Moderne Produktionstools bieten uns endlose kreative Möglichkeiten – doch manchmal klingt das Ergebnis vielleicht ein bisschen zu modern. Viele von uns lassen sich vom Sound vergangener Jahrzehnte inspirieren. Aber wie fangen wir diese Sounds in unseren Tracks ein? Die wenigsten von uns haben schließlich Zugriff auf altes Vintage-Equipment, das für diesen authentischen Sound sorgt.
Genau hier kommt Session Guitarist – Electric Ruby ins Spiel. Dieses Gitarren-VST fängt den warmen Sound einer Hollowbody-Jazzgitarre detailgetreu ein. Mit Hunderten von Akkord- und Riff-Pattern sowie unzähligen Anpassungsmöglichkeiten ist es das perfekte Tool für bluesige Gitarren-Licks, Vintage-Jazz-Sounds und andere klassische Klangfarben. In diesem Artikel zeigen wir dir fünf Möglichkeiten, wie du deinen Tracks mit Electric Ruby jede Menge Vintage-Soul verleihst – von Akkorden und Melodien über den Sound bis hin zur Humanization.
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- Wie bekomme ich einen „Jazzgitarren-Sound“ in meiner DAW?
- So verleihst du modernen Tracks Vintage-Soul
Mach direkt mit in diesem Tutorial mit Session Guitarist – Electric Ruby Deluxe.
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Wie bekomme ich einen „Jazzgitarren-Sound“ in meiner DAW?
Um einen Jazzgitarren-Sound in deiner DAW zu erzeugen, brauchst du als Ausgangspunkt ein hochwertig gesampeltes Gitarren-VST wie Session Guitarist – Electric Ruby. Diese detailverliebt aufgenommene Hollowbody-Jazzgitarre liefert dir schon ab der ersten Note einen überzeugenden Vintage-Jazz-Ton. Mit den Anpassungsmöglichkeiten innerhalb des Instruments kannst du deinen Sound anschließend weiter verfeinern. Electric Ruby bietet voreingestellte, vom Jazz inspirierte Akkordfolgen, Riffs und Soundeinstellungen, mit denen du direkt loslegen kannst.
Wenn du deinen eigenen Jazzgitarren-Sound einstellen möchtest, drehe zunächst den Hals-Pickup auf und mische auf der Guitar Settings-Page von Electric Ruby etwas Mikrofonsignal hinzu. Auf der Amps & FX-Page kannst du dann einen gemodelten Vintage-Amp (wie den Reverb Delight), ein Vintage-Cabinet und vielleicht einen Hauch Fuzz ergänzen. Das Geheimnis eines geschmeidigen Jazzgitarren-Sounds? Weniger ist mehr. Die Details zum Vintage-Gitarrensound besprechen wir weiter unten in Schritt 4.
So verleihst du modernen Tracks mit Session Guitarist – Electric Ruby Vintage-Soul
Hier ist ein Track, an dem wir gerade arbeiten. Bislang klingt er sehr elektronisch und es fehlt noch an Tiefe und Textur.
Mit Session Guitarist – Electric Ruby können wir dem Track ein Vintage-Feeling verleihen, damit er so klingt:
1. Gib deiner Komposition mit gefühlvollen Akkorden ein solides Fundament
Eine gute Akkordfolge ist das Rückgrat jedes guten Tracks. Wie die gesamte Session Guitarist-Reihe macht es dir auch Electric Ruby leicht, überzeugende Akkorde einzuspielen. Stell es dir wie Session-Musiker*innen im Rechner vor – allzeit bereit mit Pattern für unterschiedlichste Genres und Stimmungen.
Electric Ruby fängt den vollen Klang einer Hollowbody-Jazzgitarre ein und eignet sich daher perfekt für Vintage-Styles – oder um modernen Tracks einen charmanten Old-School-Twist zu verpassen. So fügen wir mit diesem Gitarren-VST unserem Track eine Akkordfolge hinzu.

Zu Beginn stöbern wir in der Library des Instruments mit Hunderten von Akkord-Pattern, um etwas Passendes für unsere Komposition zu finden. Dazu öffnen wir den Song-Browser in der Mitte der Benutzeroberfläche.

Der Song-Browser enthält Dutzende Preset-Songs, die jeweils aus einer Sammlung vorab aufgenommener Pattern bestehen. Du kannst die Songs nach Genre filtern und nach BPM durchsuchen, um etwas Passendes zu finden.
Passend zu unserer gefühlvollen HipHop-Produktion haben wir uns für einen Song aus der Genre-Kategorie Jazz namens „Eyes on You“ entschieden. Sobald er geladen ist, stellt uns das Instrument eine Auswahl passender Pattern zum Einspielen bereit.
Du kannst dir ein Pattern anhören, indem du es auf der Plug-in-Oberfläche anklickst – oder eine tiefe Note auf deinem MIDI-Keyboard anschlägst – und dann mit der rechten Hand Noten oder Akkorde spielst.
Electric Ruby verwandelt dein Spiel automatisch in geschmackvolle Rhythmen und Akkord-Voicings. So klingt es, wenn wir eine einzelne Note halten:
Jetzt geht es darum, dieses Pattern in unseren Song einzubauen. Dazu haben wir einfach zum Track gejammt, mit der linken Hand verschiedene Pattern ausprobiert und mit der rechten die Noten gewechselt.
Wir haben eine Progression erarbeitet, die der Bassline des Songs folgt. Das verleiht dem Track sofort ein authentisches Vintage-Feeling.
Wenn du deine Pattern noch weiter anpassen möchtest, bietet dir Electric Ruby jede Menge Möglichkeiten. Über das Lupensymbol oben rechts kannst du ein Pattern austauschen oder mit den Buttons auf der rechten Seite der Oberfläche das Verhalten der Pattern feinjustieren – etwa über das Akkord-Voicing, die Pattern-Länge und mehr.

2. Erstelle eine ausdrucksstarke Topline mit dem Melody-Modus von Electric Ruby
Electric Ruby kann weit mehr als Begleitakkorde und Riffs – du kannst das Instrument auch für Toplines und eigene Melodie-Parts nutzen.
Dafür musst du in Kontakt die separate Melody-Version des Instruments laden. Dir wird auffallen, dass alle Presets von Electric Ruby sowohl in einer normalen Version (für Pattern) als auch in einer Melody-Version vorliegen.

Mit diesem Modus können wir eine ausdrucksstarke Topline einspielen, die unseren Track aufwertet.
Auch hier haben wir zuerst einen Song ausgewählt. Uns gefiel der Sound von „Blues Lead“ – ein butterweiches Setting, das sich wunderbar im elektronischen Arrangement des Tracks durchsetzt.
Die Benutzeroberfläche von Electric Ruby sieht hier etwas anders aus. Neben den Pattern gibt es eine Melody-Sektion mit Einstellungen für verschiedene Spielweisen – darunter Muted, Tremolo sowie die Möglichkeit, zwischen Plektrum und Fingerpicking umzuschalten.

Um eine lebendige Lead-Linie zu erzeugen, haben wir den Schalter von Poly auf Mono gestellt. So verwandelt Electric Ruby unser Keyboardspiel in eine fließende Solo-Linie.
Als Nächstes haben wir auf unserem Keyboard gejammt, bis wir eine Melodielinie gefunden hatten, die uns gefiel. Dabei haben wir bewusst auf feine Timing- und Velocity-Variationen geachtet, um dem Ganzen ein gefühlvolles, menschliches Spielgefühl zu verleihen.
3. Dopple elektronische Parts mit Vintage-Gitarre
Unser Track klingt immer noch etwas zu synthetisch. Mit einem einfachen Trick können wir Vintage-Gitarrensounds mit den bestehenden elektronischen Parts kombinieren und so einen Hybrid schaffen, der deutlich mehr Tiefe und Persönlichkeit besitzt.
Unser Arpeggio eignet sich dafür perfekt. So klingt es im Original – erstellt mit 40’s Very Own Keys, einem vielseitigen Play Series-Instrument.
Um es mit der Gitarre zu doppeln, haben wir eine neue Instanz von Session Guitarist – Electric Ruby geladen, wieder im Melody-Modus. Anschließend haben wir die MIDI-Daten des Arpeggios auf diese Spur gezogen und die Performance-Einstellungen so lange angepasst, bis alles perfekt zum Synth passte.

Für einen definierteren Sound haben wir uns für das Performance-Setting „Muted“ entschieden. So klingen die beiden Parts zusammen:
4. Forme einen authentischen Gitarrensound
Um deinem Track gefühlvolle Gitarren hinzuzufügen, reicht es nicht, nur die richtigen Noten zu treffen. Ein stimmiger Sound entscheidet darüber, ob der Part authentisch wirkt oder unpassend heraussticht.
Der Gitarrensound wird von vielen Faktoren geprägt – vom Instrument selbst über den Amp und Pedaleffekte bis hin zur Art der Aufnahme.
Beim Sound liefert Session Guitarist – Electric Ruby die perfekte Ausgangsbasis. Diese detailgetreue Aufnahme einer Hollowbody-Jazzgitarre versprüht schon ab der ersten gespielten Note pures Vintage-Feeling.
Über das Drop-down-Menü Sound Preset oben rechts kannst du den Klang im Handumdrehen anpassen – von bluesigen Gitarren bis hin zu R&B und mehr stehen dir komplette Klangprofile zur Verfügung. Hier ist das Preset „Mellow Jazz“:
Wenn du deinen Sound weiter individualisieren möchtest, gibt es reichlich Parameter zum Schrauben. Starte auf der Guitar Settings-Page: Hier kannst du das Gitarrensignal zwischen zwei Pickups – Bridge und Neck – sowie zwei verschiedenen Mikrofonen abstimmen.

Wenn du einen klassischen Vintage-Jazz-Sound anstrebst, ist der weiche Ton des Hals-Pickups eine hervorragende Wahl. Mische unbedingt auch etwas Signal von einem der Mikrofone hinzu, um mehr Tiefe zu erzielen.
Auf der Amps & FX-Page kannst du aus einer Auswahl authentisch gemodelter Gitarren-Amps, Cabinets, Bodeneffekte und mehr eine komplette Signalkette zusammenstellen. So lassen sich klassische Vintage-Signalketten mühelos nachbilden – oder völlig neue Klangwelten erschaffen.

Welche Effekte werden typischerweise für Jazzgitarre verwendet?
Bei Jazz, bluesigen Licks und anderen Vintage-Gitarrensounds kommen zwar Effekte wie Distortion, Chorus und Vintage-Echo zum Einsatz – aber nur dezent! Ein typischer Jazzgitarren-Sound ist meist clean und direkt, mit einer angenehmen Prise Wärme. Achte also darauf, deinen Sound nicht mit zu vielen Effekten zu überfrachten.
Wir haben einen individuellen Sound erstellt und dabei mit dem Amp-Modell Reverb Delight begonnen, das einen fantastischen Vintage-Verstärker aus den 60er-Jahren detailgetreu nachbildet. Anschließend haben wir ein Vintage-Cabinet, etwas Fuzz vom Bodeneffekt Skreamer Deluxe, einen Chorus im Vintage-Stil und ein Slapback-Echo (dank Replika) hinzugefügt.
5. Sorge für menschliche Unvollkommenheit
Beim Soul dreht sich alles um das Unperfekte. Ein paar kleine „Fehler“ im Gitarrensound verleihen deinem Track spürbar mehr Tiefe und Charakter. Electric Ruby bietet dir dafür eine ganze Reihe nützlicher Optionen.

Zunächst können wir auf der Guitar Settings-Seite Bundgeräusche und Rauschen („Noise Floor“) aufdrehen und dann das Tuning etwas ungenauer einstellen – für einen charmant „schrägen“ Sound.

Auf der Playback-Seite können wir dann an den Performance- und Timing-Parametern schrauben, um das Ganze noch unperfekter klingen zu lassen. Bei extremen Einstellungen entstehen so ganz eigene, dequantisierte Grooves, die in Genres wie HipHop hervorragend funktionieren.
So klingt unsere Akkordfolge mit den hinzugefügten Unregelmäßigkeiten. Zuerst hörst du die cleanere Originalversion, beim zweiten Durchlauf dann die „humanisierte“ Version.
Und so klingt unser Track schließlich mit all den zusätzlichen Vintage-Gitarren-Layern.
Bring Vintage-Soul in deine Produktionen
In diesem Artikel haben wir fünf Wege gezeigt, wie du deinen Tracks mit Session Guitarist – Electric Ruby einen Vintage-Touch verleihst. Jetzt kennst du die Strategien – Zeit, sie in deinen eigenen Produktionen auszuprobieren. Mit Hunderten eingespielten Pattern und endlosen Möglichkeiten zur Klanggestaltung – allesamt basierend auf einem authentischen Jazz-Gitarren-Sound – ist Electric Ruby das ideale Gitarren-VST, um moderner Musik echten Vintage-Charme einzuhauchen.