Im HipHop werden viele Elemente von Rhythmus und Groove getragen – die Vocals eingeschlossen. Aber erst die Beats und Instrumentals verleihen den legendären Hooks und Verses ein solides Fundament. Ein wesentlicher Teil des Sounds dieses Genres liegt in seinen zugrunde liegenden harmonischen Strukturen: den Akkordfolgen. Wenn du zumindest eine Handvoll essenzieller HipHop-Akkordfolgen kennst, kannst du deinen Tracks das gewisse Etwas verleihen – egal, ob du harten Trap oder klassischen Boom Bap produzierst.
Wenn du Tracks bauen willst, die an die Strahlkraft großer Chart-Hits heranreichen, musst du verstehen, wie diese Akkordfolgen funktionieren. Schauen wir uns fünf typische HipHop-Akkordfolgen genauer an, mit denen du deinen Sound gezielt formen kannst.
Springe direkt zu den einzelnen Abschnitten:
- Was sind HipHop-Akkorde?
- 5 beliebte HipHop-Akkordfolgen für deine Tracks
- Erstelle noch heute Akkordfolgen für interessante harmonische Layer
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Was sind HipHop-Akkorde?
HipHop-Akkordfolgen bedienen sich häufig bei Jazz- und R&B-Progressionen, die mit Dur-, Moll- und Septakkorden unterschiedliche Stimmungen und Vibes erzeugen. Diese Akkordfolgen bilden das harmonische Fundament, das die rhythmischen und melodischen Elemente eines Tracks trägt. HipHop-Akkorde können von einfachen Dreiklängen bis hin zu komplexen Septimen und Nonen reichen – doch das Verständnis der Grundlagen ist der erste wichtige Schritt, um eigene HipHop-Akkordfolgen zu schreiben.
Ein wenig musiktheoretisches Grundwissen über Tonleitern und Akkorde hilft hier ungemein. Wenn du dich dabei noch nicht ganz sicher fühlst, nimm dir etwas Zeit, um dich mit den Grundlagen der Musiktheorie vertraut zu machen, und komm danach einfach hierher zurück.
Akkorde bestehen ganz einfach aus zwei oder mehr Tönen, die gleichzeitig erklingen. Die einfachsten Akkorde nennt man Dreiklänge (Triaden): Sie entstehen, indem man drei Töne aus Dur- oder Moll-Tonleitern übereinanderschichtet (Akkorde lassen sich auch aus Kirchentonarten (Modes) bilden, worauf wir hier aber nicht näher eingehen).
Wenn wir die C-Dur-Tonleiter nehmen und jeden zweiten Ton verwenden, erhalten wir eine grundlegende Reihe von Dreiklängen.

Bauen wir Dreiklänge auf, indem wir einen Ton aus der Tonleiter nehmen, den nächsten überspringen, den übernächsten nehmen und das wiederholen, bis drei Töne gleichzeitig klingen. Ausgehend vom C überspringen wir das D, nehmen das E, überspringen das F und nehmen das G. Das ergibt C-E-G – den C-Dur-Dreiklang.
Hier ist zur Veranschaulichung eine kurze Übersicht der Stufenakkorde in C-Dur:
- I: C-Dur
- ii: D-Moll
- iii: E-Moll
- IV: F-Dur
- V: G-Dur
- vi: A-Moll
- vii°: H vermindert (B diminished)

Dasselbe Prinzip funktioniert auch in Moll-Tonarten. In diesem Fall nutzen wir A-Moll, da es dieselben Töne wie C-Dur verwendet.

Daraus ergeben sich die folgenden Akkorde:
- i: A-Moll
- ii°: H vermindert (B diminished)
- III: C-Dur
- iv: D-Moll
- v: E-Moll
- VI: F-Dur
- VII: G-Dur

In der Musiktheorie beschreiben wir Akkordstufen mit römischen Zahlen.
Diese Akkorde sind ein hervorragender Ausgangspunkt für eigene HipHop-Akkordfolgen, die von düsterem Moll bis hin zu erhebendem Dur reichen können.
Was ist die beste Akkordfolge für HipHop?
HipHop ist ein Sammelbegriff für unzählige Subgenres. Was in einem entspannten Lo-Fi-Track funktioniert, passt nicht unbedingt in einen energiegeladenen Trap-Banger. Es gibt also nicht die eine „beste“ Akkordfolge für HipHop – aber es gibt eine Reihe bewährter Progressionen, die in verschiedensten Spielarten des Genres bestens funktionieren.
Obwohl es keine feste Regel ist, tendieren HipHop-Akkordfolgen oft zu einer eher düsteren Stimmung. Pop-orientierte Acts wie Doja Cat weichen gerne von diesen Konventionen ab, aber für die folgenden Progressionen solltest du diesen Grundcharakter im Hinterkopf behalten.
5 beliebte HipHop-Akkordfolgen für deine Tracks
Nachdem wir das Basiswissen über HipHop-Akkorde geklärt haben, schauen wir uns fünf inspirierende HipHop-Akkordfolgen im Detail an. Zur besseren Übersicht bleiben wir bei Beispielen in C-Dur und A-Moll. Du kannst sie natürlich in jede beliebige Tonart transponieren, die zu deinem Track passt.
1. ii-V-I: D-Moll – G-Dur – C-Dur
Diese Akkordfolge stammt ursprünglich aus dem Jazz und ist für ihren geschmeidigen, schwebenden Klang bekannt. Die ii-V-I-Progression eignet sich perfekt für einen eleganten, anspruchsvollen Vibe in chilligen oder souligen HipHop-Beats.
Füge Septakkorde als harmonische Erweiterungen hinzu, um dem Ganzen einen noch jazzigeren Sound zu verleihen:
Seit dem Siegeszug von Lo-Fi ist diese Folge aus der HipHop-Welt nicht mehr wegzudenken. Ihren Einfluss hörst du zum Beispiel in „Boredom“ von Tyler, The Creator. Gut zu wissen: Wenn Produzent*innen und Komponist*innen die ii-V-I-Folge einsetzen, modulieren sie häufig zwischen verschiedenen Tonarten und wiederholen die Akkorde selten starr in derselben Tonart:
2. i-III-VI-VII (oder vi-I-IV-V): A-Moll – C-Dur – F-Dur – G-Dur
Die i-III-VI-VII-Folge verleiht Tracks eine düstere, dramatische Note. Sie wird gerne im melodischen Trap verwendet, wo sie ein psychedelisches Spiel aus Spannung und Entspannung erzeugt.
Wegen ihres subtilen und emotionalen Charakters ist diese Sequenz für viele Producer*innen die erste Wahl. Du hörst sie unter anderem in „Real In My Veins“ von Young Thug:
3. i-VI-v-i: A-Moll – F-Dur – E-Moll – A-Moll
Diese Akkordfolge erfreut sich im modernen HipHop und Trap besonderer Beliebtheit. Sie klingt düster und zirkulär – die perfekte Kulisse, um mit melodischem Flow spannende Geschichten zu erzählen.
Durch den Einsatz der Moll-v-Stufe wirkt die dominante Harmonie nie zu angespannt, was den entspannten Grundcharakter dieser Akkordfolge unterstreicht. Spätestens seit Futures „Mask Off“ zählt sie zu den absoluten Ikonen unter den Trap-Akkordfolgen:
4. III-i: C-Dur – A-Moll
In einem Genre, in dem die Vocals im Mittelpunkt stehen, kann Schlichtheit beim Beatbauen oft Gold wert sein. Genau das beweist diese Folge aus zwei Akkorden: Die III-i-Sequenz erzeugt ein Gefühl von Bewegung, ohne sich zu weit vom Grundton zu entfernen – ideal für Hooks und Verses gleichermaßen.
Eine simple Akkordfolge wie diese kannst du ganz leicht aufwerten, indem du Akkorderweiterungen wie Septimen oder Nonen einsetzt:
Dieser minimalistische Ansatz entfaltet eine enorme Wucht – besonders in Kombination mit einem tighten Beat, einem mächtigen Sub-Bass und einer packenden Lead-Melodie. Wie das klingt, zeigt „Rich Baby Daddy“ von Drake feat. Sexyy Red & SZA:
5. i-VI-VII-iv: A-Moll – F-Dur – G-Dur – E-Moll
Diese Progression passt perfekt zu einem pop-orientierten HipHop-Sound, da sie erhebende und melancholische Stimmungen harmonisch miteinander verbindet. Das i-VI-VII-iv-Muster taucht häufig in HipHop-Balladen und Tracks auf, die emotionale Geschichten mit harten Beats kombinieren.
Hör dir diese Folge in „Me, Myself & I“ von G-Eazy und Bebe Rexha an:
Erstelle noch heute Akkordfolgen für interessante harmonische Layer
Ein Repertoire gängiger HipHop-Akkordfolgen im Kopf zu haben, zahlt sich immer aus. Die oben vorgestellten Progressionen haben ihre Qualitäten immer wieder in weltweiten Chart-Hits bewiesen.
Akkordfolgen gehören niemandem – du kannst sie also frei für deine eigene Musik einsetzen. Experimentiere mit verschiedenen Tonarten und Tempi, um herauszufinden, was am besten zu deinen Tracks passt. Vergiss nicht, deine Akkordfolgen mit den passenden Drum-Patterns, Basslines und Melodien zu garnieren, um deinen Sound abzurunden. Lade deine liebste Kontakt-Library und leg direkt los.