In den letzten zehn Jahren haben Vocal-Chops massiv an Beliebtheit gewonnen und sind mittlerweile in so ziemlich jedem Genre anzutreffen. Und eines ist sicher: Sie sind gekommen, um zu bleiben. Vocal-Chops sorgen für faszinierende Texturen, weil sie die Werkzeuge der modernen Musikproduktion mit dem intimen, organischen Sound der menschlichen Stimme verbinden.
Aber was genau sind Vocal-Chops eigentlich? Und wie erstellst du sie? Hier erfährst du, was hinter dem Begriff steckt, inklusive anschaulicher Beispiele. Danach zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du mit Vocal-Chopping deinen Tracks neues Leben einhauchst. Bist du be-e-e-e-r-e-i-t für Vocal-Chops, die genau so klingen können?
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Kostenlose Vocal-Samples: Möchtest du direkt mitmachen? Lade dir hier kostenlose Vocal-Aufnahmen herunter, auf denen ich jeden Vokal eingesprochen habe. Du kannst sie nutzen, um dieses Tutorial nachzuvollziehen und deine eigenen Vocal-Chops zu bauen. Du musst mich dafür nicht in den Credits erwähnen – aber wenn du etwas Cooles damit gebastelt hast, schick es mir unbedingt auf Instagram (@arthurkody), damit ich reinhören kann!
Du kannst auch direkt mit den Tools und Sounds aus KOMPLETE 14 mitmachen – der unverzichtbaren Suite für Produzent*innen, Komponist*innen und Sound-Designer*innen.
Was sind Vocal-Chops in einem Song?
Was genau sind nun also Vocal-Chops? In der Musikproduktion kurz als „Chops“ bezeichnet, meint der Begriff „Vocal-Chops“ das Zerschneiden und Neuanordnen kleiner Schnipsel oder „Chops“ eines aufgenommenen Vocal-Samples, um daraus eine neue Melodie oder einen neuen Rhythmus zu kreieren. Diese Technik ist in den letzten rund zehn Jahren extrem populär geworden – insbesondere in der Electronic Dance Music, im HipHop und in der Popmusik-Produktion.
Vocal-Chops verleihen einem Track eine einzigartige, kreative Note und lassen sich einsetzen, um eingängige Hooks, Lead-Melodien oder sogar perkussive Elemente zu bauen. Häufig werden sie mit Effekten wie Reverb, Delay und Verzerrung bearbeitet, um den Sound weiter zu formen und ihm eine unverwechselbare Textur zu geben.
Der erste Track, bei dem mir diese Technik bewusst aufgefallen ist, war „You Know You Like It“ von DJ Snake und AlunaGeorge. Hör mal rein:
Fällt dir bei diesem Beispiel auf, wie die menschliche Stimme im Drop für ein warmes, sinnliches Feeling sorgt? Durch das Zerhacken des Vocal-Samples entsteht jedoch ein völlig neuer musikalischer Effekt, den das Gehirn erst einmal verarbeiten muss. Da ein Mensch diese Phrasen in Wirklichkeit niemals so einsingen könnte (oder zumindest größte Mühe damit hätte), überlisten Vocal-Chops gewissermaßen unsere Wahrnehmung und erzeugen einen extrem spannenden Sound.
Ein weiteres Beispiel für Vocal-Chops, das mich damals völlig umgehauen hat, findest du im Intro von „Gold“ von Kiiara. Hör es dir an:
Wie macht man Vocal-Chops?
Es gibt verschiedene Wege, um an den begehrten Vocal-Chop-Effekt zu kommen. Im Folgenden schauen wir uns drei Methoden an, wie du Vocal-Chops erstellst. Solange du mit Vocals startest und sie auf irgendeine Weise zerschneidest, gilt das Ergebnis als Vocal-Chop. Bei dieser Technik geht es vor allem darum, spielerisch mit der menschlichen Stimme zu experimentieren und noch nie dagewesene Texturen zu erschaffen.
Methode 1: Eine Phrase zerschneiden
Die erste Methode ist wahrscheinlich der gängigste Weg zum perfekten Vocal-Chop. Du fängst einfach mit einer Gesangsphrase an und zerlegst sie in kleine Teile. Das lässt sich in jeder DAW umsetzen, indem du das Sample einer Vocal-Phrase zerschneidest und neu anordnest. Das folgende Beispiel (aus meinem Track „Back to Earth“ mit Kundo) veranschaulicht diesen Ansatz perfekt: Kundo hat die Gesangsphrase „give me something that’ll bring me back to earth“ genommen und so umgebaut, dass ein Vocal-Chop entstand, der den Drop antreibt. Hör mal rein:
Schauen wir uns nun Schritt für Schritt an, wie du genau diesen Effekt erzielst.
Schritt 1: Wähle dein Sample aus
Für dieses Beispiel nehme ich eine Vocal-Phrase aus meinem Song „Where Should We Go“. Hier ist die anfängliche Gesangsphrase:
Schritt 2: Zerschneide es
Ich habe die Phrase einfach in meine DAW gezogen, zerschnitten und die einzelnen Teile neu arrangiert. So sieht das Ganze aus:

Und so klingt das:
Schritt 3: Experimentiere mit Tonhöhe und Formanten
Als ich mit der Gesamtstruktur der Phrase zufrieden war, habe ich jeden zweiten Audioclip in der neuen Phrase genommen und um 12 Halbtöne nach oben gepitcht. Das sorgt für einen leichten Chipmunk-Vibe, bleibt aber in derselben Tonart. Hör mal rein:
Für einen Formant-Shifting-Effekt habe ich das Pitch-Modul in Nectar 3 von iZotope verwendet (übrigens ein hervorragendes Werkzeug, wenn du in Zukunft häufiger Vocal-Chops erstellen willst).

So klingt die Phrase nach dem Formant-Shift:
Schritt 4: Effekte hinzufügen
Zu guter Letzt habe ich das Effekt-Plug-in FREAK aus der CRUSH PACK Effects Series hinzugefügt, um dem Ganzen ein subtiles Panning und etwas Modulation zu verleihen.

Der fertige Vocal-Chop klingt so:
Mit dieser Methode holst du im Handumdrehen frische, unverbrauchte Sounds aus bestehendem Material heraus!
Methode 2: Ein Snippet samplen
Die nächste Methode besteht darin, kurze Vocal-Samples (in diesem Fall nur ein einziges) in einen Sampler zu laden und wie ein Instrument zu spielen.
Als Ausgangspunkt nehmen wir eine kurze Aufnahme von mir, in der ich einfach „Oh“ sage.
Zieh dein Sample nun einfach in einen Sampler (ich verwende für diese Demonstration KONTAKT).

Das Tolle an KONTAKT: Das Sample wird automatisch über die gesamte Klaviatur gestimmt, sodass du sofort loslegen und es wie ein echtes Instrument „spielen“ kannst. Außerdem kannst du in KONTAKT ganz unkompliziert Start- und Endpunkte deines Samples anpassen. Indem ich die Enden meines „Oh“-Samples getrimmt habe, wurde es schön knackig und druckvoll. Nachdem ich ein paar Minuten auf meinem MIDI-Keyboard herumprobiert hatte, entstand dieses Riff:
Wie du siehst, ist dieser Ansatz denkbar einfach umzusetzen – liefert aber oft verblüffend gute Ergebnisse!
FREEBIE: Willst du diese Technik selbst ausprobieren? In diesem Ordner findest du verschiedene Aufnahmen, auf denen ich jeden Vokal eingesprochen habe. Nutze sie gerne, um deine eigenen Vocal-Chops zu bauen! Du musst mich dafür nicht in den Credits erwähnen – aber wenn du damit etwas Cooles zauberst, schick es mir unbedingt auf Instagram (@arthurkody), damit ich reinhören kann!
Methode 3: Mit einem Preset starten
Bei der letzten Methode starten wir direkt mit einem Preset aus einem Sample-basierten Vocal-Instrument. Dafür musst du natürlich schon ein passendes Instrument heruntergeladen und installiert haben.
Wenn du nach einem guten Vocal-Instrument suchst, empfehle ich dir PHARLIGHT. Es bietet nicht nur großartige Presets für Vocal-Chops, sondern auch jede Menge schwebende Pads und faszinierende Texturen, die komplett auf Basis der menschlichen Stimme entstanden sind.

Der nächste Schritt ist denkbar einfach: Such dir ein Preset aus, das dir gefällt, und leg los. Genau deshalb kann ich PHARLIGHT nur wärmstens empfehlen – nach nicht einmal zwei Minuten Preset-Browsing stieß ich auf „Stutter Pad“, und das Preset eignet sich perfekt für Vocal-Chops! Außerdem sind Delay- und Reverb-Effekte bereits direkt an Bord. Über das XY-Pad auf der Hauptseite der Bedienoberfläche (siehe oben) kannst du den Sound zusätzlich modulieren und für spannende Bewegung sorgen.
Hör dir an, was allein durch das Spielen mit diesem einen Preset in PHARLIGHT entstanden ist:
Du siehst: Mit dem richtigen Ausgangsmaterial ist das Erstellen erstklassiger Vocal-Chops ein Kinderspiel!
Erstelle und nutze deine eigenen Vocal-Chops
Jetzt solltest du ein gutes Verständnis dafür haben, was Vocal Chops sind und wie du sie erstellst. Und wie du sicher gesehen hast, können Vocal Chops jedem Track einen ganz eigenen Charakter verleihen – völlig unabhängig vom Genre. Doch vergiss nicht: Das eigentliche Ziel hinter Vocal Chops in deiner Musik besteht darin, etwas völlig Neues zu erschaffen – etwas, das so noch niemand zuvor gehört hat. Also experimentiere nach Herzenslust und erwecke frische Sounds zum Leben!
Und wenn dich Sound-Design wie dieses begeistert, wirf unbedingt einen Blick in diesen Guide zum Thema Sound-Design.