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Dialoge in elektronischer Musik mit Kontakt, Monark und David Mayer

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David Mayer

David Mayers neueste Single „News Flash“ markiert sowohl einen kreativen als auch einen emotionalen Meilenstein. Erschienen auf SONARA, dem von ihm mitbegründeten Label, fängt der Track einen Moment des Übergangs zwischen Jahreszeiten und Ideen ein. Geschrieben in den Monaten, in denen SONARA von einer Vision zur Realität wurde, spiegelt „News Flash“ diese Dynamik durch Melodie, Klang und kulturelles Zusammenspiel wider.

Das Stück beginnt mit einem markanten, fernöstlich angehauchten Lead-Sound, der die Atmosphäre bestimmt. Mayer baute den gesamten Track um diesen Sound herum auf, der ursprünglich als bearbeitetes Sample in Kontakt entstand. Der Klang transportiert die Wärme und Rauheit einer echten Performance, während seine Phrasierung für eine Atmosphäre aus Spannung und Entspannung sorgt, die das Arrangement trägt.

Mayers Produktionsentscheidungen spiegeln seinen Hintergrund als erfahrener DJ und detailverliebter Sound-Designer wider. Er begreift jeden Track als Dialog zwischen Textur und Rhythmus und formt ausdrucksstarke Leads durch hybride Setups aus Kontakt und Monark.

„News Flash“ zeigt eindrucksvoll, wie diese Tools Instinkt in Gefühl verwandeln – und gleichzeitig die nötige Durchschlagskraft für den Club bewahren. Sprechen wir also mit dem Künstler selbst darüber.

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Als du die Session für News Flash zum ersten Mal geöffnet hast: Wie früh entstand der Lead-Sound im Entstehungsprozess und was brachte dich auf die fernöstliche Klangästhetik?

Freut mich, dass du den Lead-Sound als treibendes Element herausgehört hast!

Mit genau diesem Sound fing der ganze Track an. Zuerst hatte ich den Sound, dann habe ich das Stück drumherum gebaut.

Eigentlich basiert dieser Sound auf einem Sample, das ich in Kontakt gespielt habe. Die Inspiration kam von einem obskuren Clip auf Instagram, in dem Musiker live gejammt haben – daher stammen auch der Reverb und der raue Charakter.

David Mayer

Profi-Tipp von David Mayer: Ich bounce IMMER ein MP3 pro nummerierter DAW-Session, damit ich genau weiß, woran ich gearbeitet habe, ohne die DAW öffnen zu müssen (diese MP3s tragen denselben Namen wie die dazugehörige Session).

Dadurch haben manche Projekte am Ende vielleicht 50 gespeicherte Versionen, aber das sind ja nur Metadaten – alle nummeriert mit „01_A“ und so weiter, wobei Buchstaben für kleine und Zahlen für größere Änderungen stehen. Jedes Mal, wenn sich etwas Entscheidendes ändert, mache ich mit der nächsten Nummer weiter: „02_A“, dann „02_B“… Und da alles in der Cloud liegt, kann ich von überall und jedem Gerät darauf zugreifen… extrem praktisch.

Dank dieses Systems konnte ich schon Projekte von vor zehn Jahren wieder aufgreifen und mit neuer Energie fertigstellen – ganz ohne fehlende Dateien, weil alles immer noch in derselben Struktur läuft.

Was hat dich dazu bewogen, Kontakt als Basis für den Lead-Sound zu nutzen, und welche Libraries oder Patches haben dir den gewünschten Klangcharakter gegeben?

Mit Kontakt taucht man immer superschnell in eine riesige Auswahl hochwertiger, klanglich vielschichtiger Sounds ein.

Ich liebe die Samples, und viele Sounds in den Kontakt Factory Libraries fühlen sich genauso an. Mich durch meine riesige Auswahl an Libraries zu klicken, bedeutet mir alles! Zu meinen Lieblings-Soundkollektionen gehören Drum-Libraries wie Abbey Road Modern Drummer (vor allem, um Becken einzubauen, die nach echten Studioaufnahmen klingen).

Abbey Road Drummer in Kontakt

Und ich muss unbedingt auch West Africa und Cuba erwähnen – perfekt, um ganz spielerisch Percussion-Fills zu jammen.

Beim Layering von Monark und Kontakt: Welche Rolle spielte Monark dabei, die Linie zu stärken oder zu verfeinern?

Ich nutze Monark schon sehr lange. In diesem Fall ist er für Teile des Basses zuständig. Ich liebe einfach den rauen Biss von Monark und schätze es sehr, wie intuitiv er zu bedienen ist.

Monark in Kontakt

Profi-Tipp von David Mayer: Beim Bauen von Loops und Arrangements und beim Schaffen von Platz im Mix suche ich ständig nach Gelegenheiten, das „Call-and-Response“-Prinzip anzuwenden. Im Grunde ruft ein Schlag, der nächste antwortet – und so weiter. Das lässt sich darauf anwenden, dass zwei verschiedene Sounds oder zwei Teile einer Melodie aufeinander reagieren oder ganze Abschnitte im Arrangement in einen Dialog treten. Laute Passagen werden von leisen beantwortet und umgekehrt. Diese Denkweise hat meinen kreativen Prozess enorm geprägt.

News Flash bewegt sich zwischen subtiler Spannung und euphorisierenden Momenten. Wie hast du diese Wechsel durch melodische Intervalle oder Phrasierungstechniken umgesetzt?

Ich freue mich riesig, dass du das ansprichst.

Diese Frage berührt zwei Grundprinzipien, die ich in meiner Musik gerne anwende: Kontrast und Dialog. Ich versuche, Kontraste zu schaffen – typischerweise treibende Beats im Gegensatz zu melancholischen Synth-Lines. Außerdem nutze ich das Konzept des Dialogs („Call and Response“): Der Ruf einer düsteren Bassline wird vielleicht von einem euphorischen Arpeggio beantwortet.

David Mayer

Ich habe dieses Prinzip nicht erfunden, aber seit dem Tag, an dem ich darauf gestoßen bin, hilft es mir immer dabei, eine solide Struktur fürs Arrangement zu finden und Ideen zu entwickeln.

Profi-Tipp von David Mayer: Die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten ist großartig, aber mit Leuten zu arbeiten, die besser ausgebildet oder erfahrener sind als ich, ist für mich zur größten Ehre geworden. Kollaborationen können auch eine Form von Mentoring sein. Hab Respekt, aber sei immer mutig. Das kommt einer Abkürzung am nächsten.

Welche Workflow-Gewohnheiten in Kontakt und Monark haben dir am meisten geholfen, um Leads zu bauen, die expressiv und wie aus einem Guss wirken?

Mehrere unterschiedlich klingende Presets übereinanderzulegen, um einen einzigartigen Sound zu formen, ist definitiv eine Angewohnheit, der ich nicht widerstehen kann – im Guten wie im Schlechten. Ich nutze Kontakt, um beim Jammen und Stöbern nach Inspiration schnell voranzukommen. Ich steppe gerne durch unsortierte, zufällige Presets, verzichte auf Suchfilter und lasse mich überraschen. Eigentlich nach einem passenden Lead zu suchen, stattdessen aber einen großartigen Bass-Layer zu finden – genau solche Libraries interessieren mich.

Kontakt

Bei Monark weiß ich dagegen ganz genau, nach welchen spezifischen Sounds ich suche. Es gibt ein paar Presets, die ich immer wieder in unterschiedlichen Variationen verwendet habe. Wenn du dir noch mal meinen Remix von „Lust“ für Tigerskin & Keene anhörst: Diese düsteren Keys sind alles Presets aus Monark – seitdem greife ich immer wieder darauf zurück.

Profi-Tipp von David Mayer: Arbeite direkt in einer Cloud oder finde einen anderen Weg, alles, was du machst, jederzeit automatisch auf einem sicheren Laufwerk zu speichern und zu synchronisieren. Abgestürzte Systeme zu reparieren, zwischen Laptops zu wechseln oder über Ozeane zu reisen und trotzdem alles griffbereit zu haben, ist unglaublich befreiend. Ich habe mich früher viel zu oft über Probleme aufgeregt, die nie wieder aufgetreten sind, seitdem ich alles in einer Cloud speichere.

Mit Blick nach vorn: Wie wird dieser hybride Ansatz beim Melodie-Design deine nächsten Releases auf SONARA beeinflussen?

Harmonien zu kreieren und Schichten aufzubauen, um etwas Emotionales zu erschaffen, macht mir am meisten Spaß. Diesem Drang gehe ich nach, während ich gleichzeitig die Club-Tauglichkeit im Blick behalte.

Was man bei mir oft hört, ist das Ausloten der Grenzen: Wie viel Symphonie passt in einen klassischen Club-Track? Ich feiere diesen speziellen, atmenden, lebendigen Sound, zu dem es mich schon immer hingezogen hat – und gebe mich gleichzeitig voll meiner Leidenschaft für klassische Club-Elemente hin.

Irgendwann habe ich mich ganz bewusst dazu entschieden, voll und ganz zu meinem authentischen Geschmack zu stehen.

David Mayer

Die offensichtlichen Eigenschaften, die mich im Kern ausmachen, „erfolgreich“ zu verändern, ist etwas, das ich wohl erst noch lernen müsste. Mehrere verschieden klingende Presets übereinanderzulegen, um einen neuen, einzigartigen Sound zu kreieren, ist für mich der erfüllendste Moment beim Produzieren. Und genau diesen Teil meiner Erfahrung möchte ich über SONARA mit dir teilen.

Profi-Tipp von David Mayer: Behalte deine Demo immer griffbereit. Wenn sie einen Funken entzündet hat, steckt darin vielleicht etwas, das du im weiteren Verlauf nicht verlieren willst. Ich behalte die erste Version, in die ich mich verliebt habe, immer ganz oben in meinem Arrangement, um jederzeit darauf zurückgreifen zu können, wenn ich mich verrenne. Beim Versuch, den Sound zu optimieren, kann leicht der Vibe verloren gehen – und du willst ja den Schlüssel zu genau dem Gefühl finden, das du ganz am Anfang hattest. Ein technisch perfekter Track ist schnell vergessen. Ein Track mit unverwechselbarem Fingerabdruck nicht.

Fazit

„News Flash“ fängt den Optimismus und die kreative Freiheit ein, die die Anfangstage von SONARA prägten. Durch die Kombination aus dem ausdrucksstarken Realismus von Kontakt und dem analogen Biss von Monark hat David Mayer einen Track geschaffen, der sich organisch und zugleich fokussiert, emotional und doch funktional anfühlt. Die Balance zwischen Spontanität und Präzision spiegelt seine Philosophie als Künstler und Labelbetreiber wider.

Jedes Element in „News Flash“ erfüllt einen Zweck und unterstreicht Mayers Gespür für musikalisches Storytelling. Die melodische Struktur, die rhythmischen Details und die klangliche Tiefe des Tracks zeigen, wohin die Reise für SONARA geht: ein Label, das auf gutem Geschmack, facettenreichen Texturen und menschlicher Verbindung durch Sound aufbaut.

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