Drill ist ein kompromissloses Subgenre des HipHop, das viele Gemeinsamkeiten mit Trap hat, sich jedoch durch andere rhythmische Motive, düsterere musikalische Stilelemente und schonungslosere Texte auszeichnet. Ein Großteil der Drill-Tracks entsteht komplett in-the-box und setzt auf synkopierte Drum-Pattern, mächtige Portamento-Basslines sowie bearbeitete Piano-, Streicher- und Vokal-Elemente.
In diesem Einsteiger-Guide zum Erstellen eines Drill-Beats zeigen wir dir, wie du ein Drill-Drum-Pattern, eine fette Drill-Bassline und passende musikalische Begleitelemente programmierst, die gemeinsam das Fundament für ein Drill-Instrumental bilden. Und so klingt das Ganze:
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Was ist Drill-Musik?
Aggressiv, schnörkellos und düster: Drill spiegelt das Gefühl urbaner Isolation wider, angetrieben von einer Kultur des Hyperindividualismus. Anfang der 2010er-Jahre in Chicago entstanden, ließ sich Drill anfangs stilistisch kaum von Trap unterscheiden – abgesehen von Texten, die sich vor allem um Ganggewalt drehten.
Drill gilt wohl als der härteste zeitgenössische HipHop-Stil: Er kommt völlig ohne Allüren aus und thematisiert schonungslos Gewalt. Auch für viele Mainstream-Künstler*innen wurden Drill-Features und -Remixes zu einem Weg, ihre Street-Credibility zu untermauern.
Ende der 2010er-Jahre entstand im Vereinigten Königreich mit UK Drill eine regionale Spielart des Genres. Hier treten erstmals klare musikalische Unterschiede zu Trap hervor – allen voran Tresillo-Hi-Hat-Pattern, verschobene Snare-Positionen und mächtige, von Grime inspirierte Portamento-Basslines.
In der Folge beeinflusste UK Drill wiederum US-amerikanische HipHop-Stile, sodass dessen charakteristische Rhythmen und Sounds zunehmend auch im Mainstream Einzug hielten.
In diesem Tutorial nutzen wir die Expansions LOCKDOWN GRIND und YOUNG PHANTOM von Native Instruments zusammen mit KOMPLETE KONTROL, BATTERY 4, MASSIVE X, MASSIVE und iZotope Ozone 10, um einen düsteren Drill-Beat mit wuchtigen Drums, fettem Bass und unheimlicher Atmosphäre zu bauen.
LOCKDOWN GRIND Expansion entdecken
So baust du einen Drill-Beat
1. Drum-Pattern erstellen
Stelle zu Beginn das Tempo deines Drill-Beats in deiner DAW auf 146 BPM ein.

Für den Drum-Part nutzen wir ein Drum-Kit aus der LOCKDOWN GRIND Expansion. Lade KOMPLETE KONTROL auf eine Instrumentenspur und navigiere im Browser dorthin, wo sich die LOCKDOWN GRIND Expansion befindet.

Wenn du nicht sicher bist, wo du die LOCKDOWN GRIND Expansion findest, öffne Native Access, klicke auf Lockdown Grind und wähle rechts den Tab „Installation Path“ aus, um den Speicherort der Dateien zu sehen.

Öffne den Ordner Sounds / Battery Kits und doppelklicke auf Brixton Kit, um es zu laden.

Beginnen wir mit dem Hi-Hat-Pattern. Erstelle einen zweitaktigen MIDI-Clip. Sofern nicht anders angegeben, verwenden wir in diesem Tutorial Velocity-Werte von 100. Setze auf der ersten, vierten und siebten Sechzehntelnote eine G#1-Hi-Hat. Das ergibt den grundlegenden Tresillo-Rhythmus.

Reduziere die Velocity der zweiten Hi-Hat auf 87 und dupliziere das Pattern dann auf die nächsten beiden Zählzeiten.

Füge auf der letzten Sechzehntelnote eine weitere Hi-Hat hinzu, diesmal mit einer Velocity von 52. Dupliziere nun diesen Takt und lösche beim zweiten Durchlauf die leisere Hi-Hat am Ende.

Jetzt fügen wir Snares hinzu. Platziere auf der dritten Zählzeit des ersten Takts eine D1-Snare und eine weitere auf der vierten Zählzeit des zweiten Takts.

Jetzt kommen die Kicks ins Spiel. Setze Kicks auf die erste und achte Achtelnote des ersten Takts sowie auf die erste, vierte, siebte und fünfzehnte Sechzehntelnote des zweiten Takts. Reduziere die Velocity der jeweils letzten Kick in beiden Takten leicht auf 96.

Fügen wir noch ein paar Percussion-Sounds hinzu, um unserem Beat mehr Charakter zu verleihen. Platziere einen G1-Percussion-Hit auf der dritten Zählzeit des zweiten Takts sowie E1-Percussion-Sounds mit einer Velocity von 91 auf der ersten Zählzeit des ersten Takts und auf der letzten Achtelnote des zweiten Takts.

Stelle diese Spur auf -7 dB ein, um mehr Headroom für weitere Elemente zu haben.

2. Keys hinzufügen
Nachdem das Drum-Gerüst steht, bringen wir Musik ins Spiel, um den Grundton unseres Beats festzulegen. LOCKDOWN GRIND enthält zahlreiche melodische Loops, mit denen sich schnell die passende Stimmung erzeugen lässt. Lade eine weitere Instanz von KOMPLETE KONTROL auf eine neue Instrumentenspur. Öffne in LOCKDOWN GRIND den Ordner Samples > Loops > Keys und ziehe die Datei Piano[145] C#m Fabrik 3.wav auf eine Audiospur.
Das Tempo dieses Samples weicht leicht von unserem Projekttempo ab. Nutze daher die Time-Stretching-Funktion deiner DAW, um es an das richtige Tempo anzupassen. In Live aktivieren wir dazu die Warp-Funktion des Clips, stellen den Warp-Modus auf „Complex Pro“ und die Segment-BPM auf 145.

Um diesen Piano-Loop optimal mit dem Beat abzustimmen, stelle die Lautstärke der Spur auf -20 dB ein.

Dieser Keyboard-Loop klingt recht brillant und clean. Mit einem Filter können wir ihm jedoch eine düsterere Atmosphäre verleihen und dafür sorgen, dass sich die oberen Frequenzen der Drums im Mix besser durchsetzen. Füge der Spur ein Tiefpassfilter wie den Auto Filter von Live hinzu und stelle die Grenzfrequenz (Cutoff) auf 750 Hz ein.

3. Bassline schreiben
Lade MASSIVE X auf eine neue virtuelle Instrumentenspur. Öffne den Browser und wähle den Tag „Bass“ aus. Doppelklicke auf das Preset Mafia Eight, um es zu laden.

Stelle diese Spur auf -7 dB ein, um sie mit den anderen Elementen abzustimmen.

Programmiere eine Bassline, die im ersten Takt ein C#2 und im zweiten Takt ein G#1 spielt.

Füge nun auf den letzten beiden Achtelnoten des Clips 16tel-Noten auf F#3 hinzu. Da sich diese mit dem G#1 überschneiden, gleitet die Tonhöhe des Instruments nahtlos zwischen den Noten – so entsteht eine coole Verzierung.

4. Den Lead einspielen
Fügen wir als Nächstes einen Lead-Layer hinzu. Lade eine weitere Instanz von KOMPLETE KONTROL auf eine Instrumentenspur und navigiere diesmal in den Ordner Sounds > Massive Sounds > von LOCKDOWN GRIND. Doppelklicke auf das Preset Muckae, um es zu laden.

Stelle diesen Track auf -9 dB ein.

Programmiere eine Lead-Line mit einem C#4 am Anfang jedes Takts und einem D#4 auf dem letzten Beat des Clips. Mach dir keine Sorgen, wenn die Noten nicht absolut exakt im Raster liegen – ein etwas lockereres Timing sorgt hier für das richtige Feeling.

5. Vocals hinzufügen
Ein dezentes Vocal-Sample kann dem Beat eine noch atmosphärischere Note verleihen. Erstelle eine neue KOMPLETE KONTROL-Spur und navigiere diesmal zur Expansion YOUNG PHANTOM. Ziehe aus dem Ordner Samples > One Shots > Vocal die Datei Vox Intense 1.wav auf eine Audiospur. Platziere das Sample auf dem dritten Beat des ersten Takts.

Stelle diesen Track auf -3 dB ein.

Pitche das Vocal-Sample um -4 Halbtöne nach unten, damit es harmonisch zu den restlichen Elementen passt.

6. Deinen Drill-Track mastern
Um dem Mix einen druckvollen, lauten Sound zu verpassen, lade den iZotope Ozone 10 Maximizer auf die Master-Spur. Nutze den Master Assistant, um ein lautes, klares Master zu erzielen, das du ganz nach deinem Geschmack feintunen kannst.
So klingt der fertige Drill-Beat:
Starte noch heute mit Drill
Hier hast du gelernt, wie du deinen eigenen Drill-Beat baust. Wenn du noch tiefer einsteigen willst, sieh dir Beat-Making 101: Wie man einen Beat baut und Musikproduktion 101: So startest du mit dem Produzieren an.
Passende Instrumente, Effekte und Expansions findest du unter anderem hier: KOMPLETE START, LOCKDOWN GRIND, YOUNG PHANTOM, BATTERY 4, MASSIVE X, MASSIVE und iZotope Ozone 10.