Audio-Interfaces sind eigenständige Hardware-Geräte mit Ein- und Ausgängen, die für eine bessere Soundqualität und flexiblere Audio-Routing-Optionen sorgen.
In diesem Einsteiger-Guide zu Audio-Interfaces erklären wir dir, warum sie so nützlich sind – inklusive der Frage, warum ein Audio-Interface für Aufnahmen unverzichtbar ist und warum es dir selbst dann hilft, wenn du ausschließlich In-the-Box arbeitest.
Anschließend schauen wir uns an, wie du das passende Audio-Interface für deine Bedürfnisse findest, und gehen die Einrichtung in deiner Audio-Software Schritt für Schritt durch.
Direkt zu den Abschnitten springen:
- Was ist ein Audio-Interface?
- Warum brauche ich ein Audio-Interface?
- Arten von Eingängen
- Arten von Ausgängen
- Wandlerqualität
- Zusätzliche Funktionen
- So richtest du dein Audio-Interface ein
Begleite diesen Leitfaden mit einem Interface der Reihe KOMPLETE AUDIO.
KOMPLETE AUDIO INTERFACE HOLEN
Was ist ein Audio-Interface?
Ein Audio-Interface ist ein Hardware-Gerät und ein grundlegendes Werkzeug in den meisten Studios: Es fungiert als Bindeglied zwischen Computern, Instrumenten sowie Lautsprechern oder Kopfhörern. Egal ob du Gitarren aufnimmst, elektronische Musik produzierst oder einen Podcast erstellst – ein Audio-Interface gehört zu den wichtigsten Tools deines Setups.
StandardmäÑig verfügen Computer meist nur über sehr begrenzte Audio-Ein- und Ausgangsoptionen. Vielleicht besitzt dein Laptop beispielsweise nur einen einzigen Kopfhörerausgang. Das schränkt dich schnell ein – und eine hervorragende Soundqualität ist dir damit vor allem bei einfacheren Geräten keineswegs garantiert.
Genau hier kommen Audio-Interfaces ins Spiel. Sie bieten Ein- und Ausgänge, die für eine deutlich bessere Soundqualität sorgen und dir mehr Routing-Möglichkeiten in deinen Produktionen eröffnen. Die Auswahl an Audio-Interfaces ist riesig: von kleinen, erschwinglichen Geräten für rund hundert Dollar bis hin zu funktionsgeladenen Rack-Geräten für mehrere Tausend.
Warum brauche ich ein Audio-Interface?
Wie bereits erwähnt, verfügen Computer in der Regel über keine hochwertigen Audioanschlüsse. Ein Audio-Interface bietet dir dedizierte Ein- und Ausgangsanschlüsse, die speziell für die Arbeit mit Audio entwickelt wurden. Das ist aus drei wesentlichen Gründen entscheidend: die Anzahl der Anschlüsse, die Art der Anschlüsse und die Qualität der Digital-Analog- und Analog-Digital-Wandlung.
Die Anzahl der Eingänge ist wichtig, weil sie bestimmt, wie viele Quellen du gleichzeitig aufnehmen kannst. Wenn du mehrere Hardware-Synths simultan aufnehmen oder ein Schlagzeug mikrofonieren möchtest, brauchst du entsprechend viele Eingangskanäle.
Die Anzahl der Ausgänge legt fest, wie viele Signale du von deinem Computer ausgeben kannst. Wenn du ein Hardware-Mischpult verwenden, externe Effekte einbinden oder mehrere Studiomonitore betreiben möchtest, benötigst du viele Ausgänge.
Wenn du mehr Geld in ein Audio-Interface investierst, lohnt es sich, zukunftssicher zu planen: Wähle ein Interface, das mehr Ein- oder Ausgänge bietet, als du aktuell benötigst.
Wenn du dir jedoch ein günstigeres Einsteigergerät zulegst, reicht den meisten bereits ein Interface mit jeweils einem Kopfhörer- und Studiomonitor-Ausgang sowie zwei Eingängen.
Arten von Eingängen
Die Art der Anschlüsse ist entscheidend, da sie bestimmt, was du an deinen Computer anschließen kannst – und ob das Signal vor elektrischen Einstreuungen geschützt ist oder nicht.
Wenn du Mikrofone anschließen möchtest, brauchst du XLR-Eingänge. Diese sind in der Regel mit Preamps (Vorverstärkern) ausgestattet, um das Mikrofonsignal so weit zu verstärken, dass du in deiner Audio-Software optimal damit arbeiten kannst. Preamps können den Klangcharakter des Signals beeinflussen – die Qualität der Ergebnisse kann also je nach verwendetem Audio-Interface variieren. XLR-Kabel sind symmetrisch, was bedeutet, dass sie vor Störeinstreuungen geschützt sind. Manche Mikrofone benötigen für den Betrieb Phantomspeisung, die die meisten Audio-Interfaces an ihren XLR-Eingängen bereitstellen.

Um Equipment wie Synths oder Gitarren direkt aufzunehmen, verwendest du 6,3-mm-Klinkeneingänge. Wie XLR-Eingänge sind auch diese symmetrische Mono-Eingänge; du brauchst also zwei davon, wenn du den linken und rechten Kanal eines Stereo-Synths aufnehmen möchtest. Bei den meisten Audio-Interfaces lässt sich ein Klinkeneingang zwischen „line level“ (Line-Pegel, einem Signal mit höherem Pegel für Synths, Hardware-Effekte und Mischpulte) und „instrument level“ (Instrumenten-Pegel, einem schwächeren Signal für E-Gitarren und Bässe) umschalten.

Manche Interfaces bieten Kombibuchsen für XLR und 6,3-mm-Klinke, die sich für beide Kabeltypen nutzen lassen.
Cinch-Anschlüsse (oder RCA/Phono) sind unsymmetrische Stereo-Anschlüsse, die typischerweise bei Consumer-Audio-Hardware und DJ-Equipment zum Einsatz kommen. Cinch arbeitet in der Regel mit Line-Pegel – abgesehen von Plattenspieler-Ausgängen, die eine Vorverstärkung benötigen. Da sie unsymmetrisch sind, sind sie anfälliger für Störungen, was bei den kürzeren Kabellängen außerhalb professioneller Studioumgebungen jedoch selten zum Problem wird.
Einige Interfaces wie das KOMPLETE AUDIO 6 bieten zusätzlich S/PDIF- und optische Digitalanschlüsse, die sowohl die Ein- als auch die Ausgangskapazitäten erweitern – Funktionen, die meist erst im fortgeschrittenen Bereich gebraucht werden.
Arten von Ausgängen
Die meisten Audio-Interfaces bieten zwei oder mehr 6,3-mm-Mono-Klinkenausgänge. Damit kannst du direkt ein oder mehrere Paare Studiomonitore anschließen oder – bei genügend Ausgängen – ein Surround-Sound-Setup aufbauen.
Einige Audio-Interfaces verfügen über Cinch-Ausgänge. Das Native Instruments KOMPLETE AUDIO 1 bietet Stereo-Cinch-Ausgänge, während das KOMPLETE AUDIO 2 mit Stereo-Klinkenausgängen ausgestattet ist.

Wenn deine Studiomonitore über symmetrische Klinken- oder XLR-Eingänge verfügen, empfiehlt sich ein Interface mit Klinkenausgängen wie das KOMPLETE AUDIO 2.

Über die Ausgänge kannst du das Audiosignal auch an externe Hardware-Effekte und Mixer schicken. Die Ausgänge dieser Geräte lassen sich dann wieder in dein Interface zurückfÿhren, sofern du genügend freie Eingänge hast.
Nahezu jedes Audio-Interface besitzt außerdem 6,3-mm-Stereo-Klinkenausgänge für professionelle Kopfhörer. Wenn du besonders hochwertige, hochohmige Kopfhörer nutzt, solltest du die empfohlene Impedanz des Audio-Interfaces prüfen, um beste Ergebnisse zu erzielen. Das KOMPLETE AUDIO 6 bietet zwei leistungsstarke Kopfhörerausgänge – perfekt für den Einsatz mit hochohmigen Kopfhörern.
Wandlerqualität
Neben der Anzahl und Art der Anschlüsse ist die Qualität der Digital-Analog- und Analog-Digital-Wandler ein zentraler Aspekt. Sie bestimmt maßgeblich, wie gut die Aufnahmen klingen und wie sauber das Signal über die Ausgänge wiedergegeben wird. Das lässt sich schwerer messen als reine Anschlussdaten – in der Branche schwören viele Profis daher auf bestimmte High-End-Marken.
Als Einsteiger*in wirst du jedoch feststellen, dass schon die einfacheren Modelle der großen Marken eine Soundqualität bieten, die für professionelle Produktionen mehr als ausreicht. Hier findest du einige Artists, die das KOMPLETE AUDIO 6 in ihren Studios und Live-Setups einsetzen.
Audio-Interfaces bieten verschiedene Aufnahme-Sampling-Raten und Bit-Tiefen – Parameter, die die Aufnahme- und Wiedergabequalität bestimmen. 44,1 kHz bei 24-Bit ist eine gängige Einstellung in der Musikproduktion, während bei Multimediaprojekten meist 48 kHz bei 24-Bit verwendet werden. Einige Interfaces unterstützen Sampling-Raten von 96 kHz bei 24-Bit für noch höhere Präzision, und für maximale Klangtreue bieten Interfaces wie die Geräte der Reihe KOMPLETE AUDIO sogar Aufnahmen mit 192 kHz bei 24-Bit. Für Einsteiger*innen sind 44,1 kHz bei 24-Bit völlig ausreichend und liefern hervorragenden Sound.
Wenn du Studiomonitore über ein Audio-Interface betreibst, profitierst du von einer weitaus besseren Klangqualität als über den integrierten Audioausgang deines Computers. Dank symmetrischer Verbindungen musst du dir zudem keine Sorgen über Störeinstreuungen bei Ein- oder Ausgängen machen. Schon aus diesen Gründen ist ein Audio-Interface eine lohnende Anschaffung für alle, die Musik machen.
Zusätzliche Funktionen
Es gibt noch weitere Ausstattungsmerkmale von Audio-Interfaces, etwa MIDI-Ein- und Ausgangsbuchsen. Das ist praktisch, wenn du externe MIDI-Hardware wie Synths und Effekte ansteuern oder sequenzieren möchtest. Hat dein Audio-Interface keine MIDI-Anschlüsse, kannst du einfach ein separates MIDI-Interface nachrüsten. Und wenn du lediglich MIDI-Daten von einem Controller-Keyboard senden willst: Die meisten modernen Geräte wie das KOMPLETE KONTROL A25 von Native Instruments beherrschen MIDI über USB.

Manche Audio-Interfaces besitzen Pegelanzeigen für Ein- und Ausgänge. Diese sind sehr hilfreich, da sie dir sofort anzeigen, wenn ein Signal zu laut ist – so lassen sich übersteuerte Aufnahmen effektiv vermeiden.
Direct Monitoring ist ein nützliches Feature mancher Interfaces, mit dem du das Eingangssignal direkt am Interface abhören kannst, noch bevor es in den Computer gelangt. Sobald das Signal den Computer durchläuft, entsteht Latenz – also eine minimale Verzögerung, die durch die Audioverarbeitung im Rechner und die Ausgabe an deine Kopfhörer entsteht. Diese Verzögerung im Monitorsignal ist zwar gering, kann das Einspielen aber spürbar erschweren. Mit Direct Monitoring hörst du das Signal ohne jede Verzögerung und kannst dich voll auf deine Performance konzentrieren.
Einige komplexere Interfaces bieten eine eigene Mixer-Software, mit der du Parameter steuern, Pegel regeln und das Audio-Routing festlegen kannst. Bei Einsteigergeräten ist das meist nicht erforderlich – sie lassen sich komplett direkt an der Hardware bedienen.
Viele Audio-Interfaces enthalten umfangreiche Software-Bundles mit kostenloser Audio-Software, Instrumenten und Effekten. Es lohnt sich also immer zu prüfen, welche Software im Lieferumfang enthalten ist. Bei den KOMPLETE AUDIO-Interfaces von Native Instruments erhältst du beispielsweise ein Bundle mit Ableton Live 11 Lite, GUITAR RIG 6 LE, MASCHINE Essentials sowie einer Auswahl an Instrumenten und Effekten.
Diese Zusatzfunktionen können extrem nützlich sein, sind im Vergleich zu Anzahl und Art der Anschlüsse sowie der Wandlerqualität jedoch zweitrangig.
So richtest du dein Audio-Interface ein
1. Treiber-Software installieren
Audio-Interfaces benötigen oft Treiber-Software, damit dein Computer mit ihnen kommunizieren kann. Manche unkomplizierten Geräte kommen ohne zusätzliche Treiber aus oder installieren diese automatisch, sobald du sie ansteckst. Liegt deinem Interface jedoch Treiber-Software bei, empfiehlt es sich, diese zu installieren, bevor du die Hardware anschließt.
Deinem Audio-Interface liegt üblicherweise ein Link zur passenden Treiber-Software bei. Für die KOMPLETE AUDIO-Interfaces von Native Instruments findest du die aktuellen Installer auf der Seite Downloads: Treiber & andere Dateien.

2. Hardware anschließen
Sobald die Treiber-Software installiert ist, kannst du die Hardware anschließen. Audio-Interfaces werden in der Regel über USB verbunden; manche Modelle nutzen auch Thunderbolt, FireWire oder Ethernet.
Wenn du ein größeres Audio-Interface nutzt, musst du es eventuell zusätzlich an den Netzstrom anschließen. Viele Interfaces – wie die Modelle der KOMPLETE AUDIO-Reihe – werden jedoch direkt über USB mit Strom versorgt.
3. Firmware-Updates installieren
Um auf dem neuesten Stand zu sein, solltest du prüfen, ob für dein Audio-Interface Firmware-Updates verfügbar sind.
Firmware-Updates für Native Instruments KOMPLETE AUDIO findest du auf der Seite Downloads: Drivers & Other Files. Diese Updates stehen als unkomplizierte Anwendung bereit, die du bei angeschlossenem KOMPLETE AUDIO-Interface ausführst – das Firmware-Update läuft dann ganz automatisch ab.
4. Kopfhörer oder Monitorboxen anschließen
Schließe deine Monitor-Lautsprecher und/oder Kopfhörer an die Ausgänge deines Audio-Interfaces an. Monitorboxen müssen zusätzlich an eine Stromquelle angeschlossen und eingeschaltet werden. Manche Audio-Interfaces bieten mehrere Ausgänge. In diesem Fall kannst du das Routing in deiner Musiksoftware konfigurieren, sobald du den passenden Audiotreiber ausgewählt hast.
5. Den Audiotreiber auswählen
Öffne nun deine Musiksoftware und suche nach den Einstellungen für Audiogeräte. Der KOMPLETE AUDIO-Reihe liegt Ableton Live Lite 11 bei. In dieser Software findest du die Geräteeinstellungen unter Preferences > Audio.
Hier kannst du das Input Device, das Output Device und die Sample Rate festlegen. Außerdem lässt sich hier die Buffer Size (Puffergröße) einstellen – also das Zeitfenster, das der Computer für die Audioverarbeitung reserviert. Kleinere Puffergrößen verringern die Latenz, beanspruchen aber mehr Rechenleistung für virtuelle Instrumente und Effekte. Wenn die CPU-Anzeige deiner Software also nach oben klettert, solltest du die Buffer Size erhöhen.

Wenn du dein Audio-Interface auch als Hauptausgang deines Betriebssystems nutzen möchtest, kannst du das separat einrichten. Unter macOS findest du die Option unter Systemeinstellungen > Ton, unter Windows unter Systemsteuerung > Hardware und Sound > Sound.
6. Audioausgänge konfigurieren
Verfügt dein Audio-Interface über mehrere Ausgänge, kannst du diese in deiner Audiosoftware zuweisen. In Ableton Live solltest du beispielsweise sicherstellen, dass der Master Out auf die Ausgänge geroutet ist, an denen deine Monitorboxen hängen.

7. Audioeingänge verbinden
Schließe deine Mikrofone oder Instrumente an. Achte darauf, die 6,3-mm-Klinkeneingänge auf den richtigen Modus für das verbundene Gerät einzustellen: Line-Pegel für Synths, Effekte und Mischpulte, Instrument-Pegel für E-Gitarre und Bass.
8. Eingänge und Ausgänge testen
Der einfachste Weg, die Audioausgabe deiner Software zu testen: Lade eine Audiodatei auf eine Audiospur und starte die Wiedergabe. Dreh den Ausgangspegel deines Audio-Interfaces zunächst weit herunter, um weder deine Ohren noch dein Equipment zu belasten. Wenn du nichts hörst, überprüfe alle Kabelverbindungen und drehe den Ausgangspegel des Interfaces langsam auf.
Richte als Nächstes eine Audiospur ein, die auf einen deiner Eingänge geroutet ist, und aktiviere das Monitoring. In Ableton Live stellst du dafür das Monitor-Routing der Spur auf „Auto“ und aktivierst den Record-Arm-Button. Nun solltest du das Signal deines Instruments oder Mikrofons hören. Falls nicht, überprüfe die Verkabelung und die Eingangspegel direkt am Audio-Interface.

Mach Musik mit deinem neuen Audio-Interface
Sobald du dein Audio-Interface eingerichtet hast, kannst du direkt Audio in deiner Musiksoftware aufnehmen, abspielen und mit dem Produzieren loslegen. Mehr über Interfaces und Musikproduktion erfährst du im KOMPLETE AUDIO 1 Quick Start Guide und in unserem Blogartikel über das Musikmachen unterwegs.