Rhythmus und Bewegung sind essenziell, wenn es darum geht, packende Geschichten zu erzählen. Genau das liefert Odes, das brandneue Kontakt-Instrument – eine weitere inspirierende Zusammenarbeit zwischen Native Instruments und Evolution Series.
Als Ergänzung zu den mehrdimensionalen Texturen von Fables und den facettenreichen Klängen von Lores nutzt Odes das vertraute Interface der Serie, um vielschichtige, cineastische Rhythmen in den Vordergrund zu rücken.
Mit Odes erstellst du temposynchrone Loops, die deine Soundtracks mit einer einzigartigen Kombination aus regionaler Folkmusik und synthetischen Elementen zum Leben erwecken – eine unverzichtbare Ergänzung für diese Kollektion an Tools für Film-, TV- und Games-Scoring.
In diesem Tutorial zeigen wir dir, wie du mit Odes in deiner DAW einen packenden rhythmischen Score erstellst.
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Um diesem Leitfaden zu folgen, brauchst du Odes von Native Instruments, das sowohl mit Kontakt 8 als auch mit dem Kontakt Player kompatibel ist. Falls du den Kontakt Player noch nicht hast, kannst du ihn dir noch heute als Teil des kostenlosen Bundles Komplete Start herunterladen.
Cineastische Texturen mit Odes erstellen
Wie erzeugen Filmkomponist*innen rhythmische Spannung?
Beim Erzeugen rhythmischer Spannung steht Filmkomponist*innen eine breite Palette an Werkzeugen zur Verfügung. Zu den am häufigsten verwendeten Techniken gehören:
- Synkopen (Betonung unbetonter Zählzeiten oder Off-Beats)
- Einsatz von Polyrhythmen oder Kreuzrhythmen (Überlagerung von zwei oder mehr gegensätzlichen rhythmischen Patterns)
- Verwendung von Ostinati (Wiederholung kurzer rhythmischer Phrasen)
- Erhöhen der rhythmischen Layer, um für mehr Intensität zu sorgen
Ein Beispiel dafür ist Ludwig Göranssons Rainy Night In Tallinn aus dem Tenet-Soundtrack – ein Stück, das Synkopen, Ostinati und eine sich ständig weiterentwickelnde Vielfalt an rhythmischen Pattern nutzt, um eine spannungsgeladene, treibende Atmosphäre zu erzeugen.
Das sind nur einige der Methoden, mit denen Filmkomponist*innen rhythmische Spannung aufbauen.
Welche Kontakt-Library eignet sich am besten für rhythmische Texturen?
Odes ist ein Kontakt-Instrument, das speziell für das Erstellen detaillierter, organisch wirkender Rhythmustexturen entwickelt wurde. Es ist eine fantastische Wahl für das Scoring mit rhythmischen Texturen.
Eine weitere inspirierende Library von Native Instruments ist Heavyocity Rhythmic Textures, die sich auf streicherbasierte rhythmische Texturen für cineastische Soundtracks konzentriert.
Wenn du nach kostenlosen Optionen suchst, schau dir diese cineastischen Sound-Libraries an.
Einen rhythmischen Score mit Odes erstellen
1. Synkopierte, temposynchrone Loops
Erstelle eine MIDI-Spur in deiner DAW und lade Kontakt. Wähle Odes in der Library aus und doppelklicke auf das Preset Train Tracks, um es zu laden.

Wenn das Tastatursymbol unten rechts in der Kontakt-Bedienoberfläche aktiviert ist, siehst du den Tonumfang dieses Presets: A1 bis B4. Wenn wir eine dieser Noten spielen, hören wir, dass uns das Preset ein rhythmisches Holzbläser- und Streicher-Pattern liefert.
Beginnen wir mit der Note A2. Für diesen gesamten Walkthrough verwenden wir durchgehend Velocity-Werte von 100. Zu Beginn programmieren wir die Note über vier Takte.

Schauen wir uns an, was passiert, wenn wir eine weitere Note abseits des Beats einfügen. Setze ein G3 auf die letzte Achtelnote vor dem dritten Takt.

Da diese neue Note rhythmisch versetzt zum Beat liegt, erzeugen die beiden gemeinsam abgespielten Loops einen interessanten neuen Rhythmus. Er entwickelt die ursprüngliche musikalische Idee weiter und verleiht ihr zusätzliche Dringlichkeit.
Bauen wir diese Idee weiter aus: Verlängere die bestehenden Noten bis zum Beginn von Takt neun und füge ein F3 auf der letzten Sechzehntelnote vor dem fünften Takt hinzu.

Das entwickelt den Rhythmus weiter und sorgt für noch mehr Intensität.
2. Den Rhythmus verstärken
Als Nächstes entwickeln wir den Sound auf eine andere Weise weiter: indem wir Noten direkt auf den Beat in einem tieferen Register setzen.
Setze zu Beginn von Takt sieben eine C2-Note und zu Beginn von Takt acht eine D2-Note.

Da diese Noten auf dem Beat liegen, erzeugen sie keine Synkopen, sondern spielen mit dem gleichen Timing wie unsere ursprüngliche A2-Note. So verstärken sie die Intensität, indem sie das Low-End mächtiger machen.
Führen wir diesen Gedanken weiter: Verlängere die Noten A2, F3 und G3 auf 16 Takte und füge ab Takt neun eine A1-Note hinzu.

Das A1 verstärkt die ursprüngliche A2-Note. Da sich ab Takt neun sonst nichts ändert, haben wir genug Raum für eine weitere musikalische Idee.
3. Polyrhythmik nutzen
Polyrhythmik bezeichnet das gleichzeitige Verwenden von zwei oder mehr Rhythmen. Ein 5/4-Rhythmus über einem 4/4-Takt gilt beispielsweise als Polyrhythmus, weil die beiden Pattern dieselbe Zeitspanne in eine unterschiedliche Anzahl von Schlägen unterteilen – wodurch eine spannungsvolle Reibung zwischen gegensätzlichen rhythmischen Gruppierungen entsteht.
Mit Odes können wir ganz einfach Polyrhythmen in unser Stück einbinden. Lade auf einer neuen MIDI-Spur Kontakt, wähle Odes aus und öffne diesmal das Preset City Wide.

Odes-Patches bestehen aus drei Instrumenten, die optisch durch drei unheilvoll schwebende Monolithen dargestellt werden. Jedes dieser Instrumente nutzt drei rhythmische Layer, um seine lebendigen Texturen zu erzeugen.

Vereinfachen wir das Preset City Wide kurz, um die Funktionsweise besser zu verstehen. Schalte die Instrumente zwei und drei (Pads und Nyckelharpa) über deren Power-Buttons stumm.

Jetzt nutzen wir nur noch das Horse Fiddle-Instrument auf der linken Seite. Hören wir uns an, wie es klingt, wenn wir ein A4 spielen.
Die von Horse Fiddle genutzten Layer können wir uns ansehen, indem wir auf den pfeilförmigen, schwebenden Monolithen klicken – dadurch öffnet sich der Layer Editor am unteren Rand der Bedienoberfläche.

Hier sehen wir die drei Layer des Instruments: Stac (b) Quarter, Sus (c) Quarter und Shorts (c) Short. Mit dem Radiergummi-Symbol können wir Layer löschen. Entfernen wir also die oberen beiden Layer, sodass nur Shorts (c) Short übrig bleibt.

Klicke auf das Lupen-Symbol rechts neben Shorts (c) Short, um den Layer-Browser zu öffnen. Doppelklicke in der Liste der verfügbaren Layer auf Stac (e) Triplet, um ihn zu laden.

Wie der Name schon verrät, verwendet Stac (e) Triplet einen triolischen Rhythmus.
Sequenzieren wir das über unserem 4/4-Rhythmus, um zu hören, wie es klingt. Übernimm dazu einfach die Sequenz aus unserem Beispiel, die mit steigender Tonhöhe für noch mehr Spannung sorgt.

Das Problem ist jetzt, dass der Train Tracks-Part nach Takt 17 abrupt abbricht. Nutzen wir also Lautstärke-Modulation, um unserem kurzen Stück einen stimmigeren Ausklang zu verleihen.
4. Fades mit dem Modwheel erstellen
Verlängere die A2-Note des Train Tracks-Parts, sodass sie bis zum Ende von Takt 20 spielt.

In Odes steuert das Modwheel die Lautstärke. Damit lassen sich wunderbar Swells oder – wie in diesem Fall – Fades erzeugen. Erstelle im MIDI-Editor deiner DAW eine Modwheel-Automation, die über die ersten 16 Takte voll aufgedreht bleibt, und blende sie zwischen Beginn von Takt 17 und Ende von Takt 20 allmählich aus.

So findet das Stück einen runderen Abschluss und überlässt der triolischen Horse Fiddle das Finale.
Erstelle noch heute rhythmische Scores mit Odes
In diesem Tutorial haben wir gesehen, wie du mit Odes rhythmische Ideen entwickeln und packende Soundtracks für visuelles Storytelling gestalten kannst.
Öffne Odes, um deine eigenen Scores voller rhythmischer Spannung zu erstellen.