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Junaco über DIY-Recording, Sonic Ranch und die subtile Power von RX

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Junaco feature

Das neue Album In Motion von Junaco wirkt in jeder Hinsicht lebendig. Geschrieben in einer Jurte am Ufer des nordkalifornischen Smith River und später in der Sonic Ranch in Texas aufgenommen, basiert das Album auf Bewegung, Verbundenheit und Ehrlichkeit. Jeder Song atmet die Atmosphäre dieser Umgebung – das Knarzen von Holz, das Brummen von Amps und das Gefühl von Freund*innen, die gemeinsam Musik machen.

Für eine Band wie Junaco bringt diese Freiheit ganz eigene Herausforderungen mit sich. Wenn Sessions über eine Batterie betrieben werden oder direkt am offenen Feuer aufgenommen wird, darf man keine Perfektion erwarten. Genau hier wurde iZotope RX zu einem unverzichtbaren Teil des Prozesses und fungierte als Sicherheitsnetz. So konnte sich die Band ganz auf die Performance konzentrieren, statt sich über technische Mängel den Kopf zu zerbrechen.

RX half ihnen, Gitarrenbrummen zu entfernen, rauschende Bandmaschinen zu zähmen und die Intimität der Live-Takes zu bewahren, ohne ihnen die Wärme zu nehmen. Das Ergebnis ist eine Platte, die ungefiltert und menschlich klingt, aber dennoch geschliffen genug ist, um sich neben großen Studio-Releases absolut zu behaupten.

Springe direkt zu den Abschnitten:

Tauchen wir also ein ins Gespräch und schauen uns an, wie Junaco RX sowohl chirurgisch präzise als auch kreativ einsetzt, um ein intimes Album voller klanglicher Finesse zu erschaffen.

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In Motion wirkt intim und zugleich geschliffen. Ab welchem Moment wurde RX bei diesem Projekt Teil eures Workflows?

Junaco RX 1

RX war von Beginn an Teil des Projekts.

Wir haben einige Song-Demos auf einem Kassettendeck in einer Hütte ohne Stromnetz aufgenommen und alles über eine Batterie betrieben. Ich habe RX von Anfang an genutzt, um Gitarrenbrummen und Nebengeräusche in diesen ersten Demos zu entfernen.

Später im Projekt haben wir es ziemlich oft für alte Klaviere und Gitarren-Amps eingesetzt – vor allem bei Overdubs, die wir im selben batteriebetriebenen Setup aufgenommen haben.

Junaco RX5

Wir haben auch Teile des in der Sonic Ranch aufgenommenen Klaviers über meinen Kalamazoo-Amp gereampt. Das klingt größtenteils super, aber irgendetwas stimmt damit definitiv nicht – mittlerweile kommt da bei uns automatisch RX zum Einsatz.

Pro-Tipp von Junaco: Wenn dir da draußen in der Welt ein Sound gefällt, nimm ihn mit dem Smartphone auf, säubere ihn mit RX und mach ein Instrument daraus.

Kannst du ein paar Beispiele für Tracks nennen, bei denen RX euch gerettet hat?

Junaco RX2

Wir haben bei vielen Vocals auf der Platte ein Delay-Gerät benutzt, und ich habe RX praktisch jedes Mal verwendet, wenn dieses Delay im Spiel war. Außerdem haben wir damit den Reverb gesäubert, der auf den meisten Vocals des Albums liegt.

Wir haben vieles live eingespielt und auf dem gesamten Album hauptsächlich analoge Effektgeräte verwendet. Die Realität ist: Die meisten davon sind nicht im perfekten Zustand. Da war es beruhigend, das Audio bouncen zu können und zu wissen, dass wir die Aufnahmen bei Bedarf säubern können.

Pro-Tipp von Junaco: Nimm Dinge sofort auf, sobald sie spannend klingen – warte nicht auf den perfekten Sound.

Wie ist eure Philosophie beim Einsatz von RX? Nutzt ihr es punktuell-chirurgisch oder als festen Bestandteil des Workflows auf jeder Spur?

Junaco story

Ich höre mir Sounds immer im Kontext an und setze RX dann ein, wenn mir etwas negativ auffällt oder im Mix ablenkt. Allerdings haben wir es am Ende wohl bei so gut wie jedem Song des Albums auf irgendeine Weise genutzt.

Pro-Tipp von Junaco: Wenn dich während der Aufnahme etwas in den Wahnsinn treibt, könnte die Lösung so simpel wie RX sein.

Entscheidet ihr euch manchmal bewusst dafür, Unvollkommenheiten in den Aufnahmen zu belassen, um emotionale Authentizität zu wahren?

Junaco RX3

Ja, absolut.

Wir haben fast ganz In Motion gemeinsam in einem Raum mit minimaler akustischer Trennung eingespielt. Dadurch entstehen viele kleine Dinge, die nicht „beabsichtigt“ waren, und jede Menge Übersprechen auf den Mikrofonen. Ich glaube nicht, dass wir bei solchen Dingen viel bereinigt haben.

Ich liebe es, wenn man auf Aufnahmen hört, wie sich Menschen bewegen, atmen und lebendig sind. Was ich meistens nicht mag, sind kaputte oder brummende Geräusche vom Equipment. Genau da ist die Software meiner Meinung nach am nützlichsten.

Pro-Tipp von Junaco: Hab Geduld mit dir selbst, wenn es gerade nicht läuft. Denk daran: Es liegt nicht an deinem Können – vielleicht ist es einfach nicht der richtige Moment.

Wie fügt sich RX neben anderen Tools ein, die ihr regelmäßig nutzt, um den Sound dieser Platte zu formen?

Junaco Studio

Es ist ein großartiges Tool, um verschiedenste außergewöhnliche Geräte und Sounds zu verwenden, weil es diese Sounds am Ende trotzdem makellos abbildet.

Wir arbeiten am liebsten schnell und treffen Entscheidungen direkt im Moment. Sobald etwas gut klingt, machen wir sofort weiter. Wir machen nicht mehr Takes als nötig und nehmen auch keine zusätzlichen DI-Signale „zur Sicherheit“ auf.

Ich glaube, dass das, was man während der Aufnahme hört, untrennbar damit verbunden ist, wie man spielt – und genau diese Menschlichkeit versuchen wir einzufangen.

Der Nachteil beim schnellen Aufnehmen ist, dass der Sound nicht immer makellos ist. Ich könnte weitere 30 Minuten damit verbringen, das Brummen des Amps zu beheben, aber bis dahin hätte die Band längst die Lust verloren. Also sage ich meistens einfach: „Lasst uns spielen, das reparieren wir später in RX.“

Es hat etwas ganz Besonderes, schnell und selbstbewusst arbeiten zu können, während man gleichzeitig weiß, dass man ein Sicherheitsnetz hat, falls am Ende doch etwas Hilfe braucht.

Pro-Tipp von Junaco: Manchmal ist eine kurze Pause besser, als noch mehr Takes einzuspielen.

Wenn dich jüngere Künstler*innen fragen würden, wie man DIY-Intimität mit Profi-Qualität vereint: Welche Rolle spielt RX dabei für dich?

Junaco RX4

Wir hatten das Glück, für In Motion in der Sonic Ranch mit Mario Ramirez arbeiten zu können, der ein absoluter Weltklasse-Engineer ist. Trotzdem wurden Teile dieser Platte und fast all unsere bisherige Musik bei uns zu Hause oder bei Freund*innen aufgenommen.

Wie gesagt wurden manche Sounds auf diesem Album mit einem batteriebetriebenen Setup im Wald aufgenommen, statt darauf zu warten, wieder in ein Studio zu kommen. Mit all dem mobilen Equipment und Plug-ins wie RX kann man heute wirklich fast überall eine hervorragende Platte aufnehmen.

Ich glaube wirklich: Egal in welchem Umfeld man aufnimmt, Wohlfühlen und Spaß sind wichtiger als alles andere. Ich habe schon Hundegebell, Klimaanlagen, Nachbar*innen, Straßenlärm, Wind sowie Töpfe und Pfannen aus Songs herausgefiltert, auf die ich heute unglaublich stolz bin.

Fazit

Das Gespräch mit Junaco über In Motion zeigt, wie viel Sorgfalt in jedem einzelnen Sound des Albums steckt. RX spielte dabei eine unauffällige, aber essenzielle Rolle: Es hielt die Sessions sauber und ließ den Performances ihren lebendigen Charakter. Die Platte fühlt sich unmittelbar, menschlich und zutiefst persönlich an – getragen von der Wärme echter Räume und echter Momente.

Vielen Dank an Junaco für diese offenen Einblicke in ihren Prozess und die Entstehung von In Motion. Es zeigt einmal mehr: Musik berührt dann am stärksten, wenn die Tools dem Gefühl dienen – und dass Präzision und Emotion perfekt harmonieren, solange der Song im Mittelpunkt steht.

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