen für das Feintuning. Über den Octave-Parameter kannst du zudem die Grundoktave anpassen.

Humanize bestimmt, wie stark Duration und Velocity zufällig variiert werden und wie oft Noten ausgelassen werden. Das Zusammenspiel dieser Zufallsfaktoren kannst du anpassen, indem du auf den Pfeil über dem Humanize-Regler klickst.

Der Key-Range-Parameter bestimmt, welche Noten zwischen C0 und B6 vom Patterns-Tool getriggert werden.

Mit den Pfeiltasten von „Move Pattern“ kannst du das Pattern sowohl horizontal als auch vertikal verschieben.

3. Neue Pattern finden
Du kannst neue Pattern per Doppelklick in der Preset-Liste laden, so wie wir es vorhin gemacht haben. Das ist aber nicht der einzige Weg: Klicke oben im Patterns-Tool auf den Patch-Namen, um den Pattern-Browser zu öffnen. Hier kannst du Pattern nach Type, Tempo und Attributes filtern. Die passenden Pattern werden rechts in der Patterns-Liste angezeigt.

Über das Würfelsymbol oben links im Panel wird ein zufälliges Pattern aus den gefilterten Suchergebnissen geladen – oder aus allen verfügbaren Pattern, wenn du keine Filter gesetzt hast.

4. Pattern bearbeiten
Du kannst Spalten oder Zeilen im Pattern Editor deaktivieren, indem du auf die runden blauen Icons daneben klickst.

Die Länge des Patterns lässt sich mit dem Length-Parameter anpassen.

Du kannst die Zellen im Pattern Editor aktivieren oder deaktivieren, indem du daraufklickst. So erstellst du genau das Pattern, das du dir vorstellst. Durch horizontales Ziehen veränderst du die Länge der Noten, durch vertikales Ziehen ihre Velocity (die optisch über die Farbintensität dargestellt wird).

Wenn der Paint Mode-Button (das Pinselsymbol) aktiv ist, kannst du direkt in den Editor zeichnen, anstatt jede Zelle einzeln anzuklicken.

Das Mülleimer-Symbol löscht alle Noten aus dem Pattern und setzt alle Step- und Pitch-Schalter auf ihren aktiven Standardzustand zurück – du erhältst also ein leeres Pattern.

Wenn der Retrigger-Button aktiv ist, startet das Pattern mit jeder neu angeschlagenen Taste von vorn. Andernfalls beginnt es beim Drücken der ersten Taste und läuft im Loop, bis du die letzte gehaltene Taste loslässt. Ist Latch aktiv, läuft das Pattern auch dann im Loop weiter, wenn du alle Tasten loslässt. Um das Pattern zu stoppen, klickst du einfach auf den aktiven Latch-Button.

Zu guter Letzt gibt es noch die Drops-Buttons. Drops sind optionale, zufällige Noten, die in dein Pattern eingestreut werden. Mit dem großen Drops-On/Off-Button schaltest du sie ein oder aus. Wenn du Drops zum ersten Mal aktivierst, wird automatisch eine Notenauswahl generiert. Diese eingestreuten Noten werden in Cyan dargestellt.
Auf der linken Seite kannst du mit dem Renew-Button (zwei kreisförmige Pfeile) manuell neue Drops generieren, die die aktuellen im Pattern sofort ersetzen. Rechts sorgt der Auto Renew-Button (mit dem Unendlich-Zeichen) dafür, dass die Drops bei jedem Loop-Durchlauf des Patterns automatisch neu generiert werden.

Patterns Tool in der Praxis: So baust du ein Trance-Arp
Nachdem wir alle Möglichkeiten des Patterns Tools kennengelernt haben, schauen wir uns an, wie wir es in der Praxis einsetzen können, um ein mitreißendes Trance-Arp zu bauen. Klicke doppelt auf das Pattern „Arp Up“, um es erneut zu laden. Klicke dann auf den Clear-Button, um den Pattern-Editor zu leeren.

Stelle nun die Pattern-Länge auf 8 ein.

Stelle die Rate auf 1/16 und die Duration auf 50 %.

Kopiere jetzt das Pattern, das wir hier verwendet haben – oder erstelle dein eigenes! Du kannst dabei eigentlich nichts „falsch“ machen, da das Patterns Tool Noten nur um ganze Oktaven nach oben oder unten transponieren kann und so immer in der Tonart der Noten bleibt, die du spielst.

Kopiere jetzt die hier gezeigte Akkordfolge (oder komponiere natürlich deine eigene) im MIDI-Grid-Editor deiner DAW.

Für noch mehr Abwechslung können wir zusätzliche Noten hinzufügen, die das Feeling des Patterns verändern. Fügen wir dazu ein paar C5-Noten wie folgt ein.

Jetzt Patterns in Kontakt nutzen
In diesem Guide haben wir dir gezeigt, wie du das Patterns Tool auf ein Instrument anwendest, Pattern findest und lädst, sie anpasst und dein eigenes Pattern von Grund auf erstellst. Wenn du mehr über das Musikmachen mit Kontakt erfahren möchtest, sieh dir Was ist Kontakt?, Erste Schritte beim Musizieren mit Kontakt und Sofortige Inspiration mit den Tools Phrases & Chords an.