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Hostage Situation erkunden Playbox, Raum und Guitar Rig auf ihrem neuen Album

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Das in Denver ansässige Trio Hostage Situation hat sein Debütalbum Hostile Frequencies veröffentlicht – ein 21 Tracks starkes Projekt, das ihren Aufstieg von lokalen Größen zu landesweiten Headlinern untermauert. Das Album fängt die ganze Bandbreite ihres Sounds ein: harter Dubstep und Riddim treffen auf Bass House, Vocal-Features und experimentellere Klangwelten.

Kontakt spielt eine zentrale Rolle bei der klanglichen Identität des Albums. In Tracks wie The Device setzte das Trio auf Libraries wie Ashlight, Straylight und Pharlight, um atmosphärische Spannung aufzubauen, bevor explosive Drops einsetzen. Im Zusammenspiel mit Tools wie Playbox, Raum und Guitar Rig zeigt ihr Workflow, wie sich mit den kreativen Suiten von Native Instruments die Möglichkeiten des Sound-Designs in härteren elektronischen Genres voll ausschöpfen lassen.

Direkt zum Thema:

Wir haben mit Hostage Situation darüber gesprochen, wie Kontakt ihren Songwriting-Prozess prägt, wie sie die Balance zwischen Live- und Studio-Arrangements halten und welche kreativen Gewohnheiten ihren Sound vorantreiben.

Alle im Interview erwähnten Instrumente und Effekte sind in unseren Abos 360 Plus und Pro enthalten.

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Fangen wir mit The Device an. Welche Rolle spielte Kontakt beim Aufbau von Spannung und Release in diesem Track?

Mit Libraries wie Ashlight, Straylight und Pharlight hat Kontakt gleich im Intro enorm dazu beigetragen, die Spannung im Track aufzubauen.

Hostage Situation Ashlight

Wir konnten Soundscapes erschaffen, die dich sofort in den Vibe und den Raum des Tracks hineinziehen. Für uns persönlich gibt es nichts Wichtigers als das Gefühl, das ein Track vermittelt. Du kannst das abgefahrenste Sound-Design der Welt haben – ohne den passenden Kontext und Groove geht es einfach unter. Wenn du dir andere Tracks von uns anhörst, wirst du merken, dass wir viele dieser atmosphärischen Kontakt-Libraries im Einsatz haben.

Wir schätzen Kontakt besonders für seine Vielseitigkeit: Man kann von extrem düsteren, unheimlichen Höhlen-Atmosphären bis hin zu superhellen, fröhlichen und fast schon schrägen Texturen wirklich alles erzeugen.

Könnt ihr uns etwas über euren kreativen Prozess erzählen? Was entsteht zuerst – das Intro oder der Drop?

Unser Workflow ist ziemlich unberechenbar. Manchmal fangen wir mit dem Intro an, manchmal haben wir zuerst eine Idee für den Drop und arbeiten uns von da aus rückwärts vor. Ganz egal, wo wir ansetzen: Meistens beginnen wir mit einer Geschichte oder einem Ort, über den wir einen Track machen wollen.

Hostage Situation Story

Ideen können überall herkommen, aber ein zentrales Thema als Ausgangspunkt hilft enorm – sei es ein prägender, emotionaler Moment im Leben oder einfach die Idee, einen Song über eine Katze zu schreiben.

Wenn man ein Thema als Aufhänger hat, lässt sich über das Sound-Design extrem viel Storytelling betreiben. Ein perfektes Beispiel dafür ist dieser Track – „The Device“. Ursprünglich hieß das Projekt „Event Horizon“, in Anlehnung an Schwarze Löcher. Nachdem wir viele Elemente des Songs fertiggestellt hatten, änderten wir den Namen ein paar Mal, bis wir schließlich bei „The Device“ landeten. Die Idee dazu kam uns bei dem Gedanken an einen Monolog, der durch das Intro des Tracks führen könnte.

Welche eher unerwarteten Kontakt-Instrumente oder -Libraries nutzt ihr für aggressive Musik?

Ein vielleicht unerwartetes Tool ist Playbox. Es enthält viele extrem coole Sounds, die schon von Haus aus großartig klingen. Man kann sie aber durch Post-Processing noch weiter ausbauen – besonders durch Zeitmodulation via Resampling oder Re-Time-Plug-ins.

Hostage Situation Playbox

Bei diesem Track haben wir das Preset „Cute Piano“ resamplet. Ich nutze Playbox extrem gerne für das Sequencing vieler dieser Patches. Das inspiriert zu ganz neuen Riffs, auf die man sonst vielleicht gar nicht gekommen wäre. Und selbst die kann man wieder als Audio bouncen und zerschneiden, um Reverse-Swells zu bauen, die in die Hauptmelodien überleiten.

Mit Playbox lässt sich jede Menge Ear Candy kreieren, für das ich auf herkömmlichem Weg peinlich lange brauchen würde.

Geht ihr Live- und Studio-Versionen unterschiedlich an oder bleibt das Arrangement im Grunde gleich?

Was den Unterschied zwischen Studio- und Live-Versionen angeht, mag ich persönlich die Live-Versionen lieber, weil sie einem mehr Freiheiten lassen. Man kann zum Beispiel längere Intros spielen und das Thema des Tracks noch weiter ausbauen. Je mehr Spannung man aufbaut, desto wuchtiger zündet am Ende der Drop.

Hostage Situation comp

Unsere Sets sind mittlerweile sehr facettenreich und decken die verschiedensten Genres ab. Wir bringen gerne Abwechslung rein und bauen unerwartete Momente in unsere Sets ein. Wenn nach etwa 30 Minuten knallhartem Tearout-Dubstep plötzlich ein eher psychedelischer Dubstep-Track kommt, kann man das Intro ausdehnen, um den Vibe zurückzusetzen. So merkt das Publikum sofort, dass jetzt etwas Neues beginnt.

Die Reaktion der Crowd zeigt deutlich, wie wichtig der Kontext ist. Solche Veränderungen können die entscheidenden Höhepunkte enorm verstärken.

Welcher Kontakt-Trick oder welche neue Angewohnheit hat euer Sound-Design in letzter Zeit aufs nächste Level gebracht?

In letzter Zeit habe ich mich intensiv mit Resampling beschäftigt und versuche, das Audiomaterial so weit wie möglich zu zerstören.

Hostage Situation Pharlight

Viele der Libraries, die wir nutzen – wie Ashlight, Straylight oder Pharlight –, lassen sich resamplen und zu viel abgefahreneren EDM-Sounds mit herrlich rohem Charakter stretchen.

Hostage Situation Raum

Dazu nutze ich oft weitere Plug-ins, um dem Sound den letzten Schliff zu verpassen. Sei es Raum, um dem Klang Tiefe zu verleihen, oder – mein absoluter Favorit – das Resamplen von Audiospuren durch Guitar Rig. Die einzigartige Verzerrung und Sättigung eröffnet eine völlig neue Klangpalette.

Was würdet ihr Produzent*innen als Erstes raten, wenn sie Kontakt in härteren Genres wie Dubstep oder Bass Music einsetzen wollen?

Hostage Situation Kontakt

Ich würde sagen: Kontakt ist eher das Gewürz als das Hauptgericht. Indem man echte Instrumente in Kontakt und atmosphärische Libraries einsetzt, bettet man all die harten Dubstep-Elemente in einen stimmigen Raum und ein klares Thema ein. Das hebt Tracks auf ein ganz neues Level. Ich höre mir gerne viele Songs als Referenz an – besonders wenn es um Ear Candy geht, denn das ist einer der subjektivsten Aspekte beim Songwriting.

Ausgehend von diesen Referenzen tauche ich direkt in verschiedene Kontakt-Libraries ein, um neue Presets zu entdecken, auf die ich sonst nie gekommen wäre, oder um Effekt-Plug-ins unkonventionell einzusetzen. Zum Beispiel der Trick mit Guitar Rig: Wenn man einen Bass-Sound verzerren will, denkt man wahrscheinlich nicht als Erstes an eine Gitarrenverstärker-Emulation. Aber mit den integrierten Effekten eröffnet sich eine völlig neue Welt der Klangbearbeitung.

Fazit

Das Debütalbum Hostile Frequencies von Hostage Situation beweist eindrucksvoll, wie ein Trio unterschiedlichste Einflüsse zu einer stimmigen Identität verschmelzen kann. Ihr Einsatz von Kontakt – von atmosphärischen Libraries bis hin zum Sequencing in Playbox – zeigt, wie Produzent*innen härterer elektronischer Musik ihre Klangpalette erweitern können, ohne an Durchschlagskraft einzubüßen.

Hostage Situation time

Das Interview zeigt einen Ansatz, der von Themen, Geschichten und Experimentierfreude angetrieben wird. Ob Resampling und Time-Stretching von Audio oder das Durchschleifen von Kontakt-Instrumenten durch Guitar Rig: Ihr Workflow macht deutlich, wie nahtlos die Tools von Native Instruments kreative und technische Aspekte der Musikproduktion miteinander verbinden.

Mit dem Release von Hostile Frequencies und einer laufenden Tour durch die USA haben Hostage Situation bewiesen, dass sie ein zukunftsorientierter Act sind, der Studio-Experimente meisterhaft auf die Bühne bringt. Ihre wachsende Reputation spiegelt die Präzision und Vision wider, die dieses Debüt auszeichnen.

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