Latin Trap verbindet druckvolle Trap-Beats und Bässe mit von Reggaeton inspirierter Musikalität. Das Genre existiert bereits seit den 2000er-Jahren und erlangte in jüngerer Zeit weltweite Bekanntheit, getragen vom Mainstream-Erfolg von Latin-Trap-Künstler*innen wie Bad Bunny, J Balvin und Young Miko.
In dieser Anleitung für Latin-Trap-Tracks zeigen wir dir, wie du mit Komplete 15 Select Beats Edition einen Beat baust – inklusive rollender 808-Beats, wuchtigen Bässen und eingängigen Synth-Lines im Reggaeton-Stil.
Direkt zum Abschnitt:
- Drum-Part programmieren
- Latin-Trap-Synth-Loops hinzufügen
- 808-Bassline bauen
- Gegenmelodie komponieren
- Arrangement
- Mastering
Um diesem Tutorial folgen zu können, benötigst du Battery 4, Kontakt 8 oder Kontakt 8 Player mit der Latin Trap-Expansion und dem Cloud Supply-Instrument sowie Massive X, Ozone Elements, Transient Master, Supercharger GT und Raum. Diese Tools sind in Komplete 15 Select Beats Edition, Komplete 15 Standard, Komplete 15 Ultimate und der Komplete 15 Collector’s Edition enthalten. Raum ist zudem kostenlos als Teil von Komplete Start erhältlich.
Was ist ein Latin-Beat?
Historisch gesehen bezeichnet ein Latin-Beat rhythmische Patterns aus der traditionellen lateinamerikanischen Musik. Wenn heute von einem „Latin-Beat“ gesprochen wird, sind meist Genres wie Latin Trap oder Reggaeton gemeint. Vor allem Latin Trap hat weltweite Popularität erlangt – geprägt von synkopierten Rhythmen, satten Bässen und urbanen Einflüssen, kombiniert mit lateinamerikanischen Wurzeln. Manchmal wird Latin Trap auch als „Trap Latino“ oder „Trapetón“ bezeichnet – eine Anspielung auf seine Reggaeton-Wurzeln.
So baust du einen Latin-Trap-Beat
1. Drum-Part programmieren
Stelle zunächst das Tempo in deiner DAW auf 100 BPM ein.

Lade Battery 4 auf einer MIDI-Spur und doppelklicke in der Preset-Liste auf das 808 Multiple Kit, um es zu laden.

Erstelle einen zwei Takte langen MIDI-Clip und füge auf dem zweiten und vierten Beat jedes Takts D#2-Claps hinzu. In diesem Tutorial verwenden wir für alles einen Velocity-Wert von 100.

Füge nun G#2-Closed-Hats auf den Achtelnoten hinzu.

Jetzt bringen wir etwas Trap-Feeling ins Spiel: Setze auf dem dritten Beat jedes Takts Hi-Hat-Rolls in 32stel-Noten und eine zusätzliche 16tel-Note vor dem vierten Beat des zweiten Takts.

Setze C2-Kick-Drums auf die ersten beiden 16tel-Noten beider Takte.

Sorge für zusätzlichen rhythmischen Feinschliff mit E2-Snares auf der siebten und achten 16tel-Note des ersten Takts sowie auf der siebten, achten und zehnten 16tel-Note des zweiten Takts.

Für den finalen Latin-Touch platzierst du F#2-Maracas auf jeder zweiten Achtelnote.

Für einen tighten, modernen Sound fügst du der Spur Transient Master hinzu. Stelle Attack auf +4 % und Sustain auf -59 % ein. Dadurch wirken die Schläge druckvoller und präziser.

Senke die Lautstärke dieser Spur auf -6 dB ab, um genügend Headroom für weitere Elemente zu schaffen.

2. Latin-Trap-Synth-Loops hinzufügen
Als Nächstes suchen wir uns ein paar inspirierende musikalische Loops aus der Latin Trap-Expansion von Kontakt 8.
Füge auf einer neuen Spur Kontakt 8 oder Kontakt 8 Player hinzu. Klicke auf den Leap-Button, um die verfügbaren Leap Expansions anzuzeigen, klicke dann auf die Latin Trap-Expansion und doppelklicke auf das Bromas Kit, um es zu laden.

Dieses Kit enthält 16 Loops, die von C2 bis D4 spielbar sind. Sie werden alle automatisch an das Projekttempo angepasst und sind in derselben Tonart. Die Standardtonart wird unten rechts in der Benutzeroberfläche angezeigt – in diesem Fall F-Moll.

Falls nötig, kannst du die Tonart der Samples anpassen, aber F-Moll passt bereits hervorragend zu dem Drum-Beat, den wir gerade programmiert haben. Sequenziere auf dieser Spur eine A2-Note über vier Takte, die einen Latin-inspirierten Synth-Loop abspielt.

Dupliziere den Drum-Beat auf vier Takte, sodass er dieselbe Länge wie der Synth-Loop hat.

Stelle die Lautstärke der Synth-Loop-Spur nun auf -6 dB ein, um sie mit den Drums abzustimmen.

Fügen wir einen weiteren Synth-Loop aus Latin Trap hinzu. Wir legen ihn auf eine separate Spur, um ihn leichter abmischen und arrangieren zu können. Erstelle eine weitere MIDI-Spur und lade erneut den Bromas Loop aus Latin Trap. Sequenziere auf dieser neuen Spur ein C3 über vier Takte.

Stelle diese Spur auf -13,5 dB ein, um sie klanglich an die restlichen Elemente anzupassen.

Jetzt haben wir eine solide musikalische Idee – bringen wir etwas Low-End ins Spiel, um dem Track ordentlich Wucht zu verleihen.
3. 808-Bassline bauen
Wir nutzen Massive X, um unsere wuchtige 808-Bassline zu bauen. Erstelle eine neue Spur, lade Massive X und klicke auf den Patch-Namen, um den Patch-Browser zu öffnen. Klicke auf den Tag „Bass“ und doppelklicke auf Essential Eight, um das Preset zu laden.

Erstelle einen zwei Takte langen MIDI-Clip und sequenziere den Synth so, dass er auf der ersten, vierten, siebten und neunten Achtelnote ein F2 spielt, auf der zwölften Achtelnote ein C3 und auf der fünfzehnten Achtelnote ein D#2.

Dupliziere den MIDI-Clip, sodass die Bassline über vier Takte läuft.

Geben wir dem Bass mit etwas Bearbeitung noch eine Prise Dreck mit. Füge der Bass-Spur Supercharger GT hinzu und lade das Preset Fat Kick. Drehe den Saturation-Regler auf 6,80 auf.

Das hebt den rauen Charakter der Bassline hervor und senkt gleichzeitig ihren Durchschnittspegel leicht ab, sodass sie sich optimal in den Mix mit den anderen Elementen einfügt.
4. Gegenmelodie komponieren
Bisher haben wir zwei Synth-Lines aus Latin Trap hinzugefügt – eine Hauptmelodie und einen rollenden Arpeggiator. Jetzt bauen wir eine Gegenmelodie ein, um beim Arrangieren des Tracks noch mehr Spielraum zu haben.
Füge einen weiteren MIDI-Track hinzu, lade diesmal Kontakt 8 oder den Kontakt 8 Player, wähle das Instrument Cloud Supply aus und doppelklicke auf das Balkim-Preset, um es zu laden.

Stelle diesen Track auf -10,5 dB ein, um ihn mit den anderen Elementen abzustimmen.

Erstelle einen viertaktigen Clip und übernimm die hier gezeigte Sequenz: C3 auf dem zweiten Beat des ersten Takts, D#3 auf dem ersten Beat des zweiten Takts, C3 auf dem dritten Beat des zweiten Takts, F3 auf dem ersten Beat des vierten Takts und C3 auf dem dritten Beat des vierten Takts. Beachte, dass diese Noten leicht off-grid liegen, um ein natürliches, unquantisiertes Feeling zu erzeugen.

Im Kontext klingt das noch etwas trocken – verpassen wir dem Ganzen also etwas Reverb mit Raum für mehr Natürlichkeit. Lade den Raum-Reverb auf den Track und wähle das Preset Factory Presets > Large > Pluck Wash aus.

Das verleiht der Gegenmelodie ein atmosphärisches, natürliches Klangbild.
5. Arrangement
Hier ist ein beispielhaftes Arrangement, an dem du dich orientieren kannst. Achte darauf, dass alle vier oder acht Takte Elemente hinzukommen oder herausgenommen werden. Das verleiht dem Arrangement ein Gefühl von Entwicklung und hält den Track für die Hörenden spannend.

6. Mastering
Mit Ozone Elements können wir den Track schnell und automatisch mastern. Lade Ozone Elements auf den Master-Track des Projekts. Das Plug-in fordert dich auf, das Projekt an der lautesten Stelle abzuspielen. Klicke auf den Button „Start Listening“ und starte die Wiedergabe ab dem Bass-Drop in Takt 9. Beachte, dass die Lautstärke nach der Analyse durch Ozone Elements deutlich angehoben wird.

Ozone erkennt das Genre deines Projekts und erstellt eine maßgeschneiderte Mastering-Signalkette. Du kannst den Ziel-Style anpassen, aber Ozone Elements hat für diesen Track bereits „Hip-hop/Rap“ ausgewählt – das passt perfekt, also belassen wir es dabei.

Latin-Trap-Beats mit der Komplete 15 Select Beats Edition bauen
Hier hast du gesehen, wie du einen Latin-Trap-Beat mit der Komplete 15 Select Beats Edition produzieren kannst – mithilfe von Battery 4, Kontakt 8 oder dem Kontakt 8 Player samt der Latin Trap Expansion und dem Instrument Cloud Supply, Massive X, Ozone Elements, Transient Master und Supercharger GT – plus Raum aus Komplete Start.
Wenn du noch mehr erfahren willst, wirf einen Blick auf Trap-Beats selber machen: So geht's und Was ist Reggaeton? So produzierst du Beats, die bewegen.